Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder und Freunde der Österreichischen Gesellschaft für Parapsychologie!
Newsletter N° 44 – Wien, 17.12. 2011
INHALT:
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- Neues online-Experiment
- Literaturhinweise
- Gesellschaft für Anomalistik – „Studie des Monats“
- UFO-Informationen
- Personalia
- Vorträge und Veranstaltungen
- Konferenzen und internationale Tagungen
- Ausstellungen
- Stellenausschreibung
- Smartphone-Apps
- Trauminhalte gemessen
- Feiertagswünsche
1. NEUES ON-LINE-EXPERIMENT:
Dean Radin, Senior Scientist am Institute of Noetic Sciences, das 1973 vom Apollo 14 Astronauten Edgar D. Mitchell gegründet worden ist, hat ein neues online-Experiment ins Web gestellt (derzeit noch in der beta-Version, in Kürze final). Die Forschungsfrage ist die Interaktion zwischen Bewußtsein und Quantensystemen, wofür interessanterweise eine optische Doppelspalt-Anordnung verwendet wird.
Zum Experiment (in englischer Sprache) ==> http://www.ionsresearch.com/.
2. LITERATURHINWEISE:
2.1
Dieter HASSLER:
... früher da war ich mal groß. Und ... – Indizienbeweise für ein Leben nach dem Tod und die Wiedergeburt
Shaker Media, Aachen, 2011
ISBN 978-3868586466
Das Buch unternimmt es, auf nahezu 500 Seiten alle Aspekte anscheinender Reinkarnation zu beleuchten; außer zahlreichen bereits aus Stevensons Standardwerken bekannten Fällen werden auch zwei neue Fallstudien aus Deutschland dokumentiert. Außer den immer wieder vorkommenden intellektuellen Leistungen („Erinnerungen“ an Namen, Orte; „Wiedererkennen“ von Personen) sind besonders „birthmarks“ von Interesse, welche eine Entsprechung zu Todeswunden der (postulierten) Vorexistenz aufweisen. Besonders merkwürdig sind „Erinnerungen“ an die Zeit zwischen dem Tod der „Vorexistenz“ und der Geburt. Der Verfasser, selbst auf dem Boden der Reinkarnationshypothese stehend, setzt sich sehr eingehend mit diversen Alternativhypothesen auseinander. Das Buch weist ein ausführliches Literaturverzeichnis auf und ist durch mehrere Indizes aufgeschlossen. Erlendur Haraldsson - den regelmäßigen Besuchern unserer Vorträge wohlbekannt - hat dem Buch ein Vorwort mitgegeben, das ein profundes Kompendium für diesen Fragenkomplex darstellt. (Ein weiterer Band ist in Planung.)
2.2
Gerhard MAYER und Michael SCHETSCHE:
N gleich 1: Methodologie und Methodik anomalistischer Einzelfallstudien. Mit einem Beitrag von Wolfgang Fach.
Gesellschaft für Anomalistik, 2011
ISBN 978-3937361116
Der Titel sagt alles (egal, ob man nun von Anomalistik oder von Parapsychologie sprechen möchte): es stellt sich die Frage nach dem methodischen Umgang mit spontan auftretenden Fällen außergewöhnlicher Erfahrung (AgE), die massiv genug erscheinen, daß man sie nicht unberücksichtigt lassen kann; weiters erinnert die Problemstellung an die „klinische Studie“ bzw. Fallbeschreibung und mag überdies zu einer grundsätzlichen Reflexion idiographischer vs. nomothetischer Ansätze innerhalb einer Disziplinen führen. Mehrere Fallberichte runden als praktische Beispiele den Band ab.
2.3
Lucius WERTHMÜLLER und Dieter HAGENBACH:
Albert Hofmann und sein LSD: Ein bewegtes Leben und eine bedeutende Entdeckung
AT Verlag, Baden, 2011
ISBN 978-3038005308
Das LSD des im Alter von über 100 Jahren verstorbenen Chemikers Hofmann ruft bekanntlich veränderte Bewußtseinszustände hervor; veränderte Bewußtseinszustände sind für das Auftreten paranormaler Phänomene von Bedeutung – auf diesem Umweg hat somit dies Buch über den Entdecker des LSD auch für uns eine gewisse Relevanz. Der Autor Werthmüller war mit Hofmann befreundet; Stan Grof hat das Vorwort verfaßt. Das reich illustrierte Buch ist ganz neu – ich habe es soeben erhalten und bin noch nicht zur Lektüre gekommen.
Bücher eignen sich bekanntlich besonders für Feiertagslektüre, ebenso auch als Weihnachtsgeschenke in letzter Minute …
À propos Buchgeschenke: von dem Buch unseres szt. Ehrenpräsidenten, Prof. Hofmann, PSI - die „andere Wirklichkeit“, sind noch Restexemplare verfügbar.
Noch zwei Hinweise auf englischsprachige Bücher:
2.4
Remo F. ROTH:
Return of the World Soul: Wolfgang Pauli, C.G. Jung and the Challenge of Psychophysical Reality
Pari Publishing, 2011
ISBN 978-8895604121
Der Jung zwar nahestehende, aber über ihn hinausgehende Schweizer Autor setzt sich in recht anspruchvoller Weise nicht nur mit Jungianischen Begriffen wie dem kollektiven Unbewußten oder den Archetypen auseinander, sondern auch mit dem Physiker Pauli und den von den beiden Denkern erarbeiteten Modellen wie der Synchronizität, wodurch der Bezug zur Parapsychologie gegeben ist. Ein noch tieferes Eingehen darauf, insbesondere, was man scherzhaft als Pauli-Effekt bezeichnet hat, ist für den Folgeband vorgesehen, der nächstes Jahr erscheinen soll.
2.5
Filippo BOTTAZZI:
Mediumistic Phenomena: Observed in a Series of Sessions with Eusapia Palladino
ICRL Press, 2011
ISBN 978-1936033058
Eine Beschreibung der berühmten, mehr als einhundert Jahre zurück liegenden Sitzungen, die von einem Untersucherkollegium mit Eusapia in Neapel abgehalten worden sind – auch heute noch von Bedeutung. Obwohl Eusapia eines von vielen physikalischen Medien war, waren manche ihrer Phänomene derart herausragend, sodaß sie als ein einmaliger Fall aufgefaßt werden kann (was sich mit der Fragestellung von Pkt. 2.2 berührt). Interessant auch der Verlag: ICRL Press - Consciousness Books gehört zu den ICRL - International Consciousness Laboratories, die ihrerseits die Nachfolge von PEAR (Princeton Engineering Anomalies Research) angetreten haben.
ICRL: <http://www.icrl.org/>
PEAR: <http://www.princeton.edu/~pear/>
3. GESELLSCHAFT FÜR ANOMALISTIK – „STUDIE DES MONATS“:
Die deutsche „Gesellschaft für Anomalistik e.V.“ pflegt jeweils eine „Studie des Monats“ vorzustellen, die im Web verfügbar ist (open access).
Derzeit sind über die Links auf der Seite <http://www.anomalistik.de/aktuell/sdm/> die aktuelle Studie „Sonderbares Tierverhalten im Vorfeld von Erdbeben“ sowie 14 weitere Studien zu verschiedenen Themen abrufbar, mit Themen wie „Haben spiritistische Medien eine Neigung zur dissoziativen Persönlichkeitsstörung?“, „Die Esoterik in der gegenwärtigen Forschung: Überblick und Positionsbestimmung“ oder „‚Pseudowissenschaft’ als Kampfbegriff – Reflexionen zum Demarkationsproblem“.
4. KRITISCHE DARSTELLUNG DES UFO-PHÄNOMENS:
Die neue Website <http://ufo-information.de/> ist ins Leben gerufen worden, um eine zusammenfassende kritische Darstellung der UFO-Problematik zu erlauben.
5. PERSONALIA:
Viktor Farkas (30. 05. 1945 - 01. 11. 2011)
Der bekannte Sachbuchautor Viktor Farkas, der in den 1990er-Jahren auch in unserer Gesellschaft (damals noch an der Technischen Universität) einen Vortrag gehalten hat, ist kürzlich verstorben. Farkas, primär international im PR-Bereich tätig, hat mit seinen Büchern verschiedene Themenkomplexe abgedeckt, außer den für uns relevanten Werken wie „Unerklärliche Phänomene jenseits des Vorstellbaren“, „Jenseits des Vorstellbaren. Ein Reiseführer durch unsere phantastische Wirklichkeit“, „Rätselhafte Wirklichkeit. Aus den Archiven des Unerklärlichen“ und „Neue unerklärliche Phänomene“, die sämtlich interessant zu lesende Kompilationen darstellen, auch Bücher über Science Fiction und, last not least, über konkrete gesellschaftliche und politische Entwicklungen. In diesem Genre hat er als einer der Erfolgsautoren des Kopp-Verlags Standpunkte vertreten, die man üblicherweise – ob zu Recht oder zu Unrecht sei hier dahingestellt – als „Verschwörungstheorien“ bezeichnet; darauf angesprochen pflegte er zu replizieren, er sei kein Verschwörungstheoretiker, sondern ein Verschwörungspraktiker. Farkas, äußerst belesen und auch an Zeitgeschichte interessiert, war ein höchst origineller, humorvoller Mensch, der nie mit dem Zeitgeist geschwommen ist und keiner Diskussion aus dem Weg ging. Er war auch ein führendes Mitglied der „Mensa“, der Vereinigung der Super-Intelligenten, und überdies war er auch graphisch sehr begabt.
Siehe auch die Gedenkseite der Wiener Science Fiction-Runde.
6. AUSBLICK AUF VORTRÄGE UND VERANSTALTUNGEN:
6.1
Unser nächster Vortrag – der erste im Jahr 2012 – findet plangemäß am 16. Jänner statt.
6.2
Vortrag „Zweieinhalb Jahrhunderte Forschung auf Grenzgebieten – Parapsychologie in Österreich“ am 26. Jänner 2012 in der Österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte mit der wir schon mehrfach Kooperationsveranstaltungen durchgeführt haben (z. B. 2006 das Mesmer-Symposium).
6.3
Veranstaltungen im Sommersemester 2012 und darüber hinaus:
unter anderem ist diesmal auch ein Workshop geplant (Samstag, 21. April), mit Alexis Champion (von IRIS I.C.) in englischer Sprache. Thema: Remote Viewing.
Darüber hinaus wird Alexis Champion am 23. 04. 2012 einen Vortrag zu demselben Thema halten; während beim Workshop die praktischen Elemente im Vordergrund stehen, wird sich der Vortrag mit der Theorie, den Resultaten von Remote Viewing und der geschichtlichen Entwicklung beschäftigen.
Vgl. dazu auch die Informationsbroschüre (pdf-Dokument in französischer Sprache).
Für voraussichtlich Juni 2012 ist ein Vortrag von Shulamit Kreitler (Universität Tel Aviv) geplant, deren letzter Vortrag bei uns schon lange zurück liegt.
In weiterer Folge möchten wir auch Dieter Hassler (vgl. Pkt. 2.1) zu einem (Doppel-)Vortrag (Mo/Di) über die Reinkarnationsproblematik einladen, aber das wird frühestens im Wintersemester 2012/13 möglich sein, und zwar aus Kostengründen.
Überhaupt gibt unsere finanzielle Situation – durchaus parallel zur gesamteuropäischen Entwicklung – Anlaß zu Besorgnis; wir suchen daher Sponsoren und freuen uns über jede Spende (heuer noch steuerlich absetzbar, ab 01. 01. 2012 aufgrund einer Gesetzesänderung nicht mehr, vgl. Hinweis auf unserer Website).
Eine aufwärts weisende Mitgliederentwicklung wäre auch finanziell positiv – daher unsere Bitte, potentielle Interessenten auf unsere Gesellschaft hinzuweisen bzw. neue Mitglieder für unsere Gesellschaft zu werben.
Und zwar „shortly – shortly, without von delay“ (copyright: Maria Fekter) ;-)
7. KONFERENZEN UND INTERNATIONALE TAGUNGEN:
7.1
Body, Soul, Spirits and Supernatural Communication:
A three day international conference at the headquarters of the Regional Committee of the Hungarian Academy of Sciences, Pécs, Hungary
18th-20th May 2012, Friday to Sunday
Organised by
the Department of Ethnology and Cultural Anthropology of Pécs University
the Folklore Department of the Hungarian Ethnographic Society
and the ISFNR Belief Narrative Research Network
7.2
PA Convention 2012
Die 55. Jahrestagung der Parapsychological Association wird vom 9.-12. August 2012 in Durham, NC stattfinden, in einem Konferenzhotel nahe dem Rhine Research Center, das gemeinsam mit der (relativ neuen) Atlantic University als Organisator fungiert.
8. AUSSTELLUNGEN:
8.1
Gespenster, Magie und Zauber. Konstruktionen des Irrationalen in der Kunst von Füssli bis heute
Neues Museum – Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg
(bis 26. Feb. 2012)
8.2
Geisterstunde – eine Ausstellung
Mühlerama – Mühle Tiefenbrunnen, Zürich
(nur noch bis Jahresende)
Kleiner Flyer zur Ausstellung
8.3
Die Geister Europas oder die Faszination für das Okkulte
Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, Strassburg
(bis 12. Feb. 2012)
Illustrierte Informationsbroschüre
Besonders interessant ist, daß das weltweit einzige erhaltene Mesmersche Bacquet ausgestellt ist.
9. STELLENAUSSCHREIBUNG:
Doktorandenstelle an der Universität Fribourg / Schweiz, am Lehrstuhl für Vergleichende Religionsgeschichte und Interreligiösen Dialog
Im Rahmen eines DFG-Forschungsverbundes; Thema „Der Spiritismus und die modernen Medien (1770-1850)“, Inhalt: Die Geschichte der (technischen) Medien des 20. Jahrhunderts ist ohne den Spiritismus nicht zu verstehen, weil dessen ‚Geisterkommunikation‘ Strukturmerkmale (z.B. Fernwirkungen) besaß, die auch die technischen Medien denkmöglich machten. Dazu anthropologische Debatten, in denen psychische Wirkungen nicht mehr externen Faktoren („Geistern“), sondern internen Faktoren („Unterbewußtsein“, „übersinnliche Erkenntnis“) zugeschrieben wurden. Die Ursprünge dieser Transformation in den Jahrzehnten um 1800 sollen in der Dissertation untersucht werden.
Anforderungen: geschichtswissenschaftliche Ausbildung, Grundkenntnisse des Französischen und Lateinischen, Präsenz in Fribourg; Laufzeit drei Jahre, Beginn: ab Februar 2012.
Bewerbungen mit CV und einem Lettre de motivation bis Jahresende an: Helmut Zander.
10. SMARTPHONE-APPS:
10.1
iPhone-App für EVP
<http://soundcloud.com/groups/paranormal-recordings>
Das ist ein bloßer Hinweis darauf, was es in der Szene alles gibt, keineswegs eine Empfehlung, weder für die konkrete Application noch für die Beschäftigung mit „paranormalen“ Tonbandstimmen überhaupt, die durchaus gewisse psychische Risken mit sich bringt (Abhängigkeit, Suchtverhalten etc.).
10.2
ESP Trainer by Russell Targ – iPhoneApp für ESP-Tests
Ein Feedback-„Trainingsprogramm“ für iPhone bzw. iPod, das jeweils 4 Ratemöglichkeiten erlaubt; eine Version für Android-Handys ist in Vorbereitung.
Auf Targs Website <http://www.espresearch.com/> gibt es übrigens eine Seite mit zahlreichen interessanten Links (nota bene: „interessant“ bedeutet aber nicht notwendigerweise „verläßlich“ oder „wissenschaftlich abgesichert“ …).
10.3
Ghost Hunter M2 iPhone app, Ghost Séance, Ghost Radar, iOvilus etc.
The Wall Street Journal.
Das Interesse an der nicht unproblematische Tätigkeit der „Ghostbusters“ scheint zu boomen, sowohl bei Amateuren wie auch bei professionellen „medialen Dienstleistern“.
11. TRÄUME – TRAUMINHALTE:
„Wissenschaftler messen erstmals Trauminhalte“: Bericht der Max-Planck-Gesellschaft
mit weiterführenden Links.
12. ANLÄSSLICH DER KOMMENDEN FEIERTAGE …
Zum Schluß wünsche ich, wie jedes Jahr, im Namen des Präsidenten und des Vorstandes unserer Gesellschaft allen Lesern dieses Newsletters – Mitgliedern, Gästen, Referenten unserer Gesellschaft und Interessenten in Nah und Fern – EIN FROHES WEIHNACHTSFEST und viel Glück im Neuen Jahr!
Prof. Peter Mulacz
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Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
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anthropologie der Universität Wien
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Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Dieser Newsletter verwendet die traditionelle Ortho-
graphie sowie das "generische Maskulinum".
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
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Newsletter N° 43 – Wien, 03. 10. 2011
INHALT:
1. Vortragsprogramm Wintersemester 2011/12
2. Aktuelle Diskussionen
3. Forschungsprojekte
4. Esoterik kritisch hinterfragt
5. Personalia
6. Internationale Konferenzen
7. Digitale Bibliothek
8. Höllentore
9. Korrektur
1. VORTRAGSPROGRAMM:
10. Oktober 2011
Bernd Saletu
Schlaf und Traum
21. November 2011
Marco Bischof
Feldkonzepte in Physik, Biologie, Psi- und Bewusstseinsforschung
Di, 22. November 2011
Marco Bischof
Verbundenheit
05. Dezember 2011
Felix de Mendelssohn
Erkundungen über das Unheimliche
16. Jänner 2012
Peter Mulacz
Von der Telepathie zur non-lokalen Bewusstheit
Wie immer, ist das Programm auf unserer Internetpräsenz <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> abrufbar und ist bereits auch per Post an unsere Mitgliedern sowie registrierte Interessenten ausgesandt worden.
Die Beginnzeiten der Vorträge sind in diesem Semester unterschiedlich. Durch glückliche Umstände konnten wir dem Wunsch vieler Mitglieder nachkommen, bereits um 19:00h (pünktlich) zu beginnen, allerdings ist der eine Vortrag am Dienstag ein „Ausreißer“ und wir fangen erst um 20:00h mit akademischem Viertel an.
Wie üblich ein paar weiterführende Angaben zu den einzelnen Vorträgen:
Während über die Bedeutung der Träume im Rahmen der Parapsychologie bereits mehrfach vorgetragen worden ist, zuletzt von Stanley Krippner über experimentelle Traumtelepathie, wird Bernd Saletu das notwendige Hintergrundwissen dazu liefern, indem er über die Ergebnisse moderner Schlafforschung und Schlafmedizin referiert, schließlich ist der Traum ja ein Phänomen des Schlafes. Als szt. Leiter des Bereichs für Schlafforschung und Pharmakopsychiatrie an der Universitätsklinik für Psychiatrie in Wien, seit 1994 auch Leiter des Schlaflabors im Rudolfinerhaus in Wien, ist er prädestiniert, den aktuellen Forschungsstand zur Physiologie des Schlafes darzustellen.
Marco Bischof ist ein Wissenschaftsautor mit einem weit gestreuten Spektrum von Interessen, wobei er die Grenzgebiete der Natur- und Geisteswissenschaften von einem interdisziplinären Standpunkt aus betrachtet, wie seine Internetpräsenz <marcobischof.com> zeigt. Wie wir das oft bei ausländischen Referenten zwecks Kostenminimierung handhaben, wird er zwei Vorträge hintereinander halten; am Montag wird er die verschiedenen Konzepte von „Feldern“ analysieren und auf ihre argumentative Tragfähigkeit befragen. Da das Feld eines Magneten, mit Eisenfeilspänen sichtbar gemacht, dem Betrachter ein eindrucksvolles optisches Bild liefert, hat es sich angeboten, vielfach weitere „Felder“ zu postulieren, von den alten Vorstellungen eines „Seelenfeldes“ über ein „Fünftes Feld“ oder „Psi-Feld“ (Ervin László) bis zu den „morphischen Feldern“ (Rupert Sheldrake).
An Dienstag spricht Marco Bischof über „Verbundenheit“. Nun ist „Allverbundenheit“ ein altes Motiv in Okkultismus und Esoterik – man muß vorsichtig sein, daß man bei derartigen Überlegungen nicht ein unwillkommenes Etikett abbekommt. Immerhin weisen jedoch die Forschungen der Quantenphysik zu den Effekten miteinander verschränkter Teilchen in dieselbe Richtung, wie man auch die emotionale Verbindung von Individuen im Fall spontaner Telepathie als „entanglement“ beschreiben könnte. Unser Referent wird dieses „partizipative Weltbild“ mit der notwendigen Differenziertheit vortragen.
Der bekannte, an der Sigmund Freud PrivatUniversität, aber auch in Berlin, lehrende Psychoanalytiker Felix de Mendelssohn wird in seinem Referat über das vordergründig Unheimliche insbesondere auf die Konvergenzen und Divergenzen zwischen Parapsychologie und Psychoanalyse zu sprechen kommen, ähnlich wie in seinem Buch (vgl. Newsletter 42, Pkt. 5.6). Während wir uns im Freud-Jahr 2006 zentral mit Freuds Beziehungen zur Parapsychologie beschäftigt haben, geht es diesmal auch um aktuelle Fallstudien.
Im letzten Vortrag des Semesters – nach dem Jahreswechsel – geht es um den Begriff der Telepathie, den ich im Kontext unterschiedlicher Erklärungskonzepte kritisch analysieren werde. Historisch spannt sich der Rahmen zumindest von der Gründung der SPR bis zur Gegenwart, wo versucht wird, Phänomene der Parapsychologie und der Quantenphysik in eine Zusammenschau zu bringen. Ich erinnere dabei an die beiden Vorträge („Synchronizitätserscheinungen“ bzw. „Geschichten“) von Hartmann Römer im Wintersemester 2009/10.
2. AKTUELLE DISKUSSION
2.1 Dem Pro und Contra hinsichtlich der Versuchsergebnisse von Daryl Bem zur Präkognition war bereits im letzten Newsletter ein Beitrag – ebenfalls Punkt 2.1 – gewidmet. Mittlerweile geht die Diskussion weiter; besonders ist auf einen Artikel von Bem gemeinsam mit der Statistikerin Jessica Utts u.a. hinzuweisen, in dem die Autoren auf die Einwände von Wagenmakers et al. antworten und insbesondere Fragen der Datenanlyse diskutieren.
2.2 The Top 5 Mad Scientists In The World
Hier firmieren Dean Radin, Daryl Bem und Rupert Sheldrake an der Spitze; man darf nicht an an der Überschrift hängen bleiben, zu lesen ist nämlich folgender Text, der mehr sein mag als bloß eine salvatorische Klausel: „We call them ‘mad scientists’ here not because they are crazy and share insane delusions, but because they pursue what most scientists would call ‘pseudosciences’“.
<http://beforeitsnews.com/story/549/799/The_Top_5_Mad_Scientists_In_The_World.html>
2.3 Ausstellung
Das Museum in der Mühle Tiefenbrunnen am Stadtrand von Zürich veranstaltet bis Jahresende die Ausstellung „Geisterstunde“.
<http://www.muehlerama.ch/index.php?id=11>
3. AKTUELLE FORSCHUNGPROJEKTE
3.1 Gesellschaftliche Innovation durch nichthegemoniale Wissensproduktion. Okkulte Phänomene zwischen Mediengeschichte, Kulturtransfer und Wissenschaft.
<http://gepris.dfg.de/gepris/OCTOPUS/;jsessionid=5BCFD52885DF7B310E1C64E8AFE1D0DC?module=gepris&task=showDetail&displayMode=print&context=projekt&id=182352275>
3.2 NDE-Umfrage:
Umfrage für Personen, die eine Todesnäheerfahrung hinter sich haben, ob sie irgendwelche Anomalien im elektromagnetischen Bereich erleben (ungewöhnliches Verhalten von Armbanduhren, von Glühlampen, von Computern …):
<https://www.surveymonkey.com/s/69QP5CM>
4. ESOTERIK KRITISCH HINTERFRAGT
Die Folien zu meinem Referat „Esoterik kritisch hinterfragt“ bei dem 1. Symposium „Wissenschaft kritisch hinterfragt – naturphilosophische Kontroversen“ in Vorau 2011 sind, für die Darstellung im Web als .pdf leicht modifiziert, on-line verfügbar: <http://www.organismicsystems.org/files/events/Vorau/eso-krit.pdf>.
5. PERSONALIA
5.1 Sathya Sai Baba
Sai Baba, indischer religiöser Führer („Guru“), geb. am 23. November 1926 in Puttaparthi, Andhra Pradesh, ist am 24. April 2011 verstorben.
Seine Relevanz in unserem Kontext besteht darin, daß er ein Gegenstand der Forschung von Karlis Osis und Erlendur Haraldsson gewesen ist, die sich für die Echtheit der an ihm beobachteten Phänomene ausgesprochen haben. Freilich sind auch gegen Sai Baba eine Reihe von Betrugsverdächtigungen geäußert worden, von Angriffen hinsichtlich seines Sexualverhaltens ganz abgesehen.
Dabei darf nicht vergessen werden, daß jegliche Feststellung, Phänomene seien im parapsychologischen Sinne „echt“, nur eine Momentanaufnahme ist – zu anderen Zeitpunkten mag vielleicht „nachgeholfen“ worden sein. So ist es bei den Medien, und es gibt keinen Grund, anzunehmen, daß es bei Sai Baba notwendigerweise anders gewesen sein sollte. Erlendur Haraldsson hat über Sai Baba bei uns referiert und dabei sehr überzeugende Details erwähnt; es sei auch auf sein Buch „Sai Baba, ein modernes Wunder“ hingewiesen.
5.2 Martin Johnson
Martin Johnson ist nach längerer Krankheit am 17. März 2011 verstorben.
Johnson, ein Schwede, war im Zuge der schwierigen Nachfolgeverhandlungen nach der Emeritierung Tenhaeffs einige Zeit Professor für Parapsychologie an der Universität Utrecht, Niederlande. Nach der Rückkehr in seine Heimat war er Professor emeritus in Lund, wo Bill Roll sein Doktorand war. Johnsons Motto war: „ich gebe niemals auf“.
Ein wichtiges Forschungsgebiet, in dem er selbst auch sehr erfolgreich war, war der Defence Mechanism Test. Seine Überzeugung von der Realität von psi beruhte teils auf eigenen präkognitiven Träumen, teils auf den paranormalen Erfahrungen der Sami, einem Volk in Lappland, wo Johnson aufgewachsen ist. Dennoch – oder vielleicht deshalb – trat er stets für größere Vorsicht beim Aufstellen von Behauptungen auf, und er hatte großes Verständnis für gewisse Skeptiker.
5.3 Helmut Schmidt
Helmut Schmidt, ursprünglich ein Deutscher wie sein Namensvetter, der seinerzeitige westdeutsche Bundeskanzler, ist am 21. Februar 1928 in Danzig geboren und am 18. August 2011 verstorben. 1965 in die USA ausgewandert, arbeitete er zunächst in seinem angestammten Beruf als Physiker bei Boeing, war dann ein enger Mitarbeiter von J. B. Rhine (1895 - 1980) und ab 1969 Direktor der Foundation for Research on the Nature of Man (FRNM) (bzw. ab 1995 Rhine Research Center). Weiters war er auch an der Mind Science Foundation in San Antonio, Texas, tätig.
Seine Hauptleistung war die Einführung von Zufallszahlengeneratoren in die Versuchsanordnung, womit er die Experimente zur Mensch-Maschine-Interaktion modernisiert hat.
5.4 Milan Rýzl
Während ich mit Martin Johnson und Helmut Schmidt nur eher oberflächlich bekannt war, kannte ich Milan Rýzl weit besser, und überdies gibt es eine Verknüpfung seiner Person zu unserer Gesellschaft. Auch Rýzl war ein Auswanderer: er ist am 22. Mai 1928 in Prag geboren, wo er auch Physik und Chemie studierte und nach seiner Promotion am Institut für Biologie der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften arbeitete. Gleichzeitig führte er sehr erfolgreiche parapsychologische Experimente durch, wobei es ihm darum ging, Hypnose als ein Vehikel für psi-Effekte zu verwenden. Aufsehen erregten seine Versuche mit dem von ihm entdeckten Sensitiven Pavel Stepanek, mit dem später auch viele andere Experimentatoren arbeiteten. Dabei fand Rýzl einen „Fokussierungseffekt“ Stepaneks. Ich danke John Palmer, daß er mir sein Manuskript für einen Nachruf im nächsten Newsletter der PA zur Verfügung gestellt hat und zitiere der Einfachheit daraus den folgenden Absatz:
Stepanek specialized in a particular type of forced-choice ESP test in which a thin card, white on one side and dark (usually green) on the other, was randomly placed white face up or down inside an opaque envelope. By touching the envelope, Stepanek could reliably guess the orientation of the card inside to a statistically significant degree. Later, it was discovered that Stepanek had a tendency to call particular envelopes green or white consistently. This “focusing effect” continued when the small envelopes were inserted in larger envelopes, making psi a viable explanation. This focusing soon supplanted the original simple effect as the focus of Stepanek’s psi. … Briefly, Stepanek was asked to repeatedly guess (50 times or trials) the orientation of the card inside each of 10 envelopes, with the orientation randomly reassigned for each trial. By calculating the “majority vote” (green or white facing up) for each envelope, and converting the votes to a numeric code, Ryzl was able to correctly identify a 3-digit target number, even though Stepanek’s hit rate on individual targets was only (a still impressive) 60%.Freilich geriet Rýzl immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit der kommunistischen Behörden, sodaß er sich zu einer Emigration in den Westen entschloß, die er sorgsam vorbereitete. Unser damaliger Präsident und späterer Ehrenpräsident, Prof. Hofmann, hat der Familie Rýzl bei ihrer Flucht sehr geholfen, die sie 1967 über Wien in die USA geführt hat, wo er zunächst mit Rhine und dann viel mit Pratt zusammen gearbeitet hat.
Rýzl hat über 100 wissenschaftliche Aufsätze und daneben 20 zumeist eher populäre Bücher publiziert. Er war ein Vertreter der Ansicht, daß jeder Mensch psi-Fähigkeiten besäße, mehr noch, daß diese trainierbar seien und daß sie in Hypnose mobilisiert werden könnten. Er pflegte sogar zu sagen, daß in tiefer Hypnose psi gesetzmäßig auftrete. Mit diesen Aussagen zur angeblichen Trainierbarkeit und zum gesetzmäßigen Auftreten in Hypnose blieb Rýzl innerhalb der parapsychologischen Gemeinschaft der Vertreter einer Minderheitenmeinung. In den psi-Phänomenen sah Rýzl eine Brücke zwischen Naturwissenschaft und Spiritualität bzw. Religion.
In den 1970er-Jahren haben wir mit Rýzl in Wien und NÖ ein paar Vorträge und einen Workshop organisiert, woran ich nur die angenehmsten Erinnerungen habe.
Nun ist Milan Rýzl am 9. Juli 2011 in Sacramento verstorben.
5.5 Lech Emfazy Stefański
Wie erst jetzt bekannt geworden ist, ist Lech Stefański bereits Ende des vergangenen Jahres verstorben. In Warschau am 2. Juli 1928 geboren, war Stefańsky ein bekannter polnischer Schriftsteller, Essayist, Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur – und eben auch (Teilzeit-) Parapsychologe. Er war auf diesem Gebiet sehr aktiv, insbesondere im Rahmen der Polnischen Gesellschaft für Psychotronik. Ein Schwerpunkt seines Interesses war das Werk des polnischen Arztes Jakub Jodko Narkiewicz (1848 - 1905), der menschliche Ausstrahlungen („Aura“) photographiert hat und somit als ein Vorläufer der Kirlian-Photographie gehandelt wird. Am 21. Dezember 2010 ist Stefański in Załubicach verstorben.
