Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder und Freunde der Österreichischen Gesellschaft für Parapsychologie!

 

Newsletter N° 44 – Wien, 17.12. 2011
 
 
INHALT:
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  1. Neues online-Experiment
  2. Literaturhinweise
  3. Gesellschaft für Anomalistik – „Studie des Monats“
  4. UFO-Informationen
  5. Personalia
  6. Vorträge und Veranstaltungen
  7. Konferenzen und internationale Tagungen
  8. Ausstellungen
  9. Stellenausschreibung
  10. Smartphone-Apps
  11. Trauminhalte gemessen
  12. Feiertagswünsche

 
1.    NEUES ON-LINE-EXPERIMENT:
 
Dean Radin, Senior Scientist am Institute of Noetic Sciences, das 1973 vom Apollo 14 Astronauten Edgar D. Mitchell gegründet worden ist, hat ein neues online-Experiment ins Web gestellt (derzeit noch in der beta-Version, in Kürze final). Die Forschungsfrage ist die Interaktion zwischen Bewußtsein und Quantensystemen, wofür interessanterweise eine optische Doppelspalt-Anordnung verwendet wird.
Zum Experiment (in englischer Sprache) ==> http://www.ionsresearch.com/.
 
 
2.     LITERATURHINWEISE:
 
2.1
Dieter HASSLER:
... früher da war ich mal groß. Und ... – Indizienbeweise für ein Leben nach dem Tod und die Wiedergeburt
Shaker Media, Aachen, 2011
ISBN 978-3868586466
 
Das Buch unternimmt es, auf nahezu 500 Seiten alle Aspekte anscheinender Reinkarnation zu beleuchten; außer zahlreichen bereits aus Stevensons Standardwerken bekannten Fällen werden auch zwei neue Fallstudien aus Deutschland dokumentiert. Außer den immer wieder vorkommenden intellektuellen Leistungen („Erinnerungen“ an Namen, Orte; „Wiedererkennen“ von Personen) sind besonders „birthmarks“ von Interesse, welche eine Entsprechung zu Todeswunden der (postulierten) Vorexistenz aufweisen. Besonders merkwürdig sind „Erinnerungen“ an die Zeit zwischen dem Tod der „Vorexistenz“ und der Geburt. Der Verfasser, selbst auf dem Boden der Reinkarnationshypothese stehend, setzt sich sehr eingehend mit diversen Alternativhypothesen auseinander. Das Buch weist ein ausführliches Literaturverzeichnis auf und ist durch mehrere Indizes aufgeschlossen. Erlendur Haraldsson - den regelmäßigen Besuchern unserer Vorträge wohlbekannt - hat dem Buch ein Vorwort mitgegeben, das ein profundes Kompendium für diesen Fragenkomplex darstellt. (Ein weiterer Band ist in Planung.)
 
2.2
Gerhard MAYER und Michael SCHETSCHE:
N gleich 1: Methodologie und Methodik anomalistischer Einzelfallstudien. Mit einem Beitrag von Wolfgang Fach.
Gesellschaft für Anomalistik, 2011
ISBN 978-3937361116
 
Der Titel sagt alles (egal, ob man nun von Anomalistik oder von Parapsychologie sprechen möchte): es stellt sich die Frage nach dem methodischen Umgang mit spontan auftretenden Fällen außergewöhnlicher Erfahrung (AgE), die massiv genug erscheinen, daß man sie nicht unberücksichtigt lassen kann; weiters erinnert die Problemstellung an die „klinische Studie“ bzw. Fallbeschreibung und mag überdies zu einer grundsätzlichen Reflexion idiographischer vs. nomothetischer Ansätze innerhalb einer Disziplinen führen. Mehrere Fallberichte runden als praktische Beispiele den Band ab.
 
2.3
Lucius WERTHMÜLLER und Dieter HAGENBACH:
Albert Hofmann und sein LSD: Ein bewegtes Leben und eine bedeutende Entdeckung
AT Verlag, Baden, 2011
ISBN 978-3038005308
 
Das LSD des im Alter von über 100 Jahren verstorbenen Chemikers Hofmann ruft bekanntlich veränderte Bewußtseinszustände hervor; veränderte Bewußtseinszustände sind für das Auftreten paranormaler Phänomene von Bedeutung – auf diesem Umweg hat somit dies Buch über den Entdecker des LSD auch für uns eine gewisse Relevanz. Der Autor Werthmüller war mit Hofmann befreundet; Stan Grof hat das Vorwort verfaßt. Das reich illustrierte Buch ist ganz neu – ich habe es soeben erhalten und bin noch nicht zur Lektüre gekommen.
 
Bücher eignen sich bekanntlich besonders für Feiertagslektüre, ebenso auch als Weihnachtsgeschenke in letzter Minute …
À propos Buchgeschenke: von dem Buch unseres szt. Ehrenpräsidenten, Prof. Hofmann, PSI - die „andere Wirklichkeit“, sind noch Restexemplare verfügbar.
 
Noch zwei Hinweise auf englischsprachige Bücher:
 
2.4
Remo F. ROTH:
Return of the World Soul: Wolfgang Pauli, C.G. Jung and the Challenge of Psychophysical Reality
Pari Publishing, 2011
ISBN 978-8895604121
 
Der Jung zwar nahestehende, aber über ihn hinausgehende Schweizer Autor setzt sich in recht anspruchvoller Weise nicht nur mit Jungianischen Begriffen wie dem kollektiven Unbewußten oder den Archetypen auseinander, sondern auch mit dem Physiker Pauli und den von den beiden Denkern erarbeiteten Modellen wie der Synchronizität, wodurch der Bezug zur Parapsychologie gegeben ist. Ein noch tieferes Eingehen darauf, insbesondere, was man scherzhaft als Pauli-Effekt bezeichnet hat, ist für den Folgeband vorgesehen, der nächstes Jahr erscheinen soll.

2.5
Filippo BOTTAZZI:
Mediumistic Phenomena: Observed in a Series of Sessions with Eusapia Palladino
ICRL Press, 2011
ISBN 978-1936033058
 
Eine Beschreibung der berühmten, mehr als einhundert Jahre zurück liegenden Sitzungen, die von einem Untersucherkollegium mit Eusapia in Neapel abgehalten worden sind – auch heute noch von Bedeutung. Obwohl Eusapia eines von vielen physikalischen Medien war, waren manche ihrer Phänomene derart herausragend, sodaß sie als ein einmaliger Fall aufgefaßt werden kann (was sich mit der Fragestellung von Pkt. 2.2 berührt). Interessant auch der Verlag: ICRL Press - Consciousness Books gehört zu den ICRL - International Consciousness Laboratories, die ihrerseits die Nachfolge von PEAR (Princeton Engineering Anomalies Research) angetreten haben.
ICRL: <http://www.icrl.org/>
PEAR: <http://www.princeton.edu/~pear/>
 
 
3.    GESELLSCHAFT FÜR ANOMALISTIK – „STUDIE DES MONATS“:
 
Die deutsche „Gesellschaft für Anomalistik e.V.“ pflegt jeweils eine „Studie des Monats“ vorzustellen, die im Web verfügbar ist (open access).
Derzeit sind über die Links auf der Seite <http://www.anomalistik.de/aktuell/sdm/> die aktuelle Studie „Sonderbares Tierverhalten im Vorfeld von Erdbeben“ sowie 14 weitere Studien zu verschiedenen Themen abrufbar, mit Themen wie „Haben spiritistische Medien eine Neigung zur dissoziativen Persönlichkeitsstörung?“, „Die Esoterik in der gegenwärtigen Forschung: Überblick und Positionsbestimmung“ oder „‚Pseudowissenschaft’ als Kampfbegriff – Reflexionen zum Demarkationsproblem“.
 
 
4.    KRITISCHE DARSTELLUNG DES UFO-PHÄNOMENS:
 
Die neue Website <http://ufo-information.de/> ist ins Leben gerufen worden, um eine zusammenfassende kritische Darstellung der UFO-Problematik zu erlauben.
 
 
5.     PERSONALIA:
 
Viktor Farkas (30. 05. 1945 - 01. 11. 2011)
 
Der bekannte Sachbuchautor Viktor Farkas, der in den 1990er-Jahren auch in unserer Gesellschaft (damals noch an der Technischen Universität) einen Vortrag gehalten hat, ist kürzlich verstorben. Farkas, primär international im PR-Bereich tätig, hat mit seinen Büchern verschiedene Themenkomplexe abgedeckt, außer den für uns relevanten Werken wie „Unerklärliche Phänomene jenseits des Vorstellbaren“, „Jenseits des Vorstellbaren. Ein Reiseführer durch unsere phantastische Wirklichkeit“, „Rätselhafte Wirklichkeit. Aus den Archiven des Unerklärlichen“ und „Neue unerklärliche Phänomene“, die sämtlich interessant zu lesende Kompilationen darstellen, auch Bücher über Science Fiction und, last not least, über konkrete gesellschaftliche und politische Entwicklungen. In diesem Genre hat er als einer der Erfolgsautoren des Kopp-Verlags Standpunkte vertreten, die man üblicherweise – ob zu Recht oder zu Unrecht sei hier dahingestellt – als „Verschwörungstheorien“ bezeichnet; darauf angesprochen pflegte er zu replizieren, er sei kein Verschwörungstheoretiker, sondern ein Verschwörungspraktiker. Farkas, äußerst belesen und auch an Zeitgeschichte interessiert, war ein höchst origineller, humorvoller Mensch, der nie mit dem Zeitgeist geschwommen ist und keiner Diskussion aus dem Weg ging. Er war auch ein führendes Mitglied der „Mensa“, der Vereinigung der Super-Intelligenten, und überdies war er auch graphisch sehr begabt.
Siehe auch die Gedenkseite der Wiener Science Fiction-Runde.
 
 
6.    AUSBLICK AUF VORTRÄGE UND VERANSTALTUNGEN:
 
6.1
Unser nächster Vortrag – der erste im Jahr 2012 – findet plangemäß am 16. Jänner statt.
 
6.2
Vortrag „Zweieinhalb Jahrhunderte Forschung auf Grenzgebieten – Parapsychologie in Österreich“ am 26. Jänner 2012 in der Österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte mit der wir schon mehrfach Kooperationsveranstaltungen durchgeführt haben (z. B. 2006 das Mesmer-Symposium).
 
6.3
Veranstaltungen im Sommersemester 2012 und darüber hinaus:
 
unter anderem ist diesmal auch ein Workshop geplant (Samstag, 21. April), mit Alexis Champion (von IRIS I.C.) in englischer Sprache. Thema: Remote Viewing.
Darüber hinaus wird Alexis Champion am 23. 04. 2012 einen Vortrag zu demselben Thema halten; während beim Workshop die praktischen Elemente im Vordergrund stehen, wird sich der Vortrag mit der Theorie, den Resultaten von Remote Viewing und der geschichtlichen Entwicklung beschäftigen.
Vgl. dazu auch die Informationsbroschüre (pdf-Dokument in französischer Sprache).
 
Für voraussichtlich Juni 2012 ist ein Vortrag von Shulamit Kreitler (Universität Tel Aviv) geplant, deren letzter Vortrag bei uns schon lange zurück liegt.
 
In weiterer Folge möchten wir auch Dieter Hassler (vgl. Pkt. 2.1) zu einem (Doppel-)Vortrag (Mo/Di) über die Reinkarnationsproblematik einladen, aber das wird frühestens im Wintersemester 2012/13 möglich sein, und zwar aus Kostengründen.
 
Überhaupt gibt unsere finanzielle Situation – durchaus parallel zur gesamteuropäischen Entwicklung – Anlaß zu Besorgnis; wir suchen daher Sponsoren und freuen uns über jede Spende (heuer noch steuerlich absetzbar, ab 01. 01. 2012 aufgrund einer Gesetzesänderung nicht mehr, vgl. Hinweis auf unserer Website).
 
Eine aufwärts weisende Mitgliederentwicklung wäre auch finanziell positiv – daher unsere Bitte, potentielle Interessenten auf unsere Gesellschaft hinzuweisen bzw. neue Mitglieder für unsere Gesellschaft zu werben.
Und zwar „shortly – shortly, without von delay“ (copyright: Maria Fekter) ;-)
 
 
7.    KONFERENZEN UND INTERNATIONALE TAGUNGEN:
 
7.1
Body, Soul, Spirits and Supernatural Communication:
 
A three day international conference at the headquarters of the Regional Committee of the Hungarian Academy of Sciences, Pécs, Hungary
18th-20th May 2012, Friday to Sunday
Organised by
the Department of Ethnology and Cultural Anthropology of Pécs University
the Folklore Department of the Hungarian Ethnographic Society
and the ISFNR Belief Narrative Research Network
 
7.2
PA Convention 2012
Die 55. Jahrestagung der Parapsychological Association wird vom 9.-12. August 2012 in Durham, NC stattfinden, in einem Konferenzhotel nahe dem Rhine Research Center, das gemeinsam mit der (relativ neuen) Atlantic University als Organisator fungiert.
 
 
8.     AUSSTELLUNGEN:
    
8.1
Gespenster, Magie und Zauber. Konstruktionen des Irrationalen in der Kunst von Füssli bis heute
Neues Museum – Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg
(bis 26. Feb. 2012)
 
8.2
Geisterstunde – eine Ausstellung
Mühlerama – Mühle Tiefenbrunnen, Zürich
(nur noch bis Jahresende)
Kleiner Flyer zur Ausstellung

8.3
Die Geister Europas oder die Faszination für das Okkulte
Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, Strassburg
(bis 12. Feb. 2012)
Illustrierte Informationsbroschüre
Besonders interessant ist, daß das weltweit einzige erhaltene Mesmersche Bacquet ausgestellt ist.
 
 
9.    STELLENAUSSCHREIBUNG:
 
Doktorandenstelle an der Universität Fribourg / Schweiz, am Lehrstuhl für Vergleichende Religionsgeschichte und Interreligiösen Dialog
 
Im Rahmen eines DFG-Forschungsverbundes; Thema „Der Spiritismus und die modernen Medien (1770-1850)“, Inhalt: Die Geschichte der (technischen) Medien des 20. Jahrhunderts ist ohne den Spiritismus nicht zu verstehen, weil dessen ‚Geisterkommunikation‘ Strukturmerkmale (z.B. Fernwirkungen) besaß, die auch die technischen Medien denkmöglich machten. Dazu anthropologische Debatten, in denen psychische Wirkungen nicht mehr externen Faktoren („Geistern“), sondern internen Faktoren („Unterbewußtsein“, „übersinnliche Erkenntnis“) zugeschrieben wurden. Die Ursprünge dieser Transformation in den Jahrzehnten um 1800 sollen in der Dissertation untersucht werden.
Anforderungen: geschichtswissenschaftliche Ausbildung, Grundkenntnisse des Französischen und Lateinischen, Präsenz in Fribourg; Laufzeit drei Jahre, Beginn: ab Februar 2012.
Bewerbungen mit CV und einem Lettre de motivation bis Jahresende an: Helmut Zander.
 
 
10.    SMARTPHONE-APPS:
 
10.1
iPhone-App für EVP
<http://soundcloud.com/groups/paranormal-recordings>
Das ist ein bloßer Hinweis darauf, was es in der Szene alles gibt, keineswegs eine Empfehlung, weder für die konkrete Application noch für die Beschäftigung mit „paranormalen“ Tonbandstimmen überhaupt, die durchaus gewisse psychische Risken mit sich bringt (Abhängigkeit, Suchtverhalten etc.).
 
10.2
ESP Trainer by Russell Targ – iPhoneApp für ESP-Tests
Ein Feedback-„Trainingsprogramm“ für iPhone bzw. iPod, das jeweils 4 Ratemöglichkeiten erlaubt; eine Version für Android-Handys ist in Vorbereitung.
Auf Targs Website <http://www.espresearch.com/> gibt es übrigens eine Seite mit zahlreichen interessanten Links (nota bene: „interessant“ bedeutet aber nicht notwendigerweise „verläßlich“ oder „wissenschaftlich abgesichert“ …).
 
10.3
Ghost Hunter M2 iPhone app, Ghost Séance, Ghost Radar, iOvilus etc.
The Wall Street Journal.
Das Interesse an der nicht unproblematische Tätigkeit der „Ghostbusters“ scheint zu boomen, sowohl bei Amateuren wie auch bei professionellen „medialen Dienstleistern“.
 
 
11.    TRÄUME – TRAUMINHALTE:
 
„Wissenschaftler messen erstmals Trauminhalte“: Bericht der Max-Planck-Gesellschaft
mit weiterführenden Links.
 
 
12.     ANLÄSSLICH DER KOMMENDEN FEIERTAGE …
 
Zum Schluß wünsche ich, wie jedes Jahr, im Namen des Präsidenten und des Vorstandes unserer Gesellschaft allen Lesern dieses Newsletters – Mitgliedern, Gästen, Referenten unserer Gesellschaft und Interessenten in Nah und Fern – EIN FROHES WEIHNACHTSFEST und viel Glück im Neuen Jahr!
 
 
Prof. Peter Mulacz
 

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Newsletter N° 43 – Wien, 03. 10. 2011



INHALT:


1. Vortragsprogramm Wintersemester 2011/12
2. Aktuelle Diskussionen
3. Forschungsprojekte
4. Esoterik kritisch hinterfragt
5. Personalia
6. Internationale Konferenzen
7. Digitale Bibliothek
8. Höllentore
9. Korrektur



1. VORTRAGSPROGRAMM:


10. Oktober 2011
Bernd Saletu
Schlaf und Traum

21. November 2011
Marco Bischof
Feldkonzepte in Physik, Biologie, Psi- und Bewusstseinsforschung

Di, 22. November 2011
Marco Bischof
Verbundenheit

05. Dezember 2011
Felix de Mendelssohn
Erkundungen über das Unheimliche

16. Jänner 2012
Peter Mulacz
Von der Telepathie zur non-lokalen Bewusstheit


Wie immer, ist das Programm auf unserer Internetpräsenz <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> abrufbar und ist bereits auch per Post an unsere Mitgliedern sowie registrierte Interessenten ausgesandt worden.

Die Beginnzeiten der Vorträge sind in diesem Semester unterschiedlich. Durch glückliche Umstände konnten wir dem Wunsch vieler Mitglieder nachkommen, bereits um 19:00h (pünktlich) zu beginnen, allerdings ist der eine Vortrag am Dienstag ein „Ausreißer“ und wir fangen erst um 20:00h mit akademischem Viertel an.

Wie üblich ein paar weiterführende Angaben zu den einzelnen Vorträgen:

Während über die Bedeutung der Träume im Rahmen der Parapsychologie bereits mehrfach vorgetragen worden ist, zuletzt von Stanley Krippner über experimentelle Traumtelepathie, wird Bernd Saletu das notwendige Hintergrundwissen dazu liefern, indem er über die Ergebnisse moderner Schlafforschung und Schlafmedizin referiert, schließlich ist der Traum ja ein Phänomen des Schlafes. Als szt. Leiter des Bereichs für Schlafforschung und Pharmakopsychiatrie an der Universitätsklinik für Psychiatrie in Wien, seit 1994 auch Leiter des Schlaflabors im Rudolfinerhaus in Wien, ist er prädestiniert, den aktuellen Forschungsstand zur Physiologie des Schlafes darzustellen.

Marco Bischof ist ein Wissenschaftsautor mit einem weit gestreuten Spektrum von Interessen, wobei er die Grenzgebiete der Natur- und Geisteswissenschaften von einem interdisziplinären Standpunkt aus betrachtet, wie seine Internetpräsenz <marcobischof.com> zeigt. Wie wir das oft bei ausländischen Referenten zwecks Kostenminimierung handhaben, wird er zwei Vorträge hintereinander halten; am Montag wird er die verschiedenen Konzepte von „Feldern“ analysieren und auf ihre argumentative Tragfähigkeit befragen. Da das Feld eines Magneten, mit Eisenfeilspänen sichtbar gemacht, dem Betrachter ein eindrucksvolles optisches Bild liefert, hat es sich angeboten, vielfach weitere „Felder“ zu postulieren, von den alten Vorstellungen eines „Seelenfeldes“ über ein „Fünftes Feld“ oder „Psi-Feld“ (Ervin László) bis zu den „morphischen Feldern“ (Rupert Sheldrake).

An Dienstag spricht Marco Bischof über „Verbundenheit“. Nun ist „Allverbundenheit“ ein altes Motiv in Okkultismus und Esoterik – man muß vorsichtig sein, daß man bei derartigen Überlegungen nicht ein unwillkommenes Etikett abbekommt. Immerhin weisen jedoch die Forschungen der Quantenphysik zu den Effekten miteinander verschränkter Teilchen in dieselbe Richtung, wie man auch die emotionale Verbindung von Individuen im Fall spontaner Telepathie als „entanglement“ beschreiben könnte. Unser Referent wird dieses „partizipative Weltbild“ mit der notwendigen Differenziertheit vortragen.

Der bekannte, an der Sigmund Freud PrivatUniversität, aber auch in Berlin, lehrende Psychoanalytiker Felix de Mendelssohn wird in seinem Referat über das vordergründig Unheimliche insbesondere auf die Konvergenzen und Divergenzen zwischen Parapsychologie und Psychoanalyse zu sprechen kommen, ähnlich wie in seinem Buch (vgl. Newsletter 42, Pkt. 5.6). Während wir uns im Freud-Jahr 2006 zentral mit Freuds Beziehungen zur Parapsychologie beschäftigt haben, geht es diesmal auch um aktuelle Fallstudien.

Im letzten Vortrag des Semesters – nach dem Jahreswechsel – geht es um den Begriff der Telepathie, den ich im Kontext unterschiedlicher Erklärungskonzepte kritisch analysieren werde. Historisch spannt sich der Rahmen zumindest von der Gründung der SPR bis zur Gegenwart, wo versucht wird, Phänomene der Parapsychologie und der Quantenphysik in eine Zusammenschau zu bringen. Ich erinnere dabei an die beiden Vorträge („Synchronizitätserscheinungen“ bzw. „Geschichten“) von Hartmann Römer im Wintersemester 2009/10.


2. AKTUELLE DISKUSSION

2.1 Dem Pro und Contra hinsichtlich der Versuchsergebnisse von Daryl Bem zur Präkognition war bereits im letzten Newsletter ein Beitrag – ebenfalls Punkt 2.1 – gewidmet. Mittlerweile geht die Diskussion weiter; besonders ist auf einen Artikel von Bem gemeinsam mit der Statistikerin Jessica Utts u.a. hinzuweisen, in dem die Autoren auf die Einwände von Wagenmakers et al. antworten und insbesondere Fragen der Datenanlyse diskutieren.

2.2 The Top 5 Mad Scientists In The World

Hier firmieren Dean Radin, Daryl Bem und Rupert Sheldrake an der Spitze; man darf nicht an an der Überschrift hängen bleiben, zu lesen ist nämlich folgender Text, der mehr sein mag als bloß eine salvatorische Klausel: „We call them ‘mad scientists’ here not because they are crazy and share insane delusions, but because they pursue what most scientists would call ‘pseudosciences’“.
<http://beforeitsnews.com/story/549/799/The_Top_5_Mad_Scientists_In_The_World.html>

2.3 Ausstellung

Das Museum in der Mühle Tiefenbrunnen am Stadtrand von Zürich veranstaltet bis Jahresende die Ausstellung „Geisterstunde“.
<http://www.muehlerama.ch/index.php?id=11>


3. AKTUELLE FORSCHUNGPROJEKTE

3.1 Gesellschaftliche Innovation durch nichthegemoniale Wissensproduktion. Okkulte Phänomene zwischen Mediengeschichte, Kulturtransfer und Wissenschaft.
<http://gepris.dfg.de/gepris/OCTOPUS/;jsessionid=5BCFD52885DF7B310E1C64E8AFE1D0DC?module=gepris&task=showDetail&displayMode=print&context=projekt&id=182352275>

3.2 NDE-Umfrage:
Umfrage für Personen, die eine Todesnäheerfahrung hinter sich haben, ob sie irgendwelche Anomalien im elektromagnetischen Bereich erleben (ungewöhnliches Verhalten von Armbanduhren, von Glühlampen, von Computern …):
<https://www.surveymonkey.com/s/69QP5CM>
 


4. ESOTERIK KRITISCH HINTERFRAGT

Die Folien zu meinem Referat „Esoterik kritisch hinterfragt“ bei dem 1. Symposium „Wissenschaft kritisch hinterfragt – naturphilosophische Kontroversen“ in Vorau 2011 sind, für die Darstellung im Web als .pdf leicht modifiziert, on-line verfügbar: <http://www.organismicsystems.org/files/events/Vorau/eso-krit.pdf>.