6. INTERNATIONALE KONFERENZEN
6.1 Rückblick:
6.1.1 54th Annual Convention of the Parapsychological Association
18.-21. August 2011, Curitiba, Brasilien
<http://www.parapsych.org/section/22/2011_convention.aspx>
6.1.2 35th ANNUAL International SPR Conference
2.-4. September 2011, University of Edinburgh, Schottland
<http://www.spr.ac.uk/main/civicrm/event/info?reset=1&id=29>
6.2 Vorschau:
6.2.1 Parapsychology and Consciousness Conference
14.-16. Oktober 2011
<http://atlanticuniversity.edublogs.org/2011/06/28/parapsychology-and-consciousness-the-2011-atlantic-university-annual-conference/>
6.2.2 Superstition
Dingwelten des Irrationalen
16. -19. November 2011
Volkskundemuseum, Joanneum Graz
<http://www.museum-joanneum.at/de/volkskundemuseum/veranstaltungen_17/superstition>
6.2.3 Angewandte Bewusstseinswissenschaften
Wissenschaftliches Symposium am 2. November 2011
im „Leeren Beutel“ in Regensburg
<http://www.stiftung.heiligenfeld.de/>
7. DIGITALE BIBLIOTHEK: E-rara
Stiftung der Werke von C. G.Jung, Zürich (Alchemie-Kollektion):
die Werke sind als .pdf downloadbar
<http://www.e-rara.ch/cgj/alch/nav/classification/1133851>
8. HÖLLENTORE
Ein wenig off topic:
Es gibt einen Mythos oder eine Legende, daß sich in Wien ein Tor zur Hölle oder gar mehrere Höllentore befinden. Ein Mitglied unserer Gesellschaft versucht, diesem Mythos historisch auf den Grund zu gehen und ist für Hinweise (über unsere Kontaktadresse <office@parapsychologie.ac.at>) dankbar.
9. KORREKTUR
Mehrere Links auf unserer Website – darunter peinlicherweise solche, die im letzten Newsletter angeführt worden sind –, die aufgrund eines Serverwechsels in Leere geführt haben, sind aktualisiert worden.
Prof. Peter Mulacz
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mäßiger Folge und wird an derzeit über 800
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Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
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nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
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newsletter@parapsychologie.ac.at
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Newsletter N° 42 – Wien, 26. Februar 2011
INHALT:
1. Vortragsprogramm Sommersemester 2011
2. Aktuelle Diskussionen
3. Skeptiker-Bewegung
4. Personalia
5. Literaturhinweise
6. eBooks
7. Hinweise auf weitere Veranstaltungen
8. Internet
1. VORTRAGSPROGRAMM:
- 21. März 2011
Robert Pucher
Alles (kein) Zufall?
- 11. April 2011
Christa Tuczay
Berserkerwut - Mythos oder Kampftechnik?
- 30. Mai 2011
Stanley Krippner
Dream Telepathy
- Dienstag, 31. Mai 2011
Stanley Krippner
The Strange Case of Amyr Amyden
- 20. Juni 2011
Sigrid Vollmann
Parapsychologische Phänomene in der klassischen AntikeWie immer, ist das Programm auf unserer Internetpräsenz <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> abrufbar und wird unseren Mitgliedern sowie registrierten Interessenten auch per Post zugesandt. Wie bei der Aussendung für das Sommersemester üblich, wird ein Zahlschein dabei sein, für Mitglieder personalisiert (Mitgliedsbeitrag sowie allfälliger Rückstand, was wir zu begleichen bitten), und auch den Interessenten wird ein Zahlschein beigelegt, mit dem Aufdruck "Spende". Bei dieser Gelegenheit darf ich daran erinnern, daß unsere Gesellschaft als "gemeinnützig" anerkannt ist, daher können Zahlungen an die Gesellschaft gem. § 4 Abs 4 Z 5 ESTG 1988 steuerlich abgesetzt werden. (Bewahren Sie die Zahlungsbestätigung für die Einreichung anläßlich der Arbeitnehmerveranlagung bzw. Steuererklärung auf.)
Bei dieser Gelegenheit sei auch darauf hingewiesen, daß wir wegen notwendiger in Kürze fälliger Umstrukturierungen im Betrieb unserer Gesellschaft dringend potente Sponsoren oder Mäzene suchen. Während projektbezogene Förderungsmittel durchaus zur Verfügung stehen, gibt es überhaupt keine Basissubventionierung, die wir für notwendige Infrastruktur nicht zuletzt räumlicher Art dringend bräuchten.
Konkret: wir benötigen geeignete Räumlichkeiten - nach Möglichkeit zentral gelegen und zu erträglichen Kosten (!) - vor allem für die umfangreiche Bibliothek unserer Gesellschaft, weil wir bis Ende des Sommersemesters unseren bisherigen Raum an der Universität Wien aufgrund personeller Änderungen im Rahmen des Instituts für Kultur- und Sozialanthropologie räumen müssen. Dabei geht es nicht nur um die Aufbewahrung der Bücher, sondern auch um die Aufrechterhaltung des (in unseren Statuten verankerten) Bibliotheksbetriebs.
Nach diesem Exkurs zurück zum kommenden Vortragsprogramm, dazu - wie immer - ein paar weiterführende Angaben zu den einzelnen Vorträgen:
Robert Pucher, der schon mehrmals bei uns referiert hat, wird sich, von den bekannten PEAR-Experimenten in Princeton ausgehend, mit dem Problemkomplex der willentlichen Beeinflussung zufallsgemäßer Ereignisse auseinandersetzen und aufgrund neuerer konstruktiver Entwicklungen von Zufallsgeneratoren (auf Laser-Basis statt Diodenrauschen) eine aktuelle Versuchsplanung für die Weiterentwicklung der bisherigen Experimente diskutieren; ein besonderes Anliegen ist es ihm, zu hinterfragen, welche Relevanz diese Überlegungen für das tägliche Leben jedes einzelnen haben können.
Im Gegensatz zu diesem naturwissenschaftlich-experimentellen Ansatz bringt der nächste Vortrag, wie bei Christa Tuczay (ebenfalls von mehreren Vorträgen her bereits bekannt) zu erwarten, ein kulturhistorisches Thema: die (sprichwörtliche) Bersekerwut, wobei sich jenseits der kulturhistorischen Betrachtung die Frage erhebt, wie es in psychischen Ausnahmezuständen physiologisch zur Mobilisierung scheinbar unerklärlicher Körperkraft bzw. zu extremen physischen Leistungen kommt.
Stanley Krippner wird uns an zwei aufeinander folgenden Tagen zur Verfügung stehen und seine beiden Vorträge in englischer Sprache halten.
In "Dream Telepathy: Experiments in Nocturnal ESP" wird er über die klassische Versuchsreihe zur Traumtelepathie berichten, die im Maimonides Memorial Hospital von den beiden Experimentatoren Ullman und Krippner durchgeführt worden sind. Da Montague Ullman mittlerweile verstorben ist, ist Stanley Krippner sozusagen der letzte Zeitzeuge dieser Forschung.
Amyr Amiden, der Brasilianische Sensitive, der im Zentrum des zweiten Vortrags von Stanley Krippner steht, hat eine Reihe von Phänomenen aufgewiesen, darunter Stigmata und - höchst interessant - Apporte von Schmuckstücken und Medaillen.
Der letzte Vortrag des Semesters bringt wiederum ein kulturhistorisches Thema, Sigrid Vollmann wird paranormale Phänomene - und was damit zusammenhängt - in der Welt der alten Griechen und Römer darstellen: Orakelwesen und -sprüche, Hellsehen und Wahrsagerei, Liebeszauber und Mysterien. Während die Berichte über Erlebnisformen spontaner Phänomene, wie Hans Bender immer wieder betont hat, durch die Jahrhunderte hindurch ganz gleichförmig erscheinen, sind die konkreten Ausformungen der Orakel und Mysterien zeitbedingt - aber konstant ist der Versuch des Menschen, jenseits des "Normalen" Aufschluß über Zukünftiges zu erlangen oder andere Menschen bzw. das Schicksal auf eine solche Weise zu beeinflussen.
2. AKTUELLE DISKUSSION:
2.1 Daryl Bem
Der Gegenstand aktueller Diskussion ist weiterhin Daryl Bem’s Artikel über Präkognition, der ein überaus großes Echo - pro und contra - ausgelöst hat. Die essentiellen Links zu diesem Thema wiederhole ich hier kurz aus dem letzten Newsletter:
- Der Text von Bem's im Druck befindlicher Originalarbeit:
<http://dl.dropbox.com/u/8290411/FeelingFuture.pdf>
- Alcock's Kritik darauf: <http://www.csicop.org/specialarticles/show/back_from_the_future>
- Dean Radin's Erwiderung auf Alcock: <http://deanradin.blogspot.com/>
- Bem's eigene Replik auf Alcock: <http://dl.dropbox.com/u/8290411/ResponseToAlcock.pdf>
Über diese bekannten Artikel hinaus bringt "The World of Parapsychology" eine lange und laufend aktualisierte Link-Liste zu Publikationen aus aller Welt über Bem's Forschungen; wie nicht anders zu erwarten, werden nicht bloß unterschiedliche Positionen dazu bezogen, sondern die Darstellungen sind auch von höchst unterschiedlicher Qualität, so manche mit dem gewissen spöttischen Unterton, wie ihn die Journalisten bestimmter Blätter gerne im Zusammenhang mit Parapsychologie zu gebrauchen belieben …
Buzz of Bem’s paper: "Feeling the Future”: <http://www.thewop.org/?p=1325>
2.2 Luc Montagnier
Luc A. Montagnier ist 2008 gemeinsam mit zwei weiteren Personen mit dem Nobelpreis (für Physiologie oder Medizin) ausgezeichnet worden, der höchsten Ehre, die einem Gelehrten widerfahren kann. Nun hat Montagnier neue Forschungsergebnisse vorgelegt, die von der Zeitschrift in plakativer Manier wie folgt dargestellt worden sind: "Scorn over claim of teleported DNA". Es geht darum, daß unter bestimmten Bedingungen (schwaches elektromagnetisches Feld von 7 Hz) kurze DNS-Fragmente (einhundert Basen lang) aus einem wassergefüllten Testbehälter anscheinend im zuvor reinen Wasser eines anderen, benachbarten Behälters in Form von DNS-Spuren auftauchen. Natürlich wird mit "Teleportation" hier die Quantenteleportation (und nicht der parapsychologische Begriff) angesprochen, aber genauso natürlich darf die Garnierung mit Attributen wie "spooky" oder "ghostly" nicht fehlen. Die weiteren Assoziationen, die sich einstellen, sind die "mitogenetische Strahlung" Gurdiews und die Biophotonen von F. A. Popp, und weiters insbesondere das von Jacques Benveniste postulierte und mittlerweile von der Wissenschaft verworfene "Wassergedächtnis" (samt dessen Bezug zur Homöopathie), zumal die ursprüngliche Lösung ca. 10 x verdünnt werden mußte, um den Effekt zu erhalten.
Bezüge, wenn schon nicht zur Parapsychologie, so doch zu den Grenzbereichen der Wissenschaften sind vorhanden; man wird sehen, ob sich der Effekt reproduzieren läßt.
Sehr aufschlußreich ist vor allem die Reaktion des wissenschaftlichen "Establishments" auf die Mitteilung über Montagniers Resultate: ein Gary Schuster (Georgia Institute of Technology) sprach von "pathologischer Wissenschaft", und "The Quackometer" veräppelt Montagniers Forschung und schlägt ihn für einen "IgNoble Price" vor, ein nicht übersetzbares Wortspiel mit dem Nobel Preis (ignoble = gemein, unwürdig, schändlich).
Es geht mir derzeit, wo noch keine unabhängigen Replikationen vorliegen, nicht darum, zu fragen, ob Quantenprozesse (oder vielleicht die Verallgemeinerte Quantentheorie) eine Klammer zwischen Montagniers Effekten und den paranormalen Phänomenen darstellen könnten, sondern das tertium comparationis ist die Reaktionsweise der Kritiker, die geradezu reflexartig jene Resultate, die ihnen nicht genehm sind, a priori verwerfen, auch wenn es sich um äußerst renommierte Experimentatoren handelt.
Links dazu:
der Artikel im New Scientist <http://www.newscientist.com/article/mg20927952.900-scorn-over-claim-of-teleported-dna.html?full=true&print=true> ist leider nicht mehr im Volltext verfügbar.
Weitere Auseinandersetzung mit dem Thema: <http://www.newscientist.com/article/mg20927951.900-why-we-have-to-teleport-disbelief.html>
Montagniers Website: <http://montagnier.net/>
Montagniers Präsentation in Lindau 2010 "DNA between Physiscs and Biology" <http://montagnier.net/montagnier/index.php/download_file/view/17/>
Montagnier et al: DNA waves and water <http://arxiv.org/PS_cache/arxiv/pdf/1012/1012.5166v1.pdf>
"The Quackometer" (Verspottung) <http://www.quackometer.net/blog/2009/10/why-i-am-nominating-luc-montagnier-for.html>
2.3 "Teleportation in der Zeit" - neue Art von Verschränkung
Zwei Physiker der Universität Queensland melden, eine neue Art von "entanglement" gefunden zu haben, und zwar nicht räumlicher, sondern zeitlicher Natur: <http://www.technologyreview.com/blog/arxiv/26270/?p1=A5>.
Nachdem bekanntlich die Generalisierte Quantentheorie (WQT) <http://www.psychophysik.com/html/re-071-quantentheorie.html> bzw. <http://www.psychophysik.com/html/re-0711_quantentheorie.html> in der Parapsychologie diskutiert wird, wird - sofern die Resultate der beiden Forscher unabhängig bestätigt werden - zu überlegen sein, wie weit diese neuen Gesichtspunkte Relevanz für die Parapsychologie (etwa im Bereich von Modellen für Präkognition bzw. Presentiment) besitzen.
3. ZUR SKEPTIKER-BEWEGUNG in Österreich:
Während die Szene der sogenannten "Skeptiker" in Österreich jahre- wenn nicht jahrzehntelang ruhig gewesen ist, wirbeln sie seit kurzem viel Staub auf. Neben Ulrich Berger, Mathematik-Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien, handelt es sich vor allem das Team der "Science Busters" mit Heinz Oberhummer an der Spitze. Seit Oberhummer, vormals Professor für Theoretische Physik mit dem Spezialgebiet Astrophysik an der Technischen Universität Wien, in Pension ist, ist er in der Öffentlichkeit sehr aktiv geworden, nicht zuletzt auch als Vorsitzender des "Zentralrates der Konfessionsfreien". (Jetzt habe ich mich nochmals vergewissert, daß es "Zentralrat" heißt und nicht "Zentralkomitee".) Oberhummer, den ich nicht erst seit der etwas verunglückten Club 2-Sendung "Auf der Suche nach dem Übersinnlichen" vom 22.12.2010 kenne, vertritt einen undifferenzierten, somit "platten" Reduktionismus.
Offensichtlich besteht ein großes Engagement im Kampf gegen jegliche Religion oder Metaphysik - es handelt sich also keineswegs um ein wertfreies Vorgehen sine ira et studio, insofern ist auch die stete Berufung auf die Aufklärung verfehlt, weil bei dieser Gruppe gleichsam eine Ersatzreligion vorliegt.
Gleichzeitig ist natürlich auch das ökonomische Interesse nicht zu übersehen, die Auftritte der "Science Busters" zu bewerben.
Und schließlich fällt die verstärkte Präsenz dieser "Skeptiker" zeitlich zusammen mit dem Anlaufen des sehr erfolgreichen Films "Am Anfang war das Licht" von P. A. Straubinger. Es fehlt der Platz, und vor allem fehlt mir die Zeit, die pro- und contra-Argumente zu diesem Film hier aufzulisten und gegeneinander abzuwägen; ein wenig davon findet sich in meinem Kurzbericht über den Vortrag, den P.A. Straubinger zuletzt in unserer Gesellschaft gehalten hat (nota bene nicht über das Thema des Films, sehr wohl aber dadurch ausgelöst). Insbesondere haben Ulrich Berger und der Kabarettist Martin Puntigam Herrn Straubinger stark angegriffen; der ORF hat es zuwege gebracht, in der Sendung "Konkret" eine Psychologin gegen den eigenen ORF-Mann Straubinger auftreten zu lassen, welche den Film, um den es geht, gar nicht gesehen hatte, sondern über die Problematik der Magersucht besorgt war! (Im Bereich eines Deutsch-Aufsatzes würde man dazu "Themenverfehlung, nicht genügend!" sagen.) Vgl. <http://www.youtube.com/watch?v=7hNmwry_uGs> und Straubingers Richtigstellungen zu manchen Gegenargumenten.
Worum es mir hier geht, ist weder der Film selbst noch das Phänomen, das er zu dokumentieren unternimmt, sondern vielmehr, anhand der Diskussion um diesen Film jene Mechanismen aufzuzeigen, die seitens der sogenannten "Skeptiker" geradezu reflektorisch in Gang gesetzt werden, wenn es um Themen der "Grenzgebiete" geht, und zwar vielfach, ohne sich mit der Sache selbst auseinander gesetzt zu haben. Es zeigt sich immer wieder deutlich, daß es sich bei diesen "Skeptikern" nicht um eine zwar kritische aber ergebnisoffene Grundhaltung handelt, sondern um einen negativen Glauben. Schon vor Jahrzehnten hat Hans Bender darauf hingewiesen, daß es sich bei den "Esoterik"- oder Okkultgläubigen und bei den "Skeptikern" à la GWUP um Personen mit derselben Persönlichkeitsstruktur handelt: beide Gruppen sind rationaler Argumentation nicht zugänglich, weil sie überzeugte Gläubige sind - allerdings mit unterschiedlichen Vorzeichen.
4. PERSONALIA:
4.1 Theo Locher (26. 10. 1921 - 23. 11. 2010)
Hochbetagt ist Ende 2010 Theo Locher verstorben. Locher war von Beruf Gymnasialprofessor für Mathematik, Geographie und Geschichte, und er war von ganzem Herzen Lehrer. Im Jahr 1966 gründete er, aus seinen Volkshochschulkursen hervorgegangen, die "Schweizerische Vereinigung für Parapsychologie" (SVPP) in Brügg bei Biel/Bienne und war ihr langjähriger Präsident (ab 1991 Ehrenpräsident). Neben der SVPP gründete er 1985 auch die "Schweiz. Stiftung für Parapsychologie" (SSPP) und war deren Stiftungsratspräsident. Spontanfälle und insbesondere Spukerscheinungen haben Locher besonders interessiert, aber auch die "Gellerini", die in 1970er-Jahren auch in der Schweiz aufgetreten sind; er war eher ein Sympathisant der spiritistischen Interpretation. Locher war überaus rührig in der Öffentlichkeitsarbeit, er hat zahlreiche Vorträge gehalten, hat namens der SVPP ein Bulletin und "Orientierungsblätter" herausgegeben und ist auch mit einigen Buchpublikationen an die Öffentlichkeit getreten:
- Schweizer Spuk und Psychokinese. Kommentierte Fälle aus jüngster und früherer Zeit. Mit einem Geleitwort von Gerda Walther und einem Vorwort von C.A. Meier. (Gemeinsam mit Guido Lauper; Aurum 1977, Kamphausen 1983)
- Parapsychologie in der Schweiz gestern und heute zum 20jährigen Jubiläum. Selbstverlag der SVPP, 1986.
- Jenseitskontakte mit technischen Mitteln (gemeinsam mit Maggy Harsch), SVPP bzw. Ancient Mail, 2007. Von dem schmalen Band liegt auch eine englische Übersetzung vor.
Abgesehen von der Parapsychologie war Theo Locher auch humanitär stets sehr engagiert. So hat Locher in ihrem hohen Alter die Gräfin Wassilko, die eigentliche Gründerin unserer Gesellschaft, nicht nur ideell, sondern auch materiell unterstützt, indem er damals einen "Hilfsfonds für notleidende Parapsychologen" ins Leben gerufen hat (von dem mir allerdings später keine Aktivitäten bekannt sind, er dürfte nicht mehr existieren) und nach seiner Pensionierung hat Locher auch ein sehr bedeutendes humanitäres Hilfswerke für Afghanistan aufgebaut, das sogar in einem eigenen Buch dokumentiert ist. Vgl. auch die Würdigung Lochers durch V. J. Oehen.
4.2 Eckhard Etzold (14. 01. 1960 - 01. 01. 2011)
Am ersten Tag des neuen Jahres ist Eckhard Etzold nach langem Leiden viel zu früh verstorben. Von Beruf protestantischer Pfarrer, war auf dem Gebiet der Parapsychologie bzw. Anomalistik sehr eifrig tätig.
Ein Experiment und zahlreiche Publikationen sind on-line verfügbar, u.a. die folgenden Themen bzw. Titel:
- Lunar-magnetotail Encounters as Modulators of Mind-Matter Interaction Effects.
- Solar-periodic Full Moon Effect in the Fourmilab Retro-Psychokinesis Project Experiment Data: An Exploratory Study.
- Does Psi Exist and Can we Prove It? Belief and Disbelief in Psychokinesis Research.
- Wie zuverlässig sind die Ergebnisdaten des Global Consciousness Project?
- Sind die Daten der Fourmilab-Experimente mit der Mondphase korreliert?
- Solarperiodische und lunarperiodische Einflüsse in Psychokineseversuchen
- Kann Wasser bergauf fließen? Unglaubliche Behauptungen und die Schwierigkeit, diese zu widerlegen.
- Der heilige Atem - Physiologische und psychologische Begleiterscheinungen der Glossolalie.
Ein weiteres Interessensgebiet von ihm war Elektrotechnik, insbesondere historische Rundfunk- und Fernsehgeräte, von denen er eine beträchtliche Sammlung besaß und die er auch selbst instand gesetzt hat. Seine Websites
<http://bs.cyty.com/menschen/e-etzold/archiv/radio/radio.htm> und <http://bs.cyty.com/menschen/e-etzold/archiv/TV/tv.htm> unterrichten darüber.
Schließlich lag ihm auch Musik, insbesondere das Spielen der Gitarre, am Herzen.
Angesichts seiner zahlreichen und weit gestreuten Interessen und Aktivitäten kann man das bekannte Bonmot anwenden und sagen, daß er nicht dem Leben mehr Jahre, sondern den Jahren mehr Leben gegeben hat.
Im Rahmen unserer Gesellschaft hat er am "Tag der Parapsychologie", der 2004 der 47. Convention der Parapsychological Association vorgestaffelt war, eine Referat mit dem Titel "Schafft sich der Glaube die Wirklichkeit selbst?" gehalten, ein Thema, das ihn von der Parapsychologie (wie auch von der Theologie her) interessiert hat.
Trotzdem unsere persönliche Begegnung auf die kurze Zeit dieses Kongresses beschränkt war, ist mir Eckhard Etzold als ein besonders liebenswürdiger Kollege in Erinnerung geblieben.
4.3 Thorwald Dethlefsen (11. 12. 1946 - 01. 12. 2010)
Dethlefsen, "Esoteriker" und "Reinkarnationstherapeut", hat in den 1970er-Jahren viel zur Popularisierung der Reinkarnationsidee beigetragen. Er war ein blendender Rhetoriker - blendend im Doppelsinn des Wortes - und hat dann ein eigenes Institut "für außerordentliche Psychologie" in München etabliert. Sein Zugang zur Reinkarnationsproblematik war nicht der empirische Zugang, wie ihn der verstorbene Ian Stevenson und weiters Erlendur Haraldsson, Jim Tucker, Jürgen Keil, Antonia Mills und andere Parapsychologen vertreten, sondern vielmehr, seine Klienten in Hypnose in (angebliche) frühere Leben "zurückzuführen". Ob die dabei auftretenden "Erinnerungen" sich durch historische Recherchen als wahr erweisen würden, hat ihn nicht interessiert; seine Tätigkeit war ausschließlich klientenzentriert und am Erfolg orientiert, so hat er auch nicht weiter darüber reflektiert, ob die "Erinnerungen" nicht eher als Phantasieprodukte anzusprechen wären, die freilich einen Einblick in die psychische Situation der Klienten erlauben. Weiters war Dethlefsen an den alten Arkandisziplinen interessiert und hat an den von "Frater Albertus" (d.i. Albert Riedel, 1911-1984) in der Schweiz gehaltenen Alchemie-Kursen teilgenommen. 1996/99 hat Dethlefsen dann sogar eine eigene Kirche namens "Kawwana. Die 'Kirche des Neuen Aeon'" (sic) gegründet, die man wohl besser als eine esoterische Sekte bezeichnen sollte, die aber über ein beachtliches, von einer goldfarbenen Kuppel bekröntes Gebäude, den "Tempel des Höchsten Gottes", am Gärtnerplatz in München verfügt hat. Das Bauwerk, das Dethlefsen 1998 hat errichten lassen, hat er 2009 wieder abreißen lassen: "weil seine Sekte eine höhere Bewußtseinsstufe erlangt habe, brauche sie den Tempel nicht mehr." Seine letzten Lebensjahre hat Dethlefsen zurückgezogen in Wien verbracht.
Am Beispiel von Dethlefsen, anhand der Auseinandersetzung mit der Frage der Reinkarnation, wird wieder die Bedeutung des Satzes "Wissenschaft ist Methodenfrage" deutlich. Die wissenschaftlich saubere, empirische Feldforschung ist der eine Weg, die unexakte, oft von Wunschdenken keineswegs freie Praxis der "Rückführungen" ist der andere. Dethlefsen hat als "Esoteriker" sich für den zweiten entschieden.
5. LITERATURHINWEISE:
5.1 European Journal of Parapsychology
Das European Journal of Parapsychology (EJP) stellt mit dem soeben erschienenen Heft 2 des Jahrgangs 2010 sein Erscheinen vorderhand ein. Das ist - nach 35 Jahren und 25 Bänden - eine sehr bedauerliche Entwicklung. Ob es, wie man hofft, in der Zukunft zu einem Wieder-Aufleben dieser Zeitschrift kommen wird, kann jetzt noch nicht abgeschätzt werden.
5.2 Autobiographie von Stewart Alexander
Stewart Alexander ist ein britisches "physikalisches" Medium, zumeist als das "letzte europäische Materialisationsmedium" apostrophiert; er ist über 40 Jahre in dieser Art und Weise aktiv. Ich habe ihn vor einigen Jahren in der Schweiz kennengelernt und hatte auch die Gelegenheit, eine öffentliche Sitzung (allerdings keine physikalische) mit ihm zu besuchen. Ich habe in ihm bei mehreren Gesprächen einen außerordentlich liebenswürdigen Gentleman kennengelernt, der sich, was physikalische Phänomene und Mediumismus sowie Spiritismus betrifft, als historisch überaus gut informiert erwiesen hat.
Bekanntlich ist der physikalische Mediumismus, was die "Echtheit" seiner Phänomene betrifft, überaus umstritten, nicht nur bei den "Skeptikern", sondern auch innerhalb der parapsychologischen Gemeinschaft. Am ehesten noch auf dem Boden der historischen Beschäftigung können sich Befürworter, Zweifler und Gegner treffen. Ähnliches gilt für das spiritistische Weltbild, das sich wissenschaftlich natürlich nicht "beweisen" läßt, während die Auseinandersetzung damit durchaus legitim ist; es darf daran erinnert werden, daß die Parapsychologie vor mehr als einem Jahrhundert angetreten ist, um sich u.a. gerade mit diesen Problem wissenschaftlich, d.h. methodisch auseinander zu setzen.
Auch dort, wo grundsätzlich Einigkeit über die anzuwendenden Methoden sowie die Reichweite der Folgerungen besteht, gibt es immer noch Auffassungsunterschiede, inwiefern die Methodik korrekt implementiert worden ist, praktisch also in Hinblick auf die Rigorosität der angewandten Kontrollen. Der "Scole Report" von 1999 zeigt, welch ein Riß zwischen Befürwortern und Gegnern durch die SPR gegangen ist, wo es beinahe zu einer Spaltung gekommen wäre (wie in den 1920er-Jahren bei der ASPR im Kontext der Margery-Kontroverse). Nicht nur, daß der physikalische Mediumismus mit den Kontrollbedingungen steht und fällt, sondern bekanntlich lauert der Teufel im Detail und es ist demnach sehr schwer bis unmöglich, sich allein aus den literarischen Quellen ein Bild zu machen.
Zurück zu Mr. Alexander, über den bereits von dritter Seite (Katie Halliwell) publiziert worden ist und der mittlerweile keine öffentlichen Sitzungen mehr gibt, sondern nur mehr in seinem Home Circle aktiv ist. Er hat nun seine mit zahlreichen Berichten dritter Personen ergänzte Autobiographie herausgebracht: "An Extraordinary Journey: The Memoirs of a Physical Medium". Unter Beachtung der oben angeführten Caveats ist das ein interessantes Buch.
Stewart Alexander ist auch kurz in diesem Video (Vorschau) zu sehen: <http://www.veoh.com/browse/videos/category/lifestyle/watch/v18531696NnTW2aNc>.
5.3 Gabriel von Max und Albert von Keller
Albrecht Frh. v. Schrenck-Notzing, der die deutsche Parapsychologie im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts und darüber hinaus dominiert hat, war mit mehreren Künstlern befreundet, darunter die beiden Maler Albert von Keller und Gabriel von Max. Beide haben unter anderem auch Sujets aus dem Bereich des Okkulten, der Parapsychologie und der psychischen Grenzbereiche dargestellt. Gabriel von Max war sowohl Darwinist wie auch Spiritist und stand zumindest zeitweilig der Theosophie nahe; Evolutionstheorie und Spiritismus sind keineswegs unvereinbar, auch Carl du Prel war ein Anhänger beider Richtungen. Besucher meines kürzlich gehaltenen Vortrags über Stigmatisation mögen sich erinnern, daß ich ein Bild von Gabriel von Max gezeigt habe, nämlich Anna Katharina Emmerick (vulgo Emmerich). Erwähnt sei auch, daß Schrenck Albert von Keller in seinem Nekrolog als "Malerpsychologe und Metapsychiker" bezeichnet hat. Am letzten WGFP-Workshop hat Andreas Fischer über die beiden Künstler referiert.
Zu beider Künstler Werk gab es kürzlich bzw. gibt es derzeit Ausstellungen und dementsprechend aktuelle Publikationen.
5.3.1 Gabriel von Max
Ausstellung im Lenbach-Haus, München
Vgl. dazu auch die Berichte <http://www.br-online.de/bayern2/bayerisches-feuilleton/affenliebe-und-geistersuche-der-maler-gabriel-von-max-und-die-spiritisten-ID1288862766248.xml> sowie <http://www.kunstmarkt.com/pagesmag/kunst/_id221199-/news_detail.html?_q=> und <http://www.kunstmarkt.com/pagesmag/kunst/_id225156-/ausstellungen_berichtdetail.html?_q=>.
Karin Althaus und Helmut Friedel (Hrsg.): "Gabriel von Max: Malerstar, Darwinist, Spiritist".
Einer der Beiträge in diesem Buch - über den Spiritismus und Okkultismus seiner Zeit - stammt von Eberhard Bauer, führender Mitarbeiter am Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene in Freiburg i.Br.
5.3.2 Albert von Keller
Jo-Anne B. Danzker und Gian C. Bott (Hrsg.): "Seance. Albert Von Keller and the Occult"
bzw. günstiger <http://www.amazon.de/Seance-Albert-Von-Keller-Occult/dp/0295990821/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1296425820&sr=1-1>.
5.4 Werke von Stanley Krippner
Aufgrund seiner kommenden Vorträge bei uns und anderen Veranstaltern sei auf seine Bücher hingewiesen; die komplette Bibliographie dieses überaus fruchtbaren Autors und Herausgebers umfaßt unglaubliche rund 1.200 Einträge.
5.5 PEAR
Im Kontext des ersten Vortrags ist (wieder einmal) von der PEAR Group die Rede. Dazu gibt es nun von Robert G Jahn und Brenda J. Dunne eine ganz neue Publikation: "Consciousness and the Source of Reality: The PEAR Odyssey".
5.6 Felix de Mendelssohn: "Die Gegenbewegung der Engel. Psychoanalytische Schriften zu Kunst und Gesellschaft"
In diesem Band legt der bekannte, u. a. an der Sigmund Freud PrivatUniversität lehrende Psychoanalytiker Aufsätze zu verschiedenen Themen vor, darunter Musik, Theater, Literatur, Buddhismus, Judentum, Leben nach der Verfolgung und Ökologiebewegung. Für uns relevant ist ein fast 50 Seiten umfassendes Kapitel über Parapsychologie unter dem Titel "Erkundungen über das Unheimliche", das sich mit Freud und seiner Stellung zur Parapsychologie bzw. mit der Frühzeit der Psychoanalyse auseinandersetzt. Dabei weist der Verfasser auch darauf hin, daß Johannes Mischo (später der Nachfolger von Hans Bender) schon 1963 aufgezeigt hat, wie tiefgehend das Interesse Freuds am Okkulten bzw. an der Parapsychologie gewesen ist.