5. PERSONALIA

5.1 Sathya Sai Baba

Sai Baba, indischer religiöser Führer („Guru“), geb. am 23. November 1926 in Puttaparthi, Andhra Pradesh, ist am 24. April 2011 verstorben.

Seine Relevanz in unserem Kontext besteht darin, daß er ein Gegenstand der Forschung von Karlis Osis und Erlendur Haraldsson gewesen ist, die sich für die Echtheit der an ihm beobachteten Phänomene ausgesprochen haben. Freilich sind auch gegen Sai Baba eine Reihe von Betrugsverdächtigungen geäußert worden, von Angriffen hinsichtlich seines Sexualverhaltens ganz abgesehen.

Dabei darf nicht vergessen werden, daß jegliche Feststellung, Phänomene seien im parapsychologischen Sinne „echt“, nur eine Momentanaufnahme ist – zu anderen Zeitpunkten mag vielleicht „nachgeholfen“ worden sein. So ist es bei den Medien, und es gibt keinen Grund, anzunehmen, daß es bei Sai Baba notwendigerweise anders gewesen sein sollte. Erlendur Haraldsson hat über Sai Baba bei uns referiert und dabei sehr überzeugende Details erwähnt; es sei auch auf sein Buch „Sai Baba, ein modernes Wunder“ hingewiesen.
 


5.2 Martin Johnson

Martin Johnson ist nach längerer Krankheit am 17. März 2011 verstorben.

Johnson, ein Schwede, war im Zuge der schwierigen Nachfolgeverhandlungen nach der Emeritierung Tenhaeffs einige Zeit Professor für Parapsychologie an der Universität Utrecht, Niederlande. Nach der Rückkehr in seine Heimat war er Professor emeritus in Lund, wo Bill Roll sein Doktorand war. Johnsons Motto war: „ich gebe niemals auf“.

Ein wichtiges Forschungsgebiet, in dem er selbst auch sehr erfolgreich war, war der Defence Mechanism Test. Seine Überzeugung von der Realität von psi beruhte teils auf eigenen präkognitiven Träumen, teils auf den paranormalen Erfahrungen der Sami, einem Volk in Lappland, wo Johnson aufgewachsen ist. Dennoch – oder vielleicht deshalb – trat er stets für größere Vorsicht beim Aufstellen von Behauptungen auf, und er hatte großes Verständnis für gewisse Skeptiker.
 


5.3 Helmut Schmidt

Helmut Schmidt, ursprünglich ein Deutscher wie sein Namensvetter, der seinerzeitige westdeutsche Bundeskanzler, ist am 21. Februar 1928 in Danzig geboren und am 18. August 2011 verstorben. 1965 in die USA ausgewandert, arbeitete er zunächst in seinem angestammten Beruf als Physiker bei Boeing, war dann ein enger Mitarbeiter von J. B. Rhine (1895 - 1980) und ab 1969 Direktor der Foundation for Research on the Nature of Man (FRNM) (bzw. ab 1995 Rhine Research Center). Weiters war er auch an der Mind Science Foundation in San Antonio, Texas, tätig.

Seine Hauptleistung war die Einführung von Zufallszahlengeneratoren in die Versuchsanordnung, womit er die Experimente zur Mensch-Maschine-Interaktion modernisiert hat.
 


5.4 Milan Rýzl

Während ich mit Martin Johnson und Helmut Schmidt nur eher oberflächlich bekannt war, kannte ich Milan Rýzl weit besser, und überdies gibt es eine Verknüpfung seiner Person zu unserer Gesellschaft. Auch Rýzl war ein Auswanderer: er ist am 22. Mai 1928 in Prag geboren, wo er auch Physik und Chemie studierte und nach seiner Promotion am Institut für Biologie der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften arbeitete. Gleichzeitig führte er sehr erfolgreiche parapsychologische Experimente durch, wobei es ihm darum ging, Hypnose als ein Vehikel für psi-Effekte zu verwenden. Aufsehen erregten seine Versuche mit dem von ihm entdeckten Sensitiven Pavel Stepanek, mit dem später auch viele andere Experimentatoren arbeiteten. Dabei fand Rýzl einen „Fokussierungseffekt“ Stepaneks. Ich danke John Palmer, daß er mir sein Manuskript für einen Nachruf im nächsten Newsletter der PA zur Verfügung gestellt hat und zitiere der Einfachheit daraus den folgenden Absatz:

Stepanek specialized in a particular type of forced-choice ESP test in which a thin card, white on one side and dark (usually green) on the other, was randomly placed white face up or down inside an opaque envelope. By touching the envelope, Stepanek could reliably guess the orientation of the card inside to a statistically significant degree. Later, it was discovered that Stepanek had a tendency to call particular envelopes green or white consistently. This “focusing effect” continued when the small envelopes were inserted in larger envelopes, making psi a viable explanation. This focusing soon supplanted the original simple effect as the focus of Stepanek’s psi. … Briefly, Stepanek was asked to repeatedly guess (50 times or trials) the orientation of the card inside each of 10 envelopes, with the orientation randomly reassigned for each trial. By calculating the “majority vote” (green or white facing up) for each envelope, and converting the votes to a numeric code, Ryzl was able to correctly identify a 3-digit target number, even though Stepanek’s hit rate on individual targets was only (a still impressive) 60%.
Freilich geriet Rýzl immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit der kommunistischen Behörden, sodaß er sich zu einer Emigration in den Westen entschloß, die er sorgsam vorbereitete. Unser damaliger Präsident und späterer Ehrenpräsident, Prof. Hofmann, hat der Familie Rýzl bei ihrer Flucht sehr geholfen, die sie 1967 über Wien in die USA geführt hat, wo er zunächst mit Rhine und dann viel mit Pratt zusammen gearbeitet hat.

Rýzl hat über 100 wissenschaftliche Aufsätze und daneben 20 zumeist eher populäre Bücher publiziert. Er war ein Vertreter der Ansicht, daß jeder Mensch psi-Fähigkeiten besäße, mehr noch, daß diese trainierbar seien und daß sie in Hypnose mobilisiert werden könnten. Er pflegte sogar zu sagen, daß in tiefer Hypnose psi gesetzmäßig auftrete. Mit diesen Aussagen zur angeblichen Trainierbarkeit und zum gesetzmäßigen Auftreten in Hypnose blieb Rýzl innerhalb der parapsychologischen Gemeinschaft der Vertreter einer Minderheitenmeinung. In den psi-Phänomenen sah Rýzl eine Brücke zwischen Naturwissenschaft und Spiritualität bzw. Religion.

In den 1970er-Jahren haben wir mit Rýzl in Wien und NÖ ein paar Vorträge und einen Workshop organisiert, woran ich nur die angenehmsten Erinnerungen habe.

Nun ist Milan Rýzl am 9. Juli 2011 in Sacramento verstorben.



5.5 Lech Emfazy Stefański

Wie erst jetzt bekannt geworden ist, ist Lech Stefański bereits Ende des vergangenen Jahres verstorben. In Warschau am 2. Juli 1928 geboren, war Stefańsky ein bekannter polnischer Schriftsteller, Essayist, Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur – und eben auch (Teilzeit-) Parapsychologe. Er war auf diesem Gebiet sehr aktiv, insbesondere im Rahmen der Polnischen Gesellschaft für Psychotronik. Ein Schwerpunkt seines Interesses war das Werk des polnischen Arztes Jakub Jodko Narkiewicz (1848 - 1905), der menschliche Ausstrahlungen („Aura“) photographiert hat und somit als ein Vorläufer der Kirlian-Photographie gehandelt wird. Am 21. Dezember 2010 ist Stefański in Załubicach verstorben.


6. INTERNATIONALE KONFERENZEN

6.1 Rückblick:

6.1.1 54th Annual Convention of the Parapsychological Association
18.-21. August 2011, Curitiba, Brasilien
<http://www.parapsych.org/section/22/2011_convention.aspx>

6.1.2 35th ANNUAL International SPR Conference
2.-4. September 2011, University of Edinburgh, Schottland
<http://www.spr.ac.uk/main/civicrm/event/info?reset=1&id=29>


6.2 Vorschau:

6.2.1 Parapsychology and Consciousness Conference
14.-16. Oktober 2011
<http://atlanticuniversity.edublogs.org/2011/06/28/parapsychology-and-consciousness-the-2011-atlantic-university-annual-conference/>

6.2.2 Superstition
Dingwelten des Irrationalen
16. -19. November 2011
Volkskundemuseum, Joanneum Graz
<http://www.museum-joanneum.at/de/volkskundemuseum/veranstaltungen_17/superstition>

6.2.3 Angewandte Bewusstseinswissenschaften
Wissenschaftliches Symposium am 2. November 2011
im „Leeren Beutel“ in Regensburg
<http://www.stiftung.heiligenfeld.de/>


7. DIGITALE BIBLIOTHEK: E-rara

Stiftung der Werke von C. G.Jung, Zürich (Alchemie-Kollektion):
die Werke sind als .pdf downloadbar
<http://www.e-rara.ch/cgj/alch/nav/classification/1133851>


8. HÖLLENTORE

Ein wenig off topic:

Es gibt einen Mythos oder eine Legende, daß sich in Wien ein Tor zur Hölle oder gar mehrere Höllentore befinden. Ein Mitglied unserer Gesellschaft versucht, diesem Mythos historisch auf den Grund zu gehen und ist für Hinweise (über unsere Kontaktadresse <office@parapsychologie.ac.at>) dankbar.


9. KORREKTUR

Mehrere Links auf unserer Website – darunter peinlicherweise solche, die im letzten Newsletter angeführt worden sind –, die aufgrund eines Serverwechsels in Leere geführt haben, sind aktualisiert worden.


Prof. Peter Mulacz

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Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
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c/o Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
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http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
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Der Newsletter der ÖGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit über 800
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
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nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
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Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
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Kommentare und Anregungen (oder auch
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Newsletter N° 42 – Wien, 26. Februar 2011

 
 
INHALT:
 
     1. Vortragsprogramm Sommersemester 2011
     2. Aktuelle Diskussionen
     3. Skeptiker-Bewegung
     4. Personalia
     5. Literaturhinweise
     6. eBooks
     7. Hinweise auf weitere Veranstaltungen
     8. Internet
 
 
1.      VORTRAGSPROGRAMM:

Wie immer, ist das Programm auf unserer Internetpräsenz <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> abrufbar und wird unseren Mitgliedern sowie registrierten Interessenten auch per Post zugesandt. Wie bei der Aussendung für das Sommersemester üblich, wird ein Zahlschein dabei sein, für Mitglieder personalisiert (Mitgliedsbeitrag sowie allfälliger Rückstand, was wir zu begleichen bitten), und auch den Interessenten wird ein Zahlschein beigelegt, mit dem Aufdruck "Spende". Bei dieser Gelegenheit darf ich daran erinnern, daß unsere Gesellschaft als "gemeinnützig" anerkannt ist, daher können Zahlungen an die Gesellschaft gem. § 4 Abs 4 Z 5 ESTG 1988 steuerlich abgesetzt werden. (Bewahren Sie die Zahlungsbestätigung für die Einreichung anläßlich der Arbeitnehmerveranlagung bzw. Steuererklärung auf.)
 
Bei dieser Gelegenheit sei auch darauf hingewiesen, daß wir wegen notwendiger in Kürze fälliger Umstrukturierungen im Betrieb unserer Gesellschaft dringend potente Sponsoren oder Mäzene suchen. Während projektbezogene Förderungsmittel durchaus zur Verfügung stehen, gibt es überhaupt keine Basissubventionierung, die wir für notwendige Infrastruktur nicht zuletzt räumlicher Art dringend bräuchten.
Konkret: wir benötigen geeignete Räumlichkeiten - nach Möglichkeit zentral gelegen und zu erträglichen Kosten (!) - vor allem für die umfangreiche Bibliothek unserer Gesellschaft, weil wir bis Ende des Sommersemesters unseren bisherigen Raum an der Universität Wien aufgrund personeller Änderungen im Rahmen des Instituts für Kultur- und Sozialanthropologie räumen müssen. Dabei geht es nicht nur um die Aufbewahrung der Bücher, sondern auch um die Aufrechterhaltung des (in unseren Statuten verankerten) Bibliotheksbetriebs.
 
Nach diesem Exkurs zurück zum kommenden Vortragsprogramm, dazu - wie immer - ein paar weiterführende Angaben zu den einzelnen Vorträgen:
 
Robert Pucher, der schon mehrmals bei uns referiert hat, wird sich, von den bekannten PEAR-Experimenten in Princeton ausgehend, mit dem Problemkomplex der willentlichen Beeinflussung zufallsgemäßer Ereignisse auseinandersetzen und aufgrund neuerer konstruktiver Entwicklungen von Zufallsgeneratoren (auf Laser-Basis statt Diodenrauschen) eine aktuelle Versuchsplanung für die Weiterentwicklung der bisherigen Experimente diskutieren; ein besonderes Anliegen ist es ihm, zu hinterfragen, welche Relevanz diese Überlegungen für das tägliche Leben jedes einzelnen haben können.
 
Im Gegensatz zu diesem naturwissenschaftlich-experimentellen Ansatz bringt der nächste Vortrag, wie bei Christa Tuczay (ebenfalls von mehreren Vorträgen her bereits bekannt) zu erwarten, ein kulturhistorisches Thema: die (sprichwörtliche) Bersekerwut, wobei sich jenseits der kulturhistorischen Betrachtung die Frage erhebt, wie es in psychischen Ausnahmezuständen physiologisch zur Mobilisierung scheinbar unerklärlicher Körperkraft bzw. zu extremen physischen Leistungen kommt.
 
Stanley Krippner wird uns an zwei aufeinander folgenden Tagen zur Verfügung stehen und seine beiden Vorträge in englischer Sprache halten.
 
In "Dream Telepathy: Experiments in Nocturnal ESP" wird er über die klassische Versuchsreihe zur Traumtelepathie berichten, die im Maimonides Memorial Hospital von den beiden Experimentatoren Ullman und Krippner durchgeführt worden sind. Da Montague Ullman mittlerweile verstorben ist, ist Stanley Krippner sozusagen der letzte Zeitzeuge dieser Forschung.
 
Amyr Amiden, der Brasilianische Sensitive, der im Zentrum des zweiten Vortrags von Stanley Krippner steht, hat eine Reihe von Phänomenen aufgewiesen, darunter Stigmata und - höchst interessant - Apporte von Schmuckstücken und Medaillen.
 
Der letzte Vortrag des Semesters bringt wiederum ein kulturhistorisches Thema, Sigrid Vollmann wird paranormale Phänomene - und was damit zusammenhängt - in der Welt der alten Griechen und Römer darstellen: Orakelwesen und -sprüche, Hellsehen und Wahrsagerei, Liebeszauber und Mysterien. Während die Berichte über Erlebnisformen spontaner Phänomene, wie Hans Bender immer wieder betont hat, durch die Jahrhunderte hindurch ganz gleichförmig erscheinen, sind die konkreten Ausformungen der Orakel und Mysterien zeitbedingt - aber konstant ist der Versuch des Menschen, jenseits des "Normalen" Aufschluß über Zukünftiges zu erlangen oder andere Menschen bzw. das Schicksal auf eine solche Weise zu beeinflussen.
 
 
2.      AKTUELLE DISKUSSION:
 
2.1 Daryl Bem
 
Der Gegenstand aktueller Diskussion ist weiterhin Daryl Bem’s Artikel über Präkognition, der ein überaus großes Echo - pro und contra - ausgelöst hat. Die essentiellen Links zu diesem Thema wiederhole ich hier kurz aus dem letzten Newsletter:
 - Der Text von Bem's im Druck befindlicher Originalarbeit:
   <http://dl.dropbox.com/u/8290411/FeelingFuture.pdf>
 - Alcock's Kritik darauf: <http://www.csicop.org/specialarticles/show/back_from_the_future>
 - Dean Radin's Erwiderung auf Alcock: <http://deanradin.blogspot.com/>
 - Bem's eigene Replik auf Alcock: <http://dl.dropbox.com/u/8290411/ResponseToAlcock.pdf>
Über diese bekannten Artikel hinaus bringt "The World of Parapsychology" eine lange und laufend aktualisierte Link-Liste zu Publikationen aus aller Welt über Bem's Forschungen; wie nicht anders zu erwarten, werden nicht bloß unterschiedliche Positionen dazu bezogen, sondern die Darstellungen sind auch von höchst unterschiedlicher Qualität, so manche mit dem gewissen spöttischen Unterton, wie ihn die Journalisten bestimmter Blätter gerne im Zusammenhang mit Parapsychologie zu gebrauchen belieben …
Buzz of Bem’s paper: "Feeling the Future”: <http://www.thewop.org/?p=1325>
 
2.2 Luc Montagnier
 
Luc A. Montagnier ist 2008 gemeinsam mit zwei weiteren Personen mit dem Nobelpreis (für Physiologie oder Medizin) ausgezeichnet worden, der höchsten Ehre, die einem Gelehrten widerfahren kann. Nun hat Montagnier neue Forschungsergebnisse vorgelegt, die von der Zeitschrift in plakativer Manier wie folgt dargestellt worden sind: "Scorn over claim of teleported DNA". Es geht darum, daß unter bestimmten Bedingungen (schwaches elektromagnetisches Feld von 7 Hz) kurze DNS-Fragmente (einhundert Basen lang) aus einem wassergefüllten Testbehälter anscheinend im zuvor reinen Wasser eines anderen, benachbarten Behälters in Form von DNS-Spuren auftauchen. Natürlich wird mit "Teleportation" hier die Quantenteleportation (und nicht der parapsychologische Begriff) angesprochen, aber genauso natürlich darf die Garnierung mit Attributen wie "spooky" oder "ghostly" nicht fehlen. Die weiteren Assoziationen, die sich einstellen, sind die "mitogenetische Strahlung" Gurdiews und die Biophotonen von F. A. Popp, und weiters insbesondere das von Jacques Benveniste postulierte und mittlerweile von der Wissenschaft verworfene "Wassergedächtnis" (samt dessen Bezug zur Homöopathie), zumal die ursprüngliche Lösung ca. 10 x verdünnt werden mußte, um den Effekt zu erhalten.
Bezüge, wenn schon nicht zur Parapsychologie, so doch zu den Grenzbereichen der Wissenschaften sind vorhanden; man wird sehen, ob sich der Effekt reproduzieren läßt.
Sehr aufschlußreich ist vor allem die Reaktion des wissenschaftlichen "Establishments" auf die Mitteilung über Montagniers Resultate: ein Gary Schuster (Georgia Institute of Technology) sprach von "pathologischer Wissenschaft", und "The Quackometer" veräppelt Montagniers Forschung und schlägt ihn für einen "IgNoble Price" vor, ein nicht übersetzbares Wortspiel mit dem Nobel Preis (ignoble = gemein, unwürdig, schändlich).
Es geht mir derzeit, wo noch keine unabhängigen Replikationen vorliegen, nicht darum, zu fragen, ob Quantenprozesse (oder vielleicht die Verallgemeinerte Quantentheorie) eine Klammer zwischen Montagniers Effekten und den paranormalen Phänomenen darstellen könnten, sondern das tertium comparationis ist die Reaktionsweise der Kritiker, die geradezu reflexartig jene Resultate, die ihnen nicht genehm sind, a priori verwerfen, auch wenn es sich um äußerst renommierte Experimentatoren handelt.
Links dazu:
der Artikel im New Scientist <http://www.newscientist.com/article/mg20927952.900-scorn-over-claim-of-teleported-dna.html?full=true&print=true> ist leider nicht mehr im Volltext verfügbar.
Weitere Auseinandersetzung mit dem Thema: <http://www.newscientist.com/article/mg20927951.900-why-we-have-to-teleport-disbelief.html>
Montagniers Website: <http://montagnier.net/>
Montagniers Präsentation in Lindau 2010 "DNA between Physiscs and Biology" <http://montagnier.net/montagnier/index.php/download_file/view/17/>
Montagnier et al: DNA waves and water <http://arxiv.org/PS_cache/arxiv/pdf/1012/1012.5166v1.pdf>
"The Quackometer" (Verspottung) <http://www.quackometer.net/blog/2009/10/why-i-am-nominating-luc-montagnier-for.html>
 
2.3 "Teleportation in der Zeit" - neue Art von Verschränkung
 
Zwei Physiker der Universität Queensland melden, eine neue Art von "entanglement" gefunden zu haben, und zwar nicht räumlicher, sondern zeitlicher Natur: <http://www.technologyreview.com/blog/arxiv/26270/?p1=A5>.
Nachdem bekanntlich die Generalisierte Quantentheorie (WQT) <http://www.psychophysik.com/html/re-071-quantentheorie.html> bzw. <http://www.psychophysik.com/html/re-0711_quantentheorie.html> in der Parapsychologie diskutiert wird, wird - sofern die Resultate der beiden Forscher unabhängig bestätigt werden - zu überlegen sein, wie weit diese neuen Gesichtspunkte Relevanz für die Parapsychologie (etwa im Bereich von Modellen für Präkognition bzw. Presentiment) besitzen.
 
 
3.      ZUR SKEPTIKER-BEWEGUNG in Österreich:
 
Während die Szene der sogenannten "Skeptiker" in Österreich jahre- wenn nicht jahrzehntelang ruhig gewesen ist, wirbeln sie seit kurzem viel Staub auf. Neben Ulrich Berger, Mathematik-Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien, handelt es sich vor allem das Team der "Science Busters" mit Heinz Oberhummer an der Spitze. Seit Oberhummer, vormals Professor für Theoretische Physik mit dem Spezialgebiet Astrophysik an der Technischen Universität Wien, in Pension ist, ist er in der Öffentlichkeit sehr aktiv geworden, nicht zuletzt auch als Vorsitzender des "Zentralrates der Konfessionsfreien". (Jetzt habe ich mich nochmals vergewissert, daß es "Zentralrat" heißt und nicht "Zentralkomitee".) Oberhummer, den ich nicht erst seit der etwas verunglückten Club 2-Sendung "Auf der Suche nach dem Übersinnlichen" vom 22.12.2010 kenne, vertritt einen undifferenzierten, somit "platten" Reduktionismus.
Offensichtlich besteht ein großes Engagement im Kampf gegen jegliche Religion oder Metaphysik - es handelt sich also keineswegs um ein wertfreies Vorgehen sine ira et studio, insofern ist auch die stete Berufung auf die Aufklärung verfehlt, weil bei dieser Gruppe gleichsam eine Ersatzreligion vorliegt.
Gleichzeitig ist natürlich auch das ökonomische Interesse nicht zu übersehen, die Auftritte der "Science Busters" zu bewerben.
Und schließlich fällt die verstärkte Präsenz dieser "Skeptiker" zeitlich zusammen mit dem Anlaufen des sehr erfolgreichen Films "Am Anfang war das Licht" von P. A. Straubinger. Es fehlt der Platz, und vor allem fehlt mir die Zeit, die pro- und contra-Argumente zu diesem Film hier aufzulisten und gegeneinander abzuwägen; ein wenig davon findet sich in meinem Kurzbericht über den Vortrag, den P.A. Straubinger zuletzt in unserer Gesellschaft gehalten hat (nota bene nicht über das Thema des Films, sehr wohl aber dadurch ausgelöst). Insbesondere haben Ulrich Berger und der Kabarettist Martin Puntigam Herrn Straubinger stark angegriffen; der ORF hat es zuwege gebracht, in der Sendung "Konkret" eine Psychologin gegen den eigenen ORF-Mann Straubinger auftreten zu lassen, welche den Film, um den es geht, gar nicht gesehen hatte, sondern über die Problematik der Magersucht besorgt war! (Im Bereich eines Deutsch-Aufsatzes würde man dazu "Themenverfehlung, nicht genügend!" sagen.) Vgl. <http://www.youtube.com/watch?v=7hNmwry_uGs> und Straubingers Richtigstellungen zu manchen Gegenargumenten.
Worum es mir hier geht, ist weder der Film selbst noch das Phänomen, das er zu dokumentieren unternimmt, sondern vielmehr, anhand der Diskussion um diesen Film jene Mechanismen aufzuzeigen, die seitens der sogenannten "Skeptiker" geradezu reflektorisch in Gang gesetzt werden, wenn es um Themen der "Grenzgebiete" geht, und zwar vielfach, ohne sich mit der Sache selbst auseinander gesetzt zu haben. Es zeigt sich immer wieder deutlich, daß es sich bei diesen "Skeptikern" nicht um eine zwar kritische aber ergebnisoffene Grundhaltung handelt, sondern um einen negativen Glauben. Schon vor Jahrzehnten hat Hans Bender darauf hingewiesen, daß es sich bei den "Esoterik"- oder Okkultgläubigen und bei den "Skeptikern" à la GWUP um Personen mit derselben Persönlichkeitsstruktur handelt: beide Gruppen sind rationaler Argumentation nicht zugänglich, weil sie überzeugte Gläubige sind - allerdings mit unterschiedlichen Vorzeichen.
 