5.7 Richard Wiseman: "Paranormality. Why we see what isn’t there"
Wiseman ist einer der prominentesten Vertreter des skeptischen Flügels der Parapsychologie, der überdies durch seine Massenexperimente eine große Popularität besitzt. Während mir das Buch selbst nicht vorliegt, gibt es zwei Auszüge im WWW, nämlich <http://www.guardian.co.uk/science/2011/feb/22/future-paranormality-richard-wiseman?commentpage=all#start-of-comments> und <http://www.guardian.co.uk/science/interactive/2011/feb/22/paranormality-extract-richard-wiseman>. Wiseman versucht, alle als parapsychologisch erfahrenen Phänomene "weg zu erklären", und beim oberflächlichen Leser wird dieser Versuch auch erfolgreich sein. Bei genauerer Betrachtung werden die Schwächen seiner Argumentation deutlich; dennoch ist es wertvoll, die in Rede stehenden Phänomene immer wieder darauf abzuklopfen, wie weit sie sich "normal" erklären lassen - oder eben nicht. Ein rationaler Zugang tut not, damit man sich nicht von Wunschdenken beeinflussen läßt, egal, in welche Richtung dieser Wunsch dann im Einzelfall tendiert.
6. E-BOOKS
Ein für persönliche, nicht kommerzielle Zwecke kostenloser Download umfangreichen Materials in Form von .pdf-Dateien ist möglich im Internet-Archiv (Texts), in den Google-Books sowie in der Open Library.
Insbesondere Google-Books beinhaltet insbesondere viele alte und seltene Bücher, die teilweise auch in Bibliotheken nur schwer auffindbar sind bzw. im Antiquariatsbuchhandel, wenn sie überhaupt je angeboten werden, überaus kostspielig sind. So ist z.B. der Themenkomplex Mesmerismus - Somnambulismus - Magnetismus mit zahlreichen Werken, die als "Vollständige Ansicht" gescannt sind, vertreten; manche Bücher dieser virtuellen Bibliothek sind - wie in einer realen Bibliothek - sogar in mehreren Exemplaren vertreten und ein Vergleich lohnt sich, denn die Scans sind von unterschiedlicher Qualität. (Ein kleiner Schönheitsfehler ist, daß aufgrund des Einscannens die Suchfunktion im .pdf nicht so wie sonst funktioniert.)
Im Internet-Archiv hat man die Wahl zwischen .txt und .pdf. Zumindest bei in gebrochener Schrift (Schwabacher oder Fraktur) gesetzten Werken ist dem .pdf unbedingt der Vorzug zu geben, weil die OCR-Software weder Ligaturen erkennt noch das "lange s", welches als "f" wiedergegeben wird, sodaß insgesamt der Text nahezu unbrauchbar wird.
Daß es sich gerade um alte Bücher handelt, die hier kostenlos heruntergeladen werden können, erklärt sich aus den ausgelaufenen Urheberrechten. Jedenfalls ist die Digitalisierung der älteren Fachliteratur für die Interessenten ein großer Schritt vorwärts!
7. HINWEISE AUF WEITERE VERANSTALTUNGEN:
7.1 Symposium "Wissenschaft kritisch hinterfragt - naturphilosophische Kontroversen"
Die "Österreichische Gesellschaft für organismisch-systemische Forschung und Theorie", mit der wir schon im Zuge des Koestler-Symposiums kooperiert hatten, veranstaltet vom 15.-17. April 2011 im Stift Vorau (Stmk.) ein Symposium mit dem Titel "Wissenschaft kritisch hinterfragt - naturphilosophische Kontroversen" wobei die Parapsychologie - unter dem Titel "Esoterik kritisch hinterfragt" - nur eines von mehreren Themen darstellt. Es geht mir darum, den Wissenschaftscharakter der Parapsychologie, die ja in der Öffentlichkeit vielfach mißinterpretiert wird, herauszuarbeiten und aufzuzeigen, daß ein rationaler Zugang auch gegenüber außergewöhnlichen Phänomenen und Erfahrungen möglich ist; damit verbunden werde ich einen kurzen Überblick über das Gesamtgebiet der Parapsychologie geben.
7.2 Am Mittwoch, 01. Juni 2011 wird Stanley Krippner im "Institut für Bewußtseins- und Traumforschung" ein Referat "Dreaming and Creativity" halten. (In englischer Sprache, weitere Informationen über die Website des Instituts oder 0699 10199042.)
7.3 Für Freitag, 03. Juni 2011 ist ein Vortrag von Stanley Krippner an der Sigmund Freud PrivatUniversität geplant, der Titel lautet: "Terror in the Night. Working with Post-Traumatic Stress Disorder Nightmares". Als Exponent der "Humanistischen Psychologie" wird der Referent möglicherweise auch einen Bezug zur Parapsychologie einbauen. (In englischer Sprache)
7.4 Am Samstag, 04. Juni 2011, findet, ebenfalls von der oben erwähnten Gesellschaft für organismisch-systemische Forschung und Theorie veranstaltet, ein Tages-Symposium zum Thema "Consciousness and Healing" mit mehreren Referenten, darunter wiederum Stanley Krippner, statt - ebenfalls in englischer Sprache. Sein Referat hat den Titel "Trance and the Trickster. Hypnotic-like Effects in Shamanic Healing Rituals". Weiters ist auch die ungarische Hypnose-Spezialistin Éva Bányai eingeladen. Das Detailprogramm liegt derzeit noch nicht vor; der Veranstaltungsort ist jedenfalls der Vortragssaal des Naturhistorischen Museums in Wien.
7.5 Bruno Gröning & Gröning-Film
Das Thema "Geistige Heilung" ist ein Dauerbrenner. In den anglophonen Ländern wird diesem Thema mehr Gewicht eingeräumt, als bei uns; so gibt es in den USA sogar Parapsychologen, die den Phänomen- bzw. Forschungsbereich der Parapsychologie in die folgenden drei Gebiete gliedern: ESP - PK - Healing. Ich kann dem nicht folgen, sondern halte Heilungseffekte, falls es sie gibt, für einen Aspekt von PK, nämlich Bio-PK. Sei dem aber wie immer, gewiß ist eines: die Forschung auf diesem Gebiet ist überaus schwierig, erstens bietet sich vom theoretischen Konzept her immer der Placebo-Aspekt als Alternative, zweitens bestehen ethische Restriktionen - Komplikationen, denen sich auch die Komplementärmedizin gegenüber sieht. Trotzdem gibt es, leider nur sehr vereinzelt, interessante Forschungsergebnisse, wie z.B. vor einigen Jahren die Studie von E. Targ und F. Sicher mit AIDS-Patienten, freilich mit nachfolgender Kontroverse (vgl. Newsletter N° 5 vom 18 03 2002).
Ein Dauerbrenner sei die Geistheilung, sagte ich; W.H.C. Tenhaeff hat darüber schon vor Jahrzehnten publiziert ("Außergewöhnliche Heilkräfte: Magnetiseure, Sensitive, Gesundbeter") und Hans Bender hat den damals, Mitte der 1950er-Jahre, sehr bekannten Heiler Dr. jur. Trampler in Kooperation mit der Universitäts-Poliklinik untersucht. Noch ein wenig weiter zurück in der Geschichte und wir begegnen dem Heiler Bruno Gröning (1906-1959). Auch heute, ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod, florieren die diversen "Freundeskreise" und können einen beachtlichen Anhang aufweisen, vgl. <http://de.wikipedia.org/wiki/Bruno-Gröning-Freundeskreis>. Es handelt sich dabei um einen teils sektenartig strukturierten okkulten Untergrund, von dessen Ausmaß man sich, solange man ihm nicht begegnet ist, kaum eine Vorstellung machen kann, vgl. auch <http://www.agpf.de/Groening.htm>. Seit einigen Jahren wird Grönings Erbe propagandistisch auch durch einen Film "Das Phänomen Bruno Gröning: Auf den Spuren des 'Wunderheilers'" vermarktet. Dieser Film, der inklusiver zweier (durchaus notwendiger) Pausen rund fünf Stunden dauert, ist durchaus interessant, erstens zeigt er Gröning in Originalaufnahmen, hat also dokumentarischen Wert, und zweitens bildet er gut das Milieu ab, in dem die Gröning-Verehrung, kombiniert mit der Gröning-Vermarktung sich abspielt. Wer sich für die Soziologie der Esoterik- und Okkultgläubigen interessiert, wird mit diesem Film gut bedient sein; für eine Erhellung der causa prima, ob "Geistige Heilung" funktioniert, ist er freilich völlig unergiebig. Der Film läuft in aller Welt; in Wien seit Jahren (!) ca. ein Mal im Monat (an Sonntagen, im Bellaria-Kino, sonst bekannt als ein Nostalgie-Kino) und er scheint ein Stammpublikum zu besitzen, das ihn mehrfach zu konsumieren pflegt - auch dies bereits eine bemerkenswerte Tatsache.
Natürlich ist die Soziologie dieser "Gläubigen" an sich kein Gegenstand der Parapsychologie, aber als ein Epiphänomen verdient sie allemal Beachtung; nicht zuletzt kommt hier auch wieder einmal der psychohygienische Aspekt ins Spiel, durch entsprechende seriöse Aufklärung Erscheinungen wie "Wunderheilern" die ihnen zunächst inhärente Faszination zu nehmen und alle diese Fragen, wie Hans Bender es mit seiner unnachahmlichen Formulierungsgabe gefordert hat, in einen "Raum der Besonnenheit" zu stellen.
8. INTERNET
8.1 Parapsychological Association:
Die Internetpräsenz der PA ist einem Relaunch unterzogen worden: <http://parapsych.org/>. (Dort auch Information über die Jahrestagung der PA, die heuer in Brasilien stattfinden wird.)
8.2 Sheldrake-Vortrag
Ein Vortrag (Perrott-Warrick Lecture) von Rupert Sheldrake, "The Evolution of Telepathy", ist nunmehr mit unterlegten Folien verfügbar: <http://www.youtube.com/watch?v=2MOzlSF0a8M>.
Prof. Peter Mulacz--
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Newsletter N° 41 - Wien, 20. Dezember 2010
INHALT:
1. Aktuelles
2. Personalia
3. Neue parapsychologische Organisation
4. Zeitschriften
5. Literaturhinweise
6. Hinweis auf Fernsehsendung
7. Aviso auf zukünftige Veranstaltungen
8. Feiertagswünsche
1. AKTUELLES:
1.1 Zur Situation der "Bibliotheca Philosophica Hermetica" (Ritman Library) in Amsterdam
Diese Bibliothek ist eine überaus bedeutende, in Qualität und Umfang geradezu einzigartige Institution, deren Sammelgebiet die okkulte und esoterische Tradition darstellt - Esoterik aber nicht verstanden wie der Esoterik-Laden an der nächsten Ecke, sondern etwa im Sinne der Renaissance-Gelehrten, mit dem Schwerpunkt auf den Rosenkreuzern und Alchemisten, beinhaltend auch eine Reihe mittelalterlicher Manuskripte. Ich kenne diese für die einschlägige kulturwissenschaftliche Forschung unverzichtbare Bibliothek aus eigenem Augenschein. Der Referent unseres Vortrags vom 18. Mai 2009 <http://parapsychologie.ac.at/programm/ss-09.htm> über den "okkulten" Schriftsteller Gustav Meyrink, Theodor Harmsen, war der Bibliothekar dieser Sammlung.
Nunmehr steht diese Bibliothek, die momentan geschlossen ist, vor existentiellen Problemen, die hier darzustellen zu weit führen würde; nähere Information findet sich unter diesem Link: <http://heterodoxology.wordpress.com/2010/11/24/save-the-bibliotheca-philosophica-hermetica/>.
Dort ist auch die Möglichkeit gegeben, eine Petition zu unterschreiben, die bisher von 5730 Personen unterzeichnet worden ist. Wenn auch die Wirkung solcher Petitionen gering sein mag, so zeigt sie doch das Interesse tausender Menschen und übt dadurch vielleicht einen gewissen Druck bei den Verhandlungen aus. Da dies für den Unterzeichner weder Mühe noch Kosten bedeutet, erlaube ich mir, Sie einzuladen, sich dieser Petition anzuschließen (direkt auf <http://www.ipetitions.com/petition/ritmanlibrary/>).
1.2 Daryl BEM und seine Präkognitionsexperimente
Daryl Bem ist ein prominenter US-amerikanischer Sozialpsychologe (Cornell University), nebenbei auch ein ausgezeichneter Zauberkünstler. Seit Jahren ist er erfolgreich damit, Standardexperimente der Psychologie für parapsychologische Fragestellungen zu adaptieren, wobei er sich insbesondere mit "priming" und "habituation" befaßt. (Priming ist die Beeinflussung der Reizverarbeitung durch die Aktivierung impliziter Gedächtnisinhalte durch einen vorangegangenen Reiz; Habituation ist die Gewöhnung an einen Reiz und eine dadurch erlernte Verhaltensunterdrückung.)
Nun hat ein Bericht über Bem's aktuelle Resultate in der populärwissenschaftlichen Zeitschrift "Psychology Today" unter dem Titel "Have Scientists Finally Discovered Evidence for Psychic Phenomena?" viel Staub aufgewirbelt und unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen; die Zeitschrift "New Scientist" fragt sich: "Is this evidence that we can see the future?".
Von der populärwissenschaftlichen Aufbereitung abgesehen, hier die Links zu dieser Debatte (sämtliche Teile in englischer Sprache):
Der Text von Bem's im Druck befindlicher Originalarbeit, die im "Journal of Personality and Social Psychology (JPSP)", der Zeitschrift der prestigeträchtigen "American Psychological Association" erscheinen wird:
<http://dl.dropbox.com/u/8290411/FeelingFuture.pdf>
Alcock's Kritik darauf:
<http://www.csicop.org/specialarticles/show/back_from_the_future>
Dean Radin's Erwiderung auf Alcock:
<http://deanradin.blogspot.com/>
Bem's eigene Replik auf Alcock:
<http://dl.dropbox.com/u/8290411/ResponseToAlcock.pdf>
1.3 "Psychologie in Österreich"
Diese Fachzeitschrift ist das Organ des "Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen" (BÖP). Die aktuelle Ausgabe 4 ist dem Themenschwerpunkt "Parapsychologie und Grenzwissenschaften" gewidmet. Die Abstracts der Artikel sind unter <http://www.boep.or.at/Aktuelle-Ausgabe.441.0.html> on-line abrufbar.
1.4 Voodoo-Photo-Ausstellung in Fischamend
Im (privaten, von Herrn Erwin Schwab betriebenen) Photomuseum in Fischamend, das auch sonst sehenswert ist, läuft seit Herbst eine Photoausstellung über Voodoo; einen Vorgeschmack erhält man auf der Unterseite <http://members.chello.at/wolfgang.blecha/voodoo.htm>. Dazu wird im Museum auch ein 45-minütiger Film gezeigt, der die Riten sehr anschaulich festgehalten hat. Im Moment ist zwar Winterpause, aber irgendwann wird die zu Ausflügen animierende wärmere Jahreszeit ja doch zurückkommen …
2. PERSONALIA:
Am 18. Oktober 2010 ist David Fontana im 75. Lebensjahr verstorben. Er war ein britischer Psychologe (Professor an der Universität Cardiff), von 1995-98 Präsident der 1882 gegründeten Society for Psychical Research in London und bis zu seinem Tod einer deren Vizepräsidenten. Seine zahlreichen, zum Teil auch ins Deutsche übersetzten Bücher hier aufzuführen, würde den Rahmen sprengen; sie haben die Themen von einerseits Meditation und Spiritualität und andererseits der Frage des Lebens nach dem Tod zum Gegenstand. David Fontana vertrat dabei den spiritistischen Standpunkt einer Fortexistenz; er war ein ausgezeichneter Anwalt seiner Sache, wenn mich auch seine Argumentation angesichts der Komplexität der Problemlage nicht hat überzeugen können.
3. NEUE ORGANISATION:
The World of Parapsychology
4. ZEITSCHRIFTEN:
4.1 neu:
Paranthropology Journal
4.2 Erinnerung:
PsyPioneer
5. LITERATURHINWEISE:
Wie bereits avisiert, ein paar Worte zu einschlägigen Büchern, die in letzter Zeit erschienen sind. Bücher eignen sich bekanntlich auch für Weihnachtsgeschenke in letzter Minute …
5.1 Bücher in deutscher Sprache:
Hartmut BINDER:
Gustav Meyrink: Ein Leben im Bann der Magie
Vitalis-Verlag, Prag, 2009
ISBN 978-3899190786
Auf nahezu 800 Seiten breitet der Verfasser, ein profilierten Literaturwissenschaftler, mit großer Liebe zum Detail die Biographie Meyrinks, mit zahlreichen Illustrationen versehen, vor dem Leser aus. Der Schwerpunkt liegt auf dem jungen Meyrink, insbesondere dem Meyrink der Prager Jahre, was auch berechtigt ist, weil dies die prägenden Jahre waren. Je mehr Meyrinks Leben voranschreitet, desto weniger hält der Autor es durch, in gleichem Maße auf Einzelheiten einzugehen - man fragt sich, ob in Meyrinks späteren Jahren die Quellenlage dünner ist oder ob der Verfasser es hat vermeiden wollen, eine 1000-Seiten-Grenze zu überschreiten. Das Werk ist interessant und spannend zu lesen und durch einen ausführlichen Index erschlossen; es stellt gleichsam ein Gegenstück zu dem ebenfalls sehr interessanten, jedoch ganz anders angelegten Werk des unter Pkt. 1.1 genannten Theodor Harmsen, "Der Magische Schriftsteller Gustav Meyrink, seine Freunde und sein Werk", Brill 2008, dar (wobei Binder auch gewisse Kritik übt). In Meyrinks Leben gab es gewisse Schlüsselerlebnisse, eines davon zwar zweifellos der Spukfall von Levico, der natürlich als parapsychologisches Phänomen für uns von besonderem Interesse sein muß, über den jedoch leider keine Details bekannt sind. Leider bringt der Autor Hartmut Binder in diese Frage, welche schon den verstorbenen Meyrink-Sammler Lambert Binder überaus interessiert hatte, auch nicht viel Licht. Trotz gewisser Desiderata hinsichtlich Meyrinks letzten Jahren (z.B. bzgl. des Todes seines Sohnes) ist dieses sorgfältig recherchierte und aufwendig gestaltete Buch das definitive Werk zum Entwicklungsgang des (okkulten) Schriftstellers Gustav Meyrink, insbesondere seiner Prager Zeit.
Melvyn WILLIN:
Geister. Unglaubliche Bilder auf dem Prüfstand. Fotografien des Übersinnlichen
Stocker Verlag, Graz, 2010
ISBN 978-3853652435
Melvyn Willin, ein qualifizierter Musikwissenschaftler mit besonderem Interesse am Hexenwesen, ist Vorstandsmitglied der SPR und als solcher für deren Archive in London und Cambridge verantwortlich. In diesem Buch beschäftigt sich der Verfasser jedoch nicht mit dem akustischen, sondern mit dem optischen Bereich: er legt eine Sammlung von 80 (angeblich) paranormalen Photos vor, die sich über die Spanne eines Jahrhunderts erstrecken - also ein Zeitraum, der teilweise vor den manipulativen Möglichkeiten, die heute mit Photoshop oder Gimp gegeben sind, gelegen ist. Das soll nicht notwendigerweise bedeuten, daß all diese Photos "echt" im Sinne eines paranormalen Phänomens (oder gar einer Bewirkung durch einen "Geist") wären oder als solche dargestellt würden, es finden sich auch berühmte "Hoaxes" wie das Bild der "Elfen" von Cottingley oder eine "Aura"-Photographie darunter. Die einzelnen Bilder sind natürlich recht ungleichwertig, zeigen damit aber gut das weite Spektrum des Themas "Photographie des (vordergründig) Paranormalen" auf - daß der Verlag vom "Übersinnlichen" spricht, mag bei einer Publikation, die sich an das breite Publikum wendet, angehen, obwohl dies Wort natürlich innerhalb der Parapsychologie Anathema ist. Ein wenig verwirrend mag es für manche sein, daß die Fokusperson des Rosenheimer Spukfalles, deren Realnamen mehrfach veröffentlicht ist, hier wieder mit einem Decknamen versehen ist. Das Buch, in einem originellen Querformat gehalten, ist ein interessantes "Photobuch der anderen Art", wobei man sich bei jedem einzelnen Bild seine eigenen Gedanken machen kann …
Heinrich und Ingrid KUSCH:
Tore zur Unterwelt: Das Geheimnis der unterirdischen Gänge aus uralter Zeit.
Auf dieses, ebenfalls bei Stocker (ISBN 9783853652374) erschienene Buch sei, ohne näher darauf einzugehen, aus zwei Gründen hingewiesen: erstens ist der Verfasser ein ehemaliger Referent in unserer Gesellschaft, und zweitens wird er im Rahmenprogramm des Vorauer Symposiums (Pkt. 7.1.1) tätig sein.
5.2 Bücher in englischer Sprache:
Heather WOLFFRAM:
The Stepchildren of Science: Psychical Research and Parapsychology in Germany, c. 1870-1939
Ein flüssig zu lesendes Buch, das demjenigen, der mit den Primärquellen nicht vertraut ist (sei es aus sprachlichen Gründen, wie beim englischen Publikum, an das sich das Werk ja primär wendet, sei es überhaupt), ein Zeitgemälde der parapsychologischen Szene im Zweiten Kaiserreich, in der Weimarer Republik und in den Jahren des Dritten Reiches bis zum Kriegsausbruch bietet. Interessant ist es, Konstanten und Entwicklungen über all diese Jahrzehnte zu verfolgen und sie mit der gegenwärtigen Situation zu vergleichen - abgesehen davon, daß heute andere Forschungsfragen im Vordergrund stehen, waren jene Jahrzehnte von einer Heftigkeit der Auseinandersetzung zwischen Befürwortern und Gegnern geprägt, die heute nicht mehr nachvollziehbar ist. (Das kann als Indiz dafür genommen werden, daß das Paranormale mittlerweile weitgehend "normal" geworden ist, wenn ich das so ausdrücken darf, somit eine sehr positive Entwicklung.) Ein paar Details freilich sind es, denen ich nicht zustimmen kann, z.B., wenn Schrenck-Notzing in der betreffenden Kapitelüberschrift als "Geisterbaron" bezeichnet wird, was - bei allem Verständnis für griffige Formulierungen - grob irreführend ist, denn genau das war er nicht, hat er sich doch deutlich gegen die spiritistische Interpretation ausgesprochen. Natürlich perpetuiert die Autorin damit nur ein Epitheton Schrencks aus der zeitgenössischen Presse, gleichzeitig bedeutet dies aber aufgrund der Einprägsamkeit des Titels das Weiterschreiben dieser unzutreffenden Charakteristik und erscheint mir somit als kontraproduktiv. Weiters wird ein (bekanntes) Bild veröffentlicht, bei dem der nicht informierte Betrachter einen Fehler in der photographischen Platte leicht mit der abgebildeten (in Diskussion stehenden) Materialisation verwechseln könnte, ohne daß auf diese Problematik gebührend hingewiesen würde. Das tut aber dem zutreffenden Gesamtbild der Parapsychologie während der genannten Zeitspanne, das gut recherchiert ist, keinen Abbruch.
Frans W.J.J. SNEL:
Aspects of the paranormal healing phenomenon: the narrative approach, Amersfoort, 2010.
Frans Snel setzt sich in dieser Studie (Master Thesis an der University of Edinburgh) mit CAM (= "Complementary, Alternative, and Integrative Medicine") unter Einbeziehung möglicher paranormaler Effekte auseinander, wobei fünf Heiler im Vordergrund stehen, deren Aktivitäten teilweise in Form von Videostudien analysiert worden sind, was weitgehend innovativ ist. Diese detailreiche Arbeit ist, ebenso wie der Tagungsband "Utrecht II: Charting the Future of Parapsychology", aufgrund einer Schenkung des Johan Borgman Funds, der die Herausgabe auch unterstützt hat, in der Bibliothek unserer Gesellschaft vorhanden und von Mitgliedern entlehnbar.
6. FERNSEHSENDUNG
Mi, 22. Dez. 2010, 23:00h, Club 2: "Auf der Suche nach dem Übersinnlichen"
Hinweis: Club 2-Sendungen sind auch "post festum" über die ORF TVThek abrufbar.
7. AVISO VON VERANSTALTUNGEN
7.1 Österreichische Gesellschaft für organismisch-systemische Forschung und Theorie
7.1.1 Die Österreichische Gesellschaft für organismisch-systemische Forschung und Theorie, mit der wir in der Vergangenheit bereits kooperiert haben (Symposium "Arthur Koestler - Jenseits von Reduktionismus und Zufall") führt vom 15.-17. April 2011 im Stift Vorau ein interdisziplinäres Symposium "Wissenschaft kritisch hinterfragt - naturphilosophische Kontroversen" durch, in dem auch die Parapsychologie zu Wort kommt.
7.1.2 Dieselbe Gesellschaft führt am 4. Juni ein eintägiges Symposium "Consciousness and Healing" (in englischer Sprache) durch, Ort ist voraussichtlich das Naturhistorische Museum Wien. Das Programm steht noch nicht im Detail fest, der "Stargast" der Veranstaltung wird Stanley Krippner sein, der uns auch in unserer Gesellschaft für zwei Vorträge (Mo, 30. 05. und Di, 31. 05. 2011) zur Verfügung stehen und am 03. 06. 2011 auch an der Sigmund Freud PrivatUniversität sprechen wird.
7.2 Braunauer Zeitgeschichte-Tage
Für die Braunauer Zeitgeschichte-Tage 2013 ist das Thema "'Okkulte Erlebnisse': Rudi Schneider und Willi Schneider" in Aussicht genommen, also zwei Österreicher, die unter den wichtigsten medialen Versuchspersonen aller Zeiten einzuordnen sind. (Bzgl. Rudi Schneider vgl. meinen Beitrag "Im Rotlicht erhebt sich ein Taschentuch - und 'Fragwürdigstes' geschieht im 'Zauberberg'. Thomas Mann und die Parapsychologie" in: Christa Tuczay und Wolfgang Müller-Funk (Hrsg.): Faszination des Okkulten. Tübingen: A. Francke-Verlag, 2008.)
8. ANLÄSSLICH DER KOMMENDEN FEIERTAGE …
Zum Schluß wünsche ich, wie jedes Jahr, im Namen des Präsidenten und des Vorstandes unserer Gesellschaft allen Lesern dieses Newsletters - Mitgliedern, Gästen, Referenten unserer Gesellschaft und Interessenten in Nah und Fern - EIN FROHES WEIHNACHTSFEST und viel Glück im Neuen Jahr!
Prof. Peter Mulacz
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Newsletter N° 40 – Wien, 12. Oktober 2010
INHALT:
1. Vortragsprogramm Wintersemester 2010/11
2. Personalia
3. BIAL-Symposium
4. IGPP-Tätigkeitsbericht
5. Literaturhinweise
6. Internet
7. Neu im Kino
1. VORTRAGSPROGRAMM:
• Mo, 18. Okt. 2010
Erich Neuwirth
Zufall und Vorhersagbarkeit
• Mo, 15. Nov. 2010
Erlendur Haraldsson
Nordische „physikalische Medien“
• Di, 16. Nov. 2010
Erlendur Haraldsson
Leben nach dem Tod und Wiedergeburt
• Mo, 13. Dez. 2010
Peter Mulacz
Träger der Wundmale Christi
• Mo, 17. Jänner 2011
P. A. Straubinger
Aspekte der internationalen Parapsychologie
Achtung: geänderte Beginnzeit, 20 Uhr c.t.!
Das gedruckte Programm ist bereits versandt; wie immer ist das Programm unter <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> on-line abrufbar.
Der erste Vortrag (Erich Neuwirth) setzt sich mit Statistik und Wahrscheinlichkeitstheorie auseinander: von den Rhine’schen Kartenexperimenten bis zur aktuellen Methode der Metaanalyse, von der Schwierigkeit, Wahrscheinlichkeiten abzuschätzen und, last not least, von der Problematik synchronistischer Erfahrungen.
Erlendur Haraldsson wird über verschiedene Medien aus dem skandinavischen Raum berichten, wobei der physikalische Mediumismus im Vordergrund steht. Bei Einar Nielsen hatte auch der längst verstorbene österreichische Parapsychologe P. Peter Hohenwarter Sitzungen mitgemacht; auch bei Nielsen gilt es, das pro und contra sorgfältig abzuwägen.
In seinem zweiten Vortrag, am darauffolgenden Dienstag, wird der Referent den Glauben an Leben nach dem Tod und Wiedergeburt thematisieren, und zwar auf der Basis großangelegter soziologischer Untersuchungen („European Human Values Survey“ bzw. „World Human Values Survey“).
Der Titel meines eigenen Vortrags, „Träger der Wundmale Christi“, spiegelt die populäre und unkritische Rezeption der Stigmata wider. Bei allen Stigmatisierten ist die Stigmatisation mit paranormalen Phänomenen (insbesondere außersinnlicher Erfahrung) und vielfach auch mit physiologischen Anomalien (z.B. Nahrungslosigkeit) vergesellschaftet, insofern spricht man vom „Stigmatisationssyndrom“.
Im letzten Vortrag im Semester wird P. A. Straubinger eine Reihe von Video-Clips (in englischer Originalversion) vorführen, die im Zuge der Interviews mit verschiedenen Parapsychologen rund um die Welt entstanden sind, welche er für seinen Film (vgl. Pkt. 7) befragt hat. Es handelt sich sozusagen parapsychologisch relevantes „Überschußmaterial“, das thematisch oder umfangmäßig nicht mehr in den Film hineingepaßt hat.
2. PERSONALIA:
2.a Michael Thalbourne:
Der australische Parapsychologe Michael Thalborne, geb. 24.03.1955, ist am 04.05.2010 verstorben. Er war der Präsident des „Australian Institute for Parapsychological Research“ und der Herausgeber des „Australian Journal of Parapsychology“. Zu seinen Büchern zählen „A Glossary of Terms used in Parapsychology“ und, gemeinsam mit Lance Storm, „Parapsychology in the Twenty-First Century: Essays on the future of Psychical Research” sowie „The survival of human consciousness: Essays on the possibility of life after death”. Interessant ist auch sein Konzept der „Transliminalität“. Ähnlich dem Pianisten Friedrich Gulda hatte auch Thalbourne bereits früher eine Falschmeldung hinsichtlich seines eigenen Todes lanciert.
Siehe auch <http://en.wikipedia.org/wiki/Michael_Thalbourne>, sein reiches Oevre <http://www.parapsych.org/members/m_thalbourne.html> sowie seinen Artikel über die Praktiken des sattsam bekannten Varietézauberers und Berufsentlarvers Randi <http://www.aiprinc.org/para-c05_Thalbourne_1995.pdf>.
2.b Martin Gardner:
Wenige Tage nach Thalbourne, nämlich am 22.05.2010, verstarb in biblischem Alter der am 21.10.1914 geborene Martin Gardner. Als Wissenschaftsjournalist hatte er mehrere Schwerpunkte, darunter Mathematik und Pseudowissenschaften. Gardner war ein Gründungsmitglied des Committee for the Scientific Investigation of Claims of the Paranormal (CSICOP), heute umbenannt in Committee for Skeptical Inquiry (CSI), und ein Exponent der „Skeptiker“-Bewegung. Siehe auch <http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Gardner> sowie Nachrufe <http://www.scientificamerican.com/article.cfm?id=profile-of-martin-gardner>
und <http://www.nytimes.com/2010/05/24/us/24gardner.html>.
2.c Berthold E. Schwarz:
Mit 85 Jahren ebenfalls hoch betagt ist der Psychiater Dr. Berthold Eric Schwarz am 16.09.2010 in Vero Beach gestorben. Ein Klassiker ist sein Buch über Telepathie zwischen Kindern und Eltern: „Parent-child telepathy: five hundred and five possible episodes in a family;: A study of the telepathy of everyday life“ (1971). Was Psychokinese anlangt, stand Schwarz William E. Cox (gest. 1994) nahe, der – in der Tradition von J. G. Neidhardt bzw. SORRAT (Society for Research in Rapport and Telekinesis <http://www.metamind.net/sorrat.html>) – mit einem „Minilab“ experimentierte, einem geschlossenen Behälter, in dessen Inneren kleine Objekte psychokinetisch bewegt werden sollte, wobei diese Ortsveränderungen automatisch gefilmt worden sind. Allerdings sind diese Resultate stark in Zweifel gezogen worden, was ihre angeblich paranormale Verursachung betrifft.
De mortuis nihil nisi bene – trotzdem kann ich den Kommentar nicht unterdrücken, daß die beiden soeben Genannten zu extreme Positionen vertreten haben, Gardner einen über das Ziel schießenden Skeptizismus, während Schwarz es wohl vielfach an der nötigen kritischen Einstellung hat mangeln lassen. (Die Assoziation zu den beiden Fehlertypen liegt nahe, „false positive“ und „false negative“ bzw. Typ I und Typ II Fehler.)
2.d Pam Reynolds:
Als „Pam Reynolds“ wurde die US-amerikanische Sängerin Pam Reynolds Lowery (geb. 1956) bekannt, die im Alter von 35 Jahren eine Todesnähe-Erfahrung während einer Gehirnoperation gehabt hat. Während dieser Fall von manchen Autoren etwas voreilig als „beweisend“ für eine (im weitesten Sinne) transzendentale Interpretation angesehen worden ist, zeigt eine eingehendere Analyse, daß diese Interpretation keineswegs zwingend ist und daß alternative Erklärungen möglich sind. Eine kurze tabellarische Zusammenfassung dieser NDE findet sich auf <http://en.wikipedia.org/wiki/Pam_Reynolds#Timeline>. Nun ist „Pam Reynolds“ am 22.05.2010 verstorben.
3. BIAL-SYMPOSIUM:
Das gesamte 8. Bial-Symposium, das – wie immer unter dem Gesamttitel „Beyond and Behind the Brain“ – vom 07.-10.04.2010 stattgefunden hat, ist von der Universität Porto aufgezeichnet worden und über das Webportal TVU abrufbar:
<http://tv.up.pt/channels/conferencias?set_locale=en>
4. IGPP-TÄTIGKEITSBERICHT:
Der Tätigkeitsbericht 2008/2009 des Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) in Freiburg i.Br. <http://igpp.de> ist erschienen. Der Bericht wird jedem Interessenten kostenlos zugesandt, eine Mail an Dipl.-Psych. Eberhard Bauer <bauer@igpp.de> mit Adreßangabe genügt.
5. LITERATURHINWEISE:
5.a Neuerwerbungen unserer Bibliothek:
• Dr. Christa A. Tuczay
„Ekstase im Kontext: Mittelalterliche und neuere Diskurse einer Entgrenzungserfahrung“
Hrsg. Peter Dinzelbacher
Peter Lang Verlag, Frankfurt 2009 <http://www.peterlang.com/index.cfm?event=cmp.cst.ebooks.datasheet&id=51356&concordeid=57194>
Frau Doz. Tuczay hat bei uns bekanntlich mehrere Vorträge gehalten; sie ist auch – gemeinsam mit Wolfgang Müller-Funk – die Herausgeberin der im selben Verlag 2008 erschienen Anthologie „Faszination des Okkulten: Diskurse zum Übersinnlichen“ <http://www.narr.de/details.php?catp=&p_id=38259>.• Editors: Chris Roe, Wim Kramer and Lisette Coly
„Utrecht II: Charting the Future of Parapsychology“
Utrecht, 2008
Diesen Band habe ich bereits im Newsletter N° 38 avisiert.
Vgl. <http://www.pflyceum.org/266.html> bzw. <http://www.pflyceum.org/451.html>.• Frans W.J.J. Snel
„Aspects of the paranormal healing phenomenon: the narrative approach“
Amersfoort, 2010
Die beiden letztgenannten Bücher sind Schenkungen des Johan Borgman Funds an unsere Bibliothek, wofür sich unsere Gesellschaft hiermit herzlich bedankt.
5.b Weitere interessante Neuerscheinungen:
• Heather Wolffram
The Stepchildren of Science: Psychical Research and Parapsychology in Germany, c. 1870-1939
<http://www.rodopi.nl/functions/search.asp?BookId=CLIO+88>• Hartmut Binder
Gustav Meyrink: Ein Leben im Bann der Magie
<http://www.vitalis-verlag.com/prag.php#binder_meyrink>• Melvyn Willin
Geister
Unglaubliche Bilder auf dem Prüfstand
Fotografien des Übersinnlichen
<http://www.buecherquelle.at/Buchshop/Neuerscheinungen/Geister::2448.html>Auf diese Werke beabsichtige ich im nächsten Newsletter näher einzugehen, der noch rechtzeitig vor Weihnachten erscheinen soll.
5.c „Psychologie in Österreich“:
Die aktuelle Nummer der Zeitschrift „Psychologie in Österreich“ (PIÖ) hat den Themenschwerpunkt „Parapsychologie und Grenzwissenschaften“. Die Zeitschrift wird an alle Mitglieder des Berufsverbandes Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) verteilt. Zum Inhaltsverzeichnis: <http://www.boep.eu/Aktuelle-Ausgabe.441.0.html>.
6. INTERNET:
6.a Diverse Wikis:
Die Polemik zwischen seriösen Forschern im Bereich der Grenzgebiete und der sogenannten „Skeptiker“-Bewegung geht weiter. Der Gegenstandsbereich geht dabei über die Parapsychologie weit hinaus, es geht vielfach um „Glaubenskämpfe“ (von „Nullpunkt-Energie“ bis zu den Impfgegnern), wobei medizinische Themen über den Umweg der „Germanischen Neuen Medizin“ <http://de.wikipedia.org/wiki/Germanische_Neue_Medizin> in politische Ideologie münden, detto für umstrittene psychotherapeutische Verfahren (z.B. <http://de.wikipedia.org/wiki/Bert_Hellinger>).
Neuerdings werden – pro und contra – Seiten ins Web gestellt, die in ihrer äußeren Aufmachung an die Web-Enzyklopädie „Wikipedia“ <http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia> erinnern.
Ein besonders pikanter Vertreter dieses Genres ist die Seite „EsoWatch“ <http://esowatch.com/ge/index.php?title=Hauptseite> bzw. (Information darüber) <http://de.wikipedia.org/wiki/Esowatch>. Das den gesetzlichen Vorgaben nicht entsprechende Impressum von EsoWatch sowie die zahlreichen Urheberrechtsverletzungen entziehen sich durch Webhosting im Ausland jeglichen Sanktionen; allerdings brandmarken diese Rechtsverletzungen die ganze Website eindeutig als unseriös, sodaß von vornherein auch bei den Inhalten Seriosität nicht erwartet werden kann.
Gegen EsoWatch tritt – in ähnlicher Aufmachung – „Eselwatch“ <http://eselwatch.com/index.php?title=Hauptseite> auf.
Um der Skeptiker-Vereinigung „GWUP“ – das deutschsprachige Pendant des oben unter Pkt. 2.b erwähnten CSI – entgegenzuwirken, gibt es jetzt auch „GWUP Watch“ <http://gwup-skeptiker.blogspot.com/>.
Weitere Seiten, die sich mit „Skeptiker“-Organisationen auseinandersetzen:
• Skeptizimus <http://www.skeptizismus.de/>
• Skepticalinvestigations <http://www.skepticalinvestigations.org/homepage.html>
• Debunkingskeptics <http://www.debunkingskeptics.com/>
• Psi v Sigh <http://sites.google.com/site/psivsigh/>
6.b Charles Tart auf Youtube:
Von dem bedeutenden Psychologen und Bewußtseinsforscher Charles Tart sind auf dem Videoportal Youtube <http://youtube.com> zahlreiche Vorträge eingestellt, u.a. zu folgenden Themen:
• Questions of Consciousness
- Altered States of Consciousness
- Cosmic Consciousness
- Consciousness and Survival
• Reflections on Meditation
• Science, Religion, and Spirituality
• Evolving Science
• The Assumptions of Western Psychology
7. NEU IM KINO:
Zwei Filme sind angelaufen, die einen entfernten bzw. weit entfernten Bezug zur Parapsychologie haben; ein Konnex zu „Grenzgebieten der Wissenschaft“ ist auf jeden Fall gegeben.
7.a „Am Anfang war das Licht“
Die Dokumentation „Am Anfang war das Licht“ <http://amanfangwardaslicht.at/> von P.A. Straubinger setzt sich mit dem (angeblichen?) Phänomen von Nahrungslosigkeit bzw. „Lichtnahrung“ auseinander. Nahrungslosigkeit (Inedie, auch Asitie) wird von mehreren Heiligen (z.B. Nikolaus von der Flüe) bzw. betont religiösen Personen (z.B. die stigmatisierte Therese Neumann von Konnersreuth), aber auch bei anderen (z.B. die „Wassertrinkerin Maria Furtner“ aus dem 19. Jhdt. berichtet. In Amalgamierung mit fernöstlichen Ideen von „Prana“ und dem Auftreten von Jasmuheen <http://de.wikipedia.org/wiki/Jasmuheen> ist die Idee der „Lichtnahrung“ in den Vordergrund getreten, die auch bei der Namensgebung für diesen Film Pate gestanden ist. Wenn auch durchaus verständlich ist, daß ein Film einen griffigen Titel braucht, so ist doch festzuhalten, daß mit diesem Titel bereits eine Erklärungshypothese transportiert wird. Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus sollte zuerst die Faktizität (das „ob“) zweifelsfrei festgestellt sein, bevor man sich an die Formulierung von Hypothesen über das „wie“ macht. Auf der Basis der über Therese Neumann vorliegenden Daten hat seinerzeit der Parapsychologe und Arzt Walther Kröner hypothetisch einen Apport von Nährstoffen direkt in den Körper der Stigmatisierten postuliert, womit der oben angesprochene Konnex zur Parapsychologie definitiv gegeben ist.
Die Frage der Erklärungshypothesen hintanstellend und daher auch das Etikett „Lichtnahrung“ vermeidend, könnte man ohne Präjudiz von (angeblichen) ernährungsphysiologischen Anomalien sprechen, die in diesem Film eindruckvoll vor Augen geführt werden. Es stellt sich die Frage nach der Gewichtung der Evidenz für nahrungsloses Leben bei den im Film vorstellten Fällen. Der „Alpenyogi“ und die wohlbeleibte Russin sind ein buntes, belebendes Element, steuern aber argumentativ nichts bei. Interessant sind der Chemiker Dr. Michael Werner und der „Guru“ Prahlad Jani, die beide jeweils in einer Klinik für eine bestimmte Zeit 24 Stunden am Tag überwacht worden sind, wobei die Resultate im Film referiert werden. Die beiden Fälle liegen etwas unterschiedlich. Bei Michael Werner ist ein gewisser Gewichtsverlust und (nicht überraschend) ein physiologischer Hungerzustand des Organismus festgestellt worden; im Alltagsleben nimmt Werner gemäß Selbstbekundung keine feste Nahrung zu sich, trinkt aber (kalorien- und vitaminhaltige) Fruchtsäfte, d.h., er lebt nicht wirklich nahrungslos, sondern nahrungsreduziert. Prahlad Jani hingegen hat sich während der Untersuchungsperiode <http://www.sudhirneuro.org/files/mataji_case_study.pdf> jeglicher Nahrungs- bzw. Flüssigkeitsaufnahme enthalten; es gab auch keine Ausscheidungen, wobei die untersuchenden Ärzte auf den unterschiedlichen Füllungsgrad der Harnblase hinweisen und eine mögliche Resorption des Urins diskutieren. Nun haben Kritiker (z.B. <http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2010/09/am-anfang-war-das-licht.php>) darauf hingewiesen, daß es nicht ausgeschlossen sei, daß Prahlad Jani während des Badens unbemerkt sowohl Flüssigkeit aufgenommen wie auch Urin abgegeben hätte. Dies müßte anhand der Videobänder nochmals überprüft werden.
Jedenfalls hat Straubinger mit diesem Film eine sehr interessante Dokumentation geschaffen und eine in der öffentlichen Diskussion, auch und insbesondere innerhalb der „scientific community“, bisher weitgehend ausgeblendete Problemstellung thematisiert. Ob die vorgelegte Evidenz gut genug ist, bewährte wissenschaftliche Grundsätze gleich über Bord zu werfen, mag mit Fug und Recht bezweifelt werden, aber ganz gewiß ist sie massiv genug, daß sich Physiologen dieses Themas intensiver annehmen sollten. Vor allem die im Film gezeigten Untersuchungen des indischen Ärzteteams an Prahlad Jani sind äußerst interessant.
Dazu noch eine Anmerkung zu Kritik und Skepsis: Kritik ist in der Parapsychologie und benachbarten Grenzgebieten durchaus willkommen (bzw. sollte es sein), weil sie Schwachstellen aufzeigt und somit ein brauchbares Regulativ ist, Forschungsresultate zu verbessern. Was hingegen durchaus verzichtbar ist, ist „Skepsis“ im Sinne einer aprioristischen Haltung, die der Dichter Christian Morgenstern so schön mit den Worten „weil, so schließt er messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf“ charakterisiert hat. Leider ist genau das die Grundhaltung der diversen negativen Stellungnahmen zu diesem Film.
7.b „Next Exit Nirvana“
Dieser Film von Walter Größbauer <http://www.fortuna-media.com/portfolio/portfolio_nirvana/portfolio_nirvana.php> hat viel geringere Ansprüche: hier geht es nicht um Wissenschaft, sondern der Zuseher nimmt an der Kumbh Mela, dem größten Pilgerfest der Welt, das nur alle 12 Jahre in Indien stattfindet, teil. Es ist ein höchst farbenfrohes Bild, ein buntes Panoptikum von argem Kitsch, mit 5.000 Gurus, 200.000 Sadhus und Millionen von Pilgern und Bettlern, die sich am Ganges sammeln. Manche der in diesem Film dokumentierten Skurrilitäten sind kaum zu überbieten. Hier wird das klassische Wunderland Indien durchaus entzaubert, und auch von echter Spiritualität (die von manchen Leuten – zu recht oder zu unrecht – in die Nähe der Parapsychologie gerückt wird) kann die Rede nicht sein.
Von beiden Filmen gibt es Trailer auf den zitierten Internetpräsenzen.
Prof. Peter Mulacz
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Newsletter N° 39 – Wien, 24. März 2010
INHALT:
- Programm
- Forschungsmittel
- Veranstaltungen in den nächsten Monaten (Erinnerung)
- Film
- Literaturhinweise
Wie üblich vor Beginn des Semesters bzw. der Vortragssaison ein Newsletter, der diesmal kurz ausfällt.
1. VORTRAGSPROGRAMM:
- Fr. 26. März 2010
Alejandro Parra
Counselling Service on Clinical Parapsychology in Argentina
- Mo. 26. April 2010
Wim Kramer
Gerard Croiset – his Life and Work
- Mi. 28. April 2010 (SFU)
Wim Kramer
Paranormal Phenomena & Clinical Practice: Experiences in Counselling
- Mo. 10. Mai 2010
Walter Meyer zu Erpen
Ektoplasma: Mythos oder Realität?
- Di. 11. Mai 2010
Walter Meyer zu Erpen
Schwebende Tische
- Mo. 07. Juni 2010
Peter Mulacz
Physikalischer Mediumismus heuteUnser Vortragsprogramm für dieses Semester <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> hat zwei Schwerpunkte, der eine liegt auf „Klinischer Parapsychologie“ und Beratung, der andere auf Problemen des sogenannten „Physikalischen Mediumismus“ (wobei es um die Phänomene geht und nicht um den interpretativen Kontext, in welchem sie üblicherweise auftreten).
Alejandro Parra vom „Institute of Paranormal Psychology“ in Buenos Aires, Argentinien, wird über die zugrundeliegenden Modelle und die theoretischen Ansätze der dortigen Beratungsaktivitäten referieren, wobei er auch mehrere Fallberichte bringen wird. Der Vortrag findet ausnahmsweise an einem Freitag statt; der Referent wird englisch sprechen, die dazugehörigen PPT-Folien sind jedoch ins Deutsche übersetzt.
Wim Kramer aus Utrecht wird zunächst bei uns über Leben und Werk des bekannten niederländischen Paragnosten Croiset (und dabei auch über das Werk von W. H. C. Tenhaeff) sprechen und dazu ein 25-minütiges Filmdokument zeigen. Auch dieser Vortrag wird in englischer Sprache gehalten, die Diskussion mag aber auf Deutsch stattfinden.
Am darauffolgenden Mittwoch wird Wim Kramer, der der Gründer und jahrelanger Leiter des „Parapsychologisch Adviesbureau“ in Utrecht gewesen ist, an der Sigmund Freud PrivatUniversität (SFU) <http://sfu.ac.at/> einen Vortrag „Paranormal Phenomena & Clinical Practice: Experiences in Counseling“ halten, der eine Kooperationsveranstaltung unserer Gesellschaft mit der SFU darstellt. (Ebenfalls Englisch/Deutsch). Details: <http://sfu.ac.at/data/Kramer_SFU.pdf>
Walter Meyer zu Erpen wird seine beiden Vorträge gleich auf Deutsch halten. Im ersten Vortrag diskutiert er das umstrittene Thema des „Ektoplasma“ anhand der Forschungen von Thomas Glendenning Hamilton, dessen riesiges Bildarchiv an der Universität von Manitoba kürzlich auch digital zugänglich gemacht worden ist.
In seinem zweiten Vortrag (am Dienstag, ausnahmsweise im Hörsaal III) fokussiert Walter Meyer zu Erpen auf das „Urphänomen“ des Physikalischen Mediumismus, das Tischrücken, das er in einen weiten historischen (von der Mitte des 19. Jhdts bis zur Gegenwart) und einen breiten thematischen Kontext (von der spiritistischen Kommunikation bis zu „Sittergroups“ à la Batcheldor <http://video.google.com/videoplay?docid=6629513578993479726#>) stellt.
Der letzte Vortrag im Semester, mein eigener, bleibt beim Thema des „Physikalischen Mediumismus“. Vor einigen Jahren hat der Scole-Report für Aufruhr in der Welt der Parapsychologie gesorgt; nun, wo die „Scole Group“ nicht mehr aktiv ist, liegt der Fokus des Interesses auf einer deutschen Gruppe, dem „Felix Circle“, von dem bemerkenswerte Phänomene berichtet werden und der auch mittels eines weblogs <http://felixcircle.blogspot.com/> selbst an die Öffentlichkeit geht. In dem Vortrag beabsichtige ich, über meine eigenen Beobachtungen in diesem Zirkel zu berichten und die Mitteilungen anderer Besucher des Zirkels zusammenfassend zu referieren.
2. FORSCHUNGSMITTEL:
Der „Helene Reeder Memorial Fund for Research into Life after Death (HRF)“, eine Stiftung in Schweden lobt Forschungsmittel für kleine oder mittlere wissenschaftliche Projekte aus, die, wie der Name der Organisation sagt, für Forschung über ein Leben nach dem Tod zweckgebunden sind. Wie ich schon vor langer Zeit in einem Aufsatz „Der sogenannte wissenschaftliche Spiritismus als parapsychologisches Problem“, erschienen in einem längst vergriffenen Band „Parapsychologie. Ein Handbuch“ (Hrsg. Oskar Schatz, Styria 1976) ausführlich dargelegt habe, halte ich derartige Forschung aus grundsätzlichen Erwägungen heraus für aussichtslos. Aber natürlich kann ich mich – errare humanum ist – in dieser meiner Beurteilung auch irren, und so komme ich gerne dem Wunsch nach, diese Information weiterzugeben. Nähere Details: HRF c/o <edgar.muller@comhem.se>
3. AUSBLICK AUF KOMMENDE VERANSTALTUNGEN:
(Wiederverlautbarung aus dem vorigen Newsletter zur Erinnerung)
3.1
Tagung „Klartraum – Wahrtraum“. Außergewöhnliche Traumerfahrungen in der empirischen Forschung.
26.-28. März 2010
Universität Heidelberg
Veranstalter: Gesellschaft für Anomalistik e. V.
<http://www.anomalistik.de/aktuell/veranstaltungen/tagung-2009-klartraum-wahrtraum.html>
3.2
8th BIAL-Symposium „Behind and Beyond the Brain“
7.-10. April 2010
Porto, Portugal
Veranstalter: BIAL-Foundation
<http://www.bial.com/en/bial_foundation.11/symposium.19/%26nbsp.a39.html>
3.3
53rd Annual Parapsychological Association Convention
22.-25. Juli 2010
Paris - Enclos Rey
Veranstalter: PA, siehe oben
<http://parapsych.org/breaking-news.html#9>
4. KINOFILM
Ein Film „Männer, die auf Ziegen starren“ ist in den Kinos angelaufen – es handelt sich dabei um einen Klamauk, den ich nur deshalb hier erwähne, weil am Rande parapsychologische Themen angesprochen werden. Darüber unterrichtet die Wikipedia: <http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4nner,_die_auf_Ziegen_starren> mit einem Link zum Lemma „First Earth Battalion“ <http://en.wikipedia.org/wiki/First_Earth_Battalion> (englisch), dort in den Absätzen „The Warrior Monk Ethos“ und „New directions“ weitere Links zu den parapsychologischen relevanten Themen, z. B. dem remote viewing program am SRI. (Vgl. zu dieser Thematik auch <http://parapsychologie.ac.at/programm/ws199900/mulacz/cia.htm>.)
5. LITERATURHINWEISE:
5.1
Hartmut Binder: „Gustav Meyrink: Ein Leben im Bann der Magie“. Vitalis Verlag, 2009, ISBN 978-3899190786. Es handelt sich um einen gewichtigen Band von fast 800 Seiten mit ebenso gewichtigem Inhalt, der unbedingt eine ausführlichere Rezension verdient, die allerdings erst im nächsten Newsletter erscheinen wird.
5.2
Heather Wolffram: „The Stepchildren of Science: Psychical Research and Parapsychology in Germany, 1870-1939“ – die angekündigte Rezension muß umständehalber ebenfalls auf den nächsten Newsletter verschoben werden.
Prof. Peter Mulacz--
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Newsletter N° 38 – Wien, 23. Dez. 2009
INHALT:
1. Parapsychological Association
2. Interessante Veranstaltungen in den nächsten Monaten
3. Rückblick auf das vergangene Semester
4. Literaturhinweise
5. Personalia
6. Feiertagswünsche
1. NEUES VON DER PARAPSYCHOLOGICAL ASSOCIATION:
Einladung zum Beitritt
Die Parapsychological Association (kurz: PA), 1957 in Durham gegründet, versteht sich als die Berufsvereinigung der wissenschaftlich tätigen Parapsychologen. Vor nunmehr 40 Jahren ist die PA in die prestigeträchtige American Association for the Advancement of Science (AAAS) aufgenommen worden, die wohl die weltweit wichtigste Wissenschaftsorganisation ist. Damit muß – zumindest formal – der säkulare Streit um den Wissenschaftscharakter der Parapsychologie als beendet angesehen werden.
Gegenwärtig führt die PA eine Werbeaktion durch, in deren Zug die Bedingungen für die Mitgliedschaft geändert worden sind. Während früher für einen Beitrittskandidaten u.a. Empfehlungsschreiben zweier Mitglieder nötig waren, ist diese Hürde bei der Mitgliedskategorie "Affiliate" jetzt gefallen und das einzige Kriterium für einen Beitritt stellt – wie auch in unserer Gesellschaft – das Interesse am Forschungsgebiet der Parapsychologie dar (von der Selbstverständlichkeit der Bezahlung des Mitgliedsbeitrages abgesehen).
Nähere Information unter <http://parapsych.org/breaking-news.html#10>.
2. AUSBLICK AUF KOMMENDE VERANSTALTUNGEN:
2.1 Tagung "Klartraum – Wahrtraum". Außergewöhnliche Traumerfahrungen in der empirischen Forschung.
26.-28. März 2010
Universität Heidelberg
Veranstalter: Gesellschaft für Anomalistik e. V.
<http://www.anomalistik.de/aktuell/veranstaltungen/tagung-2009-klartraum-wahrtraum.html>
2.2 8th BIAL-Symposium "Behind and Beyond the Brain"
7.-10. April 2010
Porto, Portugal
Veranstalter: BIAL-Foundation
<http://www.bial.com/en/bial_foundation.11/symposium.19/%26nbsp.a39.html>
2.3 53rd Annual Parapsychological Association Convention
22.-25. Juli 2010
Paris - Enclos Rey
Veranstalter: PA, siehe oben
<http://parapsych.org/breaking-news.html#9>
3. RÜCKBLICK:
3.1 Paradis-Symposium und Konzert
Am 2./3. Dez. 2009 fand an der Universität Mozarteum in Salzburg das Symposium "Maria Theresia Paradis" sowie ein Konzert aus Anlaß des 250. Geburtstags der Künstlerin statt:
<http://www.moz.ac.at/pdf/allgemein/paradis.pdf>
und <http://www.moz.ac.at/intern/hp/userfiles/51057/files/2_12_%20Paradis%20Symposion+Konzerte.pdf>
Während für die Musikwissenschaftler die magnetische Kur an der blinden Pianistin nur eine Episode in ihrem Leben darstellt, stellt reziprok Mesmers Behandlung dieser Prestigepatientin nur eine, wenn auch wichtige, Episode in seiner Karriere dar – und Mesmer ist schließlich in der Vorgeschichte der Parapsychologie eine ganz zentrale Persönlichkeit (vgl. <http://mesmer.parapsychologie.info/> und <http://parapsychologie.info/wirkung.htm>)
Marion Fürst, Autorin einer umfassenden Paradis-Monographie (Maria Theresia Paradis: Mozarts berühmte Zeitgenossin, Böhlau-Verlag) und ich haben bei diesem schönen Symposion über das Leben der Paradis bzw. ihre Krankheit und ihre schlußendlich erfolglose Behandlung sowie die heutige Beurteilung derselben referiert.
3.2 Die letzten Vorträge unserer Gesellschaft
Von den drei besonders interessanten Vorträgen (Hartmann Römer [2 x] und Stefan Procházka) werde ich jeweils Zusammenfassungen auf unsere Website stellen; das will ich über die Feiertage erledigen, sodaß spätestens mit dem Jahreswechsel diese Inhalte zugänglich sein werden.
4. LITERATURHINWEISE:
4.1 Bereits mehrfach habe ich auf die von der Parapsychological Foundation (kurz: PF) gesponserte Tagung "Utrecht II: Charting the Future of Parapsychology" <http://www.pflyceum.org/266.html> bzw. <http://www.pflyceum.org/451.html> verwiesen. Nunmehr ist der betreffende Tagungsband, der rund 600 Seiten stark ist, erschienen. Der Band ist so brandneu, daß er auf der Internetpräsenz der PF noch gar nicht aufscheint – aber wenn es so weit sein wird, findet man ihn unter den Publikationen <http://www.parapsychology.org/dynamic/070202.html> bzw. <http://www.psi-mart.com/search.php?Id=4&PreformQuery=30&PreformTitle=All+Proceedings>
(Übrigens gibt es auch den Band "Utrecht I" aus 1953: <http://www.psi-mart.com/details.php?Id=&IdArt=294>).
Selbstverständlich wird auch in der Bibliothek unserer Gesellschaft ein Exemplar dieses wichtigen Werks vorhanden sein, entlehnbar (nur für Mitglieder) ab dem Beginn des Sommersemesters 2010.
4.2 Von Annekatrin Puhle, die bereits 2005 das schöne Buch "Mit Goethe durch die Welt der Geister. Geisterbegegnungen aus vielen Jahrhunderten" vorgelegt hat, gibt es jetzt in der gleichen Ausstattung "Mit Shakespeare durch die Welt der Geister: Geisterberichte aus England, Schottland, Irland, Wales und Cornwall".
Freilich kein "wissenschaftliches" Werk, aber sehr interessant und unterhaltsam zu lesen, und ein "refresher" hinsichtlich der literarischen Bildung ;-), somit empfehlenswert (und im Gegensatz zum nächsten Buch auch durchaus erschwinglich) …
Verlag O. Reichl, St. Goar, 2009
ISBN-10: 3876672708
ISBN-13: 978-3876672700
4.3 Heather Wolffram: "The Stepchildren of Science: Psychical Research and Parapsychology in Germany, 1870-1939", ebenfalls neu erschienen, verdient, weil es sich auf die Geschichte der Parapsychologie im deutschen Sprachraum bezieht, eine eingehendere Darstellung, obwohl das Buch leider sehr teuer ist. Eine ausführliche Rezension folgt im nächsten Newsletter.
Verlag Rodopi, Amsterdam, 2009
Sprache: Englisch
ISBN-10: 9042027282
ISBN-13: 978-9042027282
5. PERSONALIA:
Univ.-Prof. Dr. Helmuth E. Grössing, Historiker an der Universität Wien, bis vor kurzem Direktor des Instituts "österreichisches Biographisches Lexikon und Biographische Dokumentation" (öBL) der österreichischen Akademie der Wissenschaften, feiert anfangs des kommenden Jahres ein "rundes" Jubiläum: seinen 70. Geburtstag. Helmuth Grössing, langjähriger Präsident der österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte (öGW) ist dem Gegenstand Parapsychologie und besonders unserer Gesellschaft sehr verbunden, war er doch durch einige Jahre hindurch unser Vizepräsident, bis er dann auf eigenem Wunsch aus dem Vorstand ausgeschieden ist. Einschlägige Dissertationen, die er betreut hat, wurden z.B. von Heindl und Löcker vorgelegt (darauf beruhende Publikationen: siehe unten).
Der Verlag Erasmus-Wien beabsichtigt, eine Subskription auf eine spezielle Publikation zur Würdigung Prof. Grössings (mit einer tabula gratulatoria der Subskribenten) aufzulegen. Anfragen von Interessenten bitte direkt beim Verlag Erasmus-Wien bzw. e-mail <office@erasmuswien.at>.
Jedenfalls schließt sich unsere Gesellschaft der Schar der Gratulanten an und wünscht dem Jubilar alles Gute "ad multos annos".
[Gerhard Heindl: Die österreichische Gesellschaft für Parapsychologie und Grenzbereiche der Wissenschaften: 1927-1963 mit einem statistischen Anhang bis 1997. Frankfurt, Peter Lang Verlag, 1998.
Martina Löcker: Parapsychologie und Hexenwesen. In: "Mensch – Wissenschaft – Magie" -
Mitteilungen der österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte, Wien, Band 26, pp. 45-74.
6. ANLÄSSLICH DER KOMMENDEN FEIERTAGE …
Zum Schluß wünsche ich, wie jedes Jahr, im Namen des Präsidenten und des Vorstandes unserer Gesellschaft allen Lesern dieses Newsletters – Mitgliedern, Gästen, Referenten unserer Gesellschaft und Interessenten in Nah und Fern – EIN FROHES WEIHNACHTSFEST und viel Glück im Neuen Jahr!
Prof. Peter Mulacz--
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Newsletter N° 37 – Wien, 15. Okt. 2009
INHALT:
- Prof. H. Hofmann, unser Ehrenpräsident, kürzlich verstorben
- Vortragsprogramm Winteresemester 2009/10 (mit Änderung!)
- In memoriam Gertrude R. Schmeidler, 1912-2009
- Nachlaß von Montague Ullman ist an die ASPR gegangen
- Zwei Jubiläen im Kontext des Spiritismus:
- A.R. Wallace (im Kontext des Darwin-Jahres)
- A. Conan Doyle
- Interessanter Aufsatz zur Wissenschaftstheorie und -soziologie
- On-line Umfragen
1. HELLMUT HOFMANN (1921-2009)
Die österreichische Gesellschaft für Parapsychologie und Grenzbereiche der Wissenschaften trauert um ihren Ehrenpräsidenten, em. o. Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Hellmut Hofmann, der am 3. Oktober hochbetagt verstorben ist.
Nachruf: <http://parapsychologie.ac.at/hofmann/nachruf.htm>
Partezettel: <http://parapsychologie.ac.at/hofmann/partezettel.pdf>
2. PROGRAMM
- 19. Oktober 2009
Erich Neuwirth
Zufall und Vorhersagbarkeit
Was können Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik zum Verständnis beitragen?
Wegen Erkrankung des Referenten muß dieser Vortrag leider abgesagt werden. Da wir nicht alle potentiellen Besucher von dem Ausfall benachrichtigen können, wird der Termin gewahrt und es findet statt dessen eine andere Veranstaltung (allgemeine Diskussion über parapsychologische Themen) statt.
Das wichtige und interessante Statistik-Thema wird zu einem späteren Zeitpunkt (nächstes oder übernächstes Semester) nachgeholt werden.