 
4.      PERSONALIA:
 
4.1 Theo Locher (26. 10. 1921 - 23. 11. 2010)
 
Hochbetagt ist Ende 2010 Theo Locher verstorben. Locher war von Beruf Gymnasialprofessor für Mathematik, Geographie und Geschichte, und er war von ganzem Herzen Lehrer. Im Jahr 1966 gründete er, aus seinen Volkshochschulkursen hervorgegangen, die "Schweizerische Vereinigung für Parapsychologie" (SVPP) in Brügg bei Biel/Bienne und war ihr langjähriger Präsident (ab 1991 Ehrenpräsident). Neben der SVPP gründete er 1985 auch die "Schweiz. Stiftung für Parapsychologie" (SSPP) und war deren Stiftungsratspräsident. Spontanfälle und insbesondere Spukerscheinungen haben Locher besonders interessiert, aber auch die "Gellerini", die in 1970er-Jahren auch in der Schweiz aufgetreten sind; er war eher ein Sympathisant der spiritistischen Interpretation. Locher war überaus rührig in der Öffentlichkeitsarbeit, er hat zahlreiche Vorträge gehalten, hat namens der SVPP ein Bulletin und "Orientierungsblätter" herausgegeben und ist auch mit einigen Buchpublikationen an die Öffentlichkeit getreten:
 - Schweizer Spuk und Psychokinese. Kommentierte Fälle aus jüngster und früherer Zeit. Mit einem Geleitwort von Gerda Walther und einem Vorwort von C.A. Meier. (Gemeinsam mit Guido Lauper; Aurum 1977, Kamphausen 1983)
 - Parapsychologie in der Schweiz gestern und heute zum 20jährigen Jubiläum. Selbstverlag der SVPP, 1986.
 - Jenseitskontakte mit technischen Mitteln (gemeinsam mit Maggy Harsch), SVPP bzw. Ancient Mail, 2007. Von dem schmalen Band liegt auch eine englische Übersetzung vor.
 
Abgesehen von der Parapsychologie war Theo Locher auch humanitär stets sehr engagiert. So hat Locher in ihrem hohen Alter die Gräfin Wassilko, die eigentliche Gründerin unserer Gesellschaft, nicht nur ideell, sondern auch materiell unterstützt, indem er damals einen "Hilfsfonds für notleidende Parapsychologen" ins Leben gerufen hat (von dem mir allerdings später keine Aktivitäten bekannt sind, er dürfte nicht mehr existieren) und nach seiner Pensionierung hat Locher auch ein sehr bedeutendes humanitäres Hilfswerke für Afghanistan aufgebaut, das sogar in einem eigenen Buch dokumentiert ist. Vgl. auch die Würdigung Lochers durch V. J. Oehen.
 
4.2 Eckhard Etzold (14. 01. 1960 - 01. 01. 2011)
 
Am ersten Tag des neuen Jahres ist Eckhard Etzold nach langem Leiden viel zu früh verstorben. Von Beruf protestantischer Pfarrer, war auf dem Gebiet der Parapsychologie bzw. Anomalistik sehr eifrig tätig.
Ein Experiment und zahlreiche Publikationen sind on-line verfügbar, u.a. die folgenden Themen bzw. Titel:
 - Lunar-magnetotail Encounters as Modulators of Mind-Matter Interaction Effects.
 - Solar-periodic Full Moon Effect in the Fourmilab Retro-Psychokinesis Project Experiment Data: An Exploratory Study.
 - Does Psi Exist and Can we Prove It? Belief and Disbelief in Psychokinesis Research.
 - Wie zuverlässig sind die Ergebnisdaten des Global Consciousness Project?
 - Sind die Daten der Fourmilab-Experimente mit der Mondphase korreliert?
 - Solarperiodische und lunarperiodische Einflüsse in Psychokineseversuchen
 - Kann Wasser bergauf fließen? Unglaubliche Behauptungen und die Schwierigkeit, diese zu widerlegen.
 - Der heilige Atem - Physiologische und psychologische Begleiterscheinungen der Glossolalie.
Ein weiteres Interessensgebiet von ihm war Elektrotechnik, insbesondere historische Rundfunk- und Fernsehgeräte, von denen er eine beträchtliche Sammlung besaß und die er auch selbst instand gesetzt hat. Seine Websites
<http://bs.cyty.com/menschen/e-etzold/archiv/radio/radio.htm> und <http://bs.cyty.com/menschen/e-etzold/archiv/TV/tv.htm> unterrichten darüber.
Schließlich lag ihm auch Musik, insbesondere das Spielen der Gitarre, am Herzen.
Angesichts seiner zahlreichen und weit gestreuten Interessen und Aktivitäten kann man das bekannte Bonmot anwenden und sagen, daß er nicht dem Leben mehr Jahre, sondern den Jahren mehr Leben gegeben hat.
Im Rahmen unserer Gesellschaft hat er am "Tag der Parapsychologie", der 2004 der 47. Convention der Parapsychological Association vorgestaffelt war, eine Referat mit dem Titel "Schafft sich der Glaube die Wirklichkeit selbst?" gehalten, ein Thema, das ihn von der Parapsychologie (wie auch von der Theologie her) interessiert hat.
Trotzdem unsere persönliche Begegnung auf die kurze Zeit dieses Kongresses beschränkt war, ist mir Eckhard Etzold als ein besonders liebenswürdiger Kollege in Erinnerung geblieben.
 
4.3 Thorwald Dethlefsen (11. 12. 1946 - 01. 12. 2010)
 
Dethlefsen, "Esoteriker" und "Reinkarnationstherapeut", hat in den 1970er-Jahren viel zur Popularisierung der Reinkarnationsidee beigetragen. Er war ein blendender Rhetoriker - blendend im Doppelsinn des Wortes - und hat dann ein eigenes Institut "für außerordentliche Psychologie" in München etabliert. Sein Zugang zur Reinkarnationsproblematik war nicht der empirische Zugang, wie ihn der verstorbene Ian Stevenson und weiters Erlendur Haraldsson, Jim Tucker, Jürgen Keil, Antonia Mills und andere Parapsychologen vertreten, sondern vielmehr, seine Klienten in Hypnose in (angebliche) frühere Leben "zurückzuführen". Ob die dabei auftretenden "Erinnerungen" sich durch historische Recherchen als wahr erweisen würden, hat ihn nicht interessiert; seine Tätigkeit war ausschließlich klientenzentriert und am Erfolg orientiert, so hat er auch nicht weiter darüber reflektiert, ob die "Erinnerungen" nicht eher als Phantasieprodukte anzusprechen wären, die freilich einen Einblick in die psychische Situation der Klienten erlauben. Weiters war Dethlefsen an den alten Arkandisziplinen interessiert und hat an den von "Frater Albertus" (d.i. Albert Riedel, 1911-1984) in der Schweiz gehaltenen Alchemie-Kursen teilgenommen. 1996/99 hat Dethlefsen dann sogar eine eigene Kirche namens "Kawwana. Die 'Kirche des Neuen Aeon'" (sic) gegründet, die man wohl besser als eine esoterische Sekte bezeichnen sollte, die aber über ein beachtliches, von einer goldfarbenen Kuppel bekröntes Gebäude, den "Tempel des Höchsten Gottes", am Gärtnerplatz in München verfügt hat. Das Bauwerk, das Dethlefsen 1998 hat errichten lassen, hat er 2009 wieder abreißen lassen: "weil seine Sekte eine höhere Bewußtseinsstufe erlangt habe, brauche sie den Tempel nicht mehr." Seine letzten Lebensjahre hat Dethlefsen zurückgezogen in Wien verbracht.
Am Beispiel von Dethlefsen, anhand der Auseinandersetzung mit der Frage der Reinkarnation, wird wieder die Bedeutung des Satzes "Wissenschaft ist Methodenfrage" deutlich. Die wissenschaftlich saubere, empirische Feldforschung ist der eine Weg, die unexakte, oft von Wunschdenken keineswegs freie Praxis der "Rückführungen" ist der andere. Dethlefsen hat als "Esoteriker" sich für den zweiten entschieden.
 
 
5. LITERATURHINWEISE:
 
5.1 European Journal of Parapsychology
 
Das European Journal of Parapsychology (EJP) stellt mit dem soeben erschienenen Heft 2 des Jahrgangs 2010 sein Erscheinen vorderhand ein. Das ist - nach 35 Jahren und 25 Bänden - eine sehr bedauerliche Entwicklung. Ob es, wie man hofft, in der Zukunft zu einem Wieder-Aufleben dieser Zeitschrift kommen wird, kann jetzt noch nicht abgeschätzt werden.

5.2 Autobiographie von Stewart Alexander

Stewart Alexander ist ein britisches "physikalisches" Medium, zumeist als das "letzte europäische Materialisationsmedium" apostrophiert; er ist über 40 Jahre in dieser Art und Weise aktiv. Ich habe ihn vor einigen Jahren in der Schweiz kennengelernt und hatte auch die Gelegenheit, eine öffentliche Sitzung (allerdings keine physikalische) mit ihm zu besuchen. Ich habe in ihm bei mehreren Gesprächen einen außerordentlich liebenswürdigen Gentleman kennengelernt, der sich, was physikalische Phänomene und Mediumismus sowie Spiritismus betrifft, als historisch überaus gut informiert erwiesen hat.
Bekanntlich ist der physikalische Mediumismus, was die "Echtheit" seiner Phänomene betrifft, überaus umstritten, nicht nur bei den "Skeptikern", sondern auch innerhalb der parapsychologischen Gemeinschaft. Am ehesten noch auf dem Boden der historischen Beschäftigung können sich Befürworter, Zweifler und Gegner treffen. Ähnliches gilt für das spiritistische Weltbild, das sich wissenschaftlich natürlich nicht "beweisen" läßt, während die Auseinandersetzung damit durchaus legitim ist; es darf daran erinnert werden, daß die Parapsychologie vor mehr als einem Jahrhundert angetreten ist, um sich u.a. gerade mit diesen Problem wissenschaftlich, d.h. methodisch auseinander zu setzen.
Auch dort, wo grundsätzlich Einigkeit über die anzuwendenden Methoden sowie die Reichweite der Folgerungen besteht, gibt es immer noch Auffassungsunterschiede, inwiefern die Methodik korrekt implementiert worden ist, praktisch also in Hinblick auf die Rigorosität der angewandten Kontrollen. Der "Scole Report" von 1999 zeigt, welch ein Riß zwischen Befürwortern und Gegnern durch die SPR gegangen ist, wo es beinahe zu einer Spaltung gekommen wäre (wie in den 1920er-Jahren bei der ASPR im Kontext der Margery-Kontroverse). Nicht nur, daß der physikalische Mediumismus mit den Kontrollbedingungen steht und fällt, sondern bekanntlich lauert der Teufel im Detail und es ist demnach sehr schwer bis unmöglich, sich allein aus den literarischen Quellen ein Bild zu machen.
Zurück zu Mr. Alexander, über den bereits von dritter Seite (Katie Halliwell) publiziert worden ist und der mittlerweile keine öffentlichen Sitzungen mehr gibt, sondern nur mehr in seinem Home Circle aktiv ist. Er hat nun seine mit zahlreichen Berichten dritter Personen ergänzte Autobiographie herausgebracht: "An Extraordinary Journey: The Memoirs of a Physical Medium". Unter Beachtung der oben angeführten Caveats ist das ein interessantes Buch.
Stewart Alexander ist auch kurz in diesem Video (Vorschau) zu sehen: <http://www.veoh.com/browse/videos/category/lifestyle/watch/v18531696NnTW2aNc>.
 
5.3 Gabriel von Max und Albert von Keller
 
Albrecht Frh. v. Schrenck-Notzing, der die deutsche Parapsychologie im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts und darüber hinaus dominiert hat, war mit mehreren Künstlern befreundet, darunter die beiden Maler Albert von Keller und Gabriel von Max. Beide haben unter anderem auch Sujets aus dem Bereich des Okkulten, der Parapsychologie und der psychischen Grenzbereiche dargestellt. Gabriel von Max war sowohl Darwinist wie auch Spiritist und stand zumindest zeitweilig der Theosophie nahe; Evolutionstheorie und Spiritismus sind keineswegs unvereinbar, auch Carl du Prel war ein Anhänger beider Richtungen. Besucher meines kürzlich gehaltenen Vortrags über Stigmatisation mögen sich erinnern, daß ich ein Bild von Gabriel von Max gezeigt habe, nämlich Anna Katharina Emmerick (vulgo Emmerich). Erwähnt sei auch, daß Schrenck Albert von Keller in seinem Nekrolog als "Malerpsychologe und Metapsychiker" bezeichnet hat. Am letzten WGFP-Workshop hat Andreas Fischer über die beiden Künstler referiert.
 
Zu beider Künstler Werk gab es kürzlich bzw. gibt es derzeit Ausstellungen und dementsprechend aktuelle Publikationen.
 
5.3.1 Gabriel von Max
 
Ausstellung im Lenbach-Haus, München
Vgl. dazu auch die Berichte <http://www.br-online.de/bayern2/bayerisches-feuilleton/affenliebe-und-geistersuche-der-maler-gabriel-von-max-und-die-spiritisten-ID1288862766248.xml> sowie <http://www.kunstmarkt.com/pagesmag/kunst/_id221199-/news_detail.html?_q=> und <http://www.kunstmarkt.com/pagesmag/kunst/_id225156-/ausstellungen_berichtdetail.html?_q=>.
 
Karin Althaus und Helmut Friedel (Hrsg.): "Gabriel von Max: Malerstar, Darwinist, Spiritist".
Einer der Beiträge in diesem Buch - über den Spiritismus und Okkultismus seiner Zeit - stammt von Eberhard Bauer, führender Mitarbeiter am Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene in Freiburg i.Br.
 
5.3.2 Albert von Keller
 
Jo-Anne B. Danzker und Gian C. Bott (Hrsg.): "Seance. Albert Von Keller and the Occult"
bzw. günstiger <http://www.amazon.de/Seance-Albert-Von-Keller-Occult/dp/0295990821/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1296425820&sr=1-1>.
 
5.4 Werke von Stanley Krippner
 
Aufgrund seiner kommenden Vorträge bei uns und anderen Veranstaltern sei auf seine Bücher hingewiesen; die komplette Bibliographie dieses überaus fruchtbaren Autors und Herausgebers umfaßt unglaubliche rund 1.200 Einträge.
 
5.5 PEAR
 
Im Kontext des ersten Vortrags ist (wieder einmal) von der PEAR Group die Rede. Dazu gibt es nun von Robert G Jahn und Brenda J. Dunne eine ganz neue Publikation: "Consciousness and the Source of Reality: The PEAR Odyssey".
 
5.6 Felix de Mendelssohn: "Die Gegenbewegung der Engel. Psychoanalytische Schriften zu Kunst und Gesellschaft"
 
In diesem Band legt der bekannte, u. a. an der Sigmund Freud PrivatUniversität lehrende Psychoanalytiker Aufsätze zu verschiedenen Themen vor, darunter Musik, Theater, Literatur, Buddhismus, Judentum, Leben nach der Verfolgung und Ökologiebewegung. Für uns relevant ist ein fast 50 Seiten umfassendes Kapitel über Parapsychologie unter dem Titel "Erkundungen über das Unheimliche", das sich mit Freud und seiner Stellung zur Parapsychologie bzw. mit der Frühzeit der Psychoanalyse auseinandersetzt. Dabei weist der Verfasser auch darauf hin, daß Johannes Mischo (später der Nachfolger von Hans Bender) schon 1963 aufgezeigt hat, wie tiefgehend das Interesse Freuds am Okkulten bzw. an der Parapsychologie gewesen ist.
 
5.7 Richard Wiseman: "Paranormality. Why we see what isn’t there"
 
Wiseman ist einer der prominentesten Vertreter des skeptischen Flügels der Parapsychologie, der überdies durch seine Massenexperimente eine große Popularität besitzt. Während mir das Buch selbst nicht vorliegt, gibt es zwei Auszüge im WWW, nämlich <http://www.guardian.co.uk/science/2011/feb/22/future-paranormality-richard-wiseman?commentpage=all#start-of-comments> und <http://www.guardian.co.uk/science/interactive/2011/feb/22/paranormality-extract-richard-wiseman>. Wiseman versucht, alle als parapsychologisch erfahrenen Phänomene "weg zu erklären", und beim oberflächlichen Leser wird dieser Versuch auch erfolgreich sein. Bei genauerer Betrachtung werden die Schwächen seiner Argumentation deutlich; dennoch ist es wertvoll, die in Rede stehenden Phänomene immer wieder darauf abzuklopfen, wie weit sie sich "normal" erklären lassen - oder eben nicht. Ein rationaler Zugang tut not, damit man sich nicht von Wunschdenken beeinflussen läßt, egal, in welche Richtung dieser Wunsch dann im Einzelfall tendiert.
 
 
6. E-BOOKS
 
Ein für persönliche, nicht kommerzielle Zwecke kostenloser Download umfangreichen Materials in Form von .pdf-Dateien ist möglich im Internet-Archiv (Texts), in den Google-Books sowie in der Open Library.
Insbesondere Google-Books beinhaltet insbesondere viele alte und seltene Bücher, die teilweise auch in Bibliotheken nur schwer auffindbar sind bzw. im Antiquariatsbuchhandel, wenn sie überhaupt je angeboten werden, überaus kostspielig sind. So ist z.B. der Themenkomplex Mesmerismus -  Somnambulismus - Magnetismus mit zahlreichen Werken, die als "Vollständige Ansicht" gescannt sind, vertreten; manche Bücher dieser virtuellen Bibliothek sind - wie in einer realen Bibliothek - sogar in mehreren Exemplaren vertreten und ein Vergleich lohnt sich, denn die Scans sind von unterschiedlicher Qualität. (Ein kleiner Schönheitsfehler ist, daß aufgrund des Einscannens die Suchfunktion im .pdf nicht so wie sonst funktioniert.)
Im Internet-Archiv hat man die Wahl zwischen .txt und .pdf. Zumindest bei in gebrochener Schrift (Schwabacher oder Fraktur) gesetzten Werken ist dem .pdf unbedingt der Vorzug zu geben, weil die OCR-Software weder Ligaturen erkennt noch das "lange s", welches als "f" wiedergegeben wird, sodaß insgesamt der Text nahezu unbrauchbar wird.
Daß es sich gerade um alte Bücher handelt, die hier kostenlos heruntergeladen werden können, erklärt sich aus den ausgelaufenen Urheberrechten. Jedenfalls ist die Digitalisierung der älteren Fachliteratur für die Interessenten ein großer Schritt vorwärts!
 
 
7. HINWEISE AUF WEITERE VERANSTALTUNGEN:
 
7.1 Symposium "Wissenschaft kritisch hinterfragt - naturphilosophische Kontroversen"
 
Die "Österreichische Gesellschaft für organismisch-systemische Forschung und Theorie", mit der wir schon im Zuge des Koestler-Symposiums kooperiert hatten, veranstaltet vom 15.-17. April 2011 im Stift Vorau (Stmk.) ein Symposium mit dem Titel "Wissenschaft kritisch hinterfragt - naturphilosophische Kontroversen" wobei die Parapsychologie - unter dem Titel "Esoterik kritisch hinterfragt" - nur eines von mehreren Themen darstellt. Es geht mir darum, den Wissenschaftscharakter der Parapsychologie, die ja in der Öffentlichkeit vielfach mißinterpretiert wird, herauszuarbeiten und aufzuzeigen, daß ein rationaler Zugang auch gegenüber außergewöhnlichen Phänomenen und Erfahrungen möglich ist; damit verbunden werde ich einen kurzen Überblick über das Gesamtgebiet der Parapsychologie geben.
 
7.2 Am Mittwoch, 01. Juni 2011 wird Stanley Krippner im "Institut für Bewußtseins- und Traumforschung" ein Referat "Dreaming and Creativity" halten. (In englischer Sprache, weitere Informationen über die Website des Instituts oder 0699 10199042.)
 
7.3 Für Freitag, 03. Juni 2011 ist ein Vortrag von Stanley Krippner an der Sigmund Freud PrivatUniversität geplant, der Titel lautet: "Terror in the Night. Working with Post-Traumatic Stress Disorder Nightmares". Als Exponent der "Humanistischen Psychologie" wird der Referent möglicherweise auch einen Bezug zur Parapsychologie einbauen. (In englischer Sprache)
 
7.4 Am Samstag, 04. Juni 2011, findet, ebenfalls von der oben erwähnten Gesellschaft für organismisch-systemische Forschung und Theorie veranstaltet, ein Tages-Symposium zum Thema "Consciousness and Healing" mit mehreren Referenten, darunter wiederum Stanley Krippner, statt - ebenfalls in englischer Sprache. Sein Referat hat den Titel "Trance and the Trickster. Hypnotic-like Effects in Shamanic Healing Rituals". Weiters ist auch die ungarische Hypnose-Spezialistin Éva Bányai eingeladen. Das Detailprogramm liegt derzeit noch nicht vor; der Veranstaltungsort ist jedenfalls der Vortragssaal des Naturhistorischen Museums in Wien.
 