- 30. November 2009
Hartmann Römer
Synchronizitätserscheinungen als Verschränkungskorrelationen in einer verallgemeinerten Quantentheorie – Paranormales ohne Einwirkungen
- 01. Dezember 2009
Hartmann Römer
Konsistente und inkonsistente Geschichten – Weltverständnis als Erzählung
- 07. Dezember 2009
Stephan Procházka
Der „Zar“ – Ein orientalisches Trance-, Besessenheits- und Heilungsritual
- 18. Jänner 2010
Peter Mulacz
Ein aktuelles Telepathie-ExperimentWie immer ist das Programm auch on-line auf <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> abrufbar und bereits versandt worden. Ebenfalls wie immer bemühen wir uns, unserem Auditorium ein weit gefächertes Programm zu bieten:
Der theoretische Physiker Hartmann Römer aus Freiburg i. Br. ist durch seine – gemeinsam mit Harald Atmanspacher und Harald Walach erfolgte – Verallgemeinerung quantenphysikalischer Formalismen bekannt geworden. Er wird – in gemeinverständlicher Sprache – zunächst über diese Verallgemeinerung sprechen (WQT, Weak Quantum Theory), und in einem zweiten Vortrag am Dienstag, den ersten Vortrag exemplifizierend, über konsistente und inkonsistente Geschichten, wobei wiederum die Quantentheorie in Bezug auf diese „Geschichten“ im Mittelpunkt steht („Geschichte“ dabei im Sinne von „history“, nicht von „story“). Insbesondere erscheinen inkonsistente Geschichten als eine Verallgemeinerung des Begriffes der quantentheoretischen Komplementarität.
Stephan Procházka wird uns in eine ganz andere Welt einführen, in ein islamisches Besessenheitsritual, genannt „Zar“ (was trotz des zufälligen Gleichklangs im Deutschen nichts mit dem Titel der seinerzeitigen russischen etc. Herrscher zu tun hat), das bemerkenswerte Parallelen zu spiritistischen Vorstellungen aufweist und daher für die Parapsychologie von Relevanz ist.
Zu Semesterende, im Jänner 2010, werde ich die Ergebnisse eines größeren Telepathieexperiments vorstellen, das im Rahmen unserer Gesellschaft bereits mehrfach erwähnt worden war, mittlerweile aber abgeschlossen ist.
3. IN MEMORIAM GERTRUDE SCHMEIDLER
Gertrude Raffel Schmeidler <http://parapsych.org/members/g_schmeidler.html>, Professor Emerita der Psychologie am City University of New York, ist am 9. März 2009 im Alter von 96 Jahren friedlich im Schlaf verstorben. Sie hat sich insbesondere dadurch einen Ehrenplatz in der Geschichte der Parapsychologie verdient, als sie den Vergleich von Persönlichkeitsvariablen mit psi-Leistungen eingeführt hat. Für den Komplex von Einstellungen gegenüber der Parapsychologie bzw. Glauben an die Realität des Paranormalen hat sie die sprechenden Bezeichnungen „sheep“ und „goats“ („Schafe“ und „Böcke“) geprägt. Wenn „Böcke“ (= „Ungläubige“) psi-begabt sind, scheinen sie das Zielobjekt besonders häufig zu vermeiden statt zu treffen („psi-missing“).
In hohem Alter hat Gertrude Schmeidler noch eine hochherzige Stiftung im Rahmen der Parapsychological Association (PA) <http://parapsychlology.org/> begründet, „Parapsychological Association Research Endowment“ (PARE) <http://www.parapsych.org/grants.html> genannt, womit parapsychologische Forschung, von allem von Studenten, teilfinanziert werden kann.
4. NACHLASS VON M. ULLMAN AN DIE ASPR
Wie erst kürzlich bekannt wurde, ist der wissenschaftliche Nachlaß des bereits 2008 im Alter von 91 Jahren verstorbenen Psychoanalytikers und Parapsychologen Montague Ullman an die American Society for Psychical Research (ASPR) <http://www.aspr.com/> in New York gegangen und wird dort archiviert.
Ullman, <http://en.wikipedia.org/wiki/Montague_Ullman>, <http://siivola.org/monte/> und <http://dreamtalk.hypermart.net/member/files/montague_ullman.html>, ist vor allem durch seine gemeinsam mit Stanley Krippner am Maimonides Memorial Hospital durchgeführten Experimente zur Traumtelepathie berühmt geworden. Vgl. Montague Ullman, Stanley Krippner und Alan Vaughan: Traumtelepathie. Telepathische Experimente im Schlaf. Verlag J. Kamphausen, 1982 (und andere Ausgaben): <http://www.amazon.de/Traumtelepathie-Telepathische-Experimente-im-Schlaf/dp/3591080454>.
5. ZWEI JUBILÄEN IM KONTEXT DES SPIRITISMUS
5.1 Wallace (im Kontext des Darwin-Jahres)
Alle Welt feiert heuer Charles Darwin. Dabei wird manchmal auch des Alfred Russel Wallace und dessen viel zu wenig gewürdigter Rolle in der Frühgeschichte der Evolutionstheorie gedacht. Noch viel weniger wird allgemein erwähnt – was hier hervorgehoben sei –, daß Wallace auch ein Vorkämpfer des Spiritismus gewesen ist. (Bekanntlich ist eine der historischen Wurzeln der Parapsychologie die, daß sie angetreten ist, die Behauptungen des Spiritismus zu überprüfen. Insofern haben Spiritismus und Parapsychologie ein Stück gemeinsamer Geschichte.) Immerhin wird Wallace’ Beschäftigung mit dem Spiritismus auf Wikipedia <http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Russel_Wallace> korrekt reflektiert (dort als „Spiritualismus“ bezeichnet, wie zu Wallace’ Zeiten teilweise üblich, um sich vom frankophonen Spiritismus von Alain Kardec abzugrenzen, aber mit dem Problem belastet, daß eine Verwechslung mit der philosophischen Richtung „Spiritualismus“ passiert.)
5.2 Sir Arthur Conan Doyle
Vor 150 Jahren wurde der Arzt und Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle geboren, der sich ebenfalls dem Spiritismus zuwandte – ganz im Gegensatz zu seiner scharfsinnigen Romanfigur Sherlock Holmes jedoch in eher unkritischer Weise. Insbesondere ist er der Düpierung durch zwei junge Mädchen auf den Leim gegangen, die Fotos von „Feen“ gefälscht haben (die „Feen von Cottingley“). Die Darstellung dieses Aspekts in Conan Doyle’s Leben ist in der englischsprachigen Wikipedia <http://en.wikipedia.org/wiki/Arthur_Conan_Doyle> weit ausführlicher als in der deutschsprachigen <http://de.wikipedia.org/wiki/Conan_Doyle >.
6. INTERESSANTER AUFSATZ ZUR WISSENSCHAFTSTHEORIE UND -SOZIOLOGIE
Ein insbesondere für die „Grenzgebiete“ relevanter Aufsatz „How to Reject Any Scientific Manuscript“ von Prof. DDr. Dieter Gernert (TUM), im Journal of Scientific Exploration erschienen, kann jetzt heruntergeladen werden: <http://vixra.org/pdf/0907.0020v1.pdf>.
7. NEUE UMFRAGE
Rosemarie Breen hat ein weiteres Umfrage-Projekt im WWW laufen (in englischer Sprache):
<http://www.surveymonkey.com/s.aspx?sm=9um2Ui2VCxA0pU5TKzfQ5w_3d_3d> bzw. (für paranormale Dienstleister) <http://www.surveymonkey.com/s.aspx?sm=lXOIQtz8HzMU_2bnfKob12iA_3d_3d>.
Prof. Peter Mulacz
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Newsletter N° 36 – Wien, 04 05 2009
INHALT:
=======
1. Rupert Sheldrake in Wien – Vortrag morgen!
2. „Skeptiker“-Organisationen
3. Interessantes in der Wissenschaftssendung „Einstein“
4. Mirin Dajo-Filme aufgetaucht
5. Hans Holzer verstorben
6. Neuer Film (auf DVD) über Parapsychologie
7. Versuchsteilnehmer gesucht
1. RUPERT SHELDRAKE IN WIEN – VORTRAG MORGEN!
Der Biologe und Forscher auf dem Gebiet des Paranormalen – ursprünglich bekannt geworden durch seine Hypothese der „Morphogenetischen Felder“ – hält, wie leider erst sehr kurzfristig bekannt geworden ist, morgen in Wien einen Vortrag mit dem Titel „A New Science of Life: Morphic Resonance and the Memory of Nature” (ein Amalgam aus den Titeln der UK- und der US-Ausgabe seines neuen Buches).
Ort & Zeit: Universität für Bodenkultur Wien, HS XX, 1190 Wien, Muthgasse 18
Di, 05. Mai 09, 19:30 h
<http://www.boku.ac.at/7757.html?&tx_bokuverkal_pi2%5bid%5d=2529>
<http://www.chemie.boku.ac.at/fileadmin/_/H77/LVA/Vortraege/Sheldrake_050509.pdf>
Sheldrake ist einer der originellsten und innovativsten Denker auf diesem Gebiet, freilich nicht unumstritten, sowohl was seinen theoretischen Ansatz einer „morphischen Resonanz“ betrifft, wie auch, was seine experimentelle Resultate anlangt, die sich vielfach nicht haben replizieren lassen. So waren z.B. Sheldrake’s Ergebnisse hinsichtlich „Telephontelepathie“ (= beim Läuten des Telephons spontan zu wissen, wer gerade anruft) sehr beeindruckend, hatten jedoch gewisse methodische Schwächen, während dann die Freiburger Replikation, die klinisch sauber, sozusagen „aseptisch“, durchgeführt worden ist, keine signifikanten Ergebnisse geliefert hat. Damit ist freilich Sheldrake nicht gleich „widerlegt“, denn es mag durchaus sein, daß die rigiden Versuchsbedingungen in Freiburg waren, die psi-Phänomene nicht haben aufkommen lassen. Weitere Forschung ist angesagt, und es ist die Kunst des Experimentators, die Bedingungen so zu gestalten, daß eine entsprechende Kontrolle und Dokumentation gegeben ist und dennoch eine Atmosphäre herrscht, die „psi-conducive“ (psi-förderlich) ist …
Übrigens kann man auf Sheldrake’s Website auch an on-line-Experimenten teilnehmen.
2. „SKEPTIKER“-ORGANISATIONEN
Kürzlich war in der „Presse“, der „Wiener Zeitung“ und vielleicht auch noch anderen Printmedien, die mir entgangen sein mögen, zu lesen, daß der emeritierte Univ.-Prof. Dr. Heinz Oberhummer, bekannt als Wissenschaftskabarettist, das Präsidium einer „Gesellschaft für kritisches Denken“, der Wiener Regionalgruppe der sattsam bekannten GWUP , übernommen hat.
Aus diesem Anlaß:
mehr über die diversen „Skeptiker“-Organisationen auf „Skeptizimus.de“ (leider schon lange nicht mehr aktualisiert) sowie auf der englischen Partnerseite „Skepticalinvestigations.org“.
Erinnert sei auch an das schöne Wort von Hans Bender, der – als Gegenpol zu den „Esoterikern“ als einer Gemeinschaft von „Gläubigen“ – die Skeptiker als „Negativ-Gläubige“ bezeichnet hat; viele von ihnen erweisen sich sogar als „Fundamental-Negativ-Gläubige“.
Ein instruktives Beispiel dafür, wie „Skeptiker“ sich gegenüber andersdenkenden Wissenschaftlern benehmen, beschreibt der oben genannte Rupert Sheldrake hinsichtlich der Aufnahme einer TV-Diskussion zwischen ihm und Richard Dawkins (ebenfalls Biologe, Autor von „Der Gotteswahn“) auf seiner Website <http://www.sheldrake.org/D&C/controversies/Dawkins.html> bzw. auf deren deutscher Ausgabe <http://www.sheldrake.org/Deutsch/Dialog/dawkins.html>.
3. WISSENSCHAFTSSENDUNG „EINSTEIN“
Die Wissenschaftssendung „Einstein“ des Schweizer Fernsehens, deren Ausgaben auch im WWW abrufbar sowie als Podcast speicherbar sind, hat in ihrer letzten Folge (23.04.2009) zwei Berichte gebracht, die beide für den Bereich der Parapsychologie von Interesse sind, vorausgesetzt, man versteht Schweizerdeutsch …
<http://tvprogramm.sf.tv/details/12c1a82b-4f48-4992-910e-407755ef3994> (mit Kurzbeschreibungen) bzw. SF-Videoplayer <http://www.sf.tv/videoplayer/sa_player.php?videouuid=D10A7990-A86D-47BA-9580-5C04F4F86D66&skinid=popup>; Download als Podcast <http://podcastsource.sf.tv/media/sf/podcast/einstein/2009/04/einstein_20090423_210822_526k.m4v>.
Im SF-Videoplayer könne die einzelnen Beiträge ausgewählt werden, davon relevant
- „Das Wunder Mirin Dajo“ mit der Anmerkung „Nichts für schwache Nerven“ ;-) sowie
- „Der Glaube ans Übersinnliche“ über die Forschungen von Peter Brugger, Neuropsychologe an der Universität Zürich.
3.1 Die kürzlich wieder aufgetauchten Filme über Mirin Dajo (mehr zu ihm gleich unter Punkt 4) waren Veranlassung für dieses knapp acht Minuten dauernde Feature, wobei es der journalistischen Übertreibung entspringt, Mirin Dajo als „Wunder“ zu klassifizieren. Interessant sind die kontroversiellen Stellungnahmen befragter Wissenschafter: für den Chirurgie-Oberarzt Gregor Szöllozy vom Waidspital Zürich sind die Darbietungen Mirin Dajos nicht nur sehr eindrücklich, erstaunlich und auf jeden Fall etwas Außergewöhnliches (was ja auf der Hand liegt), sondern er glaubt, daß man bei derartigen Durchstechungen mit schweren Verletzungen rechnen (!) müßte, während der Medizinhistoriker Christoph Mörgeli, welcher den Nachlaß des Mirin Dajo-Untersuchers Prof. Brunner, Zürcher Chirurgie-Professor, studiert hat, zu dem Resultat kommt, daß alles hinreichend erklärbar sei.
3.2 Im fünfminütigen Beitrag über Brugger geht es darum, welche Menschen eher an das „Übersinnliche“ glauben und welche nicht – es geht hingegen nicht darum, zu hinterfragen, ob es „Übersinnliches“ (oder auch paranormale Phänomene) überhaupt gibt. Die Einstellung der Forschergruppe dazu kommt klar heraus. – Was immer man unter „Übersinnliches“ verstehen mag, das Wort ist denkbar ungeeignet, paranormale Phänomene zu kennzeichnen.
4. MIRIN DAJO FILMDOKUMENTE
Der Schweizer Journalist Luc Bürgin – auf dessen Buch über Mirin Dajo ich bereits im Newsletter N° 16 vom 01. 08. 2004 hingewiesen habe – hat die alten Filme aus den 1940er Jahren über die Schweizer Vorführungen von bzw. Untersuchungen an Mirin Dajo aufgefunden, zusammengestellt und im dankenswerterweise im Web öffentlich zugänglich gemacht. Diese gesamte Mirin Dajo-Filmdokumentation mit einer Laufzeit von 15:11 Minuten ist kostenlos auf <http://mirin-dajo.com/mirindajo.html> bzw. <http://mysteries-magazin.com/index.php?op=page&id=10> abrufbar.
Analoge Beobachtungen wie bei Mirin Dajo – keine Blutung und offenbar keine Folgeschäden – lassen sich bei den rituellen Durchstechungen beobachten, die in manchen Sufi-Schulen, also im Rahmen islamischer Mystik, durchgeführt werden, wie ich sie im Nahen Osten aus nächster Nähe sehen und dokumentieren habe können [Vgl. Mulacz, P. (1998): Deliberately Caused Bodily Damage (DCBD) Phenomena: A Different Perspective. In: Journal of the Society for Psychical Research 62: 434 – 444]. Auch wenn der Kontext der Durchstechungen bei Miri Dajo und diesen Sufis ein völlig anderer ist, ein isolierter Einzelfall ist Mirin Dajo keineswegs.
5. HANS HOLZER VERSTORBEN
Der bekannte Schriftsteller und Sachbuchautor auf dem Gebiet der Parapsychologie, Hans Holzer, ist am 26. April im 89. Lebensjahr verstorben. Ein gebürtiger Wiener, emigrierte er 1938 und erwarb er seinen PhD am London College of Applied Science; in den USA hat er dann eine Karriere als überaus fruchtbarer Autor (insgesamt knapp 150 Bücher) gemacht. Bekannt als „Ghost Hunter“ (auch Buchtitel, 1963), legte er eine einfache spiritistische Grundeinstellung an den Tag, glaubte auch an Reinkarnation und hat sich selbst eine gewisse Sensitivität zugeschrieben. Seine Bücher auf dem Gebiet der Parapsychologie sind spannend zu lesen, lassen jedoch jegliche kritische Distanz zum Gegenstand vermissen. Wenn man auch Holzer demnach nicht mit den seriösen Wissenschaftlern auf diesem Gebiet in einem Atemzug nennen kann, so war er doch (nicht zuletzt aufgrund seiner Kontakte mit Eileen Garrett und Lisette Coly von der Parapsychology Foundation) eine bekannte Figur in unserem Gebiet und hat sich als Popularisierer das Verdienst erworben, das Interesse für Fragen der Parapsychologie in weiten Kreise des Lese- (und auch des US-amerikanischen TV-)publikums geweckt und aufrecht erhalten zu haben.
Vgl. <http://en.wikipedia.org/wiki/Hans_Holzer>
Ferner: <http://www.ghostvillage.com/legends/2005/legends35_02072005.shtml>
<http://www.merrynjose.com/artman/publish/article_320.shtml>
(Holzers Tochter Alexandra: <http://www.spectralreview.com/2008/03/14/
growing-up-haunted-a-ghostly-memoir/>)
6. NEUER FILM (AUF DVD) ÜBER PARAPSYCHOLOGIE:
„Something Unknown Is Doing We Don’t Know What”
In diesem von dem Niederländer Renée Scheltema, der jetzt in Südafrika lebt, gestalteten Film (Laufzeit 104 Minuten) treten u. a. die folgenden Wissenschaftler auf:
Charles Tart, Dean Radin, Gary Schwartz, Roger Nelson, Rupert Sheldrake, Hal Puthoff, Larry Dossey, Edgar Mitchell, Jack Houck, sowie viele andere, die außerhalb der USA recht unbekannt sind. Ich habe die DVD, die brandneu ist, selbst noch nicht gesehen, aber ich habe angesichts dieser Liste „gemischte Gefühle“, da ich gegen einige der Genannten (Schwartz, Dossey u.a.) gewisse Vorbehalte nicht unterdrücken kann. Andererseits wird die DVD überaus gelobt … Wie auch immer das endgültige Urteil ausfallen mag, als aktuelle Aktivität auf dem Gebiet der Parapsychologie ist der Hinweis auf den Film auf jeden Fall angebracht. Die Website dazu: <http://www.somethingunknown.com/>.
7. VERSUCHSTEILNEHMER GESUCHT
Nach wie vor werden Versuchsteilnehmer für das laufende Telepathie-Experiment gesucht. Besonders willkommen wären Elternteil/Kind sowie Geschwister (insbesondere Zwillinge).
Näheres auf <http://experiment.parapsychologie.info/>.
Prof. Peter Mulacz
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Newsletter N° 35 – Wien, 14 03 2009
INHALT:
=======
1. Programm
2. Gemeinnützigkeitsstatus
3. Experiment – Versuchspersonen gesucht
4. Internationale Konferenzen
5. Nachruf (Otto Prokop)
6. Literaturhinweise
7. Video-Clips
1. PROGRAMM
- Alfons Steiner:
Präkognition?
Von der Antike bis zu den bayrischen Waldpropheten
- Hans Peter Weidinger:
"Holotropes Atmen"
Die heilende Kraft veränderter Bewusstseinszustände
- Theodor Harmsen:
Gustav Meyrink – ein "okkulter" Schriftsteller
Leben und Werk
- Günther Fleck:
Anatomie einer mediumistischen Psychose
Der "Fall Ludwig Staudenmaier"
- Christa A. Tuczay:
"Magier – Zauberkünstler – Illusionist"
Von Simon Magus bis Chris AngelWie immer bieten wir unserem Auditorium ein weit gefächertes Programm.
Alfons Steiner wird über Voraussagen sprechen, wobei das Wort "Präkognition" im Titel bewußt von einem Fragezeichen gefolgt ist. Zu den "bayrischen Waldpropheten" vgl. auch den Essay "Lust an der Apokalypse – 'Die Welt steht auf kan' Fall mehr lang'" auf <http://parapsychologie.info/endzeit/millenni.htm>.
Dr. Hans Peter Weidinger <http://holotrop.at/>, Psychotherapeut und FA für Psychiatrie und Neurologie, befaßt sich mit den Auswirkungen des Atmens auf den Bewußtseinszustand und stellt dabei mit dem "Holotropen Atmen" eine Methode vor, veränderte Bewußtseinszustände zu erlangen. Diese Technik ist von dem tschechisch/US-amerikanischen Psychiater Stan Grof entwickelt worden, neben Charles Tart u.a. einem der Begründer der aus der Humanistischen Psychologie hervorgegangenen Transpersonalen Psychologie. Bekanntlich integrieren diese beiden Schulen der Psychologie auch das Paranormale. Somit spannt sich der Bogen von der Physiologie bis zur Spiritualität.
Dr. Theodor Harmsen, an der "Bibliotheca Philosophica Hermetica" in Amsterdam tätiger Kulturwissenschaftler, stellt Leben und Werk des "okkulten" Schriftstellers Gustav Meyrink dar, der – ein spirituell Suchender und parapsychologisch Forschender – durch selbsterlebte Spukphänomene in einem Haus in Levico von der Tatsächlichkeit der paranormalen Phänomenik überzeugt worden ist und auch sonst eine interessante Biographie aufweist. Neben seinem literarischen Schaffen hat Meyrink auch ein Büchlein über Parapsychologie ("An der Grenze des Jenseits") sowie eine Fallsammlung zu (angeblichen) alchemistischen Transmutationen ("Goldmachergeschichten") publiziert. Das Buch, das unser Referent über Meyrink verfaßt hat und das ich bereits im Newsletter N° 33 angekündigt habe, ist mittlerweile erschienen.
Unsere beiden weiteren Referenten, Dr. Günther Fleck und Univ.-Doz. Dr. Christa Tuczay, haben bereits mehrfach bei uns vorgetragen, wobei Günther Fleck auch unserem Vorstand angehört.
Der Begriff "Mediumistische Psychose" wurde von dem deutschen Psychiater Richard Henneberg geprägt und später von Hans Bender weitergeführt (siehe Bender, H. (1959): Mediumistische Psychosen. Ein Beitrag zur Pathologie spiritistischer Praktiken. Zeitschrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie 2: 173-201; ähnlich in "Neue Wissenschaft" und in "Ärztliche Praxis"). Noch heute ist der Fall des Theologen und Professors der Experimentalchemie am kgl. Lyzeum in Freising, Ludwig Staudenmaier – Selbstversuche zur Dissoziation der Persönlichkeit, deren Kontrolle ihm entglitten ist, worüber er mehrfach publiziert hat – ist nach wie vor faszinierend und lehrreich. Der Text, ursprünglich in Ostwalds "Annalen der Naturphilosophie" (1910) erschienen, dann in zwei zeitgenössischen Auflagen als Buch, ist im Web verfügbar: <http://www.geocities.com/ariadnesrope/Staudenmaier.pdf>.
Die Figur des "Magiers" ist schillernd, wie die des Tricksters. Auch Uri Geller ist eine Persönlichkeit, die sich kaum in traditionelle Kategorien einordnen läßt, scheint er doch echte paranormale Phänomene gezeigt zu haben und dennoch greift er unverschämt in die Trickkiste, wie ich beides aus eigenem Augenschein bezeugen kann. Christa Tuczay setzt sich mit dem Bild des "Magiers" von der Antike bis heute auseinander.
2. GEMEINNÜTZIGKEITSSTATUS
Von der Generalversammlung (19. Jänner 2009) ist eine Adaptation des Wortlauts einiger Punkte unserer Statuten an die Vorgaben des Finanzamtes beschlossen worden, nota bene ohne inhaltliche Änderung mit sich zu bringen. Nach Erfüllung aller bürokratischen Erfordernisse ist unserer Gesellschaft nunmehr mit Bescheid vom 3. März 2009 der Status der Gemeinnützigkeit zuerkannt worden, d. h., Zahlungen an die Gesellschaft (Mitgliedsbeiträge ebenso wie Spenden) können gem. § 4 Abs 4 Z 5 ESTG 1988 steuerlich abgesetzt werden. Bewahren Sie daher die Zahlungsbestätigung für die Einreichung anläßlich der Arbeitnehmerveranlagung (bzw. was immer für Sie zutreffen mag) auf.
3. EXPERIMENT – VERSUCHSTEILNEHMER GESUCHT
Nochmals: Einladung zur Teilnahme an einer parapsychologischen Experimentalreihe zur Telepathie.
Als Probanden werden weiterhin laufend gesucht:
emotional miteinander verbundene Teams bzw. Paare, z.B. Ehepaare, Freund/Freundin, Elternteil/Kind (Kinder erst ab ca. 10 Jahren) oder sonstige Bezugspersonen, Geschwister (sehr gerne Zwillinge) etc., egal ob gegen- oder gleichgeschlechtlich.
Information und Anmeldung: <http://experiment.parapsychologie.info/>
4. INTERNATIONALE KONFERENZEN
4.1 Unbegreifliche Zeiten. Wunder im 20. Jahrhundert
Zur Erinnerung – wie bereits im Newsletter N° 32 avisiert, findet in Kürze diese internationale Konferenz statt, und zwar von Mittwoch, 18. März, bis Samstag, 21. März 2009, in Essen (Bildungshotel im Bfz, Karolingerstraße 92). Sie wird von Alexander C.T. Geppert und Till Kössler geleitet und in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI), der Gerda Henkel Stiftung und dem Arbeitskreis Geschichte + Theorie (AG+T) veranstaltet.
<www.kulturwissenschaften.de/home/veranstaltung-191.html>
<www.geschichte-und-theorie.de/Aktuelles/aktuelles.html>
Zusätzliche Teilnahme nach Anmeldung per e-Mail bei den Veranstaltern begrenzt möglich.
Alexander C.T. Geppert (Harvard University/Freie Universität Berlin)
<alexander.geppert@fu-berlin.de>
Till Kössler (Ludwig-Maximilians-Universität München)
<till.koessler@lmu.de>
(Alexander Geppert war einer der Herausgeber des Heftes "Orte des Okkulten", 14. Jg., Heft 4 (2003) der österreichischen Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, vgl. Newsletter N° 16; im Newsletter N° 30 habe ich bereits darauf hingewiesen, daß dieses Heft im Volltext on-line verfügbar ist auf <http://wirtges.univie.ac.at/OeZG/oezg03-4.pdf>)
4.2 Konferenz über Albert Moll (1862-1939)
05/06.11.2009 in der Durham University, Queen's Campus, Stockton-on-Tees (UK), im Wolfson Research Institute. Albert Moll, Nervenarzt, bedeutender Hypnose- und Sexualforscher, spielt in der Geschichte der Parapsychologie eine Rolle als erbitterter Gegner von Albert Frh. v. Schrenck-Notzing. Im Programm der Konferenz ist auch eine Podiumsdiskussion über Moll und die Parapsychologie unter Beteiligung von Heather Wolffram, Barbara Wolf-Braun und Andreas Sommer vorgesehen.
<http://www.dur.ac.uk/chmd/research/mollproject/>
<http://www.dur.ac.uk/chmd/news/mollconference/>
Nähere Information: <katherine.smith@durham.ac.uk>
5. NACHRUF
Am 20. Jänner 2009 ist Otto Prokop verstorben (1921 in St. Pölten geboren, einer der Brüder des bekannten Sportarztes Ludwig Prokop, Wien). Otto Prokop studierte in Bonn und habilitierte sich für Gerichtliche Medizin; er nahm eine Berufung auf den Lehrstuhl im damaligen Ost-Berlin an und wirkte durch 30 Jahre als Direktor des Institutes für Gerichtliche Medizin der Humboldt-Universität in (Ost-) Berlin. Während all dieser Zeit und auch nach seiner Emeritierung (1987) hat die Parapsychologie wie ein dunkler Schatten begleitet, wobei er gleichermaßen die Parapsychologie (unter dem Rubrum "Okkultismus") bekämpfte wie auch außerschulische Heilmethoden; insbesondere zielten seine Angriffe auf Hans Bender. Seine dabei angewandten Methoden waren keineswegs "fair" zu nennen; viele seiner Attacken auf die Parapsychologie entlarven sich selbst. Trotz des altehrwürdigen Grundsatzes "de mortuis nihil nisi bene" kann zur Charakterisierung Prokops und zum Steuer der Wahrheit das folgende nicht unterschlagen werden: Bekanntlich war 1933 der "Hellseher" Erik Jan Hanussen (recte Hermann Steinschneider) ermordet worden. Lange war der Verbleib der polizeilichen Ermittlungsakten und der sichergestellten Gegenstände unbekannt, bis endlich eine Spur zum "Institut für Gerichtliche Medizin" der Ostberliner "Humboldt-Universität" führte. Prokop selbst hat in Zeitschriftenbeiträgen auf das Asservatenbuch hingewiesen etc. Auch machte ein Journalist bekannt, daß eine Kiste mit den originalen Asservaten Hanussens im Institut vorhanden sei, u.a. der 1933 auf Nahschußzeichen untersuchte Anzug mit Einschußlöchern. Nach Auskunft von Prokops Nachfolger als Institutsdirektor, Prof. Geserick, an Wilfried Kugel (Verfasser einer wissenschaftlich fundierten Hanussen-Biographie), habe Prokop das Asservatenbuch an sich genommen und man könne es dem verehrten Emeritus nicht einfach wieder wegnehmen. Nun, nach Prokops Tod, schreibt der nunmehrige Institutsdirektor, Prof. Tsokos, in einem Brief, von dem ein Scan vorliegt, an Kugel: "Ich selbst habe vor zwei Wochen seinen gesamten Nachlaß, der von seiner Familie dem Institut … überlassen wurde, gesichtet. Leider fanden sich die von Ihnen erwähnten drei Objekte aus 1933 (Akte 'Leichensache Steinschneider', Asservatenbuch der Charité und eigentliche Asservate) nicht." Und Tsokos schließt mit der Aussage, "dass sich der Verbleib dieser Gegenstände sicher niemals mehr aufklären lassen wird." Also, kurzgefaßt: Prokop nimmt als Emeritus Archivbestände an sich, und nach seinem Tod sind diese aus dem Nachlaß verschwunden. Man beurteile dies, wie man wolle; Wilfried Kugel, dessen Darstellung des Fakten ich hier gefolgt bin, schließt die Überlegung an: "Private Sammler, von denen es viele gibt, zahlen manchmal horrende Summen für Devotionalien berühmter Zauberkünstler, insbesondere in den USA." Man beurteile dies, sagte ich, wie man wolle, und man beurteile im Lichte dessen Prokop als "Ehrenmann" und als "aufrechten Kämpfer" gegen die Parapsychologie …
6. LITERATURHINWEISE
6.1 Meyrink-Buch
Wie bereits im Kontext des Vortragsprogramms erwähnt, ist das – reich illustrierte -- Buch unseres Referenten über Meyrink bereits erschienen:
Theodor Harmsen: "Der magische Schriftsteller Gustav Meyrink, seine Freunde und sein Werk beleuchtet anhand eines Rundgangs durch die Meyrink-Sammlung der Bibliotheca Philosophica Hermetica, Amsterdam, unter Verwendung weiterer Sammlungen. Mit einer Einleitung von J. R. Ritman." Amsterdam, In de Pelikaan, 2008 <http://www.ritmanlibrary.nl/c/p/h/bel_41p.html>.