7.5 Bruno Gröning & Gröning-Film
 
Das Thema "Geistige Heilung" ist ein Dauerbrenner. In den anglophonen Ländern wird diesem Thema mehr Gewicht eingeräumt, als bei uns; so gibt es in den USA sogar Parapsychologen, die den Phänomen- bzw. Forschungsbereich der Parapsychologie in die folgenden drei Gebiete gliedern: ESP - PK - Healing. Ich kann dem nicht folgen, sondern halte Heilungseffekte, falls es sie gibt, für einen Aspekt von PK, nämlich Bio-PK. Sei dem aber wie immer, gewiß ist eines: die Forschung auf diesem Gebiet ist überaus schwierig, erstens bietet sich vom theoretischen Konzept her immer der Placebo-Aspekt als Alternative, zweitens bestehen ethische Restriktionen - Komplikationen, denen sich auch die Komplementärmedizin gegenüber sieht. Trotzdem gibt es, leider nur sehr vereinzelt, interessante Forschungsergebnisse, wie z.B. vor einigen Jahren die Studie von E. Targ und F. Sicher mit AIDS-Patienten, freilich mit nachfolgender Kontroverse (vgl. Newsletter N° 5 vom 18 03 2002).
Ein Dauerbrenner sei die Geistheilung, sagte ich; W.H.C. Tenhaeff hat darüber schon vor Jahrzehnten publiziert ("Außergewöhnliche Heilkräfte: Magnetiseure, Sensitive, Gesundbeter") und Hans Bender hat den damals, Mitte der 1950er-Jahre, sehr bekannten Heiler Dr. jur. Trampler in Kooperation mit der Universitäts-Poliklinik untersucht. Noch ein wenig weiter zurück in der Geschichte und wir begegnen dem Heiler Bruno Gröning (1906-1959). Auch heute, ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod, florieren die diversen "Freundeskreise" und können einen beachtlichen Anhang aufweisen, vgl. <http://de.wikipedia.org/wiki/Bruno-Gröning-Freundeskreis>. Es handelt sich dabei um einen teils sektenartig strukturierten okkulten Untergrund, von dessen Ausmaß man sich, solange man ihm nicht begegnet ist, kaum eine Vorstellung machen kann, vgl. auch <http://www.agpf.de/Groening.htm>. Seit einigen Jahren wird Grönings Erbe propagandistisch auch durch einen Film "Das Phänomen Bruno Gröning: Auf den Spuren des 'Wunderheilers'" vermarktet. Dieser Film, der inklusiver zweier (durchaus notwendiger) Pausen rund fünf Stunden dauert, ist durchaus interessant, erstens zeigt er Gröning in Originalaufnahmen, hat also dokumentarischen Wert, und zweitens bildet er gut das Milieu ab, in dem die Gröning-Verehrung, kombiniert mit der Gröning-Vermarktung sich abspielt. Wer sich für die Soziologie der Esoterik- und Okkultgläubigen interessiert, wird mit diesem Film gut bedient sein; für eine Erhellung der causa prima, ob "Geistige Heilung" funktioniert, ist er freilich völlig unergiebig. Der Film läuft in aller Welt; in Wien seit Jahren (!) ca. ein Mal im Monat (an Sonntagen, im Bellaria-Kino, sonst bekannt als ein Nostalgie-Kino) und er scheint ein Stammpublikum zu besitzen, das ihn mehrfach zu konsumieren pflegt - auch dies bereits eine bemerkenswerte Tatsache.
Natürlich ist die Soziologie dieser "Gläubigen" an sich kein Gegenstand der Parapsychologie, aber als ein Epiphänomen verdient sie allemal Beachtung; nicht zuletzt kommt hier auch wieder einmal der psychohygienische Aspekt ins Spiel, durch entsprechende seriöse Aufklärung Erscheinungen wie "Wunderheilern" die ihnen zunächst inhärente Faszination zu nehmen und alle diese Fragen, wie Hans Bender es mit seiner unnachahmlichen Formulierungsgabe gefordert hat, in einen "Raum der Besonnenheit" zu stellen.
 
 
8. INTERNET
 
8.1 Parapsychological Association:
 
Die Internetpräsenz der PA ist einem Relaunch unterzogen worden: <http://parapsych.org/>. (Dort auch Information über die Jahrestagung der PA, die heuer in Brasilien stattfinden wird.)
 
8.2 Sheldrake-Vortrag
 
Ein Vortrag (Perrott-Warrick Lecture) von Rupert Sheldrake, "The Evolution of Telepathy", ist nunmehr mit unterlegten Folien verfügbar: <http://www.youtube.com/watch?v=2MOzlSF0a8M>.
 
 
Prof. Peter Mulacz

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Newsletter N° 41 - Wien, 20. Dezember 2010



INHALT:

1. Aktuelles
2. Personalia
3. Neue parapsychologische Organisation
4. Zeitschriften
5. Literaturhinweise
6. Hinweis auf Fernsehsendung
7. Aviso auf zukünftige Veranstaltungen
8. Feiertagswünsche


1. AKTUELLES:

1.1 Zur Situation der "Bibliotheca Philosophica Hermetica" (Ritman Library) in Amsterdam

Diese Bibliothek ist eine überaus bedeutende, in Qualität und Umfang geradezu einzigartige Institution, deren Sammelgebiet die okkulte und esoterische Tradition darstellt - Esoterik aber nicht verstanden wie der Esoterik-Laden an der nächsten Ecke, sondern etwa im Sinne der Renaissance-Gelehrten, mit dem Schwerpunkt auf den Rosenkreuzern und Alchemisten, beinhaltend auch eine Reihe mittelalterlicher Manuskripte. Ich kenne diese für die einschlägige kulturwissenschaftliche Forschung unverzichtbare Bibliothek aus eigenem Augenschein. Der Referent unseres Vortrags vom 18. Mai 2009 <http://parapsychologie.ac.at/programm/ss-09.htm> über den "okkulten" Schriftsteller Gustav Meyrink, Theodor Harmsen, war der Bibliothekar dieser Sammlung.
Nunmehr steht diese Bibliothek, die momentan geschlossen ist, vor existentiellen Problemen, die hier darzustellen zu weit führen würde; nähere Information findet sich unter diesem Link: <http://heterodoxology.wordpress.com/2010/11/24/save-the-bibliotheca-philosophica-hermetica/>.
Dort ist auch die Möglichkeit gegeben, eine Petition zu unterschreiben, die bisher von 5730 Personen unterzeichnet worden ist. Wenn auch die Wirkung solcher Petitionen gering sein mag, so zeigt sie doch das Interesse tausender Menschen und übt dadurch vielleicht einen gewissen Druck bei den Verhandlungen aus. Da dies für den Unterzeichner weder Mühe noch Kosten bedeutet, erlaube ich mir, Sie einzuladen, sich dieser Petition anzuschließen (direkt auf <http://www.ipetitions.com/petition/ritmanlibrary/>).


1.2 Daryl BEM und seine Präkognitionsexperimente

Daryl Bem ist ein prominenter US-amerikanischer Sozialpsychologe (Cornell University), nebenbei auch ein ausgezeichneter Zauberkünstler. Seit Jahren ist er erfolgreich damit, Standardexperimente der Psychologie für parapsychologische Fragestellungen zu adaptieren, wobei er sich insbesondere mit "priming" und "habituation" befaßt. (Priming ist die Beeinflussung der Reizverarbeitung durch die Aktivierung impliziter Gedächtnisinhalte durch einen vorangegangenen Reiz; Habituation ist die Gewöhnung an einen Reiz und eine dadurch erlernte Verhaltensunterdrückung.)
Nun hat ein Bericht über Bem's aktuelle Resultate in der populärwissenschaftlichen Zeitschrift "Psychology Today" unter dem Titel "Have Scientists Finally Discovered Evidence for Psychic Phenomena?" viel Staub aufgewirbelt und unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen; die Zeitschrift "New Scientist" fragt sich: "Is this evidence that we can see the future?".
Von der populärwissenschaftlichen Aufbereitung abgesehen, hier die Links zu dieser Debatte (sämtliche Teile in englischer Sprache):

Der Text von Bem's im Druck befindlicher Originalarbeit, die im "Journal of Personality and Social Psychology (JPSP)", der Zeitschrift der prestigeträchtigen "American Psychological Association" erscheinen wird:
<http://dl.dropbox.com/u/8290411/FeelingFuture.pdf>

Alcock's Kritik darauf:
<http://www.csicop.org/specialarticles/show/back_from_the_future>

Dean Radin's Erwiderung auf Alcock:
<http://deanradin.blogspot.com/>

Bem's eigene Replik auf Alcock:
<http://dl.dropbox.com/u/8290411/ResponseToAlcock.pdf>


1.3 "Psychologie in Österreich"

Diese Fachzeitschrift ist das Organ des "Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen" (BÖP). Die aktuelle Ausgabe 4 ist dem Themenschwerpunkt "Parapsychologie und Grenzwissenschaften" gewidmet. Die Abstracts der Artikel sind unter <http://www.boep.or.at/Aktuelle-Ausgabe.441.0.html> on-line abrufbar.


1.4 Voodoo-Photo-Ausstellung in Fischamend

Im (privaten, von Herrn Erwin Schwab betriebenen) Photomuseum in Fischamend, das auch sonst sehenswert ist, läuft seit Herbst eine Photoausstellung über Voodoo; einen Vorgeschmack erhält man auf der Unterseite <http://members.chello.at/wolfgang.blecha/voodoo.htm>. Dazu wird im Museum auch ein 45-minütiger Film gezeigt, der die Riten sehr anschaulich festgehalten hat. Im Moment ist zwar Winterpause, aber irgendwann wird die zu Ausflügen animierende wärmere Jahreszeit ja doch zurückkommen …


2. PERSONALIA:

Am 18. Oktober 2010 ist David Fontana im 75. Lebensjahr verstorben. Er war ein britischer Psychologe (Professor an der Universität Cardiff), von 1995-98 Präsident der 1882 gegründeten Society for Psychical Research in London und bis zu seinem Tod einer deren Vizepräsidenten. Seine zahlreichen, zum Teil auch ins Deutsche übersetzten Bücher hier aufzuführen, würde den Rahmen sprengen; sie haben die Themen von einerseits Meditation und Spiritualität und andererseits der Frage des Lebens nach dem Tod zum Gegenstand. David Fontana vertrat dabei den spiritistischen Standpunkt einer Fortexistenz; er war ein ausgezeichneter Anwalt seiner Sache, wenn mich auch seine Argumentation angesichts der Komplexität der Problemlage nicht hat überzeugen können.


3. NEUE ORGANISATION:

The World of Parapsychology


4. ZEITSCHRIFTEN:

4.1 neu:
Paranthropology Journal

4.2 Erinnerung:
PsyPioneer


5. LITERATURHINWEISE:

Wie bereits avisiert, ein paar Worte zu einschlägigen Büchern, die in letzter Zeit erschienen sind. Bücher eignen sich bekanntlich auch für Weihnachtsgeschenke in letzter Minute …

5.1 Bücher in deutscher Sprache:

Hartmut BINDER:
Gustav Meyrink: Ein Leben im Bann der Magie
Vitalis-Verlag, Prag, 2009
ISBN 978-3899190786

Auf nahezu 800 Seiten breitet der Verfasser, ein profilierten Literaturwissenschaftler, mit großer Liebe zum Detail die Biographie Meyrinks, mit zahlreichen Illustrationen versehen, vor dem Leser aus. Der Schwerpunkt liegt auf dem jungen Meyrink, insbesondere dem Meyrink der Prager Jahre, was auch berechtigt ist, weil dies die prägenden Jahre waren. Je mehr Meyrinks Leben voranschreitet, desto weniger hält der Autor es durch, in gleichem Maße auf Einzelheiten einzugehen - man fragt sich, ob in Meyrinks späteren Jahren die Quellenlage dünner ist oder ob der Verfasser es hat vermeiden wollen, eine 1000-Seiten-Grenze zu überschreiten. Das Werk ist interessant und spannend zu lesen und durch einen ausführlichen Index erschlossen; es stellt gleichsam ein Gegenstück zu dem ebenfalls sehr interessanten, jedoch ganz anders angelegten Werk des unter Pkt. 1.1 genannten Theodor Harmsen, "Der Magische Schriftsteller Gustav Meyrink, seine Freunde und sein Werk", Brill 2008, dar (wobei Binder auch gewisse Kritik übt). In Meyrinks Leben gab es gewisse Schlüsselerlebnisse, eines davon zwar zweifellos der Spukfall von Levico, der natürlich als parapsychologisches Phänomen für uns von besonderem Interesse sein muß, über den jedoch leider keine Details bekannt sind. Leider bringt der Autor Hartmut Binder in diese Frage, welche schon den verstorbenen Meyrink-Sammler Lambert Binder überaus interessiert hatte, auch nicht viel Licht. Trotz gewisser Desiderata hinsichtlich Meyrinks letzten Jahren (z.B. bzgl. des Todes seines Sohnes) ist dieses sorgfältig recherchierte und aufwendig gestaltete Buch das definitive Werk zum Entwicklungsgang des (okkulten) Schriftstellers Gustav Meyrink, insbesondere seiner Prager Zeit.


Melvyn WILLIN:
Geister. Unglaubliche Bilder auf dem Prüfstand. Fotografien des Übersinnlichen
Stocker Verlag, Graz, 2010
ISBN 978-3853652435

Melvyn Willin, ein qualifizierter Musikwissenschaftler mit besonderem Interesse am Hexenwesen, ist Vorstandsmitglied der SPR und als solcher für deren Archive in London und Cambridge verantwortlich. In diesem Buch beschäftigt sich der Verfasser jedoch nicht mit dem akustischen, sondern mit dem optischen Bereich: er legt eine Sammlung von 80 (angeblich) paranormalen Photos vor, die sich über die Spanne eines Jahrhunderts erstrecken - also ein Zeitraum, der teilweise vor den manipulativen Möglichkeiten, die heute mit Photoshop oder Gimp gegeben sind, gelegen ist. Das soll nicht notwendigerweise bedeuten, daß all diese Photos "echt" im Sinne eines paranormalen Phänomens (oder gar einer Bewirkung durch einen "Geist") wären oder als solche dargestellt würden, es finden sich auch berühmte "Hoaxes" wie das Bild der "Elfen" von Cottingley oder eine "Aura"-Photographie darunter. Die einzelnen Bilder sind natürlich recht ungleichwertig, zeigen damit aber gut das weite Spektrum des Themas "Photographie des (vordergründig) Paranormalen" auf - daß der Verlag vom "Übersinnlichen" spricht, mag bei einer Publikation, die sich an das breite Publikum wendet, angehen, obwohl dies Wort natürlich innerhalb der Parapsychologie Anathema ist. Ein wenig verwirrend mag es für manche sein, daß die Fokusperson des Rosenheimer Spukfalles, deren Realnamen mehrfach veröffentlicht ist, hier wieder mit einem Decknamen versehen ist. Das Buch, in einem originellen Querformat gehalten, ist ein interessantes "Photobuch der anderen Art", wobei man sich bei jedem einzelnen Bild seine eigenen Gedanken machen kann …


Heinrich und Ingrid KUSCH:
Tore zur Unterwelt: Das Geheimnis der unterirdischen Gänge aus uralter Zeit.
Auf dieses, ebenfalls bei Stocker (ISBN 9783853652374) erschienene Buch sei, ohne näher darauf einzugehen, aus zwei Gründen hingewiesen: erstens ist der Verfasser ein ehemaliger Referent in unserer Gesellschaft, und zweitens wird er im Rahmenprogramm des Vorauer Symposiums (Pkt. 7.1.1) tätig sein.


5.2 Bücher in englischer Sprache:

Heather WOLFFRAM:
The Stepchildren of Science: Psychical Research and Parapsychology in Germany, c. 1870-1939

Ein flüssig zu lesendes Buch, das demjenigen, der mit den Primärquellen nicht vertraut ist (sei es aus sprachlichen Gründen, wie beim englischen Publikum, an das sich das Werk ja primär wendet, sei es überhaupt), ein Zeitgemälde der parapsychologischen Szene im Zweiten Kaiserreich, in der Weimarer Republik und in den Jahren des Dritten Reiches bis zum Kriegsausbruch bietet. Interessant ist es, Konstanten und Entwicklungen über all diese Jahrzehnte zu verfolgen und sie mit der gegenwärtigen Situation zu vergleichen - abgesehen davon, daß heute andere Forschungsfragen im Vordergrund stehen, waren jene Jahrzehnte von einer Heftigkeit der Auseinandersetzung zwischen Befürwortern und Gegnern geprägt, die heute nicht mehr nachvollziehbar ist. (Das kann als Indiz dafür genommen werden, daß das Paranormale mittlerweile weitgehend "normal" geworden ist, wenn ich das so ausdrücken darf, somit eine sehr positive Entwicklung.) Ein paar Details freilich sind es, denen ich nicht zustimmen kann, z.B., wenn Schrenck-Notzing in der betreffenden Kapitelüberschrift als "Geisterbaron" bezeichnet wird, was - bei allem Verständnis für griffige Formulierungen - grob irreführend ist, denn genau das war er nicht, hat er sich doch deutlich gegen die spiritistische Interpretation ausgesprochen. Natürlich perpetuiert die Autorin damit nur ein Epitheton Schrencks aus der zeitgenössischen Presse, gleichzeitig bedeutet dies aber aufgrund der Einprägsamkeit des Titels das Weiterschreiben dieser unzutreffenden Charakteristik und erscheint mir somit als kontraproduktiv. Weiters wird ein (bekanntes) Bild veröffentlicht, bei dem der nicht informierte Betrachter einen Fehler in der photographischen Platte leicht mit der abgebildeten (in Diskussion stehenden) Materialisation verwechseln könnte, ohne daß auf diese Problematik gebührend hingewiesen würde. Das tut aber dem zutreffenden Gesamtbild der Parapsychologie während der genannten Zeitspanne, das gut recherchiert ist, keinen Abbruch.


Frans W.J.J. SNEL:
Aspects of the paranormal healing phenomenon: the narrative approach, Amersfoort, 2010.

Frans Snel setzt sich in dieser Studie (Master Thesis an der University of Edinburgh) mit CAM (= "Complementary, Alternative, and Integrative Medicine") unter Einbeziehung möglicher paranormaler Effekte auseinander, wobei fünf Heiler im Vordergrund stehen, deren Aktivitäten teilweise in Form von Videostudien analysiert worden sind, was weitgehend innovativ ist. Diese detailreiche Arbeit ist, ebenso wie der Tagungsband "Utrecht II: Charting the Future of Parapsychology", aufgrund einer Schenkung des Johan Borgman Funds, der die Herausgabe auch unterstützt hat, in der Bibliothek unserer Gesellschaft vorhanden und von Mitgliedern entlehnbar.


6. FERNSEHSENDUNG

Mi, 22. Dez. 2010, 23:00h, Club 2: "Auf der Suche nach dem Übersinnlichen"
Hinweis: Club 2-Sendungen sind auch "post festum" über die ORF TVThek abrufbar.


7. AVISO VON VERANSTALTUNGEN

7.1 Österreichische Gesellschaft für organismisch-systemische Forschung und Theorie

7.1.1 Die Österreichische Gesellschaft für organismisch-systemische Forschung und Theorie, mit der wir in der Vergangenheit bereits kooperiert haben (Symposium "Arthur Koestler - Jenseits von Reduktionismus und Zufall") führt vom 15.-17. April 2011 im Stift Vorau ein interdisziplinäres Symposium "Wissenschaft kritisch hinterfragt - naturphilosophische Kontroversen" durch, in dem auch die Parapsychologie zu Wort kommt.

7.1.2 Dieselbe Gesellschaft führt am 4. Juni ein eintägiges Symposium "Consciousness and Healing" (in englischer Sprache) durch, Ort ist voraussichtlich das Naturhistorische Museum Wien. Das Programm steht noch nicht im Detail fest, der "Stargast" der Veranstaltung wird Stanley Krippner sein, der uns auch in unserer Gesellschaft für zwei Vorträge (Mo, 30. 05. und Di, 31. 05. 2011) zur Verfügung stehen und am 03. 06. 2011 auch an der Sigmund Freud PrivatUniversität sprechen wird.


7.2 Braunauer Zeitgeschichte-Tage
Für die Braunauer Zeitgeschichte-Tage 2013 ist das Thema "'Okkulte Erlebnisse': Rudi Schneider und Willi Schneider" in Aussicht genommen, also zwei Österreicher, die unter den wichtigsten medialen Versuchspersonen aller Zeiten einzuordnen sind. (Bzgl. Rudi Schneider vgl. meinen Beitrag "Im Rotlicht erhebt sich ein Taschentuch - und 'Fragwürdigstes' geschieht im 'Zauberberg'. Thomas Mann und die Parapsychologie" in: Christa Tuczay und Wolfgang Müller-Funk (Hrsg.): Faszination des Okkulten. Tübingen: A. Francke-Verlag, 2008.)


8. ANLÄSSLICH DER KOMMENDEN FEIERTAGE …

Zum Schluß wünsche ich, wie jedes Jahr, im Namen des Präsidenten und des Vorstandes unserer Gesellschaft allen Lesern dieses Newsletters - Mitgliedern, Gästen, Referenten unserer Gesellschaft und Interessenten in Nah und Fern - EIN FROHES WEIHNACHTSFEST und viel Glück im Neuen Jahr!


Prof. Peter Mulacz
 

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Newsletter N° 40 – Wien, 12. Oktober 2010



INHALT:

     1. Vortragsprogramm Wintersemester 2010/11
     2. Personalia
     3. BIAL-Symposium
     4. IGPP-Tätigkeitsbericht
     5. Literaturhinweise
     6. Internet
     7. Neu im Kino
 
 
1. VORTRAGSPROGRAMM:
 
•    Mo, 18. Okt. 2010
     Erich Neuwirth
     Zufall und Vorhersagbarkeit

•    Mo, 15. Nov. 2010
     Erlendur Haraldsson
     Nordische „physikalische Medien“

•    Di, 16. Nov. 2010
     Erlendur Haraldsson
     Leben nach dem Tod und Wiedergeburt

•    Mo, 13. Dez. 2010
     Peter Mulacz
     Träger der Wundmale Christi

•    Mo, 17. Jänner 2011
     P. A. Straubinger
     Aspekte der internationalen Parapsychologie

Achtung: geänderte Beginnzeit, 20 Uhr c.t.!

Das gedruckte Programm ist bereits versandt; wie immer ist das Programm unter <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> on-line abrufbar.

Der erste Vortrag (Erich Neuwirth) setzt sich mit Statistik und Wahrscheinlichkeitstheorie auseinander: von den Rhine’schen Kartenexperimenten bis zur aktuellen Methode der Metaanalyse, von der Schwierigkeit, Wahrscheinlichkeiten abzuschätzen und, last not least, von der Problematik synchronistischer Erfahrungen.

Erlendur Haraldsson wird über verschiedene Medien aus dem skandinavischen Raum berichten, wobei der physikalische Mediumismus im Vordergrund steht. Bei Einar Nielsen hatte auch der längst verstorbene österreichische Parapsychologe P. Peter Hohenwarter Sitzungen mitgemacht; auch bei Nielsen gilt es, das pro und contra sorgfältig abzuwägen.

In seinem zweiten Vortrag, am darauffolgenden Dienstag, wird der Referent den Glauben an Leben nach dem Tod und Wiedergeburt thematisieren, und zwar auf der Basis großangelegter soziologischer Untersuchungen („European Human Values Survey“ bzw. „World Human Values Survey“).

Der Titel meines eigenen Vortrags, „Träger der Wundmale Christi“, spiegelt die populäre und unkritische Rezeption der Stigmata wider. Bei allen Stigmatisierten ist die Stigmatisation mit paranormalen Phänomenen (insbesondere außersinnlicher Erfahrung) und vielfach auch mit physiologischen Anomalien (z.B. Nahrungslosigkeit) vergesellschaftet, insofern spricht man vom „Stigmatisationssyndrom“.

Im letzten Vortrag im Semester wird P. A. Straubinger eine Reihe von Video-Clips (in englischer Originalversion) vorführen, die im Zuge der Interviews mit verschiedenen Parapsychologen rund um die Welt entstanden sind, welche er für seinen Film (vgl. Pkt. 7) befragt hat. Es handelt sich sozusagen parapsychologisch relevantes „Überschußmaterial“, das thematisch oder umfangmäßig nicht mehr in den Film hineingepaßt hat.
 
 
2.      PERSONALIA:
 
2.a     Michael Thalbourne:
 
Der australische Parapsychologe Michael Thalborne, geb. 24.03.1955, ist am 04.05.2010 verstorben. Er war der Präsident des „Australian Institute for Parapsychological Research“ und der Herausgeber des „Australian Journal of Parapsychology“. Zu seinen Büchern zählen „A Glossary of Terms used in Parapsychology“ und, gemeinsam mit Lance Storm, „Parapsychology in the Twenty-First Century: Essays on the future of Psychical Research” sowie „The survival of human consciousness: Essays on the possibility of life after death”. Interessant ist auch sein Konzept der „Transliminalität“. Ähnlich dem Pianisten Friedrich Gulda hatte auch Thalbourne bereits früher eine Falschmeldung hinsichtlich seines eigenen Todes lanciert.
Siehe auch <http://en.wikipedia.org/wiki/Michael_Thalbourne>, sein reiches Oevre <http://www.parapsych.org/members/m_thalbourne.html> sowie seinen Artikel über die Praktiken des sattsam bekannten Varietézauberers und Berufsentlarvers Randi <http://www.aiprinc.org/para-c05_Thalbourne_1995.pdf>.