6.2 UFO-Buch
Illobrand von Ludwiger: "UFOs - die unerwünschte Wahrheit"
496 Seiten, einige Farbtafeln, umfassendes Literaturverzeichnis, Personen-, Orts- und Sachregister
KOPP-Verlag, 2009
Den einen oder anderen Leser mag befremden, hier einen Hinweis auf ein UFO-Buch zu finden, schließlich ist das UFO-Problem in der "scientific community" eher anrüchig, und manche mögen auch ob anderer Produkte dieses Verlages die Nase rümpfen. Aber allemal ist Wissenschaft nicht eine Frage des Gegenstandes, sondern eine der Methode, und wenn sich zu den UFOs Persönlichkeiten wie Carl Gustav Jung ("Von Dingen, die am Himmel gesehen werden") und Hans Bender geäußert haben, dann möchte ich nicht päpstlicher als der Papst sein.
Zwei Kapitel in diesem Buch veranlassen mich, auf es hinzuweisen: "Die wissenschaftliche Arbeitsweise und Anomalien der Wissenschaft" (103 Seiten) und "Paranormale Fähigkeiten von Menschen mit UFO-Kontakten" (30 Seiten). Zu den "eigentlichen" UFO-Kapiteln will ich aus Kompetenzgründen gar keine Stellung nehmen, aber das erstgenannte, lange Kapitel über der Herangehen der Wissenschaft an auftretende Anomalien ist auch vom Standpunkt der Parapsychologie aus relevant. Der Verfasser zitiert dabei aus älteren und neueren Arbeiten, aus solchen, die dem "mainstream" angehören und aus solchen, die sich eher kritisch verstehen, und liefert ein umfassendes Bild der Problemlage. Das soll nicht heißen, daß ich ihm in allem und jedem zustimmen würde, aber weder meine Zeit noch der Raum in diesem Newsletter erlauben es, auf Details einzugehen, obwohl dies durchaus der Mühe wert wäre.
Was das Kapitel über die paranormalen Fähigkeiten von Kontaktlern betrifft, wird man sich bei der Lektüre oft fragen, wie es um die Faktenlage steht: ist das alles, was der Verfasser hier zitiert und kompiliert, auch wahr? Die Verantwortung dafür liegt natürlich bei den Erstautoren, z.B. Berthold Schwartz, und damit ist der Ball im Lager der Parapsychologie … Angesichts dieser Probleme lobe ich mir die Tatsache, daß die Parapsychologie zu einem bedeutenden Anteil eine experimentelle Wissenschaft ist, womit wir (unter Inkaufnahme von minder spektakulären Resultaten) vieler Probleme von Zeugenaussagen (Wahrnehmungs- und Erinnerungstäuschungen etc.) überhoben sind.
Der Verfasser läßt an seinen Positionen keinen Zweifel, Positionen, die man teilen kann oder auch nicht (und ich kann nicht verhehlen, daß ich da gewisse Reserven habe). Alles in allem stellt das Buch jedoch spannende Lektüre dar, wobei aber mehr neue Fragen (nach der Faktizität ebenso wie nach der Interpretation) auftauchen, als beantwortet werden, was angesichts der schwierigen Materie auch nicht anders zu erwarten ist.
6.3 "Trancemedien und Neue Medien um 1900"
Ein anderer Blick auf die Moderne
Herausgeber: Marcus Hahn, Erhard Schüttpelz
Das im Februar 2009 erschienene und mit zahlreichen Abbildungen versehene Buch befaßt sich u.a. mit Trance, Medien, Trancemedien, Neue Medien, Spiritismus und Medientheorie. Ich leite gemäß diesen Schlagworten nur den Hinweis weiter; das Buch selbst liegt mir (noch) nicht vor.
<http://www.transcript-verlag.de/ts1098/ts1098.php>
6.4 Von Martina Löcker stammt ein Aufsatz "Parapsychologie und Hexenwesen" im soeben erschienen Band 26 der Zeitschrift "Mensch – Wissenschaft – Magie" (Mitteilungen der österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte) im Verlag Erasmus, Wien. Vermutlich erinnern sich noch viele an ihr Referat über dasselbe Thema im Rahmen unserer Gesellschaft im Oktober 2004.
7. Video-Clips auf YouTube:
7.1 Eleonore Zugun (von besonderer Relevanz für die Vorgeschichte unserer Gesellschaft)
<http://www.youtube.com/watch?v=vwcmjmaE7fs>
(www.GeisterNet.com schreibt dieses Filmmaterial Harry Price zu, das ist eindeutig falsch, in Wirklichkeit wurde der Film von der deutschen EMELKA gedreht)
7.2 Harry Price-Interview
<http://www.youtube.com/watch?v=Jdue2DqxFkw>
7.3 Houdini
<http://www.youtube.com/watch?v=QKdYxO63E58&feature=PlayList&p=61F0505E506F84B3&index=0>
(Vorsicht mit am Seitenrand umgebrochenen Links!)
Übrigens, mit dem Freeware-Programm "ClipFinder” von Ashampoo lassen sich Videos der bekannten Portale YouTube, Video Google, ClipFish, metacafe, MySpace, veoh etc. leicht finden und, was besonders praktisch ist, auch gleich auf den eigenen Rechner herunterladen. <http://www.ashampoo.com/frontend/products/php/product.php?session_langid=1&idstring=0055>
Prof. Peter Mulacz–
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Newsletter N° 34 – Wien, 21 12 2008
INHALT:
=======
1. Rückblick auf die Tagung „Utrecht II“
2. Klinische Parapsychologie
3. Ausstellung „Goodbye and Hello“ in Bern
4. Neues On-line-Experiment (Rupert Sheldrake)
5. Versuchspersonen gesucht
6. IGPP-Praktika und Stellenausschreibung
7. Literaturhinweise
8. Generalversammlung
9. Sonstiges
10. Feiertagswünsche
1. RÜCKBLICK AUF DIE TAGUNG „UTRECHT II“:
Die Parapsychology Foundation hat nunmehr als ihren Blog #27 ihren zusammenfassenden Bericht über die Tagung auf <http://www.pflyceum.org/10.html> on-line gestellt (in englischer Sprache), mit vielen Bildern und zahllosen weiterführenden Links.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich zwei Korrekturen anbringen: „Utrecht II“ hat natürlich 55 Jahre nach „Utrecht I“ stattgefunden, und nicht, wie irrtümlich geschrieben, 50, und Wim Kramer hat seine sehr verdienstvolle organisatorische Tätigkeit nicht etwa als Privatmann ausgeübt, sondern namens des „Het Johann Borgman Fonds“ (HJBF), einer Organisation, deren wichtigstes Tätigkeitsfeld die Interaktion zwischen „Schulmedizin“ und „Alternativmedizin“ (einschließlich „Geistiger Heilung“) ist und die zwar mit zahlreichen Publikationen, jedoch nicht mit einer Internet-Präsenz an die öffentlichkeit getreten ist.
2. KLINISCHE PARAPSYCHOLOGIE:
Die oben erwähnte Stiftung HJBF hat 2007 eine Expertentagung zum Themenkreis Außergewöhnliche Erfahrungen/Parapsychologie und Psychohygiene/Psychotherapie veranstaltet. Der Tagungsband, „Clinical Aspects of Exeptional Human Experience. An Introductional Reader”, herausgegeben von Wim H. Kramer, Eberhard Bauer und Gerd H. Hövelmann, sollte in Kürze erscheinen.
Von Martina Belz ist gerade eine einschlägige Publikation erschienen:
<http://www.hogrefe.de/?mod=detail&ISBN=978-3-8017-1985-2>
Der hier auftretende Terminus „Klinische Parapsychologie“ scheint mir ambivalent. Einerseits assoziiert er eine Anbindung an die Klinische Psychologie und bringt somit die Parapsychologie näher an traditionelle akademische Fächer heran, was nur positiv sein kann, andererseits befürchte ich, daß er zu einer Stigmatisation der Rat- und Hilfesuchenden als „klinische Fälle“ führen kann; auch Personen, deren Anliege bloße Informationssuche ist, werden sich eher an einer „Parapsychologischen Beratungsstelle“ orientieren wollen.
Die bereits seit 2005 geplante Parapsychologische Beratungsstelle an der Ambulanz der SFU <http://sfu.ac.at/> Wien (vgl. Newsletter N° 23) ist bisher noch nicht realisiert. Das Projekt ist nach wie vor auf der Agenda für die Zukunft, aber doch ein wenig auf die „lange Bank“ geschoben.
Ein paar Links zum Thema:
Parapsychologische Beratungsstelle (mit neu gestylter Website)
Abteilung „Beratung und Information“ am IGPP, Website ebenfalls überarbeitet
Abstracts einschlägiger Publikationen:
<http://www.parapsych.org/papers/32.pdf>
<http://www.thieme-connect.de/ejournals/abstract/ppmp/doi/10.1055/s-2004-834682>
Weiters findet am IGPP am 13./14. März 2009 ein Theorie- und am 18./19. September 2009 ein Praxisseminar zum Thema „Psychotherapie und Beratung für Menschen mit außergewöhnlichen Erfahrungen“ statt, das sich an psychologische und ärztliche Psychotherapeut(inn)en und Berater(inn) in der psychosozialen Versorgung sowie Kandidat(inn)en in psychotherapeutischer Ausbildung wendet.
Info und Anmeldung unter <http://www.igpp.de/german/counsel/pdf/flyer_seminar_2009.pdf>.
3. AUSSTELLUNG „GOODBYE AND HELLO“ IN BERN:
Noch bis zum 5. Juli 2009 läuft im Museum für Kommunikation, Bern, die Ausstellung „«Goodbye & Hello» Im Dialog mit dem Jenseits“ <http://www.mfk.ch/ghwechselausstellung.html>, die von seiten der Veranstalter folgendermaßen charakterisiert wird: „Ein spannender, manchmal auch irritierender Rundgang durch die faszinierende Welt der Kommunikation mit dem Jenseits, in deren Zentrum Menschen und ihre Begegnungen mit dem Jenseits stehen.“
4. NEUES ON-LINE-EXPERIMENT VON RUPERT SHELDRAKE:
<http://www.sheldrake.org/experiments/jammuspic/>
5. EINLADUNG ZUR TEILNAHME AN EINEM EXPERIMENT – VERSUCHSPERSONEN GESUCHT:
Für eine Reihe von Telepathieversuchen werden in Wien ab der zweiten Jännerhälfte Versuchsteilnehmer gesucht, und zwar ausschließlich Paare, keine Einzelpersonen. „Paare“ können sein: Ehepartner, Freund/Freundin, Mutter/Kind, Geschwister (sehr gerne auch Zwillinge) – jedenfalls Personen, die miteinander emotional verbunden sind.
Nähere Details auf <http://experiment.parapsychologie.info> (Website noch in Arbeit, wird laufend aktualisiert.)
6. IGPP-PRAKTIKA UND STELLENAUSSCHREIBUNG:
Die „highlights“ der Seite <http://www.igpp.de/german/es/Aktuelles.htm>:
6.1 Versuchspersonen:
„Wir suchen immer wieder Personen, die gerne an einem psychophysiologischen Experiment teilnehmen möchten.“ Kontakt: <vp@igpp.de>
6.2 Praktikum:
„Dieses Angebot richtet sich an Psychologiestudenten/-innen mit abgeschlossenem Vordiplom (oder B.Sc.). Ein mindestens sechswöchiges Forschungspraktikum kann nach Absprache hier im Labor stattfinden; empfohlen wird eine Dauer ab 8 Wochen. Im Rahmen eines 6-Monatspraktikums ist auch die Durchführung eines eigenen Projekts möglich.“
6.3 Diplomarbeiten:
„Diplomarbeiten zu den thematischen Schwerpunkten des Psychophysiologischen Labors können in Kooperation mit der Universität Freiburg vergeben und am IGPP durchgeführt werden. Aktuell kann eine Diplomarbeit zum Thema ‚Psychophysiologie von Wahrheit und Unwahrheit’ jederzeit vergeben werden.“
6.4 HiWi – Stelle:
„Eine Stelle für eine wissenschaftliche Hilfskraft ist derzeit frei. Studierende der Psychologie mit Interesse an der psychophysiologischen Forschung können sich gerne bewerben.“
7. LITERATURHINWEISE:
7.1 Zoe Beloff, die Tochter des 2006 verstorbenen John Beloff, hat ein Buch „The Somnambulists. A Compendium of Source Material“ herausgebracht, dem auch eine DVD mit sechs Quick-Time Videoclips ihrer künstlerischer Installationen, teilweise unter Verwendung klassischen Filmmaterials, beiliegt. Das Buch von 110 Seiten reproduziert Text und viele Bilder von Janet, Myers, Breton und anderen. Der im Vordergrund stehende künstlerische Aspekt macht das Buch zu einem „artist’s book“.
Christine Burgin, New York, 2008.
7.2 Der Wissenschaftsjournalist und –autor Marco Bischof hat mit seinem neuen Buch „Der Kristallplanet. Globale Netze, platonische Körper und die Musik der Erde“ ein Buch verfaßt, daß zwar nichts mit Parapsychologie, sehr wohl aber mit Grenzbereichen der Wissenschaften zu tun hat, spannt es doch einen Bogen von den postulierten Gittersystemen der Erde, wie sie etwa aus der Radiästhesie bekannt sind, über die pythagoräische Tradition und das harmonikale Denken bis zum „Global Scaling“ und der Frage eines „universellen Hintergrundfeldes“. Obwohl viele dieser Themen traditionellerweise von der „Esoterik“ besetzt sind, legt der Autor hier eine gründliche, mit vielen Literaturangaben gestützte und gut illustrierte Recherche vor. Wenn auch nicht jeder Leser* für jeden Aspekt des reichhaltigen Buches (307 Seiten) das gleiche Interesse aufbringen wird, so mag man es doch mit Altmeister Goethe halten: „Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen, und jeder geht zufrieden aus dem Haus.“
Drachen-Verlag, Klein-Jasedow, 2008.
*) Selbstverständlich sind mit einem Begriff im generischen Maskulinum stets die individuellen Vertreter beider Geschlechter gemeint. (Dies gilt für jeglichen meiner Texte, auch zukünftige.)
7.3 Von eher speziellem Interesse ist der folgende Band, dessen Relevanz für die Parapsychologie darin liegt, daß er einen Aufsatz von Ulrich Gruber über seinen Onkel, den Zoologen Karl Gruber enthält, und dessen Beziehungen zu Thomas Mann. Der Beitrag, der 52 Seiten umfaßt, trägt den etwas umständlichen Titel „’Okkulte Erlebnisse’ Der Arzt, Zoologe, Skipionier und Bergsteiger sowie Parapsychologe Professor Dr. Karl Gruber als Nachbar Thomas Manns“.
Karl Gruber war seinerzeit der engste Mitarbeiter von Albert Frh. v. Schrenck-Notzing und dessen „Kronprinz“, der dereinst seine Arbeit hätte weiterführen (und aufgrund seiner akademischen Verankerung auf eine wissenschaftssoziologisch akzeptablere Basis stellen) sollen, ist aber selbst tragischerweise noch zwei Jahre vor Schrenck gestorben.
Dirk Heißerer (Hg.): Thomas Mann in München IV. Vortragsreihe Sommer 2006.
Verlag peniope, München, 2008.
7.4 In der im Auftrag des IGPP von Eberhard Bauer und Michael Schetsche herausgegebenen und im Ergon-Verlag erscheinenden Buchreihe „Grenzüberschreitungen. Beiträge zur wissenschaftlichen Erforschung außergewöhnlicher Erfahrungen und Phänomene“, von der ich einzelne Bände bereits früher vorgestellt habe, sind mittlerweile sieben Bände erschienen, auf die hier nachdrücklich hingewiesen sei:
<http://www.igpp.de/german/eks/buchreihe.htm> bzw.
<http://www.ergon-verlag.de/de/start.htm?psychologie_grenzueberschreitungen.htm>.
7.5 Ebenfalls im Zusammenhang mit dem IGPP, nämlich durch die Person von Harald Atmanspacher, dem Leiter der Abteilung Theorie und Datenanalyse, steht der folgende, 340 Seiten starke Band – gerade rechtzeitig zum 50. Todestag des österreichischen Nobelpreisträgers erschienen:
H. Atmanspacher und H. Primas (Hrsg.):
„Recasting Reality: Wolfgang Pauli's Philosophical Ideas and Contemporary Science.“
Springer-Verlag.
Vgl. dazu auch eine Sendung, die kürzlich auf ö1 ausgestrahlt worden ist.
Die beiden Herausgeber Atmanspacher und Primas haben bereits 1995, ebenfalls im Springer-Verlag, ein einschlägiges Werk miteinander herausgebracht, das 2001 neu aufgelegt worden ist:
„Der Pauli-Jung-Dialog und seine Bedeutung für die moderne Wissenschaft.“
7.6 Das Buch „Außergewöhnliche Erfahrungen“ von Martina Belz wurde bereits unter Pkt. 2 erwähnt, sei aber hier im Kontext der Literaturhinweise nochmals aufgelistet.
8. GENERALVERSAMMLUNG:
Die Generalversammlung unserer Gesellschaft am 19. Jänner 2009 wird – außer den vereinsgesetzlich festgelegten Fixpunkten – vor allem einen Punkt zu behandeln haben: geringfügige Adaptationen des Wortlauts unserer Statuten, damit diese mit den Vorgaben des Finanzamts kompatibel sind, mit dem Ziel, daß wir in Zukunft „abgabenrechtliche Begünstigungen“, wie es im Amtsdeutsch heißt, erhalten, was sich auf finanzielle Zuwendungen, insbesondere auf die Spendenbegünstigung auswirkt:
„Spenderinnen und Spender haben bei Zuwendungen an Wissenschaftsvereine … die Möglichkeit, Spenden bis zu 10% des Vorjahresgewinnes als Betriebsausgaben bzw. darüber hinaus bis zu 10% der Vorjahreseinkünfte als Sonderausgaben abzuziehen“ (Quelle: „Vereine und Steuern. Tips für Vereine und ihre Mitglieder“ <http://www.bmf.gv.at/Publikationen/Downloads/BroschrenundRatgeber/
Vereine_u_Steuern2007__fin.pdf>)
Wenn wir die Tagesordnung abgearbeitet haben, wollen wir es natürlich nicht mit den administrativen Belangen bewenden lassen und gleich heimgehen, sondern wir wollen den Rest der im Hörsaal zur Verfügung stehenden Zeit für einen Diskussionsabend verwenden, dessen Thema jedoch nicht vorgegeben ist, sondern den Wünschen der Anwesenden entsprechen soll. Während an der Generalversammlung nur Mitglieder teilnehmen dürfen, sind beim anschließenden Diskussionsabend (von dem wir rechnen, daß er ca. um 20:30h beginnen wird) auch Gäste willkommen.
9. SONSTIGES:
Die Ausstrahlung der für rund um Allerseelen/Allerheiligen angekündigten Fernsehproduktion für die Sendereihe „Kreuz und Quer“, in der es um Tod, Sterben, Jenseits, aber – damit verbunden – auch um das Leib-Seele-Problem an sich geht, hat nicht stattgefunden und ist seither mehrfach verschoben worden. Ein neues Datum steht noch nicht fest.
10. ANLÄSSLICH DER KOMMENDEN FEIERTAGE …
Zum Schluß wünsche ich, wie jedes Jahr, im Namen des Präsidenten und des Vorstandes unserer Gesellschaft allen Lesern dieses Newsletters – Mitgliedern, Gästen, Referenten unserer Gesellschaft und Interessenten in Nah und Fern – EIN FROHES WEIHNACHTSFEST und viel Glück im Neuen Jahr!
Prof. Peter Mulacz
–
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Newsletter N° 33 – Wien, 12 10 2008
INHALT:
=======
1. Veranstaltungsprogramm für das Wintersemester
2. Symposien und Kongresse
3. Meyrink-Ausstellung
4. Personalia
5. Literaturhinweise
6. Sonstiges
1. VORTRÄGE und Symposium:
Unser nächster Vortrag – der erste im Wintersemester – findet am 20. Oktober statt; die Programmaussendung an unsere Mitglieder und eingetragene Interessenten ist bereits erfolgt. Wie immer ist unser Vortragsprogramm auch im Web <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> abrufbar.
Programm:
- Montag, 20. Oktober
Hubert Zeinar, Wien:
Vom „Zauber” der Montur
Militärische Uniformen, Fahnen, Feldzeichen etc. in kulturhistorischer Sicht: Aspekte der Magie – apotropäische Funktion, glückbringende Symbole, Machtsymbole …
- Samstag, 08./Sonntag 09. November
Zweitägiges Symposion über Literatur und Okkultismus mit internationalen Referenten:
„FASZINATION DES OKKULTEN“
- Montag, 17. November
Wilfried Kugel, Berlin:
Albert Einstein und die Parapsychologie
- Dienstag (!), 18. November
Wilfried Kugel, Berlin:
Präkognition – Informationen aus der Zukunft.
20 Jahre experimentelle Forschung zur Entwicklung eines Verstärkers für Präkognition
- Montag, 19. Jänner 2009
Generalversammlung (nur für Mitglieder)
anschließend (ca. 20:30h)
Freie Diskussion über aktuelle Probleme der Parapsychologie
(offen für Mitglieder und Gäste)Ein paar Worte zu den einzelnen Veranstaltungen:
Der „Zauber“ der Montur
Dort, wo es um Entscheidendes geht - Sieg oder Niederlage in der Schlacht, mehr noch: Leben oder Tod – haben sich die Menschen immer schon magischer Hilfsmittel zu versichern gesucht. Daher kein Wunder, daß (in historischer Zeit, nicht in unserer nüchterneren Gegenwart) Uniformen, militärische Embleme, Waffen, Fahnen, Ehrenzeichen etc. voll sind mit „magischen“ Symbolismen, was der Referent anhand der Armeen Alt-österreichs aufzeigt. Dr. Zeinar, nicht nur Offizier i.R., sondern ausgewiesener Volkskundler (jetzt nennt man dies Fach gerne Europäische Ethnologie) und Kulturwissenschaftler, hat zum Thema ein gleichnamiges Buch publiziert und zuvor schon ein weiteres über Wiener Wallfahrten.
Das zweitägiges Symposion „Faszination des Okkulten“ wird gemeinsam mit den Herausgebern des gleichnamigen Buches veranstaltet - siehe nächster Abschnitt.
Wilfried Kugel, Berlin, wird, wie wir es bei ausländischen Referenten zur Spesenminimierung meistens machen, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zu uns sprechen. Dr. Kugel, eigentlich Physiker, hat schon Mitte der Siebzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts an der Freien Universität Berlin eine studentische Forschungsgruppe für Parapsychologie geleitet. Später ist er mit einigen Buchpublikationen hervorgetreten, zunächst über den „Hellseher“ Erik Jan Hanussen (recte Hermann Steinschneider), eine Arbeit, die vom IGPP gefördert worden ist, sodann über den Reichstagsbrand (wenn man die Biographie Hanussens kennt, ist der thematische Zusammenhang klar), und zuvor schon über den Schriftsteller Hanns Heinz Ewers. Sein erster Vortrag wird über Einstein und die Parapsychologie sein (nota bene: über Einstein, nicht über Relativitätstheorie und Parapsychologie), sein zweiter über Präkognition, insbesondere im Kontext des „Zufallsgenerators“ Roulette.
Im Jänner des kommenden Jahres müssen wir aus vereinsrechtlichen Gründen die periodische Generalversammlung abhalten. Wir rechnen mit einer Dauer von einer halben Stunde; nachdem es unfair wäre, einem Referenten eine verkürzte Redezeit zuzuweisen, und nachdem es andererseits nicht sehr sinnvoll wäre, wenn man sich schon einen Abend frei genommen hat, nach einer halben Stunde wieder heimzugehen, haben wir uns – wie schon bei der letzten Generalversammlung – dazu entschlossen, den Rest der Zeit einer Diskussion über aktuelle Fragen der Parapsychologie zu widmen, ohne daß ein bestimmtes Thema vorgegeben ist.
2. SYMPOSIEN und Kongresse:2.1 „Faszination des Okkulten“
Das Symposion „Faszination des Okkulten“, das einen Teil unseres Semesterprogramms darstellt, wird von unserer Gesellschaft in Kooperation mit den Herausgebern des gleichnamigen Buches veranstaltet, welche ihrerseits (Müller-Funk) im Institut für Germanistik der Universität Wien bzw. (Tuczay) darüber hinaus auch an der Akademie der Wissenschaften verankert sind. Beide Persönlichkeiten waren bereits Referenten im Rahmen unserer Veranstaltungen, Müller-Funk beim Mesmer-Symposium auf Schloß Rothmühle und Tuczay mehrmals mit verschiedenen Themen, von antiker Divination bis zu den magischen Vorstellungen der Gauner und Verbrecher zu den Zeiten der k.u.k. Monarchie.
Das unserer Aussendung beigelegte Programm des Symposions hat mittlerweile einige Detailänderungen erfahren; eine immer aktuell gehaltene Version des Programms findet sich immer unter <http://parapsychologie.ac.at/programm/faszination_d_okkulten.pdf>. Weiters können unter <http://parapsychologie.ac.at/programm/folder_faszination-1.pdf> bzw. <http://parapsychologie.ac.at/programm/folder_faszination-2.pdf> die Vorder- und Rückseite des Programm-Flugblattes heruntergeladen werden.
Der Untertitel des Buches, „Diskurse zum Übersinnlichen“, ist vom parapsychologischen Standpunkt aus wenig glücklich gewählt, sprechen wir doch vom „Außersinnlichen“, um die mit dem Begriff „übersinnlich“ einhergehende Assoziation einer ins Metaphysische weisenden Schichtenontologie zu vermeiden. Daher habe ich für das Symposium den Untertitel „Literatur und Okkultismus“ gewählt, der zumindest thematisch zutreffend ist.
Die bibliographischen Daten des dem Symposium zugrundeliegenden Sammelbandes lauten:Faszination des Okkulten: Diskurse zum Übersinnlichen.
Hrsg. Wolfgang Müller-Funk und Christa A. Tuczay.
Francke-Verlag, 2008.Allerdings muß angemerkt werden, daß sich das Werk mit einem Verkaufspreis von ¤ 68,– eher an Bibliotheken als an Privatinteressenden wendet.
2.2 „Utrecht II“
Im Jahr 1953 hielt die kurz zuvor (1951) gegründete Parapsychology Foundation (kurz PF) ihren ersten internationalen Kongreß in Utrecht, Niederlande, ab: „First International Utrecht Conference on Parapsychology“. Heuer, fünfzig Jahre später, findet demnach nunmehr „Utrecht II“ statt, unter dem Titel: „Parapsychology Foundation International Conferences. Utrecht II: Charting the Future of Parapsychology” (15.-18. Oktober). Die Konferenz findet aufgrund einer Anregung des rührigen niederländischen Parapsychologen Wim Kramer statt und wird von der PF unter Federführung der bewährten Carlos Alvarado und Nancy Zingrone organisiert. Weiterführende Informationen lassen erkennen, in welche Richtung sich die einzelnen Referenten die Zukunft der Parapsychologie vorstellen, auch wenn die sehr beschränkte Teilnehmerzahl (mittlerweile völlig ausgebucht) weitere Partizipierende nicht zuläßt.2.3 Basler Psi-Tage
Die bekannten „Psi-Tage“ in Basel – an denen vielfach Mitglieder unserer Gesellschaft teilgenommen haben und über die auch neue Mitglieder zu uns gefunden haben – werden nicht mehr fortgesetzt. Das thematische Abdriften von Fragen der Parapsychologie immer mehr in Richtung „Esoterik“ macht den Abschied von Psi-Tagen leicht, auch wenn mir der Aufenthalt in der schönen Stadt Basel immer viel Freude bereitet hat.
Eine authentische Stellungnahme zu den Gründen für das endgültige Aus gibt Lucius Werthmüller hier.
3. MEYRINK-Ausstellung in Amsterdam
Die „Library of Hermetic Philosophy“ (Ritman-Library) in Amsterdam bereitet eine Ausstellung über Gustav Meyrink vor. Die Ausstellung läuft vom 21. Nov. 2008 bis 29. Mai 2009; die feierliche Eröffnung wird in der Westerkirche stattfinden – was die Bedeutung und den Rahmen der Ausstellung unterstreichen möge – und es werden dazu vier Vorträge stattfinden.
Als Begleitpublikation wird folgendes Buch erscheinen:Theodor Harmsen: Der magische Schriftsteller Gustav Meyrink, seine Freunde und sein Werk beleuchtet anhand eines Rundgangs durch die Meyrink-Sammlung der Bibliotheca Philosophica Hermetica, Amsterdam, unter Verwendung weiterer Sammlungen. Mit einer Einleitung von J. R. Ritman.
Amsterdam, Verlag: In de Pelikaan, 2008.(Der Titel zeigt, daß das Buch in deutscher Sprache verfaßt ist, es ist überaus reich illustriert.)
4. PERSONALIA:
4.1 Editha Hörandner
Gexi Tostmann ist der „Seitenblicke“-Gesellschaft als Designerin von Trachtenmode bekannt; weniger bekannt ist, daß sie absolvierte Volkskundlerin ist und, vom magischen Volksglauben ausgehend, Interesse an den „Grenzgebieten“ hat. Als sie noch ihr Geschäft in Wien betrieben hat, war sie die rührige Obfrau des „Kulturvereins Mölkerstiege“, der damals im Souterrain ihrer Räumlichkeiten eine einschlägige Vortragsreihe veranstaltet hat. Dieses „damals“ mit einer Jahreszahl zu versehen, ist mir nicht möglich, jedenfalls ist es schon sehr lange her. Seit „damals“ also kannte ich Editha Hörandner, die dort, ebenso wie der mittlerweile längst verstorbenen Otto König (Stichwort „Wilheminenberg“) und ich selbst, ein Referat gehalten hat. Damals war sie noch Dozentin, später ist sie auf den Lehrstuhl nach Graz berufen worden. Den Plan, daß sie im Rahmen unserer Gesellschaft einen Vortrag halten möge, haben wir seit langem ventiliert und mehrfach verschoben, teilweise wegen ihrer gesundheitlicher Turbulenzen, teilweise auch, weil sie meinte, nach ihrer Emeritierung mehr Zeit dafür zu finden. Nun ist sie nicht bloß von ihrer Universität emeritiert, sondern leider auch aus dem Leben geschieden – während eines Spitalsaufenthaltes ist sie, trotz schwerer chronischer Krankheit plötzlich und unerwartet, am 20. Juni 2008 verstorben. Meines Erinnerns ist es in unserer Gesellschaft das erste Mal, daß ein bereits vorangekündigter Vortrag aufgrund des Todes des Referenten nicht stattfinden kann.
4.2 Ernst Meckelburg
Ernst Meckelburg, am 29. August 2008 im Alter von 81 Jahren verstorben, war ein überaus fruchtbarer „Sachbuch“-Autor auf dem Gebiet der Grenzwissenschaften. Zu seiner Produktivität: eine Suche mit dem Suchbegriff „meckelburg, ernst“ listet auf http://amazon.de nicht weniger als 40 Bücher auf. Von der Frage der Quantität zu der der Qualität übergehend, so ist ganz allgemein das Genre „Sachbuch“ mit anderen Maßstäben zu messen als man sie bei wissenschaftlichen Büchern anlegen würde. Insofern sollte man mit Meckelburg vielleicht nicht so streng ins Gericht gehen, wie ein bekannter deutscher Parapsychologe, der ihn als einen „Sensationsautor“ bezeichnet hat. Ich denke, daß schon ein gewisses Verdienst darin besteht, einschlägige Fragen in einer Form aufzubereiten, die sie für weiteste Kreise interessant macht. Dennoch habe ich mich veranlaßt gesehen, mich anläßlich einer Rezension eines seiner Bücher („Geheimwaffe PSI“) eher negativ zu äußern, wobei mir Hans Bender nachher vorgehalten hat, zu milde gewesen zu sein, er hätte eher einen völligen Verriß geschrieben. Wie dem auch sei, nun kann Meckelburg das Jenseits, an das er geglaubt hat, selber in Augenschein nehmen (oder auch nicht); jedenfalls sei noch festgehalten, daß ich den Menschen Ernst Meckelburg als eine liebenswürdige Persönlichkeit in Erinnerung habe.