2.b     Martin Gardner:
 
Wenige Tage nach Thalbourne, nämlich am 22.05.2010, verstarb in biblischem Alter der am 21.10.1914 geborene Martin Gardner. Als Wissenschaftsjournalist hatte er mehrere Schwerpunkte, darunter Mathematik und Pseudowissenschaften. Gardner war ein Gründungsmitglied des Committee for the Scientific Investigation of Claims of the Paranormal (CSICOP), heute umbenannt in Committee for Skeptical Inquiry (CSI), und ein Exponent der „Skeptiker“-Bewegung. Siehe auch <http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Gardner> sowie Nachrufe <http://www.scientificamerican.com/article.cfm?id=profile-of-martin-gardner>
und <http://www.nytimes.com/2010/05/24/us/24gardner.html>.

2.c     Berthold E. Schwarz:

Mit 85 Jahren ebenfalls hoch betagt ist der Psychiater Dr. Berthold Eric Schwarz am 16.09.2010 in Vero Beach gestorben. Ein Klassiker ist sein Buch über Telepathie zwischen Kindern und Eltern: „Parent-child telepathy: five hundred and five possible episodes in a family;: A study of the telepathy of everyday life“ (1971). Was Psychokinese anlangt, stand Schwarz William E. Cox (gest. 1994) nahe, der – in der Tradition von J. G. Neidhardt bzw. SORRAT (Society for Research in Rapport and Telekinesis <http://www.metamind.net/sorrat.html>) – mit einem „Minilab“ experimentierte, einem geschlossenen Behälter, in dessen Inneren kleine Objekte psychokinetisch bewegt werden sollte, wobei diese Ortsveränderungen automatisch gefilmt worden sind. Allerdings sind diese Resultate stark in Zweifel gezogen worden, was ihre angeblich paranormale Verursachung betrifft.

De mortuis nihil nisi bene – trotzdem kann ich den Kommentar nicht unterdrücken, daß die beiden soeben Genannten zu extreme Positionen vertreten haben, Gardner einen über das Ziel schießenden Skeptizismus, während Schwarz es wohl vielfach an der nötigen kritischen Einstellung hat mangeln lassen. (Die Assoziation zu den beiden Fehlertypen liegt nahe, „false positive“ und „false negative“ bzw. Typ I und Typ II Fehler.)

2.d     Pam Reynolds:
 
Als „Pam Reynolds“ wurde die US-amerikanische Sängerin Pam Reynolds Lowery (geb. 1956) bekannt, die im Alter von 35 Jahren eine Todesnähe-Erfahrung während einer Gehirnoperation gehabt hat. Während dieser Fall von manchen Autoren etwas voreilig als „beweisend“ für eine (im weitesten Sinne) transzendentale Interpretation angesehen worden ist, zeigt eine eingehendere Analyse, daß diese Interpretation keineswegs zwingend ist und daß alternative Erklärungen möglich sind. Eine kurze tabellarische Zusammenfassung dieser NDE findet sich auf <http://en.wikipedia.org/wiki/Pam_Reynolds#Timeline>. Nun ist „Pam Reynolds“ am 22.05.2010 verstorben.
 
 
3.     BIAL-SYMPOSIUM:
 
Das gesamte 8. Bial-Symposium, das – wie immer unter dem Gesamttitel „Beyond and Behind the Brain“ – vom 07.-10.04.2010 stattgefunden hat, ist von der Universität Porto aufgezeichnet worden und über das Webportal TVU abrufbar:
<http://tv.up.pt/channels/conferencias?set_locale=en>
 
 
4.     IGPP-TÄTIGKEITSBERICHT:
 
Der Tätigkeitsbericht 2008/2009 des Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) in Freiburg i.Br. <http://igpp.de> ist erschienen. Der Bericht wird jedem Interessenten kostenlos zugesandt, eine Mail an Dipl.-Psych. Eberhard Bauer <bauer@igpp.de> mit Adreßangabe genügt.
 
 
5.     LITERATURHINWEISE:
 
5.a     Neuerwerbungen unserer Bibliothek:
 
•    Dr. Christa A. Tuczay
     „Ekstase im Kontext: Mittelalterliche und neuere Diskurse einer Entgrenzungserfahrung“
     Hrsg. Peter Dinzelbacher
     Peter Lang Verlag, Frankfurt 2009 <http://www.peterlang.com/index.cfm?event=cmp.cst.ebooks.datasheet&id=51356&concordeid=57194>
Frau Doz. Tuczay hat bei uns bekanntlich mehrere Vorträge gehalten; sie ist auch – gemeinsam mit Wolfgang Müller-Funk – die Herausgeberin der im selben Verlag 2008 erschienen Anthologie „Faszination des Okkulten: Diskurse zum Übersinnlichen“ <http://www.narr.de/details.php?catp=&p_id=38259>.

•    Editors: Chris Roe, Wim Kramer and Lisette Coly
     „Utrecht II: Charting the Future of Parapsychology“
     Utrecht, 2008
     Diesen Band habe ich bereits im Newsletter N° 38 avisiert.
     Vgl. <http://www.pflyceum.org/266.html> bzw. <http://www.pflyceum.org/451.html>.

•    Frans W.J.J. Snel
     „Aspects of the paranormal healing phenomenon: the narrative approach“
     Amersfoort, 2010 
Die beiden letztgenannten Bücher sind Schenkungen des Johan Borgman Funds an unsere Bibliothek, wofür sich unsere Gesellschaft hiermit herzlich bedankt.
 
5.b     Weitere interessante Neuerscheinungen:
 
•    Heather Wolffram
     The Stepchildren of Science: Psychical Research and Parapsychology in Germany, c. 1870-1939
     <http://www.rodopi.nl/functions/search.asp?BookId=CLIO+88>

•    Hartmut Binder
     Gustav Meyrink: Ein Leben im Bann der Magie
     <http://www.vitalis-verlag.com/prag.php#binder_meyrink>

•    Melvyn Willin
     Geister
     Unglaubliche Bilder auf dem Prüfstand
     Fotografien des Übersinnlichen
     <http://www.buecherquelle.at/Buchshop/Neuerscheinungen/Geister::2448.html>

Auf diese Werke beabsichtige ich im nächsten Newsletter näher einzugehen, der noch rechtzeitig vor Weihnachten erscheinen soll.
 
5.c     „Psychologie in Österreich“: 
 
Die aktuelle Nummer der Zeitschrift „Psychologie in Österreich“ (PIÖ) hat den Themenschwerpunkt „Parapsychologie und Grenzwissenschaften“. Die Zeitschrift wird an alle Mitglieder des Berufsverbandes Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) verteilt. Zum Inhaltsverzeichnis: <http://www.boep.eu/Aktuelle-Ausgabe.441.0.html>.
 
 
6.     INTERNET:
 
6.a     Diverse Wikis:
 
Die Polemik zwischen seriösen Forschern im Bereich der Grenzgebiete und der sogenannten „Skeptiker“-Bewegung geht weiter. Der Gegenstandsbereich geht dabei über die Parapsychologie weit hinaus, es geht vielfach um „Glaubenskämpfe“ (von „Nullpunkt-Energie“ bis zu den Impfgegnern), wobei medizinische Themen über den Umweg der „Germanischen Neuen Medizin“ <http://de.wikipedia.org/wiki/Germanische_Neue_Medizin> in politische Ideologie münden, detto für umstrittene psychotherapeutische Verfahren (z.B. <http://de.wikipedia.org/wiki/Bert_Hellinger>).
 
Neuerdings werden – pro und contra – Seiten ins Web gestellt, die in ihrer äußeren Aufmachung an die Web-Enzyklopädie „Wikipedia“ <http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia> erinnern.
Ein besonders pikanter Vertreter dieses Genres ist die Seite „EsoWatch“ <http://esowatch.com/ge/index.php?title=Hauptseite> bzw. (Information darüber) <http://de.wikipedia.org/wiki/Esowatch>. Das den gesetzlichen Vorgaben nicht entsprechende Impressum von EsoWatch sowie die zahlreichen Urheberrechtsverletzungen entziehen sich durch Webhosting im Ausland jeglichen Sanktionen; allerdings brandmarken diese Rechtsverletzungen die ganze Website eindeutig als unseriös, sodaß von vornherein auch bei den Inhalten Seriosität nicht erwartet werden kann.
 
Gegen EsoWatch tritt – in ähnlicher Aufmachung – „Eselwatch“ <http://eselwatch.com/index.php?title=Hauptseite> auf.
Um der Skeptiker-Vereinigung „GWUP“ – das deutschsprachige Pendant des oben unter Pkt. 2.b erwähnten CSI – entgegenzuwirken, gibt es jetzt auch „GWUP Watch“ <http://gwup-skeptiker.blogspot.com/>.
 
Weitere Seiten, die sich mit „Skeptiker“-Organisationen auseinandersetzen:
•    Skeptizimus <http://www.skeptizismus.de/>
•    Skepticalinvestigations <http://www.skepticalinvestigations.org/homepage.html>
•    Debunkingskeptics <http://www.debunkingskeptics.com/>
•    Psi v Sigh <http://sites.google.com/site/psivsigh/>
 
6.b    Charles Tart auf Youtube:
 
Von dem bedeutenden Psychologen und Bewußtseinsforscher Charles Tart sind auf dem Videoportal Youtube <http://youtube.com> zahlreiche Vorträge eingestellt, u.a. zu folgenden Themen:
•    Questions of Consciousness
     -    Altered States of Consciousness
     -    Cosmic Consciousness
     -    Consciousness and Survival
•    Reflections on Meditation
•    Science, Religion, and Spirituality
•    Evolving Science
•    The Assumptions of Western Psychology
 
 
7.    NEU IM KINO:
 
Zwei Filme sind angelaufen, die einen entfernten bzw. weit entfernten Bezug zur Parapsychologie haben; ein Konnex zu „Grenzgebieten der Wissenschaft“ ist auf jeden Fall gegeben. 
 
7.a     „Am Anfang war das Licht“
 
Die Dokumentation „Am Anfang war das Licht“ <http://amanfangwardaslicht.at/> von P.A. Straubinger setzt sich mit dem (angeblichen?) Phänomen von Nahrungslosigkeit bzw. „Lichtnahrung“ auseinander. Nahrungslosigkeit (Inedie, auch Asitie) wird von mehreren Heiligen (z.B. Nikolaus von der Flüe) bzw. betont religiösen Personen (z.B. die stigmatisierte Therese Neumann von Konnersreuth), aber auch bei anderen (z.B. die „Wassertrinkerin Maria Furtner“ aus dem 19. Jhdt. berichtet. In Amalgamierung mit fernöstlichen Ideen von „Prana“ und dem Auftreten von Jasmuheen <http://de.wikipedia.org/wiki/Jasmuheen> ist die Idee der „Lichtnahrung“ in den Vordergrund getreten, die auch bei der Namensgebung für diesen Film Pate gestanden ist. Wenn auch durchaus verständlich ist, daß ein Film einen griffigen Titel braucht, so ist doch festzuhalten, daß mit diesem Titel bereits eine Erklärungshypothese transportiert wird. Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus sollte zuerst die Faktizität (das „ob“) zweifelsfrei festgestellt sein, bevor man sich an die Formulierung von Hypothesen über das „wie“ macht. Auf der Basis der über Therese Neumann vorliegenden Daten hat seinerzeit der Parapsychologe und Arzt Walther Kröner hypothetisch einen Apport von Nährstoffen direkt in den Körper der Stigmatisierten postuliert, womit der oben angesprochene Konnex zur Parapsychologie definitiv gegeben ist.
Die Frage der Erklärungshypothesen hintanstellend und daher auch das Etikett „Lichtnahrung“ vermeidend, könnte man ohne Präjudiz von (angeblichen) ernährungsphysiologischen Anomalien sprechen, die in diesem Film eindruckvoll vor Augen geführt werden. Es stellt sich die Frage nach der Gewichtung der Evidenz für nahrungsloses Leben bei den im Film vorstellten Fällen. Der „Alpenyogi“ und die wohlbeleibte Russin sind ein buntes, belebendes Element, steuern aber argumentativ nichts bei. Interessant sind der Chemiker Dr. Michael Werner und der „Guru“ Prahlad Jani, die beide jeweils in einer Klinik für eine bestimmte Zeit 24 Stunden am Tag überwacht worden sind, wobei die Resultate im Film referiert werden. Die beiden Fälle liegen etwas unterschiedlich. Bei Michael Werner ist ein gewisser Gewichtsverlust und (nicht überraschend) ein physiologischer Hungerzustand des Organismus festgestellt worden; im Alltagsleben nimmt Werner gemäß Selbstbekundung keine feste Nahrung zu sich, trinkt aber (kalorien- und vitaminhaltige) Fruchtsäfte, d.h., er lebt nicht wirklich nahrungslos, sondern nahrungsreduziert. Prahlad Jani hingegen hat sich während der Untersuchungsperiode <http://www.sudhirneuro.org/files/mataji_case_study.pdf> jeglicher Nahrungs- bzw. Flüssigkeitsaufnahme enthalten; es gab auch keine Ausscheidungen, wobei die untersuchenden Ärzte auf den unterschiedlichen Füllungsgrad der Harnblase hinweisen und eine mögliche Resorption des Urins diskutieren. Nun haben Kritiker (z.B. <http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2010/09/am-anfang-war-das-licht.php>) darauf hingewiesen, daß es nicht ausgeschlossen sei, daß Prahlad Jani während des Badens unbemerkt sowohl Flüssigkeit aufgenommen wie auch Urin abgegeben hätte. Dies müßte anhand der Videobänder nochmals überprüft werden.
Jedenfalls hat Straubinger mit diesem Film eine sehr interessante Dokumentation geschaffen und eine in der öffentlichen Diskussion, auch und insbesondere innerhalb der „scientific community“, bisher weitgehend ausgeblendete Problemstellung thematisiert. Ob die vorgelegte Evidenz gut genug ist, bewährte wissenschaftliche Grundsätze gleich über Bord zu werfen, mag mit Fug und Recht bezweifelt werden, aber ganz gewiß ist sie massiv genug, daß sich Physiologen dieses Themas intensiver annehmen sollten. Vor allem die im Film gezeigten Untersuchungen des indischen Ärzteteams an Prahlad Jani sind äußerst interessant.
Dazu noch eine Anmerkung zu Kritik und Skepsis: Kritik ist in der Parapsychologie und benachbarten Grenzgebieten durchaus willkommen (bzw. sollte es sein), weil sie Schwachstellen aufzeigt und somit ein brauchbares Regulativ ist, Forschungsresultate zu verbessern. Was hingegen durchaus verzichtbar ist, ist „Skepsis“ im Sinne einer aprioristischen Haltung, die der Dichter Christian Morgenstern so schön mit den Worten „weil, so schließt er messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf“ charakterisiert hat. Leider ist genau das die Grundhaltung der diversen negativen Stellungnahmen zu diesem Film.

7.b     „Next Exit Nirvana“
 
Dieser Film von Walter Größbauer <http://www.fortuna-media.com/portfolio/portfolio_nirvana/portfolio_nirvana.php> hat viel geringere Ansprüche: hier geht es nicht um Wissenschaft, sondern der Zuseher nimmt an der Kumbh Mela, dem größten Pilgerfest der Welt, das nur alle 12 Jahre in Indien stattfindet, teil. Es ist ein höchst farbenfrohes Bild, ein buntes Panoptikum von argem Kitsch, mit 5.000 Gurus, 200.000 Sadhus und Millionen von Pilgern und Bettlern, die sich am Ganges sammeln. Manche der in diesem Film dokumentierten Skurrilitäten sind kaum zu überbieten. Hier wird das klassische Wunderland Indien durchaus entzaubert, und auch von echter Spiritualität (die von manchen Leuten – zu recht oder zu unrecht – in die Nähe der Parapsychologie gerückt wird) kann die Rede nicht sein.
 
Von beiden Filmen gibt es Trailer auf den zitierten Internetpräsenzen.


Prof. Peter Mulacz
 

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Newsletter N° 39 – Wien, 24. März 2010
 
INHALT:

  1. Programm
  2. Forschungsmittel
  3. Veranstaltungen in den nächsten Monaten (Erinnerung)
  4. Film
  5. Literaturhinweise

Wie üblich vor Beginn des Semesters bzw. der Vortragssaison ein Newsletter, der diesmal kurz ausfällt. 

1. VORTRAGSPROGRAMM:

Unser Vortragsprogramm für dieses Semester <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> hat zwei Schwerpunkte, der eine liegt auf „Klinischer Parapsychologie“ und Beratung, der andere auf Problemen des sogenannten „Physikalischen Mediumismus“ (wobei es um die Phänomene geht und nicht um den interpretativen Kontext, in welchem sie üblicherweise auftreten).
 
Alejandro Parra vom „Institute of Paranormal Psychology“ in Buenos Aires, Argentinien, wird über die zugrundeliegenden Modelle und die theoretischen Ansätze der dortigen Beratungsaktivitäten referieren, wobei er auch mehrere Fallberichte bringen wird. Der Vortrag findet ausnahmsweise an einem Freitag statt; der Referent wird englisch sprechen, die dazugehörigen PPT-Folien sind jedoch ins Deutsche übersetzt.
 
Wim Kramer aus Utrecht wird zunächst bei uns über Leben und Werk des bekannten niederländischen Paragnosten Croiset (und dabei auch über das Werk von W. H. C. Tenhaeff) sprechen und dazu ein 25-minütiges Filmdokument zeigen. Auch dieser Vortrag wird in englischer Sprache gehalten, die Diskussion mag aber auf Deutsch stattfinden.
 
Am darauffolgenden Mittwoch wird Wim Kramer, der der Gründer und jahrelanger Leiter des „Parapsychologisch Adviesbureau“ in Utrecht gewesen ist, an der Sigmund Freud PrivatUniversität (SFU) <http://sfu.ac.at/> einen Vortrag „Paranormal Phenomena & Clinical Practice: Experiences in Counseling“ halten, der eine Kooperationsveranstaltung unserer Gesellschaft mit der SFU darstellt. (Ebenfalls Englisch/Deutsch). Details: <http://sfu.ac.at/data/Kramer_SFU.pdf>
 
Walter Meyer zu Erpen wird seine beiden Vorträge gleich auf Deutsch halten. Im ersten Vortrag diskutiert er das umstrittene Thema des „Ektoplasma“ anhand der Forschungen von Thomas Glendenning Hamilton, dessen riesiges Bildarchiv an der Universität von Manitoba kürzlich auch digital zugänglich gemacht worden ist.
 
In seinem zweiten Vortrag (am Dienstag, ausnahmsweise im Hörsaal III) fokussiert Walter Meyer zu Erpen auf das „Urphänomen“ des Physikalischen Mediumismus, das Tischrücken, das er in einen weiten historischen (von der Mitte des 19. Jhdts bis zur Gegenwart) und einen breiten thematischen Kontext (von der spiritistischen Kommunikation bis zu „Sittergroups“ à la Batcheldor <http://video.google.com/videoplay?docid=6629513578993479726#>) stellt.
 
Der letzte Vortrag im Semester, mein eigener, bleibt beim Thema des „Physikalischen Mediumismus“. Vor einigen Jahren hat der Scole-Report für Aufruhr in der Welt der Parapsychologie gesorgt; nun, wo die „Scole Group“ nicht mehr aktiv ist, liegt der Fokus des Interesses auf einer deutschen Gruppe, dem „Felix Circle“, von dem bemerkenswerte Phänomene berichtet werden und der auch mittels eines weblogs <http://felixcircle.blogspot.com/> selbst an die Öffentlichkeit geht. In dem Vortrag beabsichtige ich, über meine eigenen Beobachtungen in diesem Zirkel zu berichten und die Mitteilungen anderer Besucher des Zirkels zusammenfassend zu referieren.
 
 
2. FORSCHUNGSMITTEL:
 
Der „Helene Reeder Memorial Fund for Research into Life after Death (HRF)“, eine Stiftung in Schweden lobt Forschungsmittel für kleine oder mittlere wissenschaftliche Projekte aus, die, wie der Name der Organisation sagt, für Forschung über ein Leben nach dem Tod zweckgebunden sind. Wie ich schon vor langer Zeit in einem Aufsatz „Der sogenannte wissenschaftliche Spiritismus als parapsychologisches Problem“, erschienen in einem längst vergriffenen Band „Parapsychologie. Ein Handbuch“ (Hrsg. Oskar Schatz, Styria 1976) ausführlich dargelegt habe, halte ich derartige Forschung aus grundsätzlichen Erwägungen heraus für aussichtslos. Aber natürlich kann ich mich – errare humanum ist – in dieser meiner Beurteilung auch irren, und so komme ich gerne dem Wunsch nach, diese Information weiterzugeben. Nähere Details: HRF c/o <edgar.muller@comhem.se>
 
 
3. AUSBLICK AUF KOMMENDE VERANSTALTUNGEN:
(Wiederverlautbarung aus dem vorigen Newsletter zur Erinnerung)
 
3.1
Tagung „Klartraum – Wahrtraum“. Außergewöhnliche Traumerfahrungen in der empirischen Forschung.
26.-28. März 2010
Universität Heidelberg
Veranstalter: Gesellschaft für Anomalistik e. V.
<http://www.anomalistik.de/aktuell/veranstaltungen/tagung-2009-klartraum-wahrtraum.html>
 
3.2
8th BIAL-Symposium „Behind and Beyond the Brain“
7.-10. April 2010
Porto, Portugal
Veranstalter: BIAL-Foundation
<http://www.bial.com/en/bial_foundation.11/symposium.19/%26nbsp.a39.html>
 
3.3
53rd Annual Parapsychological Association Convention
22.-25. Juli 2010
Paris - Enclos Rey
Veranstalter: PA, siehe oben
<http://parapsych.org/breaking-news.html#9>
 
 
4. KINOFILM
 
Ein Film „Männer, die auf Ziegen starren“ ist in den Kinos angelaufen – es handelt sich dabei um einen Klamauk, den ich nur deshalb hier erwähne, weil am Rande parapsychologische Themen angesprochen werden. Darüber unterrichtet die Wikipedia: <http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4nner,_die_auf_Ziegen_starren> mit einem Link zum Lemma „First Earth Battalion“ <http://en.wikipedia.org/wiki/First_Earth_Battalion> (englisch), dort in den Absätzen „The Warrior Monk Ethos“ und „New directions“ weitere Links zu den parapsychologischen relevanten Themen, z. B. dem remote viewing program am SRI. (Vgl. zu dieser Thematik auch <http://parapsychologie.ac.at/programm/ws199900/mulacz/cia.htm>.)
 
 
5. LITERATURHINWEISE:
 
5.1
Hartmut Binder: „Gustav Meyrink: Ein Leben im Bann der Magie“. Vitalis Verlag, 2009, ISBN 978-3899190786. Es handelt sich um einen gewichtigen Band von fast 800 Seiten mit ebenso gewichtigem Inhalt, der unbedingt eine ausführlichere Rezension verdient, die allerdings erst im nächsten Newsletter erscheinen wird.
 
5.2
Heather Wolffram: „The Stepchildren of Science: Psychical Research and Parapsychology in Germany, 1870-1939“ – die angekündigte Rezension muß umständehalber ebenfalls auf den nächsten Newsletter verschoben werden.
 
 
Prof. Peter Mulacz

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Newsletter N° 38 – Wien, 23. Dez. 2009

 
 
INHALT:
 
1. Parapsychological Association
2. Interessante Veranstaltungen in den nächsten Monaten
3. Rückblick auf das vergangene Semester
4. Literaturhinweise
5. Personalia
6. Feiertagswünsche
 
 
1. NEUES VON DER PARAPSYCHOLOGICAL ASSOCIATION:
 
Einladung zum Beitritt
Die Parapsychological Association (kurz: PA), 1957 in Durham gegründet, versteht sich als die Berufsvereinigung der wissenschaftlich tätigen Parapsychologen. Vor nunmehr 40 Jahren ist die PA in die prestigeträchtige American Association for the Advancement of Science (AAAS) aufgenommen worden, die wohl die weltweit wichtigste Wissenschaftsorganisation ist. Damit muß – zumindest formal – der säkulare Streit um den Wissenschaftscharakter der Parapsychologie als beendet angesehen werden.
Gegenwärtig führt die PA eine Werbeaktion durch, in deren Zug die Bedingungen für die Mitgliedschaft geändert worden sind. Während früher für einen Beitrittskandidaten u.a. Empfehlungsschreiben zweier Mitglieder nötig waren, ist diese Hürde bei der Mitgliedskategorie "Affiliate" jetzt gefallen und das einzige Kriterium für einen Beitritt stellt – wie auch in unserer Gesellschaft – das Interesse am Forschungsgebiet der Parapsychologie dar (von der Selbstverständlichkeit der Bezahlung des Mitgliedsbeitrages abgesehen).
Nähere Information unter <http://parapsych.org/breaking-news.html#10>.
 
 
2. AUSBLICK AUF KOMMENDE VERANSTALTUNGEN:
 
2.1 Tagung "Klartraum – Wahrtraum". Außergewöhnliche Traumerfahrungen in der empirischen Forschung.
26.-28. März 2010
Universität Heidelberg
Veranstalter: Gesellschaft für Anomalistik e. V.
<http://www.anomalistik.de/aktuell/veranstaltungen/tagung-2009-klartraum-wahrtraum.html>
 
2.2 8th BIAL-Symposium "Behind and Beyond the Brain"
7.-10. April 2010
Porto, Portugal
Veranstalter: BIAL-Foundation
<http://www.bial.com/en/bial_foundation.11/symposium.19/%26nbsp.a39.html>
 
2.3 53rd Annual Parapsychological Association Convention
22.-25. Juli 2010
Paris - Enclos Rey
Veranstalter: PA, siehe oben
<http://parapsych.org/breaking-news.html#9>
 
 
3. RÜCKBLICK:

3.1 Paradis-Symposium und Konzert
 
Am 2./3. Dez. 2009 fand an der Universität Mozarteum in Salzburg das Symposium "Maria Theresia Paradis" sowie ein Konzert aus Anlaß des 250. Geburtstags der Künstlerin statt:
<http://www.moz.ac.at/pdf/allgemein/paradis.pdf>
und <http://www.moz.ac.at/intern/hp/userfiles/51057/files/2_12_%20Paradis%20Symposion+Konzerte.pdf>
Während für die Musikwissenschaftler die magnetische Kur an der blinden Pianistin nur eine Episode in ihrem Leben darstellt, stellt reziprok Mesmers Behandlung dieser Prestigepatientin nur eine, wenn auch wichtige, Episode in seiner Karriere dar – und Mesmer ist schließlich in der Vorgeschichte der Parapsychologie eine ganz zentrale Persönlichkeit (vgl. <http://mesmer.parapsychologie.info/> und <http://parapsychologie.info/wirkung.htm>)
Marion Fürst, Autorin einer umfassenden Paradis-Monographie (Maria Theresia Paradis: Mozarts berühmte Zeitgenossin, Böhlau-Verlag) und ich haben bei diesem schönen Symposion über das Leben der Paradis bzw. ihre Krankheit und ihre schlußendlich erfolglose Behandlung sowie die heutige Beurteilung derselben referiert.
 
3.2 Die letzten Vorträge unserer Gesellschaft
 
Von den drei besonders interessanten Vorträgen (Hartmann Römer [2 x] und Stefan Procházka) werde ich jeweils Zusammenfassungen auf unsere Website stellen; das will ich über die Feiertage erledigen, sodaß spätestens mit dem Jahreswechsel diese Inhalte zugänglich sein werden.
 
 
4. LITERATURHINWEISE:
 
4.1 Bereits mehrfach habe ich auf die von der Parapsychological Foundation (kurz: PF) gesponserte Tagung "Utrecht II: Charting the Future of Parapsychology" <http://www.pflyceum.org/266.html> bzw. <http://www.pflyceum.org/451.html> verwiesen. Nunmehr ist der betreffende Tagungsband, der rund 600 Seiten stark ist, erschienen. Der Band ist so brandneu, daß er auf der Internetpräsenz der PF noch gar nicht aufscheint – aber wenn es so weit sein wird, findet man ihn unter den Publikationen <http://www.parapsychology.org/dynamic/070202.html> bzw. <http://www.psi-mart.com/search.php?Id=4&PreformQuery=30&PreformTitle=All+Proceedings>
(Übrigens gibt es auch den Band "Utrecht I" aus 1953: <http://www.psi-mart.com/details.php?Id=&IdArt=294>).
Selbstverständlich wird auch in der Bibliothek unserer Gesellschaft ein Exemplar dieses wichtigen Werks vorhanden sein, entlehnbar (nur für Mitglieder) ab dem Beginn des Sommersemesters 2010.

4.2 Von Annekatrin Puhle, die bereits 2005 das schöne Buch "Mit Goethe durch die Welt der Geister. Geisterbegegnungen aus vielen Jahrhunderten" vorgelegt hat, gibt es jetzt in der gleichen Ausstattung "Mit Shakespeare durch die Welt der Geister: Geisterberichte aus England, Schottland, Irland, Wales und Cornwall".
Freilich kein "wissenschaftliches" Werk, aber sehr interessant und unterhaltsam zu lesen, und ein "refresher" hinsichtlich der literarischen Bildung ;-), somit empfehlenswert (und im Gegensatz zum nächsten Buch auch durchaus erschwinglich) …
Verlag O. Reichl, St. Goar, 2009
ISBN-10: 3876672708
ISBN-13: 978-3876672700

4.3 Heather Wolffram: "The Stepchildren of Science: Psychical Research and Parapsychology in Germany, 1870-1939", ebenfalls neu erschienen, verdient, weil es sich auf die Geschichte der Parapsychologie im deutschen Sprachraum bezieht, eine eingehendere Darstellung, obwohl das Buch leider sehr teuer ist. Eine ausführliche Rezension folgt im nächsten Newsletter.
Verlag Rodopi, Amsterdam, 2009
Sprache: Englisch
ISBN-10: 9042027282
ISBN-13: 978-9042027282


5. PERSONALIA:

Univ.-Prof. Dr. Helmuth E. Grössing, Historiker an der Universität Wien, bis vor kurzem Direktor des Instituts "österreichisches Biographisches Lexikon und Biographische Dokumentation" (öBL) der österreichischen Akademie der Wissenschaften, feiert anfangs des kommenden Jahres ein "rundes" Jubiläum: seinen 70. Geburtstag. Helmuth Grössing, langjähriger Präsident der österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte (öGW) ist dem Gegenstand Parapsychologie und besonders unserer Gesellschaft sehr verbunden, war er doch durch einige Jahre hindurch unser Vizepräsident, bis er dann auf eigenem Wunsch aus dem Vorstand ausgeschieden ist. Einschlägige Dissertationen, die er betreut hat, wurden z.B. von Heindl und Löcker vorgelegt (darauf beruhende Publikationen: siehe unten).
Der Verlag Erasmus-Wien beabsichtigt, eine Subskription auf eine spezielle Publikation zur Würdigung Prof. Grössings (mit einer tabula gratulatoria der Subskribenten) aufzulegen. Anfragen von Interessenten bitte direkt beim Verlag Erasmus-Wien bzw. e-mail <office@erasmuswien.at>.
Jedenfalls schließt sich unsere Gesellschaft der Schar der Gratulanten an und wünscht dem Jubilar alles Gute "ad multos annos".
[Gerhard Heindl: Die österreichische Gesellschaft für Parapsychologie und Grenzbereiche der Wissenschaften: 1927-1963 mit einem statistischen Anhang bis 1997. Frankfurt, Peter Lang Verlag, 1998.
Martina Löcker: Parapsychologie und Hexenwesen. In: "Mensch – Wissenschaft – Magie" -
Mitteilungen der österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte, Wien, Band 26, pp. 45-74.
 
 
6. ANLÄSSLICH DER KOMMENDEN FEIERTAGE …
 
Zum Schluß wünsche ich, wie jedes Jahr, im Namen des Präsidenten und des Vorstandes unserer Gesellschaft allen Lesern dieses Newsletters – Mitgliedern, Gästen, Referenten unserer Gesellschaft und Interessenten in Nah und Fern – EIN FROHES WEIHNACHTSFEST und viel Glück im Neuen Jahr!
 
 
Prof. Peter Mulacz

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Newsletter N° 37 – Wien, 15. Okt. 2009



INHALT:
 

  1. Prof. H. Hofmann, unser Ehrenpräsident, kürzlich verstorben
  2. Vortragsprogramm Winteresemester 2009/10 (mit Änderung!)
  3. In memoriam Gertrude R. Schmeidler, 1912-2009
  4. Nachlaß von Montague Ullman ist an die ASPR gegangen
  5. Zwei Jubiläen im Kontext des Spiritismus: 
    1. A.R. Wallace (im Kontext des Darwin-Jahres)
    2. A. Conan Doyle
  6. Interessanter Aufsatz zur Wissenschaftstheorie und -soziologie
  7. On-line Umfragen


1. HELLMUT HOFMANN (1921-2009)

Die österreichische Gesellschaft für Parapsychologie und Grenzbereiche der Wissenschaften trauert um ihren Ehrenpräsidenten, em. o. Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Hellmut Hofmann, der am 3. Oktober hochbetagt verstorben ist.
Nachruf:   <http://parapsychologie.ac.at/hofmann/nachruf.htm>
Partezettel:   <http://parapsychologie.ac.at/hofmann/partezettel.pdf>


2. PROGRAMM
 

Wie immer ist das Programm auch on-line auf <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> abrufbar und bereits versandt worden. Ebenfalls wie immer bemühen wir uns, unserem Auditorium ein weit gefächertes Programm zu bieten:

Der theoretische Physiker Hartmann Römer aus Freiburg i. Br. ist durch seine – gemeinsam mit Harald Atmanspacher und Harald Walach erfolgte – Verallgemeinerung quantenphysikalischer Formalismen bekannt geworden. Er wird – in gemeinverständlicher Sprache – zunächst über diese Verallgemeinerung sprechen (WQT, Weak Quantum Theory), und in einem zweiten Vortrag am Dienstag, den ersten Vortrag exemplifizierend, über konsistente und inkonsistente Geschichten, wobei wiederum die Quantentheorie in Bezug auf diese „Geschichten“ im Mittelpunkt steht („Geschichte“ dabei im Sinne von „history“, nicht von „story“). Insbesondere erscheinen inkonsistente Geschichten als eine Verallgemeinerung des Begriffes der quantentheoretischen Komplementarität.

Stephan Procházka wird uns in eine ganz andere Welt einführen, in ein islamisches Besessenheitsritual, genannt „Zar“ (was trotz des zufälligen Gleichklangs im Deutschen nichts mit dem Titel der seinerzeitigen russischen etc. Herrscher zu tun hat), das bemerkenswerte Parallelen zu spiritistischen Vorstellungen aufweist und daher für die Parapsychologie von Relevanz ist.

Zu Semesterende, im Jänner 2010, werde ich die Ergebnisse eines größeren Telepathieexperiments vorstellen, das im Rahmen unserer Gesellschaft bereits mehrfach erwähnt worden war, mittlerweile aber abgeschlossen ist.


3.    IN MEMORIAM GERTRUDE SCHMEIDLER

Gertrude Raffel Schmeidler <http://parapsych.org/members/g_schmeidler.html>, Professor Emerita der Psychologie am City University of New York, ist am 9. März 2009 im Alter von 96 Jahren friedlich im Schlaf verstorben. Sie hat sich insbesondere dadurch einen Ehrenplatz in der Geschichte der Parapsychologie verdient, als sie den Vergleich von Persönlichkeitsvariablen mit psi-Leistungen eingeführt hat. Für den Komplex von Einstellungen gegenüber der Parapsychologie bzw. Glauben an die Realität des Paranormalen hat sie die sprechenden Bezeichnungen „sheep“ und „goats“ („Schafe“ und „Böcke“) geprägt. Wenn „Böcke“ (= „Ungläubige“) psi-begabt sind, scheinen sie das Zielobjekt besonders häufig zu vermeiden statt zu treffen („psi-missing“).

In hohem Alter hat Gertrude Schmeidler noch eine hochherzige Stiftung im Rahmen der Parapsychological Association (PA) <http://parapsychlology.org/> begründet, „Parapsychological Association Research Endowment“ (PARE)  <http://www.parapsych.org/grants.html> genannt, womit parapsychologische Forschung, von allem von Studenten, teilfinanziert werden kann.


4.    NACHLASS VON M. ULLMAN AN DIE ASPR

Wie erst kürzlich bekannt wurde, ist der wissenschaftliche Nachlaß des bereits 2008 im Alter von 91 Jahren verstorbenen Psychoanalytikers und Parapsychologen Montague Ullman an die American Society for Psychical Research (ASPR) <http://www.aspr.com/> in New York gegangen und wird dort archiviert.

Ullman, <http://en.wikipedia.org/wiki/Montague_Ullman>, <http://siivola.org/monte/> und <http://dreamtalk.hypermart.net/member/files/montague_ullman.html>, ist vor allem durch seine gemeinsam mit Stanley Krippner am Maimonides Memorial Hospital durchgeführten Experimente zur Traumtelepathie berühmt geworden. Vgl. Montague Ullman, Stanley Krippner und Alan Vaughan: Traumtelepathie. Telepathische Experimente im Schlaf. Verlag J. Kamphausen, 1982 (und andere Ausgaben): <http://www.amazon.de/Traumtelepathie-Telepathische-Experimente-im-Schlaf/dp/3591080454>.


5.    ZWEI JUBILÄEN IM KONTEXT DES SPIRITISMUS

5.1    Wallace (im Kontext des Darwin-Jahres)

Alle Welt feiert heuer Charles Darwin. Dabei wird manchmal auch des Alfred Russel Wallace und dessen viel zu wenig gewürdigter Rolle in der Frühgeschichte der Evolutionstheorie gedacht. Noch viel weniger wird allgemein erwähnt – was hier hervorgehoben sei –, daß Wallace auch ein Vorkämpfer des Spiritismus gewesen ist. (Bekanntlich ist eine der historischen Wurzeln der Parapsychologie die, daß sie angetreten ist, die Behauptungen des Spiritismus zu überprüfen. Insofern haben Spiritismus und Parapsychologie ein Stück gemeinsamer Geschichte.) Immerhin wird Wallace’ Beschäftigung mit dem Spiritismus auf Wikipedia <http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Russel_Wallace> korrekt reflektiert (dort als „Spiritualismus“ bezeichnet, wie zu Wallace’ Zeiten teilweise üblich, um sich vom frankophonen Spiritismus von Alain Kardec abzugrenzen, aber mit dem Problem belastet, daß eine Verwechslung mit der philosophischen Richtung „Spiritualismus“ passiert.)

5.2    Sir Arthur Conan Doyle

Vor 150 Jahren wurde der Arzt und Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle geboren, der sich ebenfalls dem Spiritismus zuwandte – ganz im Gegensatz zu seiner scharfsinnigen Romanfigur Sherlock Holmes jedoch in eher unkritischer Weise. Insbesondere ist er der Düpierung durch zwei junge Mädchen auf den Leim gegangen, die Fotos von „Feen“ gefälscht haben (die „Feen von Cottingley“). Die Darstellung dieses Aspekts in Conan Doyle’s Leben ist in der englischsprachigen Wikipedia <http://en.wikipedia.org/wiki/Arthur_Conan_Doyle> weit ausführlicher als in der deutschsprachigen <http://de.wikipedia.org/wiki/Conan_Doyle >.


6.    INTERESSANTER AUFSATZ ZUR WISSENSCHAFTSTHEORIE UND -SOZIOLOGIE

Ein insbesondere für die „Grenzgebiete“ relevanter Aufsatz „How to Reject Any Scientific Manuscript“ von Prof. DDr. Dieter Gernert (TUM), im Journal of Scientific Exploration erschienen, kann jetzt heruntergeladen werden:  <http://vixra.org/pdf/0907.0020v1.pdf>.


7. NEUE UMFRAGE

Rosemarie Breen hat ein weiteres Umfrage-Projekt im WWW laufen (in englischer Sprache):
<http://www.surveymonkey.com/s.aspx?sm=9um2Ui2VCxA0pU5TKzfQ5w_3d_3d> bzw. (für paranormale Dienstleister) <http://www.surveymonkey.com/s.aspx?sm=lXOIQtz8HzMU_2bnfKob12iA_3d_3d>.

 
Prof. Peter Mulacz
 

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Newsletter N° 36 – Wien, 04 05 2009

 
 
INHALT:
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1. Rupert Sheldrake in Wien – Vortrag morgen!
2. „Skeptiker“-Organisationen
3. Interessantes in der Wissenschaftssendung „Einstein“
4. Mirin Dajo-Filme aufgetaucht
5. Hans Holzer verstorben
6. Neuer Film (auf DVD) über Parapsychologie
7. Versuchsteilnehmer gesucht
 
 
1. RUPERT SHELDRAKE IN WIEN – VORTRAG MORGEN!
 
Der Biologe und Forscher auf dem Gebiet des Paranormalen – ursprünglich bekannt geworden durch seine Hypothese der „Morphogenetischen Felder“ – hält, wie leider erst sehr kurzfristig bekannt geworden ist, morgen in Wien einen Vortrag mit dem Titel „A New Science of Life: Morphic Resonance and the Memory of Nature” (ein Amalgam aus den Titeln der UK- und der US-Ausgabe seines neuen Buches).
 
Ort & Zeit: Universität für Bodenkultur Wien, HS XX, 1190 Wien, Muthgasse 18
Di, 05. Mai 09, 19:30 h
<http://www.boku.ac.at/7757.html?&tx_bokuverkal_pi2%5bid%5d=2529>
<http://www.chemie.boku.ac.at/fileadmin/_/H77/LVA/Vortraege/Sheldrake_050509.pdf>
 
Sheldrake ist einer der originellsten und innovativsten Denker auf diesem Gebiet, freilich nicht unumstritten, sowohl was seinen theoretischen Ansatz einer „morphischen Resonanz“ betrifft, wie auch, was seine experimentelle Resultate anlangt, die sich vielfach nicht haben replizieren lassen. So waren z.B. Sheldrake’s Ergebnisse hinsichtlich „Telephontelepathie“ (= beim Läuten des Telephons spontan zu wissen, wer gerade anruft) sehr beeindruckend, hatten jedoch gewisse methodische Schwächen, während dann die Freiburger Replikation, die klinisch sauber, sozusagen „aseptisch“, durchgeführt worden ist, keine signifikanten Ergebnisse geliefert hat. Damit ist freilich Sheldrake nicht gleich „widerlegt“, denn es mag durchaus sein, daß die rigiden Versuchsbedingungen in Freiburg waren, die psi-Phänomene nicht haben aufkommen lassen. Weitere Forschung ist angesagt, und es ist die Kunst des Experimentators, die Bedingungen so zu gestalten, daß eine entsprechende Kontrolle und Dokumentation gegeben ist und dennoch eine Atmosphäre herrscht, die „psi-conducive“ (psi-förderlich) ist …
Übrigens kann man auf Sheldrake’s Website auch an on-line-Experimenten teilnehmen.
 
 
2. „SKEPTIKER“-ORGANISATIONEN
 
Kürzlich war in der „Presse“, der „Wiener Zeitung“ und vielleicht auch noch anderen Printmedien, die mir entgangen sein mögen, zu lesen, daß der emeritierte Univ.-Prof. Dr. Heinz Oberhummer, bekannt als Wissenschaftskabarettist, das Präsidium einer „Gesellschaft für kritisches Denken“, der Wiener Regionalgruppe der sattsam bekannten GWUP , übernommen hat.
Aus diesem Anlaß:
mehr über die diversen „Skeptiker“-Organisationen auf „Skeptizimus.de“ (leider schon lange nicht mehr aktualisiert) sowie auf der englischen Partnerseite „Skepticalinvestigations.org“.
Erinnert sei auch an das schöne Wort von Hans Bender, der – als Gegenpol zu den „Esoterikern“ als einer Gemeinschaft von „Gläubigen“ – die Skeptiker als „Negativ-Gläubige“ bezeichnet hat; viele von ihnen erweisen sich sogar als „Fundamental-Negativ-Gläubige“.

Ein instruktives Beispiel dafür, wie „Skeptiker“ sich gegenüber andersdenkenden Wissenschaftlern benehmen, beschreibt der oben genannte Rupert Sheldrake hinsichtlich der Aufnahme einer TV-Diskussion zwischen ihm und Richard Dawkins (ebenfalls Biologe, Autor von „Der Gotteswahn“) auf seiner Website <http://www.sheldrake.org/D&C/controversies/Dawkins.html> bzw. auf deren deutscher Ausgabe <http://www.sheldrake.org/Deutsch/Dialog/dawkins.html>.
 
 
3. WISSENSCHAFTSSENDUNG „EINSTEIN“
 
Die Wissenschaftssendung „Einstein“ des Schweizer Fernsehens, deren Ausgaben auch im WWW abrufbar sowie als Podcast speicherbar sind, hat in ihrer letzten Folge (23.04.2009) zwei Berichte gebracht, die beide für den Bereich der Parapsychologie von Interesse sind, vorausgesetzt, man versteht Schweizerdeutsch …
<http://tvprogramm.sf.tv/details/12c1a82b-4f48-4992-910e-407755ef3994> (mit Kurzbeschreibungen) bzw. SF-Videoplayer <http://www.sf.tv/videoplayer/sa_player.php?videouuid=D10A7990-A86D-47BA-9580-5C04F4F86D66&skinid=popup>;  Download als Podcast <http://podcastsource.sf.tv/media/sf/podcast/einstein/2009/04/einstein_20090423_210822_526k.m4v>.

Im SF-Videoplayer könne die einzelnen Beiträge ausgewählt werden, davon relevant

 
3.1 Die kürzlich wieder aufgetauchten Filme über Mirin Dajo (mehr zu ihm gleich unter Punkt 4) waren Veranlassung für dieses knapp acht Minuten dauernde Feature, wobei es der journalistischen Übertreibung entspringt, Mirin Dajo als „Wunder“ zu klassifizieren. Interessant sind die kontroversiellen Stellungnahmen befragter Wissenschafter: für den Chirurgie-Oberarzt Gregor Szöllozy vom Waidspital Zürich sind die Darbietungen Mirin Dajos nicht nur sehr eindrücklich, erstaunlich und auf jeden Fall etwas Außergewöhnliches (was ja auf der Hand liegt), sondern er glaubt, daß man bei derartigen Durchstechungen mit schweren Verletzungen rechnen (!) müßte, während der Medizinhistoriker Christoph Mörgeli, welcher den Nachlaß des Mirin Dajo-Untersuchers Prof. Brunner, Zürcher Chirurgie-Professor, studiert hat, zu dem Resultat kommt, daß alles hinreichend erklärbar sei.
 
3.2 Im fünfminütigen Beitrag über Brugger geht es darum, welche Menschen eher an das „Übersinnliche“ glauben und welche nicht – es geht hingegen nicht darum, zu hinterfragen, ob es „Übersinnliches“ (oder auch paranormale Phänomene) überhaupt gibt. Die Einstellung der Forschergruppe dazu kommt klar heraus. – Was immer man unter „Übersinnliches“ verstehen mag, das Wort ist denkbar ungeeignet, paranormale Phänomene zu kennzeichnen.
 
 
4. MIRIN DAJO FILMDOKUMENTE
Der Schweizer Journalist Luc Bürgin – auf dessen Buch über Mirin Dajo ich bereits im Newsletter N° 16 vom 01. 08. 2004 hingewiesen habe – hat die alten Filme aus den 1940er Jahren über die Schweizer Vorführungen von bzw. Untersuchungen an Mirin Dajo aufgefunden, zusammengestellt und im dankenswerterweise im Web öffentlich zugänglich gemacht. Diese gesamte Mirin Dajo-Filmdokumentation mit einer Laufzeit von 15:11 Minuten ist kostenlos auf <http://mirin-dajo.com/mirindajo.html> bzw. <http://mysteries-magazin.com/index.php?op=page&id=10> abrufbar.
Analoge Beobachtungen wie bei Mirin Dajo – keine Blutung und offenbar keine Folgeschäden – lassen sich bei den rituellen Durchstechungen beobachten, die in manchen Sufi-Schulen, also im Rahmen islamischer Mystik, durchgeführt werden, wie ich sie im Nahen Osten aus nächster Nähe sehen und dokumentieren habe können [Vgl. Mulacz, P. (1998): Deliberately Caused Bodily Damage (DCBD) Phenomena: A Different Perspective. In: Journal of the Society for Psychical Research 62: 434 – 444]. Auch wenn der Kontext der Durchstechungen bei Miri Dajo und diesen Sufis ein völlig anderer ist, ein isolierter Einzelfall ist Mirin Dajo keineswegs.
 