5. LITERATURHINWEISE:
5.1 Thalassa
Die in Budapest erscheinende psychoanalytische Zeitschrift Thalassa (ISNN 0865-9362) hat soeben (2008/2) in einer Spezialnummer die Publikation des Briefwechsels Sándor Ferenczi – Ernest Jones gebracht, herausgegeben und mit interessanten Anmerkungen versehen von Melinda Friedrich. Es handelt sich um Dokumente, die vielfach Bezüge zur Frage der Telepathie enthalten und deshalb nicht bloß für die Analytiker, sondern auch für die Parapsychologen von Relevanz sind – zugegebenermaßen mehr von historischem als von inhaltlichem Interesse, weil dieser Punkt nicht gerade tiefschürfend abgehandelt wird. Die Korrespondenz hat von seiten Ferenczis in Deutsch, von seiten Jones’ in Englisch stattgefunden. Jedenfalls eine interessante Lektüre auch zur Geschichte der Psychoanalyse.
5.2 Hier seien, falls jemand direkt zu diesem Punkt 5 gesprungen ist, nochmals die bereits an verschiedenen Stellen des Textes erwähnten Bücher (sofern nicht vergriffen) zusammengefaßt:
- Ältere Publikationen:
- Wilfried Kugel: Hanussen.
Die wahre Geschichte des Hermann Steinschneider.
Düsseldorf, Grupello Verlag, 1998.- Hubert Zeinar: Vom Zauber der Montur:
Symbole und Abwehrzeichen auf Uniformen, Fahnen und Waffen österreichischer Heere.
Wien, Infothek - Verlag und Literaturwerkstatt, 2005.
- Neuerscheinung:
- Faszination des Okkulten: Diskurse zum Übersinnlichen.
Hrsg. Wolfgang Müller-Funk und Christa A. Tuczay.
Francke-Verlag, 2008.
(Die Website der Verlagsgruppe Narr Francke Attempto ist im Umbau und derzeit nicht zugänglich, daher statt dessen ein Link zu amazon.)
- Erscheint in Kürze:
- Theodor Harmsen: Der magische Schriftsteller Gustav Meyrink, seine Freunde und sein Werk beleuchtet anhand eines Rundgangs durch die Meyrink-Sammlung der Bibliotheca Philosophica Hermetica, Amsterdam, unter Verwendung weiterer Sammlungen.
Amsterdam, Verlag: In de Pelikaan, 2008.
6. SONSTIGES:
6.1 Bekanntlich ist das World Wide Web geradezu unerschöpflich. Heute möchte ich darauf hinweisen, daß auf „Google Videos“ mehrere Vorträge und Diskussionen von Rupert Sheldrake abrufbar sind.
6.2 Aviso:
Für den Zeitraum Allerseelen/Allerheiligen ist im österreichischen Fernsehen im Rahmen der Sendereihe „Kreuz und Quer“ ein Beitrag geplant, der sich u.a. mit Todesnäheerfahrung, Außerkörperlicher Erfahrung („Seelenreisen“) und dem Seelenbegriff überhaupt – natürlich im jahreszeitlich bedingten Kontext der Frage „Was geschieht nach dem Tod?“ – befaßt; vorgesehen ist ein Film mit zahlreichen Interviews und eine anschließende Live-Diskussion.
Prof. Peter Mulacz
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Newsletter N° 32 – Wien, 25 05 2008
INHALT:
=======
1. Erinnerung: Koestler-Symposium
2. einschlägige Tagungen etc.
3. Personalia
4. Literaturhinweise etc.
5. Sonstiges
1. ARTHUR KOESTLER-SYMPOSIUM:
Das von uns gemeinsam mit der "österreichische Gesellschaft für organismisch-systemische Forschung und Theorie" veranstaltete Symposium "Arthur Koestler – Jenseits von Reduktionismus und Zufall" findet am Samstag, 31. Mai 2008, im Vortragssaal des Naturhistorischen Museums Wien statt (ganztägig, Beginn 09:30h).
Programm: siehe <http://koestler.parapsychologie.ac.at>
2. KONGRESSE, TAGUNGEN etc.:
2.1 Rückblick:
2.1.1 Bial-Symposium:
Im März fand in Porto (Portugal) das siebente Bial Symposium, wie immer unter dem Generaltitel "Behind and Beyond the Brain" statt, diesmal zum Thema "Emotionen" <http://www.bial.com/fotos/gca/programa_definitivo_1203624067.pdf>. Die Bial Symposia sind ein Ort der Begegnung zwischen "Schulwissenschaftlern" (vor allem Neurowissenschaftlern) und Parapsychologen, wobei stets neben einigen Hauptreferaten auch Projekte, die von der Bial Foundation (gegründet 1994) gefördert worden sind, kurz zur Darstellung kommen. Von Seiten der Parapsychologie gab es Referate von Daryl Bem, der die seltene Gabe besitzt, auch komplexe Zusammenhänge einfach darzustellen, Dick Bierman, Etzel Cardeña, Roger Nelson, dessen Darstellung seines Global Consiousness Projects dem größten Widerstand der Nicht-Parapsychologen begegnete, Dean Radin, Stefan Schmidt und Caroline Watt. Von den Angehörigen des "main streams" seien die Psychologen Nico Frijda, der bei der Eröffnung vorgetragen hat, und Paul Ekman, der über emotionale Gesichtsausdrücke referiert hat, genannt, und innerhalb der Neurowissenschaftler exemplarisch Christian Keysers, der einen ausgezeichneten Vortrag zum Thema Spiegelneuronen und Empathie gehalten hat. Die Begegnung war fruchtbar, resümierte doch der berühmte Paul Ekman, er sei nach dieser Tagung hinsichtlich der Parapsychologie sozusagen vom Atheisten zum Agnostiker konvertiert. Von unserer Gesellschaft hat außer mir noch Alexander Batthyány an einem Teil des Symposiums teilgenommen.
2.2 Vorschau:
2.2.1 Unbegreifliche Zeiten. Wunder im 20. Jahrhundert
19. bis 21. März 2009
Essen
Siehe: <http://www.kulturwissenschaften.de/home/callforpapers.html> und
<http://www.geschichte-und-theorie.de/Aktuelles/aktuelles.html>.
Achtung: Einsendeschluß für Vortragsvorschläge: bereits 30. Mai 2008
Leitung: Alexander C.T. Geppert und Till Kössler in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Geschichte + Theorie (AG+T) und dem Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI).
(Alexander Geppert war einer der Herausgeber des Heftes "Orte des Okkulten", 14. Jg., Heft 4 (2003) der österreichischen Zeitschrift für Geschichtswissenschaften <http://wirtges.univie.ac.at/OeZG/>, vgl. Newsletter N° 16; im Newsletter N° 30 habe ich bereits darauf hingewiesen, daß dieses Heft im Volltext on-line verfügbar ist auf <http://wirtges.univie.ac.at/OeZG/oezg03-4.pdf>)
2.2.2 SSE-Konferenz:
27. Jahrestagung der SSE (Society for Scientific Exploration)
25. – 28. Juni 2008
Boulder, Colorado, USA (Millenium Harvest House)
Thema: Emerging Paradigms at the Frontiers of Consciousness & UFO Research
Siehe: <www.scientificexploration.org>
Programm: siehe <http://www.scientificexploration.org/SSE_2008_Meeting/Posters/
Text_Poster_2008_Boulder_Meeting.pdf>
Aus der Selbstdarstellung: The SSE is a professional organization with 800 members in 45 countries. It publishes a peer-reviewed journal: The Journal of Scientific Exploration.
The conference is open to the public. Registration fee is $170 and $80 for students. There is a special SSE hotel rate of $99 if reservations are made before May 27.
2.2.3 Gemeinsame PA und SPR Konferenz:
Wie bereits zuvor, z.B. Brighton 1997, wird auch 2008 die Jahrestagung der Parapsychological Association gemeinsam mit der der Society for Psychical Research abgehalten.
13. – 17. August 2008
Winchester, England
Details: siehe <http://parapsych.org/PA_2008_info.html>
Die PA-Konferenz ist die wohl wichtigste Konferenz!
2.2.4 European Association for the Study of Religion (EASR)
Thema: Time of Decline, Time of Hope: Scientific, Cultural and Political Engagement of the Study of Religions
7. – 11. September 2008
Brno (Brünn), Tschechische Republik
Siehe: <http://www.phil.muni.cz/relig/easr2008/>
Achtung: Einsendeschluß für Vortragsvorschläge: bereits 31. Mai 2008
Das Thema geht natürlich weit über "Grenzgebiete" hinaus, ist aber für einen interdisziplinären Ansatz durchaus interessant, darum habe ich diese Konferenz hier aufgenommen, und natürlich auch aufgrund der geographischen Nähe des Tagungsortes und der vielfachen kulturellen Verflechtungen in Jahrhunderten gemeinsamer Geschichte.
2.2.5 Für eine Reihe weiterer Tagungen, deren Themen jedoch weiter vom Graviationszentrum unserer Thematik entfernt sind, liste ich einfach die diesbezüglichen Webseiten auf:
"Esotericism, Religion, and Nature" <http://www.cofc.edu/ase//index.html>
"Trance-Medien und Neue Medien um 1900" <http://www.esswe.org/agenda_detail.php?agenda_id=46>
und schließlich eine ganze Liste, beinhaltend Vergangenes und auch kommendes in bunter Folge, auf der Website des Cambridge Centre for the Study of Western Esotericism <http://ccwe.wordpress.com/>.
Siehe schließlich auch <http://www.esswe.org> und <http://www.amsterdamhermetica.nl>.
2.2.6 In Hinblick auf den Themenkreis "okkulte Literatur" möchte ich auf die kommende Ausstellung über Gustav Meyrink in der Bibliotheca Philosophica Hermetica (BPH) in Amsterdam hinweisen: <http://www.ritmanlibrary.nl/c/p/h/bel_41.html>. Dazu wird es auch einen Katalog geben.
3. PERSONALIA:
3.1 Hubert Larcher (1921 – 2008):
Am 5. April ist Dr. Hubert Larcher, vormals Direktor des Institut Métapsychique International, Paris, für fast 20 Jahre und langjähriger Herausgeber der Revue métapsychique, hochbetagt verstorben. Ich habe ihn 1975 beim II. Internationalen Kongreß für Psychotronische Forschung in Monte Carlo kennengelernt und später bei verschiedenen Gelegenheiten wieder getroffen. 1990, bei einer Durchreise durch Paris, hat er mir liebenswürdigerweise die Sammlung von Wachshandschuhen bzw. Gipsausgüssen des Mediums Franek Kluski gezeigt, die am IMI verwahrt wird.
Nachrufe mit Bibliographie: <http://metapsychique.blogspot.com/2008/04/une-bibliothque-brl-hommage-hubert.html> und <http://www.metapsychique.org/Hubert-Larcher.html>.
3.2 Prof. Albert Hofmann, der "Vater des LSD" (1906 – 2008):
Die Problemstellung "Bewußtseinserweiternde Drogen und Außersinnliche Erfahrung" ist ein "Dauerbrenner". Daher sei hier auch Albert Hofmanns gedacht, obwohl seine Forschung keine direkten Bezug zur Parapsychologie hatte.
Ein Nachruf: <http://www.nytimes.com/2008/04/30/world/europe/30hofmann.html?_r=1&oref=slogin>; siehe auch den Wikipedia-Eintrag: <http://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Hofmann>.
Für ein Video Albert Hofmanns anläßlich des Kongresses zu seinem 100. Geburtstag in Basel siehe <http://de.youtube.com/watch?v=dCZDwTQtbDk#>; auf youtube finden sich noch weitere Videos mit ihm.
3.3 Mitglieder unserer Gesellschaft, die kürzlich verstorben sind:
Während wir üblicherweise keine Todesanzeigen von Mitgliedern verlautbaren, sehe ich mich diesmal zu zwei Ausnahmen veranlaßt.
3.3.1 Dipl.-Innen-Arch. Emmerich Schöffel (1924 – 2007):
Erst jetzt wurde bekannt, daß Emmerich Schöffel bereits im Herbst des Vorjahres verstorben ist. Seit 1922 hatte sein Vater, Rittmeister a.D. Franz Vinzenz Schöffel (1884 – 1959), die Zeitschrift "Das neue Licht" herausgegeben, eine Publikation, das zunächst als Organ des Deutschen Neugeistbundes in österreich erschienen ist, dann den Untertitel auf "Zeitschrift für die Probleme der Seele" bzw. "Fach-Monatsschrift für Parapsychologie" geändert hat. Schöffel sen. versuchte vergeblich, seine Zeitschrift zum offiziellen Organ der österreichischen Gesellschaft für Psychische Forschung (Name unserer Gesellschaft vor 1971) zu machen; der Vorstand der Gesellschaft empfand sie zu "populär" und zu wenig wissenschaftlich. Nun, unbestritten hatte sie eher eine weltanschauliche als eine wissenschaftliche Ausrichtung, sie hat jedoch gut über aktuelle Entwicklungen informiert und es haben aber auch Autoren von unzweifelhafter wissenschaftlicher Reputation wie Gerda Walther darin publiziert. Von 1941 – 1946 war das Erscheinen unterbrochen; für die letzten Jahrgänge (bis 1960) zeichnete dann Schöffel jun. – der nunmehr Verstorbene – verantwortlich. Somit ist mit Emmerich Schöffel nicht nur ein langjähriges Mitglied unserer Gesellschaft von uns gegangen, sondern auch das letzte lebende Bindeglied zur Vorkriegsgeschichte unserer Gesellschaft.
3.3.2 Dkfm. Georg J. E. Mautner Markhof (1926 – 2008):
Anders als bei Schöffel ist es bei Georg Mautner Markhof nicht eine spezifisch parapsychologische Aktivität, die mich veranlaßt, hier seiner zu gedenken, sondern die Tatsache, daß er sowohl als Unternehmer wie zeitweise auch als Abgeordneter zum Nationalrat eine bekannte Persönlichkeit des öffentlichen Lebens gewesen ist. Bei seinen vielfachen Verpflichtungen war es verständlich, daß er nur selten unsere Vorträge besucht hat. Im Rahmen der Parapsychologie war er – aufgrund eigenen Erlebens – besonders an Spontanphänomenen interessiert. Neben seinen bereits genannten Aktivitäten war auch schriftstellerisch tätig; von seinen sehr gut recherchierten Büchern über verschiedene Themen sei nur "Das unbequeme Wunder – Kirchenstreit um Philomena 1802–1981" genannt.
3.4 Messerattentat auf Rupert Sheldrake
Auf den bekannten, nicht unumstrittenen Forscher Rupert Sheldrake wurde am 2. April im Anschluß an einen Vortrag, den er in Santa Fe hielt, von einem (vermutlich geistesgestörten) Japaner ein Messerattentat verübt, das glücklicherweise glimpflich ausgegangen ist.
Details: siehe <http://www.sheldrake.org/About/biography/SantaFe.html> und Bericht der lokalen Zeitung <http://www.lcsun-news.com/ci_8798203>.
4. LITERATURHINWEISE:
4.1 Frauke Zahradnik, Mitarbeiterin von Walter von Lucadou an der Parapsychologischen Beratungsstelle Freiburg i. Br. <http://parapsychologische-beratungsstelle.de/>:
Irritation der Wirklichkeit. Eine qualitative und quantitative
Analyse der Briefsammlung der Parapsychologischen Beratungsstelle in
Freiburg.
Psychologie des Bewußtseins, Bd. 8
Lit-Verlag, Hamburg 2007
ISBN 978-3-8258-0721-4
Hier liegt ein wichtiges und hochinteressantes Buch vor, dem die wenigen Zeilen, die der Platz hier erlaubt, keine Gerechtigkeit widerfahren lassen. Man kann es gleichsam auf zwei unterschiedliche Weisen lesen, "naiv", indem man erfährt, was für verschiedene Erlebnisse die Ratsuchenden zu Papier gebracht haben, und "systematisch", indem man sich mit "Grounded Theory", verschiedenen wissenschaftlichen Analyseverfahren, Clusterbildung etc. auseinandersetzt - auf beide Arten wird man großen Gewinn aus der Lektüre ziehen.
4.2 Paola Giovetti:
Roberto Assagioli. Leben und Werk des Begründers der Psychosynthese.
Nawo Verlag, Rümlang 2007
ISBN 978-3-9522591-2-2
Obwohl nicht Gegenstand der Parapsychologie, weise ich dennoch auf dies Buch hin, weil seine Autorin früher öfters in unserer Gesellschaft Vorträge gehalten hat und die älteren Mitglieder sie alle kennen.
"Psychosynthese" ist eine psychotherapeutische Methode, die schon in der Wahl des Namens die Konträrposition zur Psychoanalyse betont; über Assagioli siehe: <http://de.wikipedia.org/wiki/Assagioli>.
4.3 Marco Bischof, bekannter Wissenschaftsautor und -journalist (bedeutend ist sein Werk über die Biophotonen), hat 20 Jahre nach dessen Erscheinen seinen Erstling in einer aktualisierten Ausgabe neu herausgebracht:
Unsere Seele kann fliegen.
Über Nikola Tesla, Außerkörperlichkeit, heilige Orte im magischen
Klangfeld, biologische und kosmischen Zyklen, Gesichter der
Steinzeit, UFOs, keltisches Christentum und Geomantie.
Drachen Verlag, Klein Jasedow 2008
ISBN 978-3-927369-19-1
Der lange Untertitel ist Programm des schmalen Bandes, dessen "buntes Allerlei" durchaus interessant zu lesen ist.
4.4 Tomas Kaiser: "Zwischen Philosophie und Spiritismus. (Bildwissenschaftliche) Quellen zum Leben und Werk des Carl du Prel", gefördert vom IGPP <http://igpp.de/> Universität Lüneburg, 2008, kann aus dem Web heruntergeladen werden: <http://kirke.ub.uni-lueneburg.de/volltexte/2008/11084/pdf/CarlduPrel_1.pdf>.
Eine detailreiche, sehr empfehlenswerte Arbeit. Bloß das Vokabel "bildwissenschaftlich" wundert mich in diesem Kontext – vielleicht deshalb auch vom Autor in Klammer gesetzt. (Vlg. <http://de.wikipedia.org/wiki/Bildwissenschaft>)
4.5 Zwei Neuerscheinungen aus den USA:
4.5.1 Robert M. Schoch & Logan Yonavjak (Hrsg.):
The Parapsychology Revolution. A Concise Anthology of Paranormal and
Psychical Research.
Jeremy P. Tarcher/Penguin, New York 2008
ISBN 978-1585426164
Wie der Untertitel feststellt, eine Anthologie, gegliedert in Spontanfälle, Experimentelle Arbeiten, praktische Anwendungen von Studien und Reflexionen zum Thema.
4.5.2 Allan J. Hamilton:
The Scalpel and the Soul: Encounters with Surgery, the Supernatural,
and the Healing Power of Hope.
Jeremy P. Tarcher/Putnam, New York 2008
ISBN 978-1585426157
Eines der zahlreichen Bücher, die auf der aktuellen "Welle" der Todesnähe-Phänomene schwimmen. Sehr flott – um nicht zu sagen: reißerisch – geschrieben, nicht sehr tiefschürfend, dennoch ein paar interessante Details bei den Fällen.
Vgl. Videos <http://de.youtube.com/watch?v=rlfYnuNR3lI#> sowie <http://de.youtube.com/watch?v=ru1cZtaBv6I#> plus weitere Folgen.
4.6 JSE-Download
Habe ich oben auf die SSE verwiesen, so folgt hier der Hinweis, daß ältere Nummern des Periodikums dieser Organisation, Journal for Scientific Exploration, zu großen Teilen aus dem Web heruntergeladen werden können: <http://www.scientificexploration.org/jse/abstracts.php>.
4.7 Auf die CD "Okkulte Stimmen" habe ich bereits im Newsletter N° 30 hingewiesen. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Rezensionen dazu, z.B. im Deutschlandfunk <www.dradio.de/dlf/sendungen/buechermarkt/>; für eine Zusammenstellung siehe: <http://www.suppose.de/texte/okkult.html>. Möglicherweise können wir den Herausgeber dieser CD, die in Kooperation mit dem IGPP <http://igpp.de/> erschienen ist, auch einmal zu einem Vortragsabend bei uns begrüßen.
5. SONSTIGES:
Aktivitäten der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien (SFU) <http://sfu.ac.at/>
5.1 PSY-Seniorenstudium:
<http://sfu.ac.at/index.php?page=6&article=194>.
5.2 2008 International Summer School in Psychotherapy:
<http://www.sfu.ac.at/english/index.php?id=66>.
Prof. Peter Mulacz
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Newsletter N° 31 - Wien, 23 03 2008
INHALT:
=======
1. Veranstaltungsprogramm für das Sommersemester
2. Personalia
3. Kongresse und Symposien
4. Literaturhinweis
1. VORTRÄGE und Symposium:
Unser nächster Vortrag – der erste im Sommersemester – findet am 07. April statt; die Programmaussendung an unsere Mitglieder und eingetragene Interessenten erfolgt kurz vorher.
Programm:
- Montag, 07. April
Albrecht Götz von Olenhusen, Freiburg i. Br.
Karl May und der Spiritismus
Weltanschauung, Weltbewältigung, Wissenschaft
- Montag, 21. April
Erlendur Haraldsson, Reykjavik
Parapsychologie und Religion
- Dienstag (!), 22. April
Erlendur Haraldsson, Reykjavik
„Paranormale Erlebnisse“ – Ergebnisse einer neuen Umfrage in Europa
- Samstag (!), 31. Mai
Arthur Koestler-Symposium im Naturhistorischen Museum
„Arthur Koestler – Jenseits von Reduktionismus und Zufall“
Zur 25. Wiederkehr des Todestages (3. März 1983) Arthur Koestlers
- Montag, 16. Juni
Gerhard Kubik, Wien/Klagenfurt
Mahamba – Afrikanische Vorstellungen transzendenter Kräfte
Neue Feldforschung in OstangolaEin paar Worte zu den einzelnen Veranstaltungen:
Karl May und seine spiritistische (bzw. christlich-spiritistische) Einstellung ist der eine Aspekt dieses Themas, der andere ist die ungeheure schriftstellerische Produktivität dieses Autors, die weit über die allseits bekannten Themenkreise Orient bzw. Indianer hinausgeht und die Frage stellen läßt, wie weit wir es dabei mit „automatischen“ Produktionen zu tun haben, wie sie von spiritistischen Medien bekannt sind. Außerdem wird die Entwicklung des Spiritismus im Königreich Sachsen beleuchtet. Unser Referent, Albrecht Götz von Olenhusen , hat sich mit dieser Thematik eingehend befaßt und auch mehrfach über May – im Karl May-Jahrbuch, im Band „Karl May und Freiburg“ usw. – publiziert.
Auch das Thema Parapsychologie und Religion hat (zumindest) zwei Aspekte: der eine sind außergewöhnliche Phänomene bei religiösen Persönlichkeiten, die dann systemintern vielfach als „Wunder“ aufgefaßt werden; auch die Stigmatisation – selbst kein parapsychologisches Phänomen, aber vielfach mit solchen vergesellschaftet – gehört in diese Gruppe (vgl. <http://stigmatisation.parapsychologie.info>. Der andere Aspekt ist die metatheoretische Frage, was von dem vielfach erhobenen Postulat zu halten sei, die Parapsychologie sei eine Brücke zwischen Wissenschaft und Religion.
Unser Referent, Erlendur Haraldsson, vielen unserer Mitglieder und Gäste wohlbekannt, steht uns auch am nächsten Tag, Dienstag, zur Verfügung, wo er die Ergebnisse einer neuen europaweiten Umfrage über paranormale Erlebnisse – d.h., subjektiv als paranormal empfundene Erlebnisse – präsentieren wird. Es wird spannend sein, diese aktuellen Umfragewerte mit denen der früheren Umfrage zu vergleichen.
Das bereits früher angekündigte Arthur Koestler-Symposium veranstalten wir – an einem Samstag – in Kooperation mit der österreichischen Gesellschaft für organismisch-systemische Forschung und Theorie; der Veranstaltungsort ist der Vortragssaal im Naturhistorischen Museum, Wien. Die Teilnahme am Symposium ist kostenlos, der Zutritt ist jedoch an den Erwerb einer Eintrittskarte für das Naturhistorische Museum gebunden. Was den Programmablauf betrifft, können sich kurzfristig noch Änderungen ergeben. Der jeweils aktuelle Stand ist auf <http://koestler.parapsychologie.ac.at/> ersichtlich.
Mit dem letzten Vortrag nehmen wir wieder unsere übliche Montags-Routine auf. Was „Mahamba“ betrifft, so ist dies nach längerer Zeit wieder einmal ein Thema aus dem Bereich der Ethnoparapsychologie. Ein ähnlicher Vortrag war schon einmal auf dem Programm <http://parapsychologie.ac.at/programm/ss1999/kubik/kubik.htm>. Diesmal geht es um neuere Forschungen unseres Referenten zu diesem Thema. Gerhard Kubik ist sowohl Ethnologe wie auch Psychoanalytiker, als solcher ist er auch an der Sigmund Freud Privatuniversität <http://sfu.ac.at/> tätig; überdies ist er, was in unserem Rahmen nicht zum Tragen kommt, Musikwissenschaftler und als solcher eine weltweite Kapazität auf dem Sektor afrikanischer Musik.
Das gesamte aktuelle Programm unserer Veranstaltungen ist wie immer im Web verfügbar: <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm>.
2. PERSONALIA:
Dipl.-Psych. Fidelio Köberle, 1975 gemeinsam mit Hanna Buschbeck Gründer des „Vereins für Tonbandstimmenforschung“ und später dessen langjähriger Vorsitzender, ist laut einer Meldung von G. Helzel am 24. Jänner 2007 im Alter von 92 Jahren verstorben.
(Eine Todesnachricht ist weder der Ort, das Tonbandstimmenphänomen als solches kritisch zu hinterfragen, noch, in eine Diskussion über die Interna der miteinander konkurrierenden Stimmenforschervereinigungen einzutreten.)
3. KONGRESSE und SYMPOSIEN:
3.1 Bial Foundation
7th Symposium, 26. - 29. März 2008, Porto, Portugal
Der Titel lautet, wie immer, „Behind and Beyond the Brain“, und Thema ist diesmal „Emotions“.
Programm und nähere Details auf <http://www.bial.com/gca/index.php?id=504>.
3.2 Parapsychological Association Convention 2008
Gemeinsame Konferenz der PA mit der SPR (Society for Psychical Research, London), 13. - 17. Aug. 2008, Winchester, UK.
<http://parapsych.org/PA_2008_info.html>
Es hat bereits mehrmals derartige gemeinsam veranstaltete Konferenzen gegeben, zuletzt in 1997 in Brighton, und dieses Schema hat sich sehr bewährt.
4. LITERATURHINWEIS:
Michael Nahm: Evolution und Parapsychologie
als Grundlagen für eine neue Biologie und die Wiederbelebung des Vitalismus.
Books on Demand GmbH, 2007. ISBN-10: 3837005283, ISBN-13: 978-3837005288.
Der Versuch, Parapsychologie mit Biologie (insbesondere Entwicklungsbiologie) in Beziehung zu setzen, läßt Assoziationen an das Buch von John L. Randall aufkommen, welches in seiner englischen Originalausgabe vor über 30 Jahren erschienen ist: „Parapsychologie und die Natur des Lebendigen. PSI-Phänomene und ihre Verbindung zur Biologie.“ Nahms Werk ist eine Herausforderung, die sich, von der Parapsychologie ausgehend, an die Biologie richtet, stellt aber gleichzeitig auch einen durchaus lesenswerten Überblick über die Parapsychologie dar. Was die Genese des Lebendigen betrifft, wundert ein wenig, daß der Autor sich nur mit dem konventionellen Konzept der „Ursuppe“ auseinander setzt, ohne Wächtershäusers alternatives Konzept der Eisen-Schwefel-Welt zu erwähnen (vgl. z.B. <http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4chtersh%C3%A4user>). Die Selbstorganisation der Materie wird diskutiert, allerdings ohne jeden Bezug auf Synergetik bzw. Hermann Haken. Der vielfach fast vergessene Wallace findet beim Autor seine gerechte Würdigung. Daß die Vertreter des Neovitalismus ausführlich diskutiert werden, versteht sich von selbst. Erich Bechers Hypothese eines „überindividuellen Seelischen“, ein sehr fruchtbarer Gedanke, spiegelt sich leider nur in einem kurzen Absatz wider, allerdings mit dem Zusatz, daß Bechers Abhandlung heute noch lesenswert ist. In einem gleichnamigen Epilog versucht der Autor, „eine Lanze für den Vitalismus“ zu brechen. Würde ich nun gefragt, ob ihm dies überzeugend gelungen sei, würde ich antworten, dies zwar nicht, aber er hat immerhin sehr fundiert argumentieren können, daß der vitalistische Standpunkt keineswegs absurd ist. Insofern ruft das Buch zu einer Neubewertung der verschiedenen traditionellen Positionen auf, es regt auf und zum Nachdenken an – was will man denn mehr?
So viel für diesmal.
„Frohe Ostern“ kann ich nicht mehr wünschen, dafür ist es bereits zu spät, aber wie wär’s mit „Frohe Rest-Ostern!“?
Prof. Peter Mulacz
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Newsletter N° 30 - Wien, 23 12 2007
INHALT:
=======1. Unsere nächsten Vorträge
2. Literaturhinweise
3. Interessantes im Web
4. Feiertagsgrüße
1. VORTRÄGE:
Unser nächster Vortrag – der letzte in diesem Semester und gleichzeitig der erste im neuen Kalenderjahr – ist über Harry Potter: wiederum ein kulturhistorisches Thema, Aspekte traditioneller Magie in moderner Aufmachung.
Wie immer: <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm>Für das Sommersemester sind schon einige Veranstaltungen festgelegt worden, die besonderen Höhepunkte werden die Vorträge „Karl May und der Spiritismus“ sowie „Parapsychologie und Religion“ sein.
2. LITERATURHINWEISE etc.:
Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ist vielleicht besonders als „Lesezeit“ prädestiniert …
Wiederum möchte ich betonen, daß ich das Folgende als Information anbiete und nicht als Werbung verstanden wissen möchte (weder unsere Gesellschaft noch ich erhalten dafür eine Provision ;-) ).
Von den Neuerscheinungen der letzten Zeit möchte ich die folgenden herausgreifen:2.1 Bücher in Deutsch:
- Christa A. Tuczay: „Die Herzesser. Dämonische Verbrechen in der Donaumonarchie“
Gebunden, 160 Seiten
Verlag: Seifert, Wien
ISBN-10: 3902406283
ISBN-13: 978-3902406286
Die „dämonischen Verbrechen“ scheinen zunächst wenig mit Parapsychologie zu tun zu haben; es geht jedoch, wie die Autorin auch in ihrem Vortrag „Okkulttäter, Charlatane und Zauberkünstler – ein diachroner Streifzug durch die Schattenbereiche des angeblich Paranormalen“ bei uns am 18. Juni 2007 ausgeführt hat, um die magischen Vorstellungen und dementsprechenden Aktionen der Verbrecher. In diesem Sinne schreibt sich das Thema der mittelalterlichen Magie – kulturhistorisch auch für uns von Relevanz – in die Neuzeit fort.
- Annektrin Puhle: „Mit Goethe durch die Welt der Geister. Kurzfassung. Geisterbegegnungen aus vielen Jahrhunderten“
Gebunden, 384 Seiten
Verlag: Reichl, St. Goar
ISBN-10: 3876672686
ISBN-13: 978-3876672687
Das Wort „Kurzfassung“ bezieht sich darauf, daß auch eine lange Version – in vier Bänden – in Vorbereitung ist. Das Buch geht auf ein IGPP-Projekt zurück, das in der Goethezeit ansetzte, und Goethe ist auch gleichsam der Schutzheilige dieser Arbeit und führt, wie weiland Beatrice, durch das Buch, indem jedes Kapitel von einem Goethe-Zitat eingeleitet wird.
(Von Annekatrin Puhle ist auch das „Lexikon der Geister“ erschienen, worauf ich vor genau einem Jahr hingewiesen habe, siehe <http://parapsychologie.ac.at/newslttr/newsltr2.htm#27>).
- The Message. Kunst und Okkultismus, Art and Occultism.
Von Hans Günter Golinski (Vorwort), Sepp Hiekisch-Picard (Vorwort), André Breton (Autor), Andreas Fischer (Autor), Peter Gorsen (Autor), Claudia Dichter (Herausgeber), Michael Krajewski (Herausgeber), Susanne Zander (Herausgeber).