 
5. HANS HOLZER VERSTORBEN
 
Der bekannte Schriftsteller und Sachbuchautor auf dem Gebiet der Parapsychologie, Hans Holzer, ist am 26. April im 89. Lebensjahr verstorben. Ein gebürtiger Wiener, emigrierte er 1938 und erwarb er seinen PhD am London College of Applied Science; in den USA hat er dann eine Karriere als überaus fruchtbarer Autor (insgesamt knapp 150 Bücher) gemacht. Bekannt als „Ghost Hunter“ (auch Buchtitel, 1963), legte er eine einfache spiritistische Grundeinstellung an den Tag, glaubte auch an Reinkarnation und hat sich selbst eine gewisse Sensitivität zugeschrieben. Seine Bücher auf dem Gebiet der Parapsychologie sind spannend zu lesen, lassen jedoch jegliche kritische Distanz zum Gegenstand vermissen. Wenn man auch Holzer demnach nicht mit den seriösen Wissenschaftlern auf diesem Gebiet in einem Atemzug nennen kann, so war er doch (nicht zuletzt aufgrund seiner Kontakte mit Eileen Garrett und Lisette Coly von der Parapsychology Foundation) eine bekannte Figur in unserem Gebiet und hat sich als Popularisierer das Verdienst erworben, das Interesse für Fragen der Parapsychologie in weiten Kreise des Lese- (und auch des US-amerikanischen TV-)publikums geweckt und aufrecht erhalten zu haben.
 
Vgl. <http://en.wikipedia.org/wiki/Hans_Holzer>
Ferner: <http://www.ghostvillage.com/legends/2005/legends35_02072005.shtml>
<http://www.merrynjose.com/artman/publish/article_320.shtml>
(Holzers Tochter Alexandra: <http://www.spectralreview.com/2008/03/14/
growing-up-haunted-a-ghostly-memoir/>)

 
 
6. NEUER FILM (AUF DVD) ÜBER PARAPSYCHOLOGIE:
„Something Unknown Is Doing We Don’t Know What”

 
In diesem von dem Niederländer Renée Scheltema, der jetzt in Südafrika lebt, gestalteten Film (Laufzeit 104 Minuten) treten u. a. die folgenden Wissenschaftler auf:
Charles Tart, Dean Radin, Gary Schwartz, Roger Nelson, Rupert Sheldrake, Hal Puthoff, Larry Dossey, Edgar Mitchell, Jack Houck, sowie viele andere, die außerhalb der USA recht unbekannt sind. Ich habe die DVD, die brandneu ist, selbst noch nicht gesehen, aber ich habe angesichts dieser Liste „gemischte Gefühle“, da ich gegen einige der Genannten (Schwartz, Dossey u.a.) gewisse Vorbehalte nicht unterdrücken kann. Andererseits wird die DVD überaus gelobt … Wie auch immer das endgültige Urteil ausfallen mag, als aktuelle Aktivität auf dem Gebiet der Parapsychologie ist der Hinweis auf den Film auf jeden Fall angebracht. Die Website dazu: <http://www.somethingunknown.com/>.
 
 
7. VERSUCHSTEILNEHMER GESUCHT
 
Nach wie vor werden Versuchsteilnehmer für das laufende Telepathie-Experiment gesucht. Besonders willkommen wären Elternteil/Kind sowie Geschwister (insbesondere Zwillinge).
Näheres auf <http://experiment.parapsychologie.info/>. 

  
Prof. Peter Mulacz
 

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Newsletter N° 35 – Wien, 14 03 2009


INHALT:
=======

1. Programm
2. Gemeinnützigkeitsstatus
3. Experiment – Versuchspersonen gesucht
4. Internationale Konferenzen
5. Nachruf (Otto Prokop)
6. Literaturhinweise
7. Video-Clips


1. PROGRAMM

Wie immer bieten wir unserem Auditorium ein weit gefächertes Programm.

Alfons Steiner wird über Voraussagen sprechen, wobei das Wort "Präkognition" im Titel bewußt von einem Fragezeichen gefolgt ist. Zu den "bayrischen Waldpropheten" vgl. auch den Essay "Lust an der Apokalypse – 'Die Welt steht auf kan' Fall mehr lang'" auf <http://parapsychologie.info/endzeit/millenni.htm>.

Dr. Hans Peter Weidinger <http://holotrop.at/>, Psychotherapeut und FA für Psychiatrie und Neurologie, befaßt sich mit den Auswirkungen des Atmens auf den Bewußtseinszustand und stellt dabei mit dem "Holotropen Atmen" eine Methode vor, veränderte Bewußtseinszustände zu erlangen. Diese Technik ist von dem tschechisch/US-amerikanischen Psychiater Stan Grof entwickelt worden, neben Charles Tart u.a. einem der Begründer der aus der Humanistischen Psychologie hervorgegangenen Transpersonalen Psychologie. Bekanntlich integrieren diese beiden Schulen der Psychologie auch das Paranormale. Somit spannt sich der Bogen von der Physiologie bis zur Spiritualität.

Dr. Theodor Harmsen, an der "Bibliotheca Philosophica Hermetica" in Amsterdam tätiger Kulturwissenschaftler, stellt Leben und Werk des "okkulten" Schriftstellers Gustav Meyrink dar, der – ein spirituell Suchender und parapsychologisch Forschender – durch selbsterlebte Spukphänomene in einem Haus in Levico von der Tatsächlichkeit der paranormalen Phänomenik überzeugt worden ist und auch sonst eine interessante Biographie aufweist. Neben seinem literarischen Schaffen hat Meyrink auch ein Büchlein über Parapsychologie ("An der Grenze des Jenseits") sowie eine Fallsammlung zu (angeblichen) alchemistischen Transmutationen ("Goldmachergeschichten") publiziert. Das Buch, das unser Referent über Meyrink verfaßt hat und das ich bereits im Newsletter N° 33 angekündigt habe, ist mittlerweile erschienen.

Unsere beiden weiteren Referenten, Dr. Günther Fleck und Univ.-Doz. Dr. Christa Tuczay, haben bereits mehrfach bei uns vorgetragen, wobei Günther Fleck auch unserem Vorstand angehört.

Der Begriff "Mediumistische Psychose" wurde von dem deutschen Psychiater Richard Henneberg geprägt und später von Hans Bender weitergeführt (siehe Bender, H. (1959): Mediumistische Psychosen. Ein Beitrag zur Pathologie spiritistischer Praktiken. Zeitschrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie 2: 173-201; ähnlich in "Neue Wissenschaft" und in "Ärztliche Praxis"). Noch heute ist der Fall des Theologen und Professors der Experimentalchemie am kgl. Lyzeum in Freising, Ludwig Staudenmaier – Selbstversuche zur Dissoziation der Persönlichkeit, deren Kontrolle ihm entglitten ist, worüber er mehrfach publiziert hat – ist nach wie vor faszinierend und lehrreich. Der Text, ursprünglich in Ostwalds "Annalen der Naturphilosophie" (1910) erschienen, dann in zwei zeitgenössischen Auflagen als Buch, ist im Web verfügbar: <http://www.geocities.com/ariadnesrope/Staudenmaier.pdf>.

Die Figur des "Magiers" ist schillernd, wie die des Tricksters. Auch Uri Geller ist eine Persönlichkeit, die sich kaum in traditionelle Kategorien einordnen läßt, scheint er doch echte paranormale Phänomene gezeigt zu haben und dennoch greift er unverschämt in die Trickkiste, wie ich beides aus eigenem Augenschein bezeugen kann. Christa Tuczay setzt sich mit dem Bild des "Magiers" von der Antike bis heute auseinander.


2. GEMEINNÜTZIGKEITSSTATUS

Von der Generalversammlung (19. Jänner 2009) ist eine Adaptation des Wortlauts einiger Punkte unserer Statuten an die Vorgaben des Finanzamtes beschlossen worden, nota bene ohne inhaltliche Änderung mit sich zu bringen. Nach Erfüllung aller bürokratischen Erfordernisse ist unserer Gesellschaft nunmehr mit Bescheid vom 3. März 2009 der Status der Gemeinnützigkeit zuerkannt worden, d. h., Zahlungen an die Gesellschaft (Mitgliedsbeiträge ebenso wie Spenden) können gem. § 4 Abs 4 Z 5 ESTG 1988 steuerlich abgesetzt werden. Bewahren Sie daher die Zahlungsbestätigung für die Einreichung anläßlich der Arbeitnehmerveranlagung (bzw. was immer für Sie zutreffen mag) auf.


3. EXPERIMENT – VERSUCHSTEILNEHMER GESUCHT

Nochmals: Einladung zur Teilnahme an einer parapsychologischen Experimentalreihe zur Telepathie.
Als Probanden werden weiterhin laufend gesucht:
emotional miteinander verbundene Teams bzw. Paare, z.B. Ehepaare, Freund/Freundin, Elternteil/Kind (Kinder erst ab ca. 10 Jahren) oder sonstige Bezugspersonen, Geschwister (sehr gerne Zwillinge) etc., egal ob gegen- oder gleichgeschlechtlich.
Information und Anmeldung: <http://experiment.parapsychologie.info/>


4. INTERNATIONALE KONFERENZEN

4.1 Unbegreifliche Zeiten. Wunder im 20. Jahrhundert

Zur Erinnerung – wie bereits im Newsletter N° 32 avisiert, findet in Kürze diese internationale Konferenz statt, und zwar von Mittwoch, 18. März, bis Samstag, 21. März 2009, in Essen (Bildungshotel im Bfz, Karolingerstraße 92). Sie wird von Alexander C.T. Geppert und Till Kössler geleitet und in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI), der Gerda Henkel Stiftung und dem Arbeitskreis Geschichte + Theorie (AG+T) veranstaltet.
<www.kulturwissenschaften.de/home/veranstaltung-191.html>
<www.geschichte-und-theorie.de/Aktuelles/aktuelles.html>
Zusätzliche Teilnahme nach Anmeldung per e-Mail bei den Veranstaltern begrenzt möglich.
Alexander C.T. Geppert (Harvard University/Freie Universität Berlin)
<alexander.geppert@fu-berlin.de>
Till Kössler (Ludwig-Maximilians-Universität München)
<till.koessler@lmu.de>
(Alexander Geppert war einer der Herausgeber des Heftes "Orte des Okkulten", 14. Jg., Heft 4 (2003) der österreichischen Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, vgl. Newsletter N° 16; im Newsletter N° 30 habe ich bereits darauf hingewiesen, daß dieses Heft im Volltext on-line verfügbar ist auf <http://wirtges.univie.ac.at/OeZG/oezg03-4.pdf>)

4.2 Konferenz über Albert Moll (1862-1939)

05/06.11.2009 in der Durham University, Queen's Campus, Stockton-on-Tees (UK), im Wolfson Research Institute. Albert Moll, Nervenarzt, bedeutender Hypnose- und Sexualforscher, spielt in der Geschichte der Parapsychologie eine Rolle als erbitterter Gegner von Albert Frh. v. Schrenck-Notzing. Im Programm der Konferenz ist auch eine Podiumsdiskussion über Moll und die Parapsychologie unter Beteiligung von Heather Wolffram, Barbara Wolf-Braun und Andreas Sommer vorgesehen.
<http://www.dur.ac.uk/chmd/research/mollproject/>
<http://www.dur.ac.uk/chmd/news/mollconference/>
Nähere Information: <katherine.smith@durham.ac.uk>


5. NACHRUF

Am 20. Jänner 2009 ist Otto Prokop verstorben (1921 in St. Pölten geboren, einer der Brüder des bekannten Sportarztes Ludwig Prokop, Wien). Otto Prokop studierte in Bonn und habilitierte sich für Gerichtliche Medizin; er nahm eine Berufung auf den Lehrstuhl im damaligen Ost-Berlin an und wirkte durch 30 Jahre als Direktor des Institutes für Gerichtliche Medizin der Humboldt-Universität in (Ost-) Berlin. Während all dieser Zeit und auch nach seiner Emeritierung (1987) hat die Parapsychologie wie ein dunkler Schatten begleitet, wobei er gleichermaßen die Parapsychologie (unter dem Rubrum "Okkultismus") bekämpfte wie auch außerschulische Heilmethoden; insbesondere zielten seine Angriffe auf Hans Bender. Seine dabei angewandten Methoden waren keineswegs "fair" zu nennen; viele seiner Attacken auf die Parapsychologie entlarven sich selbst. Trotz des altehrwürdigen Grundsatzes "de mortuis nihil nisi bene" kann zur Charakterisierung Prokops und zum Steuer der Wahrheit das folgende nicht unterschlagen werden: Bekanntlich war 1933 der "Hellseher" Erik Jan Hanussen (recte Hermann Steinschneider) ermordet worden. Lange war der Verbleib der polizeilichen Ermittlungsakten und der sichergestellten Gegenstände unbekannt, bis endlich eine Spur zum "Institut für Gerichtliche Medizin" der Ostberliner "Humboldt-Universität" führte. Prokop selbst hat in Zeitschriftenbeiträgen auf das Asservatenbuch hingewiesen etc. Auch machte ein Journalist bekannt, daß eine Kiste mit den originalen Asservaten Hanussens im Institut vorhanden sei, u.a. der 1933 auf Nahschußzeichen untersuchte Anzug mit Einschußlöchern. Nach Auskunft von Prokops Nachfolger als Institutsdirektor, Prof. Geserick, an Wilfried Kugel (Verfasser einer wissenschaftlich fundierten Hanussen-Biographie), habe Prokop das Asservatenbuch an sich genommen und man könne es dem verehrten Emeritus nicht einfach wieder wegnehmen. Nun, nach Prokops Tod, schreibt der nunmehrige Institutsdirektor, Prof. Tsokos, in einem Brief, von dem ein Scan vorliegt, an Kugel: "Ich selbst habe vor zwei Wochen seinen gesamten Nachlaß, der von seiner Familie dem Institut … überlassen wurde, gesichtet. Leider fanden sich die von Ihnen erwähnten drei Objekte aus 1933 (Akte 'Leichensache Steinschneider', Asservatenbuch der Charité und eigentliche Asservate) nicht." Und Tsokos schließt mit der Aussage, "dass sich der Verbleib dieser Gegenstände sicher niemals mehr aufklären lassen wird." Also, kurzgefaßt: Prokop nimmt als Emeritus Archivbestände an sich, und nach seinem Tod sind diese aus dem Nachlaß verschwunden. Man beurteile dies, wie man wolle; Wilfried Kugel, dessen Darstellung des Fakten ich hier gefolgt bin, schließt die Überlegung an: "Private Sammler, von denen es viele gibt, zahlen manchmal horrende Summen für Devotionalien berühmter Zauberkünstler, insbesondere in den USA." Man beurteile dies, sagte ich, wie man wolle, und man beurteile im Lichte dessen Prokop als "Ehrenmann" und als "aufrechten Kämpfer" gegen die Parapsychologie …

6. LITERATURHINWEISE

6.1 Meyrink-Buch

Wie bereits im Kontext des Vortragsprogramms erwähnt, ist das – reich illustrierte -- Buch unseres Referenten über Meyrink bereits erschienen:
Theodor Harmsen: "Der magische Schriftsteller Gustav Meyrink, seine Freunde und sein Werk beleuchtet anhand eines Rundgangs durch die Meyrink-Sammlung der Bibliotheca Philosophica Hermetica, Amsterdam, unter Verwendung weiterer Sammlungen. Mit einer Einleitung von J. R. Ritman." Amsterdam, In de Pelikaan, 2008 <http://www.ritmanlibrary.nl/c/p/h/bel_41p.html>.

6.2 UFO-Buch

Illobrand von Ludwiger: "UFOs - die unerwünschte Wahrheit"
496 Seiten, einige Farbtafeln, umfassendes Literaturverzeichnis, Personen-, Orts- und Sachregister
KOPP-Verlag, 2009
Den einen oder anderen Leser mag befremden, hier einen Hinweis auf ein UFO-Buch zu finden, schließlich ist das UFO-Problem in der "scientific community" eher anrüchig, und manche mögen auch ob anderer Produkte dieses Verlages die Nase rümpfen. Aber allemal ist Wissenschaft nicht eine Frage des Gegenstandes, sondern eine der Methode, und wenn sich zu den UFOs Persönlichkeiten wie Carl Gustav Jung ("Von Dingen, die am Himmel gesehen werden") und Hans Bender geäußert haben, dann möchte ich nicht päpstlicher als der Papst sein.
Zwei Kapitel in diesem Buch veranlassen mich, auf es hinzuweisen: "Die wissenschaftliche Arbeitsweise und Anomalien der Wissenschaft" (103 Seiten) und "Paranormale Fähigkeiten von Menschen mit UFO-Kontakten" (30 Seiten). Zu den "eigentlichen" UFO-Kapiteln will ich aus Kompetenzgründen gar keine Stellung nehmen, aber das erstgenannte, lange Kapitel über der Herangehen der Wissenschaft an auftretende Anomalien ist auch vom Standpunkt der Parapsychologie aus relevant. Der Verfasser zitiert dabei aus älteren und neueren Arbeiten, aus solchen, die dem "mainstream" angehören und aus solchen, die sich eher kritisch verstehen, und liefert ein umfassendes Bild der Problemlage. Das soll nicht heißen, daß ich ihm in allem und jedem zustimmen würde, aber weder meine Zeit noch der Raum in diesem Newsletter erlauben es, auf Details einzugehen, obwohl dies durchaus der Mühe wert wäre.
Was das Kapitel über die paranormalen Fähigkeiten von Kontaktlern betrifft, wird man sich bei der Lektüre oft fragen, wie es um die Faktenlage steht: ist das alles, was der Verfasser hier zitiert und kompiliert, auch wahr? Die Verantwortung dafür liegt natürlich bei den Erstautoren, z.B. Berthold Schwartz, und damit ist der Ball im Lager der Parapsychologie … Angesichts dieser Probleme lobe ich mir die Tatsache, daß die Parapsychologie zu einem bedeutenden Anteil eine experimentelle Wissenschaft ist, womit wir (unter Inkaufnahme von minder spektakulären Resultaten) vieler Probleme von Zeugenaussagen (Wahrnehmungs- und Erinnerungstäuschungen etc.) überhoben sind.
Der Verfasser läßt an seinen Positionen keinen Zweifel, Positionen, die man teilen kann oder auch nicht (und ich kann nicht verhehlen, daß ich da gewisse Reserven habe). Alles in allem stellt das Buch jedoch spannende Lektüre dar, wobei aber mehr neue Fragen (nach der Faktizität ebenso wie nach der Interpretation) auftauchen, als beantwortet werden, was angesichts der schwierigen Materie auch nicht anders zu erwarten ist.

6.3 "Trancemedien und Neue Medien um 1900"
Ein anderer Blick auf die Moderne
Herausgeber: Marcus Hahn, Erhard Schüttpelz
Das im Februar 2009 erschienene und mit zahlreichen Abbildungen versehene Buch befaßt sich u.a. mit Trance, Medien, Trancemedien, Neue Medien, Spiritismus und Medientheorie. Ich leite gemäß diesen Schlagworten nur den Hinweis weiter; das Buch selbst liegt mir (noch) nicht vor.
<http://www.transcript-verlag.de/ts1098/ts1098.php>

6.4 Von Martina Löcker stammt ein Aufsatz "Parapsychologie und Hexenwesen" im soeben erschienen Band 26 der Zeitschrift "Mensch – Wissenschaft – Magie" (Mitteilungen der österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte) im Verlag Erasmus, Wien. Vermutlich erinnern sich noch viele an ihr Referat über dasselbe Thema im Rahmen unserer Gesellschaft im Oktober 2004.

7. Video-Clips auf YouTube:

7.1 Eleonore Zugun (von besonderer Relevanz für die Vorgeschichte unserer Gesellschaft)
<http://www.youtube.com/watch?v=vwcmjmaE7fs>
(www.GeisterNet.com schreibt dieses Filmmaterial Harry Price zu, das ist eindeutig falsch, in Wirklichkeit wurde der Film von der deutschen EMELKA gedreht)

7.2 Harry Price-Interview
<http://www.youtube.com/watch?v=Jdue2DqxFkw>

7.3 Houdini
<http://www.youtube.com/watch?v=QKdYxO63E58&feature=PlayList&p=61F0505E506F84B3&index=0>
(Vorsicht mit am Seitenrand umgebrochenen Links!)

Übrigens, mit dem Freeware-Programm "ClipFinder” von Ashampoo lassen sich Videos der bekannten Portale YouTube, Video Google, ClipFish, metacafe, MySpace, veoh etc. leicht finden und, was besonders praktisch ist, auch gleich auf den eigenen Rechner herunterladen. <http://www.ashampoo.com/frontend/products/php/product.php?session_langid=1&idstring=0055>


Prof. Peter Mulacz

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Newsletter N° 34 – Wien, 21 12 2008


INHALT:
=======

1. Rückblick auf die Tagung „Utrecht II“
2. Klinische Parapsychologie
3. Ausstellung „Goodbye and Hello“ in Bern
4. Neues On-line-Experiment (Rupert Sheldrake)
5. Versuchspersonen gesucht
6. IGPP-Praktika und Stellenausschreibung
7. Literaturhinweise
8. Generalversammlung
9. Sonstiges
10. Feiertagswünsche


1. RÜCKBLICK AUF DIE TAGUNG „UTRECHT II“:

Die Parapsychology Foundation hat nunmehr als ihren Blog #27 ihren zusammenfassenden Bericht über die Tagung auf <http://www.pflyceum.org/10.html> on-line gestellt (in englischer Sprache), mit vielen Bildern und zahllosen weiterführenden Links.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich zwei Korrekturen anbringen: „Utrecht II“ hat natürlich 55 Jahre nach „Utrecht I“ stattgefunden, und nicht, wie irrtümlich geschrieben, 50, und Wim Kramer hat seine sehr verdienstvolle organisatorische Tätigkeit nicht etwa als Privatmann ausgeübt, sondern namens des „Het Johann Borgman Fonds“ (HJBF), einer Organisation, deren wichtigstes Tätigkeitsfeld die Interaktion zwischen „Schulmedizin“ und „Alternativmedizin“ (einschließlich „Geistiger Heilung“) ist und die zwar mit zahlreichen Publikationen, jedoch nicht mit einer Internet-Präsenz an die öffentlichkeit getreten ist.


2. KLINISCHE PARAPSYCHOLOGIE:

Die oben erwähnte Stiftung HJBF hat 2007 eine Expertentagung zum Themenkreis Außergewöhnliche Erfahrungen/Parapsychologie und Psychohygiene/Psychotherapie veranstaltet. Der Tagungsband, „Clinical Aspects of Exeptional Human Experience. An Introductional Reader”, herausgegeben von Wim H. Kramer, Eberhard Bauer und Gerd H. Hövelmann, sollte in Kürze erscheinen.

Von Martina Belz ist gerade eine einschlägige Publikation erschienen:
<http://www.hogrefe.de/?mod=detail&ISBN=978-3-8017-1985-2>

Der hier auftretende Terminus „Klinische Parapsychologie“ scheint mir ambivalent. Einerseits assoziiert er eine Anbindung an die Klinische Psychologie und bringt somit die Parapsychologie näher an traditionelle akademische Fächer heran, was nur positiv sein kann, andererseits befürchte ich, daß er zu einer Stigmatisation der Rat- und Hilfesuchenden als „klinische Fälle“ führen kann; auch Personen, deren Anliege bloße Informationssuche ist, werden sich eher an einer „Parapsychologischen Beratungsstelle“ orientieren wollen.

Die bereits seit 2005 geplante Parapsychologische Beratungsstelle an der Ambulanz der SFU <http://sfu.ac.at/> Wien (vgl. Newsletter N° 23) ist bisher noch nicht realisiert. Das Projekt ist nach wie vor auf der Agenda für die Zukunft, aber doch ein wenig auf die „lange Bank“ geschoben.