Gebunden, 192 Seiten
Verlag: Kunstmuseum Bochum/Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln
Sprachen: Deutsch/Englisch
ISBN-10: 3865603424
ISBN-13: 978-3865603425
Ein sehr gut ausgestattetes Buch mit vielen Illustrationen: von Bildern von „Malmedien“ wie Heinrich Nüsslein und anderen künstlerischen Produktionen bis hin zu den kontrapunktisch gegenübergestellten bekannten Photos von Materialisationen aus dem Labor Schrenck-Notzings (ohne damit in eine Diskussion über die Echtheit dieser Phänomenik einsteigen zu wollen). Seit André Breton sind „automatische“ Produktionen in den Fokus des Interesses geraten. Wenn ich auch eingangs die reiche Illustration hervorgehoben habe, möge dies aber die interessanten Texte keineswegs in den Hintergrund treten lassen.
- Übrigens, von dem Buch unseres Ehrenpräsidenten gibt es noch Restexemplare (z. B. über unsere Gesellschaft <http://parapsychologie.ac.at/buch/hofmbuch.htm> bzw. <http://parapsychologie.ac.at/feedback.htm>).
2.2 Buch in englischer Sprache:
- Stephan Braude: „The Gold Leaf Lady and Other Parapsychological Investigations “
Gebunden, 232 Seiten
Verlag: University of Chicago Press
ISBN-10: 0226071529
ISBN-13: 978-0226071527
Dieses dem Andenken John Beloff’s gewidmete Buch beinhaltet Kapitel über bekannte „Medien“ der Gegenwart (wie z. B. Joe Nuzum) und der Vergangenheit (D. D. Home, Eusapia Paladino), die „Gedankenphotographie“ Ted Serios’ und interessante Überlegungen zum Thema „Synchronizität“. Ein Epilog zur Astrologie – zwar nicht zur Parapsychologie gehörig, aber vielleicht unter Anomalistik subsumierbar – beschließt den Band.
2.3 Nicht nur zum Lesen, auch zum Hören gibt es Interessantes:
- „Okkulte Stimmen - Mediale Musik“
Recordings of unseen Intelligences 1905-2007
Herausgegeben von Andreas Fischer und Thomas Knoefel
Supposé
Box mit 3 Audio-CDs
Gesamtspielzeit: 192 min
Booklet: 40 Seiten (deutsch/englisch)
ISBN 13: 978-3-932513-81-7
Das Plattenlabel supposé hat einen Schwerpunkt auf Wissenschaftsgeschichte. Hier wird ein neuer Weg beschritten: nicht Wissenschaftler kommen zu Wort, sondern akustische Phänomene aus unterschiedlichen Epochen der Parapsychologie zwischen 1905 und 2007 sind aufgezeichnet worden.
Statt einer eingehenden Beschreibung verweise ich auf die Website, die nähere Details bringt.
3. INTERESSANTES IM WWW:
Noch mehr Lesestoff über die Feiertage und auch sonst:
eine kleine Blütenlese interessanter Seiten aus dem World Wide Web, allerdings mit Ausnahme des ersten Links alle in englischer Sprache. Betont sei vorweg: wenn ich Inhalte als „interessant“ klassifiziere, heißt das noch lange nicht, daß ich mich mit ihnen auch identifizieren würde. Das gilt z.B. explizit für die für die Vorgeschichte der Parapsychologie relevante Entwicklungsgeschichte spiritistischer Ideen, u.v.a.m. Eigentlich ist es ja selbstverständlich, daß eine Beschäftigung mit ideengeschichtlichen Entwicklungen nicht notwendigerweise auch eine Akzeptanz der betreffenden Ideen beinhaltet, dennoch möchte ich dies im gegebenen Kontext besonders betonen.
(Vorsicht bei am Seitenrand umgebrochenen URLs!)
- Das 2003 erschienene Heft der österr. Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, „Orte des Okkulten“, ist im Volltext verfügbar
- Biographien von Forschern und Medien
- European Society for the Study of Western Esotericism
- Verschiedene Texte auf <http://www.archive.org/details/texts>
z. B. mit dem Suchbegriff „Parapsychologie“
<http://www.archive.org/search.php?query=parapsychology%20AND%20mediatype%3Atexts>
- Kanadische Forscher: Survival Research Institute of Canada
insbesondere Glen Hamilton, siehe auch dessen überaus reichhaltige Bildersammlung unter
<http://imgserver.lib.umanitoba.ca/BrowserInsight/
BrowserInsight?cmd=start&cid=28&iia=0&isl=1&language=0>
Achtung, die umfangreiche Seite lädt dementsprechend sehr langsam!
- Bibliographien:
- Bibliographie zu Out-of-Body-Experiences
<http://obebibliography.info/>
- Adam Crabtree’s bekannte Bibliographie über Animalen Magnetismus, frühen Hypnotismus und Psychische Forschung jetzt on-line
dazu passend ein Aufsatz von Carlos Alvarado über „Menschliche Ausstrahlungen“ – die Vorstellungen von Kraft in Mesmerismus, Spiritualismus und Psychischer Forschung
- Psi-Pionier bzw. PysPioneer:
Darin sei besonders hingewiesen auf die reichhaltige Bibliographie von Carlos Alvarado in <http://www.woodlandway.org/pdf/pp3.5may07..pdf>, was sich alles, insbesondere an historischer Literatur, zu unserer Thematik auf <http://books.google.com>, einer geradezu unerschöpflichen Quelle, findet …
4. ANLÄSSLICH DER KOMMENDEN FEIERTAGE …
Zum Schluß wünsche ich, wie jedes Jahr, im Namen des Präsidenten und des Vorstandes unserer Gesellschaft allen Lesern dieses Newsletters – Mitgliedern, Gästen, Referenten unserer Gesellschaft und Interessenten in Nah und Fern – EIN FROHES WEIHNACHTSFEST und viel Glück im Neuen Jahr!
Prof. Peter Mulacz
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Newsletter N° 29 - Wien, 14 10 2007
INHALT:
=======
- Präambel
- Vortragsprogramm
- Diverse Veranstaltungen
- Experimentelle Arbeitsgruppe
- "Nachrufe" auf verdiente Parapsychologen, ein Labor, usw.
- CSICOP
1. PRÄAMBELÜblicherweise sende ich diesen Newsletter zumindest jeweils vor Semesterbeginn bzw. vor Beginn der Vortragssaison aus. Diesmal bin ich sehr knapp damit, und im vergangenen Semester hat er ganz entfallen müssen. Bevor mich jemand deshalb zu schelten im Begriff ist, möge er oder sie bedenken, daß ich all dies in karger Freizeit, unbezahlt, aus freien Stücken mache …
Obwohl sich jetzt natürlich mehr Material angesammelt hat, werde ich mich diesmal bei den einzelnen Punkten umso kürzer halten, um den Gesamtumfang nicht ungebührlich zu erhöhen.
2. VORTRAGSPROGRAMM für das WINTERSEMESTER 2007/08
Unser Vortragsprogramm für das laufende Semester ist wie immer auf <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> online zugänglich; an unsere Mitglieder ist es auch per Post ausgesandt worden.
- 15. Oktober
Ron Kreitler, Tel Aviv:
Quantum-Physical, and psychological aspects of the “Out of Body Experience” and the “Near Death Experience”
Vortrag in englischer Sprache mit deutscher Präsentation und deutschen Kommentaren
- 22. Oktober
Günter Hebenstreit, Wien:
Wilhelm Reich und sein Werk 50 Jahre nach seinem Tod
Von der Behandlung der Neurosen zur kosmischen Orgon-Energie
- 19. November
Peter Mulacz, Wien:
Vom Gestern ins Heute und Morgen
80 Jahre österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
50 Jahre Parapsychological Association –
Bericht über den „Jubiläumskongreß“ der PA
- 03. Dezember
Albrecht Götz von Olenhusen, Freiburg i. Br.:
Okkultismus und Nationalsozialismus.
Das Beispiel des Grenzgängers Rudolf von Sebottendorf (1875 - 1945?)
- 21. Jänner 2008
Christa Tuczay
Harry Potter:
Vom mittelalterlichen Teufelsbündler zum „Zauberlehrling“ in der Jugendliteratur
Ein reiches Programm – herausgreifen möchte ich die Vorträge über Wilhelm Reich, der eine sowohl faszinierende wie auch äußerst umstrittene Persönlichkeit war, über Sebottendorf (Pseudonym), der sowohl im Vorfeld der NS-Machtergreifung eine Rolle gespielt hat wie auch aufgrund seiner „okkulten“ Interessen für unser Gebiet eine gewisse Relevanz besitzt und zu dessen Biographie es neue Forschungsresultate gibt, sowie über Harry Potter, wobei es natürlich nicht um die Trivialliteratur an sich geht, sondern um die darin verwobenen Motive der traditionellen Magie.
3. DIVERSE VERANSTALTUNGEN – Vorschau auf eigene und Rückblick auf fremde:
3.1 eigenes Koestler-Symposium:
Unsere Gesellschaft plant wieder eine Kooperationsveranstaltung, und zwar diesmal mit der „österreichischen Gesellschaft für organismisch-systemische Forschung und Theorie“ ein voraussichtlich zweitägiges Symposium mit dem Titel „Arthur Koestler - Jenseits von Reduktionismus und Zufall“. Der Veranstaltungsort ist voraussichtlich der Vortragssaal des NHM Wien; der Termin ist noch nicht fixiert – eigentlich hatten wir an den Herbst gedacht, mußten aber umständehalber unsere Pläne modifizieren und haben jetzt das Frühjahr 2008 – etwa nach Ostern – im Auge.
3.2 Internationales Koestler-Symposium an der Universität von Auburn, Alabama:
Vom 22. – 24. März hat diese Veranstaltung <http://media.cla.auburn.edu/forlang/events/Symposium/index.cfm> stattgefunden; ich war, wie aus dem Programm ersichtlich, eingeladen, über „Arthur Koestler – Coincidence, Synchronicity, and Parapsychology“ zu referieren, bloß ist meine Teilnahme aufgrund einer Verkettung unglückseliger Umstände schlußendlich leider ins Wasser gefallen. Es wird jedoch ein Tagungsband über das Symposium erscheinen, allerdings ohne meinen Beitrag.
3.3 Festakt zum 100en Geburtstag von Hans Bender
Am 21. April 2007 fand im Historischen Kaufhaus am Münsterplatz in Freiburg i. Br. ein Festakt zum 100-jährigen Geburtstag des IGPP-Gründers Professor Hans Bender (1907-1991) statt, und zu seiner Würdigung auch eine Ringvorlesung: <http://www.igpp.de/german/varia/bender100.pdf> bzw. <http://www.igpp.de/common/events.htm#jub>.
3.4 Konferenz über „Wolfgang Pauli's Philosophical Ideas and Contemporary Science“
Organisiert u. a. von Harald Atmanspacher, Leiter der Abteilung Theorie und Datenanalyse am IGPP und (Mit-)Herausgeber des Pauli-Jung-Dialogs in Ascona, vom 20.-25. Mai 2007.
< http://www.solid.ethz.ch/pauli-conference/index.htm> Ich selbst habe leider umständehalber meine bereits approbierte Anmeldung zurückziehen müssen.
3.5 Society for Scientific Exploration (SSE)
Vom 31. 05. – 02. 06. 2007 fand die 26. Jahrestagung der SSE statt, und zwar in Michigan, siehe <http://www.scientificexploration.org/meetings/annualmeeting2007.php>. Vom 17. – 19. 09. hat in Norwegen eine weitere Konferenz der SSE stattgefunden <http://www.scientificexploration.org/meetings/7thbiennial.php>.
3.6 Quantum Mind
Eine weitere interessante Konferenz scheint „Quantum Mind“ gewesen zu sein, die vom 17. – 20. Juli 2007 in Salzburg stattfand.
3.7 Die 50. Jahrestagung der PA
Die wohl für uns wichtigste Konferenz war die „Annual Convention“ der Parapsychological Association, heuer als 50. solche Veranstaltung ein Jubiläum: <http://parapsych.org/PA_2007_info.html>. (Siehe Vortragsprogramm)
4. EXPERIMENTELLE ARBEITSGRUPPE:
Wie aus dem letzten Vortragsprogramm erinnerlich, hat Dr. Alexander Batthyány ein (übrigens sehr interessantes) Referat über Experimente zur Präkognitiven Habituation gehalten. Die Experimente, über die er berichtet hat, sollen in veränderter Form weitergeführt werden, insbesondere interessiert sich eine Gruppe von Studenten seiner Lehrveranstaltung im Rahmen des dem „Cognitive Science Master”-Studiengangs MEi:CogSci der Universität Wien dafür. Es ist daher eine gewisse Kooperation vereinbart worden, in deren Zusammenhang ich zunächst wunschgemäß einen Aufruf verlautbare:
gesucht werden für diese Experimente weiterhin sowohl Versuchspersonen wie auch freiwillige Helfer.
Alles Nähere ist der website <http://www.univie.ac.at/Wissenschaftstheorie/batthyany/prkt.htm> zu entnehmen.
Ferner ist zur Vereinfachung der Kommunikation – primär für die Teilnehmer dieses Projekts, aber ggf. auch für andere experimentelle Vorhaben – eine Mailing List eingerichtet worden: <http://de.groups.yahoo.com/group/experim_arbeitsgruppe/>.
5. NACHRUFE AUF VERDIENTE PARAPSYCHOLOGEN UND EIN LABOR
5.1 Ian Stevenson (31. 10. 1918 – 08. 02. 2007) war eine derart bekannte Persönlichkeit im Rahmen der Parapsychologie, daß es wohl keiner ausführlichen Würdigung seiner Verdienste bedarf. Berühmt geworden ist er als der Doyen der Reinkarnationsforschung, jedoch wäre es eine schlimme Verkürzung, ihn darauf reduzieren zu wollen. Die deutsche Übersetzung eines seiner Werke, „Twenty Cases Suggestive of Reincarnation“, in frühen Auflagen wiedergegeben als „Beweise …“, vergröbert seine feinen Analysen unzulässigerweise. Sein „magnum opus“ auf diesem Gebiet ist das zweibändige, leider sehr teure Werk „Reincarnation and Biology“, hochinteressant auch die Reihe „Cases of the Reincarnation Type“, was nunmehr auch als Abkürzung „CORT“ gebraucht wird. Stevenson hat auch einen Beitrag in der Ossowiecki-Monographie „The World in a Grain of Sand“ verfaßt.
Siehe auch <http://www.pflyceum.org/178.html> (mit Abb., englischer Text).
5.2 Rhea A. White (06. 05. 1931 - 24. 02. 2007). In weiten Kreisen weit weniger bekannt war Rhea White, langjährige Herausgeberin des JASPR. Sie gründete und betrieb das sehr verdienstvolle „Parapsychology Sources of Information Center“, dessen Publikationen eine unerschöpfliche Fundgrube darstellen, sowie das „Exceptional Human Experience Network“ (EHEN). Der von ihr geprägte Begriff „Exceptional Human Experiences“ beginnt auch im Deutschen als „Außergewöhnliche Erfahrungen“ (AgE) zu greifen und ist seiner Natur nach weiter gefaßt als etwa „paranomale Erfahrungen“. Auch das ist ein sehr umfangreiches Thema, sodaß ich mich mit dem Hinweis auf die Website des EHEN beschränken muß (alles in englischer Sprache).
Siehe auch <http://parapsych.org/members/r_white.html> sowie <http://www.pflyceum.org/187.html>.
Rhea White’s Werk wird in Teilen von Parapsychology Foundation (PF) weitergeführt werden.
5.3 Das PEAR-Laboratorium in Princeton hat nun, wie mehrfach avisiert, endgültig seine Pforten geschlossen.
5.4 Prof. Tollmann, eher unrühmlich bekannt durch sein Buch „Das Weltenjahr geht zur Neige“, in dem er sich auf diverse Prophezeiungen bezieht (wodurch eine Nähe zu einem Forschungsobjekt der Parapsychologie gegeben ist), ist am 8. August 2007 gestorben. Siehe auch <http://parapsychologie.info/endzeit/tollman2.htm>.
6. CSICOP
Die Skeptikervereinigung CSICOP – das „Committee for the Scientific Investigation of Claims of the Paranormal“ hat sich umbenannt und heißt jetzt „CSI” = „Committee for Skeptical Inquiry”, die Webadresse lautet allerdings unverändert <http://www.csicop.org/>. Interessant ist, daß in Namen der Bezug auf Wissenschaftlichkeit herausgefallen ist, was immer für Erklärung geliefert wird <http://www.csicop.org/about/csi.html>.
Lesenswerte Information über „Skeptiker“-Vereinigungen: deutsche Seite „Skeptizismus“ sowie eine englische Seite „Skeptical Investigations“.
Prof. Peter Mulacz
–
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Newsletter N° 28 - Wien, 20 01 2007
INHALT:
=======
1. Ergänzungen auf der öGPP-Website
2. Veranstaltungen
3. Parapsychologie in den Niederlanden
4. Todesmeldungen
5. Literaturhinweis
1. ERGÄNZUNGEN AUF DER öGPP-WEBSITE:
1.1 Mesmer-Symposium:
wie avisiert, sind (nebst einem Kurzbericht) ein paar Bilder hochgeladen worden <http://parapsychologie.ac.at/Mesmer-Symposium/bericht.htm>.
1.2 Vortragszusammenfassungen:
Wenn ich mich auch bemühe, nach unseren Vorträgen eine kurze Zusammenfassung on-line zu stellen, so ist das umständehalber öfters nicht möglich. Heute kann ich jedoch eine „Erfolgsmeldung“ verbuchen: der Vortrag von Andreas Hergovich („Illusionen in Magie und Parapsychologie“) aus dem vorigen Wintersemester ist nachgetragen worden <http://parapsychologie.ac.at/programm/ws200506/hergov/hergov-1.htm>.
2. VERANSTALTUNGEN:
2.1 Erstes Klagenfurter Colloquium zu Grenzgebieten der Psychologie (KCGP):
Unser Mitglied Ronald Weigl, Absolvent des „Summer Study Program“ am Rhine Research Center (worüber er auch bei uns einen Vortrag gehalten hat <http://parapsychologie.ac.at/programm/ws200203/weigl/rrc.htm>), führt kommende Woche gemeinsam mit Gottfried Süssenbacher eine Veranstaltung durch und hat mich, leider sehr kurzfristig, gebeten, sie auch im Rahmen dieses Newsletters bekannt zu machen. Dieser Bitte komme ich gerne nach und lasse seinen vollen Text folgen:S. g. Universitätsmenschen,
Hiermit dürfen wir, Ass.-Prof. Dr. Gottfried Süssenbacher und Ronald Weigl vom Institut für Psychologie, Abteilung für Allgemeine Psychologie und Kognitionsforschung, Sie alle zu den Vorträgen, Workshops und zu der Filmvorführung im Rahmen des Klagenfurter Colloquiums zu Grenzgebieten der Psychologie (KCGP) I: "Paranormale Erfahrungen" einladen.
Das Programm vom 22. bis zum 24.01.07 lautet wie folgt:
Montag, 22.01.07, 19:00 Uhr c.t., HS C
VORTRAG und DISKUSSION: "Prof. Hans Bender und das IGPP: Geschichte und Gegenwart - Forschung, Beratung und Information" von Dipl.-Psych. Eberhard Bauer* und Dr. Martina Belz**
Dienstag, 23.01.07, 16:00 bis 18:30 Uhr, Z 1.29 (Oman Saal)
WORKSHOP: "Vom Umgang mit Außergewöhnlichen ('paranormalen') Erfahrungen: Phänomenologie und Beratungskonzepte" von Dipl.-Psych. Eberhard Bauer* und Dr. Martina Belz** (Bei dieser Veranstaltung herrscht Anmeldepflicht! Max. TeilnehmerInnenzahl: 50! Details siehe "Beschreibung der Veranstaltungen" weiter unten!)
Dienstag, 23.01.07, 19:00 Uhr c.t., HS A
VORTRAG und DISKUSSION: "'Geister' unter der wissenschaftlichen Lupe - Von der spiritistischen Séance ins Psi-Labor: Einführung in die parapsychologische Forschung" von Dipl.-Psych. Eberhard Bauer* und Dr. Martina Belz**
Mittwoch, 24.01.07, 18:30 Uhr s.t., HS B
FILMVORFÜHRUNG: "Das Spukhaus" (2003) und "Philip: The Imaginary Ghost" (1974)
Beschreibung der Veranstaltungen:
VORTRAG und DISKUSSION: "Prof. Hans Bender und das IGPP: Geschichte und Gegenwart - Forschung, Beratung und Information"
Die dominierende und populärste Figur der deutschen Parapsychologie nach dem Zweiten Weltkrieg war der Psychologe und Arzt Professor Hans Bender, der 1950 in Freiburg im Breisgau das "Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V. (IGPP)" gründete, es bis zu seinem Tode leitete und zwischen 1954 und 1975 als Professor für Grenzgebiete der Psychologie das Fach Parapsychologie jahrzehntelang in Forschung und Lehre an der Universität Freiburg i. Br. vertrat. Das IGPP beschäftigt sich mit der systematischen und interdisziplinären Erforschung von bisher unzureichend verstandenen Phänomenen und Anomalien an den Grenzen unseres Wissens, worunter Kernbereiche der Parapsychologe, zum Beispiel Telepathie, Hellsehen oder Psychokinese, fallen. Zu Forschungsthemen des IGPP zählen ferner veränderte Bewußtseinszustände und Erfahrungen, psychophysische Beziehungen sowie deren soziale, kulturelle und historische Kontexte aus den Perspektiven von Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften. Das IGPP unterhält ein breit angelegtes Informations-, Aufklärungs- und Beratungsprogramm für Menschen mit außergewöhnlichen ("paranormalen") Erfahrungen, eine umfangreiche Spezialbibliothek sowie ein Forschungsarchiv für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie. Seit 1957 existiert die von Prof. Bender gegründete "Zeitschrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie", die das einzige Fachorgan für parapsychologische Forschung in Deutschland darstellt. Sie wendet sich sowohl an Wissenschaftler und Studierende wie auch an eine interessierte öffentlichkeit. Seit 2003 gibt das Institut zusätzlich "Mind and Matter - An International Interdisciplinary Journal for Mind-Matter Research" und die Schriftenreihe "Grenzüberschreitungen" heraus. Als gemeinnütziger Verein wird das IGPP vorwiegend durch private Stiftungsmittel finanziert, die noch einer Initiative Prof. Benders zu verdanken sind. Der Vortrag gibt in Form einer Retrospektive einen Überblick über wichtige Forschungsthemen des Instituts, die mit dem Namen Prof. Benders verbunden sind und stellt das Beratungsangebot des Instituts für Menschen vor, die angesichts beunruhigender oder belastender "okkulter", "übersinnlicher" oder paranormaler Erfahrungen Bewältigungs- und Verarbeitungshilfen suchen ("Psychohygiene").
WORKSHOP: "Vom Umgang mit Außergewöhnlichen ('paranormalen') Erfahrungen: Phänomenologie und Beratungskonzepte"
Seit seiner Gründung 1950 wenden sich jährlich hunderte von Ratsuchenden an das "Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e. V." (IGPP) in Freiburg im Breisgau, die über "Außergewöhnliche Erfahrungen" (AgE) berichten. Diese Erfahrungen werden ja nach Denktradition oder weltanschaulicher Ausrichtung auch mit zahlreichen anderen Begriffen wie 'übersinnlich', 'paranormal', 'spirituell' oder 'mystisch' bezeichnet. Soziologisch gesehen, sind AgE weit verbreitet und in allen Kulturen bekannt. Aufgrund empirischer Untersuchungen am Freiburger Institut lassen sich folgende phänomenologische AgE-Gruppen unterscheiden, die beratungsrelevant sind: Außersinnliche Wahrnehmung; Wahrträume; Spuk; Erscheinungen; Beeinflussungserlebnisse; Mediumismus. Außergewöhnliche Erfahrungen können spontan, d. h. unerwartet und ohne erkennbare Ursache auftreten. Sie können auch durch Techniken wie Gläserrücken, automatisches Schreiben oder meditative Praktiken selbst induziert werden. Ferner berichten Ratsuchende, daß sich AgE nach Kontakten mit Heilern, Hellsehern oder nach Teilnahme an Veranstaltungen der Esoterikszene, quasi fremdinduziert, eingestellt haben. Viele Menschen erleben ihre AgE positiv und können sie gut in ihre Alltagswelt integrieren. Unter bestimmten Umständen können solche Erfahrungen auch Verunsicherungen und Ängste auslösen, die nicht ohne weiteres zu bewältigen sind. Menschen, die in dieser Weise betroffen sind, fühlen sich von ihrer Umwelt häufig stigmatisiert oder pathologisiert und suchen vergeblich nach Erklärungen und konkreter Hilfe im psychosozialen Versorgungsnetz. Der Workshop gibt einen Einblick in die Praxis der Beratung am IGPP und stellt einige Fallvignetten vor, die AgE-Beratungsstrategien z. B. unter Rückgriff auf das methodische Vorgehen von "Plananalysen" illustrieren sollen.
ACHTUNG: Anmeldung per E-Mail an Ronald.Weigl@uni-klu.ac.at!
Diese Veranstaltung richtet sich an (Klinische- und Gesundheits) PsychologInnen sowie PsychotherapeutInnen und andere im sozialen Feld tätige PraktikerInnen; DiplomandInnen und DissertandInnen der Psychologie werden gegen Nachweis ebenfalls aufgenommen. Die Reihung erfolgt nach dem Eingang der Anmeldungen.
VORTRAG und DISKUSSION: "‘Geister‘ unter der wissenschaftlichen Lupe - Von der spiritistischen Séance ins Psi-Labor: Einführung in die parapsychologische Forschung"
Der Begriff "Parapsychologie" wurde zuerst 1889 von dem Berliner Philosophen und Psychologen Max Dessoir geprägt, der ihn aus "para" (griech. = "neben") und "Psychologie" zusammensetzte. Dessoir wollte mit der - provisorischen! - Bezeichnung eine Gruppe außergewöhnlicher (jedoch nicht pathologischer oder psychisch abnormer) Vorgänge und Ereignisse kennzeichnen, die in der Kulturgeschichte immer wieder berichtet werden, deren Existenz aber seit jeher umstritten ist: Gemeint sind in der Bevölkerung verbreitete Phänomene wie Gedankenübertragung, 'Zweites Gesicht', Wahrträume, Ahnungen, Prophetien, Spuk- oder Geistererscheinungen, die von den Betroffenen zumeist als nicht-alltäglich und emotional besonders bedeutsam eingestuft werden. Im angloamerikanischen Sprachraum ist auch der Begriff "Psychical Research" (= Psychische Forschung) üblich, benannt nach der 1882 in London gegründeten und heute noch aktiven "Society for Psychical Research" (SPR). Angesichts ihres "unorthodoxen" Forschungsbereiches befindet sich die Parapsychologie als methodisches Unternehmen seit ihren Anfängen in einem Zwiespalt: Auf der einen Seite hat sie sich mit notorisch "Okkultgläubigen" auseinanderzusetzen, die hinter jedem angeblich "okkulten" Phänomen etwas Übersinnliches, Übernatürliches, gar Transzendentes wittern und jeden Versuch einer nüchternen Erforschung des "Wunderbaren" mit herkömmlichen Methoden als Sakrileg ablehnen. Auf der anderen Seite gibt es die Gruppe der notorisch Anti-Okkultgläubigen, die hinter dem Gesamtkomplex des Paranormalen (oder 'Okkulten') a priori Täuschung, Betrug, Aberglaube oder Leichtgläubigkeit der "Wundersüchtigen" vermuten. Beide Einstellungen wurzeln - wie die Geschichte parapsychologischer Kontroversen zeigt - in emotional bzw. weltanschaulich fixierten Grundpositionen, die nur selten hinterfragt werden und kaum durch empirische Befunde korrigierbar sind. Die Entwicklung der Parapsychologie vollzieht sich über die Massenbewegung des Spiritismus seit Mitte des 19. Jahrhunderts über die Gründung von Fachgesellschaften Ende des 19. Jahrhunderts bis hin zur Etablierung von Psi-Labors an vereinzelten Universitäten Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum der heutigen parapsychologischen Forschung steht die methodische und systematische Untersuchung 'außergewöhnlich' anmutender Erlebnisformen und Phänomengruppen, die unter dem neutralen Oberbegriff 'Psi-Phänomene' zusammengefaßt werden. Diese werden üblicherweise als Psi-Kognition ('Außersinnliche Wahrnehmung' in den Formen Telepathie, Hellsehen und Präkognition) bzw. Psi-Aktion ('Psychokinese') bezeichnet. Die Aufgabe der Parapsychologie besteht letztlich darin, Erklärungsansätze für behauptete Psi-Phänomene zu finden, worunter auch herkömmliche ("konventionelle") Erklärungen z. B. in Form subjektiver Täuschungen oder die Aufdeckung "natürlicher" Ursachen für ein angebliches Psi-Phänomen fallen können. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit außergewöhnlichen oder Psi-Erfahrungen setzt also nicht die Annahme der Existenz "paranormaler" oder "übersinnlicher" Faktoren, Prozesse oder Kräfte voraus, die angeblich im Widerspruch zu jeweiligen (natur-)wissenschaftlichen Weltbild stehen sollen. Der Vortrag wird auf diesem Hintergrund die gängigen Methoden, Ergebnisse und Probleme der parapsychologischen Forschung überblicksartig darstellen.
FILMVORFÜHRUNG: "Das Spukhaus" (2003) und "Philip: The Imaginary Ghost" (1974)
Der erste Film, "Das Spukhaus" von Volker Anding (2003), ist eine Dokumentation, die nach Angaben des Regisseurs einen der "rätselhaftesten Spukfälle der Geschichte untersucht".
Gemeint ist der Fall der Familie Joller aus der Schweiz, die ihre "selbsterlebten mystischen Erscheinungen" in einem Buch niederschrieben, welches wiederum von Fanny Moser in ihrem Buch "Spuk. Irrglaube oder Wahrglaube? Eine Frage der Menschheit" (1950) ausführlich behandelt wird.
Melchior Joller, der Vater der Familie, schildert rätselhafte Phänomene wie Klopfgeräusche, verschobenes Mobiliar, Schritte, Steinregen und ähnliche Anomalitäten, die heutzutage als "Außergewöhnliche Erfahrungen" (AgE) bezeichnet werden. Das Filmteam begibt sich auf eine Spurensuche und lädt mehrere Experten dazu ein, zu den Geschehnissen Stellung zu nehmen.
Der zweite an diesem Abend gezeigte Film "Philip: the Imaginary Ghost" (1974) handelt von einem als "Philip Experiment" bekannt gewordenen Versuch von Dr. A.R.G. Owen, welcher in den 1970'ern in Toronto ein sehr spannendes Gruppenexperiment wagte: aufbauend auf den historischen Berichten über Séancen und "Geisterbeschwörungen" versuchte die Experimentalgruppe, sich eine Art "Gruppengeist" oder "manifestes kollektives Gruppen-Unbewusstes" zu schaffen, mit dem sie interagieren konnte. Diese Entität erhielt den Namen "Philip", eine fiktive Gestalt, deren Geschichte und "Persönlichkeit" von den Gruppenmitgliedern erfunden wurde. Die Ergebnisse dieses Experimentes wurden von Dr. Owen und Margaret Sparrow 1976 unter dem Titel "Conjuring Up Philip" publiziert.
Abschließend laden wir die ZuschauerInnen zu einer kritischen Diskussion über die beiden Filme ein.
Zu den Referenten:
* Dipl.-Psych. Eberhard Bauer ist langjähriger Mitarbeiter am "Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e. V." (IGPP), an dem er die Abteilungen "Beratung und Information" sowie "Historische Studien/Archiv und Bibliothek" leitet, die "Zeitschrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie" mit herausgibt und einen Lehrauftrag für Parapsychologie an der Universität Freiburg i. Br. wahrnimmt.
** Dr. phil. Martina Belz ist Klinische Psychologin und Psychotherapeutin und supervidiert die Beratungsgruppe am IGPP; sie leitete in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Institut an der Universität Freiburg ein mehrjähriges Forschungsprojekt "Beratung und Hilfe für Menschen mit Außergewöhnlichen Erfahrungen" und ist Verfasserin einer 2007 in der Reihe "Fortschritte der Psychotherapie" erscheinenden Monografie "Außergewöhnliche Erfahrungen" (Huber-Verlag, Bern).
Mit "außergewöhnlich" freundlichen Grüßen,
Ronald Weigl i. A. Ass.-Prof. Dr. Gottfried Süssenbacher