Ein paar Links zum Thema:

Parapsychologische Beratungsstelle (mit neu gestylter Website)
 
Abteilung „Beratung und Information“ am IGPP, Website ebenfalls überarbeitet

Abstracts einschlägiger Publikationen:

<http://www.parapsych.org/papers/32.pdf>
<http://www.thieme-connect.de/ejournals/abstract/ppmp/doi/10.1055/s-2004-834682>

Weiters findet am IGPP am 13./14. März 2009 ein Theorie- und am 18./19. September 2009 ein Praxisseminar zum Thema „Psychotherapie und Beratung für Menschen mit außergewöhnlichen Erfahrungen“ statt, das sich an psychologische und ärztliche Psychotherapeut(inn)en und Berater(inn) in der psychosozialen Versorgung sowie Kandidat(inn)en in psychotherapeutischer Ausbildung wendet.
Info und Anmeldung unter <http://www.igpp.de/german/counsel/pdf/flyer_seminar_2009.pdf>.


3. AUSSTELLUNG „GOODBYE AND HELLO“ IN BERN:

Noch bis zum 5. Juli 2009 läuft im Museum für Kommunikation, Bern, die Ausstellung „«Goodbye & Hello» Im Dialog mit dem Jenseits“ <http://www.mfk.ch/ghwechselausstellung.html>, die von seiten der Veranstalter folgendermaßen charakterisiert wird: „Ein spannender, manchmal auch irritierender Rundgang durch die faszinierende Welt der Kommunikation mit dem Jenseits, in deren Zentrum Menschen und ihre Begegnungen mit dem Jenseits stehen.“


4. NEUES ON-LINE-EXPERIMENT VON RUPERT SHELDRAKE:
 
<http://www.sheldrake.org/experiments/jammuspic/>


5. EINLADUNG ZUR TEILNAHME AN EINEM EXPERIMENT – VERSUCHSPERSONEN GESUCHT:

Für eine Reihe von Telepathieversuchen werden in Wien ab der zweiten Jännerhälfte Versuchsteilnehmer gesucht, und zwar ausschließlich Paare, keine Einzelpersonen. „Paare“ können sein: Ehepartner, Freund/Freundin, Mutter/Kind, Geschwister (sehr gerne auch Zwillinge) – jedenfalls Personen, die miteinander emotional verbunden sind.
Nähere Details auf <http://experiment.parapsychologie.info> (Website noch in Arbeit, wird laufend aktualisiert.)


6. IGPP-PRAKTIKA UND STELLENAUSSCHREIBUNG:

Die „highlights“ der Seite <http://www.igpp.de/german/es/Aktuelles.htm>:

6.1 Versuchspersonen:
„Wir suchen immer wieder Personen, die gerne an einem psychophysiologischen Experiment teilnehmen möchten.“ Kontakt: <vp@igpp.de>

6.2 Praktikum:
„Dieses Angebot richtet sich an Psychologiestudenten/-innen mit abgeschlossenem Vordiplom (oder B.Sc.). Ein mindestens sechswöchiges Forschungspraktikum kann nach Absprache hier im Labor stattfinden; empfohlen wird eine Dauer ab 8 Wochen. Im Rahmen eines 6-Monatspraktikums ist auch die Durchführung eines eigenen Projekts möglich.“

6.3 Diplomarbeiten:
„Diplomarbeiten zu den thematischen Schwerpunkten des Psychophysiologischen Labors können in Kooperation mit der Universität Freiburg vergeben und am IGPP durchgeführt werden. Aktuell kann eine Diplomarbeit zum Thema ‚Psychophysiologie von Wahrheit und Unwahrheit’ jederzeit vergeben werden.“

6.4 HiWi – Stelle:
„Eine Stelle für eine wissenschaftliche Hilfskraft ist derzeit frei. Studierende der Psychologie mit Interesse an der psychophysiologischen Forschung können sich gerne bewerben.“


7. LITERATURHINWEISE:

7.1 Zoe Beloff, die Tochter des 2006 verstorbenen John Beloff, hat ein Buch „The Somnambulists. A Compendium of Source Material“ herausgebracht, dem auch eine DVD mit sechs Quick-Time Videoclips ihrer künstlerischer Installationen, teilweise unter Verwendung klassischen Filmmaterials, beiliegt. Das Buch von 110 Seiten reproduziert Text und viele Bilder von Janet, Myers, Breton und anderen. Der im Vordergrund stehende künstlerische Aspekt macht das Buch zu einem „artist’s book“.
Christine Burgin, New York, 2008.

7.2 Der Wissenschaftsjournalist und –autor Marco Bischof hat mit seinem neuen Buch „Der Kristallplanet. Globale Netze, platonische Körper und die Musik der Erde“ ein Buch verfaßt, daß zwar nichts mit Parapsychologie, sehr wohl aber mit Grenzbereichen der Wissenschaften zu tun hat, spannt es doch einen Bogen von den postulierten Gittersystemen der Erde, wie sie etwa aus der Radiästhesie bekannt sind, über die pythagoräische Tradition und das harmonikale Denken bis zum „Global Scaling“ und der Frage eines „universellen Hintergrundfeldes“. Obwohl viele dieser Themen traditionellerweise von der „Esoterik“ besetzt sind, legt der Autor hier eine gründliche, mit vielen Literaturangaben gestützte und gut illustrierte Recherche vor. Wenn auch nicht jeder Leser* für jeden Aspekt des reichhaltigen Buches (307 Seiten) das gleiche Interesse aufbringen wird, so mag man es doch mit Altmeister Goethe halten: „Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen, und jeder geht zufrieden aus dem Haus.“
Drachen-Verlag, Klein-Jasedow, 2008.

*) Selbstverständlich sind mit einem Begriff im generischen Maskulinum stets die individuellen Vertreter beider Geschlechter gemeint. (Dies gilt für jeglichen meiner Texte, auch zukünftige.)

7.3 Von eher speziellem Interesse ist der folgende Band, dessen Relevanz für die Parapsychologie darin liegt, daß er einen Aufsatz von Ulrich Gruber über seinen Onkel, den Zoologen Karl Gruber enthält, und dessen Beziehungen zu Thomas Mann. Der Beitrag, der 52 Seiten umfaßt, trägt den etwas umständlichen Titel „’Okkulte Erlebnisse’ Der Arzt, Zoologe, Skipionier und Bergsteiger sowie Parapsychologe Professor Dr. Karl Gruber als Nachbar Thomas Manns“.
Karl Gruber war seinerzeit der engste Mitarbeiter von Albert Frh. v. Schrenck-Notzing und dessen „Kronprinz“, der dereinst seine Arbeit hätte weiterführen (und aufgrund seiner akademischen Verankerung auf eine wissenschaftssoziologisch akzeptablere Basis stellen) sollen, ist aber selbst tragischerweise noch zwei Jahre vor Schrenck gestorben.
Dirk Heißerer (Hg.): Thomas Mann in München IV. Vortragsreihe Sommer 2006.
Verlag peniope, München, 2008.

7.4 In der im Auftrag des IGPP von Eberhard Bauer und Michael Schetsche herausgegebenen und im Ergon-Verlag erscheinenden Buchreihe „Grenzüberschreitungen. Beiträge zur wissenschaftlichen Erforschung außergewöhnlicher Erfahrungen und Phänomene“, von der ich einzelne Bände bereits früher vorgestellt habe, sind mittlerweile sieben Bände erschienen, auf die hier nachdrücklich hingewiesen sei:
<http://www.igpp.de/german/eks/buchreihe.htm> bzw.
<http://www.ergon-verlag.de/de/start.htm?psychologie_grenzueberschreitungen.htm>.

7.5 Ebenfalls im Zusammenhang mit dem IGPP, nämlich durch die Person von Harald Atmanspacher, dem Leiter der Abteilung Theorie und Datenanalyse, steht der folgende, 340 Seiten starke Band – gerade rechtzeitig zum 50. Todestag des österreichischen Nobelpreisträgers erschienen:
H. Atmanspacher und H. Primas (Hrsg.):
Recasting Reality: Wolfgang Pauli's Philosophical Ideas and Contemporary Science.“
Springer-Verlag.

Vgl. dazu auch eine Sendung, die kürzlich auf ö1 ausgestrahlt worden ist. 

Die beiden Herausgeber Atmanspacher und Primas haben bereits 1995, ebenfalls im Springer-Verlag, ein einschlägiges Werk miteinander herausgebracht, das 2001 neu aufgelegt worden ist:
„Der Pauli-Jung-Dialog und seine Bedeutung für die moderne Wissenschaft.“

7.6 Das Buch „Außergewöhnliche Erfahrungen“ von Martina Belz wurde bereits unter Pkt. 2 erwähnt, sei aber hier im Kontext der Literaturhinweise nochmals aufgelistet. 


8. GENERALVERSAMMLUNG:

Die Generalversammlung unserer Gesellschaft am 19. Jänner 2009 wird – außer den vereinsgesetzlich festgelegten Fixpunkten – vor allem einen Punkt zu behandeln haben: geringfügige Adaptationen des Wortlauts unserer Statuten, damit diese mit den Vorgaben des Finanzamts kompatibel sind, mit dem Ziel, daß wir in Zukunft „abgabenrechtliche Begünstigungen“, wie es im Amtsdeutsch heißt, erhalten, was sich auf finanzielle Zuwendungen, insbesondere auf die Spendenbegünstigung auswirkt:
„Spenderinnen und Spender haben bei Zuwendungen an Wissenschaftsvereine … die Möglichkeit, Spenden bis zu 10% des Vorjahresgewinnes als Betriebsausgaben bzw. darüber hinaus bis zu 10% der Vorjahreseinkünfte als Sonderausgaben abzuziehen“ (Quelle: „Vereine und Steuern. Tips für Vereine und ihre Mitglieder“ <http://www.bmf.gv.at/Publikationen/Downloads/BroschrenundRatgeber/
Vereine_u_Steuern2007__fin.pdf>)

Wenn wir die Tagesordnung abgearbeitet haben, wollen wir es natürlich nicht mit den administrativen Belangen bewenden lassen und gleich heimgehen, sondern wir wollen den Rest der im Hörsaal zur Verfügung stehenden Zeit für einen Diskussionsabend verwenden, dessen Thema jedoch nicht vorgegeben ist, sondern den Wünschen der Anwesenden entsprechen soll. Während an der Generalversammlung nur Mitglieder teilnehmen dürfen, sind beim anschließenden Diskussionsabend (von dem wir rechnen, daß er ca. um 20:30h beginnen wird) auch Gäste willkommen.


9. SONSTIGES:

Die Ausstrahlung der für rund um Allerseelen/Allerheiligen angekündigten Fernsehproduktion für die Sendereihe „Kreuz und Quer“, in der es um Tod, Sterben, Jenseits, aber – damit verbunden – auch um das Leib-Seele-Problem an sich geht, hat nicht stattgefunden und ist seither mehrfach verschoben worden. Ein neues Datum steht noch nicht fest.


10. ANLÄSSLICH DER KOMMENDEN FEIERTAGE …

Zum Schluß wünsche ich, wie jedes Jahr, im Namen des Präsidenten und des Vorstandes unserer Gesellschaft allen Lesern dieses Newsletters – Mitgliedern, Gästen, Referenten unserer Gesellschaft und Interessenten in Nah und Fern – EIN FROHES WEIHNACHTSFEST und viel Glück im Neuen Jahr!


Prof. Peter Mulacz
 

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Newsletter N° 33 – Wien, 12 10 2008


INHALT:
=======

1. Veranstaltungsprogramm für das Wintersemester
2. Symposien und Kongresse
3. Meyrink-Ausstellung
4. Personalia
5. Literaturhinweise
6. Sonstiges
 

1. VORTRÄGE und Symposium:

Unser nächster Vortrag – der erste im Wintersemester – findet am 20. Oktober statt; die Programmaussendung an unsere Mitglieder und eingetragene Interessenten ist bereits erfolgt. Wie immer ist unser Vortragsprogramm auch im Web <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> abrufbar.

Programm:

Ein paar Worte zu den einzelnen Veranstaltungen:

Der „Zauber“ der Montur
Dort, wo es um Entscheidendes geht - Sieg oder Niederlage in der Schlacht, mehr noch: Leben oder Tod – haben sich die Menschen immer schon magischer Hilfsmittel zu versichern gesucht. Daher kein Wunder, daß (in historischer Zeit, nicht in unserer nüchterneren Gegenwart) Uniformen, militärische Embleme, Waffen, Fahnen, Ehrenzeichen etc. voll sind mit „magischen“ Symbolismen, was der Referent anhand der Armeen Alt-österreichs aufzeigt. Dr. Zeinar, nicht nur Offizier i.R., sondern ausgewiesener Volkskundler (jetzt nennt man dies Fach gerne Europäische Ethnologie) und Kulturwissenschaftler, hat zum Thema ein gleichnamiges Buch publiziert und zuvor schon ein weiteres über Wiener Wallfahrten.

Das zweitägiges Symposion „Faszination des Okkulten“ wird gemeinsam mit den Herausgebern des gleichnamigen Buches veranstaltet - siehe nächster Abschnitt.

Wilfried Kugel, Berlin, wird, wie wir es bei ausländischen Referenten zur Spesenminimierung meistens machen, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zu uns sprechen. Dr. Kugel, eigentlich Physiker, hat schon Mitte der Siebzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts an der Freien Universität Berlin eine studentische Forschungsgruppe für Parapsychologie geleitet. Später ist er mit einigen Buchpublikationen hervorgetreten, zunächst über den „Hellseher“ Erik Jan Hanussen (recte Hermann Steinschneider), eine Arbeit, die vom IGPP gefördert worden ist, sodann über den Reichstagsbrand (wenn man die Biographie Hanussens kennt, ist der thematische Zusammenhang klar), und zuvor schon über den Schriftsteller Hanns Heinz Ewers. Sein erster Vortrag wird über Einstein und die Parapsychologie sein (nota bene: über Einstein, nicht über Relativitätstheorie und Parapsychologie), sein zweiter über Präkognition, insbesondere im Kontext des „Zufallsgenerators“ Roulette.

Im Jänner des kommenden Jahres müssen wir aus vereinsrechtlichen Gründen die periodische Generalversammlung abhalten. Wir rechnen mit einer Dauer von einer halben Stunde; nachdem es unfair wäre, einem Referenten eine verkürzte Redezeit zuzuweisen, und nachdem es andererseits nicht sehr sinnvoll wäre, wenn man sich schon einen Abend frei genommen hat, nach einer halben Stunde wieder heimzugehen, haben wir uns – wie schon bei der letzten Generalversammlung – dazu entschlossen, den Rest der Zeit einer Diskussion über aktuelle Fragen der Parapsychologie zu widmen, ohne daß ein bestimmtes Thema vorgegeben ist.
 


2. SYMPOSIEN und Kongresse:

2.1 „Faszination des Okkulten“
Das Symposion „Faszination des Okkulten“, das einen Teil unseres Semesterprogramms darstellt, wird von unserer Gesellschaft in Kooperation mit den Herausgebern des gleichnamigen Buches veranstaltet, welche ihrerseits (Müller-Funk) im Institut für Germanistik der Universität Wien bzw. (Tuczay) darüber hinaus auch an der Akademie der Wissenschaften verankert sind. Beide Persönlichkeiten waren bereits Referenten im Rahmen unserer Veranstaltungen, Müller-Funk beim Mesmer-Symposium auf Schloß Rothmühle und Tuczay mehrmals mit verschiedenen Themen, von antiker Divination bis zu den magischen Vorstellungen der Gauner und Verbrecher zu den Zeiten der k.u.k. Monarchie.
Das unserer Aussendung beigelegte Programm des Symposions hat mittlerweile einige Detailänderungen erfahren; eine immer aktuell gehaltene Version des Programms findet sich immer unter <http://parapsychologie.ac.at/programm/faszination_d_okkulten.pdf>. Weiters können unter <http://parapsychologie.ac.at/programm/folder_faszination-1.pdf> bzw. <http://parapsychologie.ac.at/programm/folder_faszination-2.pdf> die Vorder- und Rückseite des Programm-Flugblattes heruntergeladen werden.
Der Untertitel des Buches, „Diskurse zum Übersinnlichen“, ist vom parapsychologischen Standpunkt aus wenig glücklich gewählt, sprechen wir doch vom „Außersinnlichen“, um die mit dem Begriff „übersinnlich“ einhergehende Assoziation einer ins Metaphysische weisenden Schichtenontologie zu vermeiden. Daher habe ich für das Symposium den Untertitel „Literatur und Okkultismus“ gewählt, der zumindest thematisch zutreffend ist.
Die bibliographischen Daten des dem Symposium zugrundeliegenden Sammelbandes lauten:

Faszination des Okkulten: Diskurse zum Übersinnlichen.
Hrsg. Wolfgang Müller-Funk und Christa A. Tuczay.
Francke-Verlag, 2008.

Allerdings muß angemerkt werden, daß sich das Werk mit einem Verkaufspreis von ¤ 68,– eher an Bibliotheken als an Privatinteressenden wendet.

2.2 „Utrecht II“
Im Jahr 1953 hielt die kurz zuvor (1951) gegründete Parapsychology Foundation (kurz PF) ihren ersten internationalen Kongreß in Utrecht, Niederlande, ab: „First International Utrecht Conference on Parapsychology“. Heuer, fünfzig Jahre später, findet demnach nunmehr „Utrecht II“ statt, unter dem Titel: „Parapsychology Foundation International Conferences. Utrecht II: Charting the Future of Parapsychology” (15.-18. Oktober). Die Konferenz findet aufgrund einer Anregung des rührigen niederländischen Parapsychologen Wim Kramer statt und wird von der PF unter Federführung der bewährten Carlos Alvarado und Nancy Zingrone organisiert. Weiterführende Informationen lassen erkennen, in welche Richtung sich die einzelnen Referenten die Zukunft der Parapsychologie vorstellen, auch wenn die sehr beschränkte Teilnehmerzahl (mittlerweile völlig ausgebucht) weitere Partizipierende nicht zuläßt.

2.3 Basler Psi-Tage
Die bekannten „Psi-Tage“ in Basel – an denen vielfach Mitglieder unserer Gesellschaft teilgenommen haben und über die auch neue Mitglieder zu uns gefunden haben – werden nicht mehr fortgesetzt. Das thematische Abdriften von Fragen der Parapsychologie immer mehr in Richtung „Esoterik“ macht den Abschied von Psi-Tagen leicht, auch wenn mir der Aufenthalt in der schönen Stadt Basel immer viel Freude bereitet hat.
Eine authentische Stellungnahme zu den Gründen für das endgültige Aus gibt Lucius Werthmüller hier.
 


3. MEYRINK-Ausstellung in Amsterdam

Die „Library of Hermetic Philosophy“ (Ritman-Library) in Amsterdam bereitet eine Ausstellung über Gustav Meyrink vor. Die Ausstellung läuft vom 21. Nov. 2008 bis 29. Mai 2009; die feierliche Eröffnung wird in der Westerkirche stattfinden – was die Bedeutung und den Rahmen der Ausstellung unterstreichen möge – und es werden dazu vier Vorträge stattfinden.
Als Begleitpublikation wird folgendes Buch erscheinen:

Theodor Harmsen: Der magische Schriftsteller Gustav Meyrink, seine Freunde und sein Werk beleuchtet anhand eines Rundgangs durch die Meyrink-Sammlung der Bibliotheca Philosophica Hermetica, Amsterdam, unter Verwendung weiterer Sammlungen. Mit einer Einleitung von J. R. Ritman.
Amsterdam, Verlag: In de Pelikaan, 2008.

(Der Titel zeigt, daß das Buch in deutscher Sprache verfaßt ist, es ist überaus reich illustriert.)
 


4. PERSONALIA:

4.1 Editha Hörandner
Gexi Tostmann ist der „Seitenblicke“-Gesellschaft als Designerin von Trachtenmode bekannt; weniger bekannt ist, daß sie absolvierte Volkskundlerin ist und, vom magischen Volksglauben ausgehend, Interesse an den „Grenzgebieten“ hat. Als sie noch ihr Geschäft in Wien betrieben hat, war sie die rührige Obfrau des „Kulturvereins Mölkerstiege“, der damals im Souterrain ihrer Räumlichkeiten eine einschlägige Vortragsreihe veranstaltet hat. Dieses „damals“ mit einer Jahreszahl zu versehen, ist mir nicht möglich, jedenfalls ist es schon sehr lange her. Seit „damals“ also kannte ich Editha Hörandner, die dort, ebenso wie der mittlerweile längst verstorbenen Otto König (Stichwort „Wilheminenberg“) und ich selbst, ein Referat gehalten hat. Damals war sie noch Dozentin, später ist sie auf den Lehrstuhl nach Graz berufen worden. Den Plan, daß sie im Rahmen unserer Gesellschaft einen Vortrag halten möge, haben wir seit langem ventiliert und mehrfach verschoben, teilweise wegen ihrer gesundheitlicher Turbulenzen, teilweise auch, weil sie meinte, nach ihrer Emeritierung mehr Zeit dafür zu finden. Nun ist sie nicht bloß von ihrer Universität emeritiert, sondern leider auch aus dem Leben geschieden – während eines Spitalsaufenthaltes ist sie, trotz schwerer chronischer Krankheit plötzlich und unerwartet, am 20. Juni 2008 verstorben. Meines Erinnerns ist es in unserer Gesellschaft das erste Mal, daß ein bereits vorangekündigter Vortrag aufgrund des Todes des Referenten nicht stattfinden kann.

4.2 Ernst Meckelburg
Ernst Meckelburg, am 29. August 2008 im Alter von 81 Jahren verstorben, war ein überaus fruchtbarer „Sachbuch“-Autor auf dem Gebiet der Grenzwissenschaften. Zu seiner Produktivität: eine Suche mit dem Suchbegriff „meckelburg, ernst“ listet auf http://amazon.de nicht weniger als 40 Bücher auf. Von der Frage der Quantität zu der der Qualität übergehend, so ist ganz allgemein das Genre „Sachbuch“ mit anderen Maßstäben zu messen als man sie bei wissenschaftlichen Büchern anlegen würde. Insofern sollte man mit Meckelburg vielleicht nicht so streng ins Gericht gehen, wie ein bekannter deutscher Parapsychologe, der ihn als einen „Sensationsautor“ bezeichnet hat. Ich denke, daß schon ein gewisses Verdienst darin besteht, einschlägige Fragen in einer Form aufzubereiten, die sie für weiteste Kreise interessant macht. Dennoch habe ich mich veranlaßt gesehen, mich anläßlich einer Rezension eines seiner Bücher („Geheimwaffe PSI“) eher negativ zu äußern, wobei mir Hans Bender nachher vorgehalten hat, zu milde gewesen zu sein, er hätte eher einen völligen Verriß geschrieben. Wie dem auch sei, nun kann Meckelburg das Jenseits, an das er geglaubt hat, selber in Augenschein nehmen (oder auch nicht); jedenfalls sei noch festgehalten, daß ich den Menschen Ernst Meckelburg als eine liebenswürdige Persönlichkeit in Erinnerung habe.
 


5. LITERATURHINWEISE:


5.1 Thalassa
Die in Budapest erscheinende psychoanalytische Zeitschrift Thalassa (ISNN 0865-9362) hat soeben (2008/2) in einer Spezialnummer die Publikation des Briefwechsels Sándor Ferenczi – Ernest Jones gebracht, herausgegeben und mit interessanten Anmerkungen versehen von Melinda Friedrich. Es handelt sich um Dokumente, die vielfach Bezüge zur Frage der Telepathie enthalten und deshalb nicht bloß für die Analytiker, sondern auch für die Parapsychologen von Relevanz sind – zugegebenermaßen mehr von historischem als von inhaltlichem Interesse, weil dieser Punkt nicht gerade tiefschürfend abgehandelt wird. Die Korrespondenz hat von seiten Ferenczis in Deutsch, von seiten Jones’ in Englisch stattgefunden. Jedenfalls eine interessante Lektüre auch zur Geschichte der Psychoanalyse.

5.2 Hier seien, falls jemand direkt zu diesem Punkt 5 gesprungen ist, nochmals die bereits an verschiedenen Stellen des Textes erwähnten Bücher (sofern nicht vergriffen) zusammengefaßt: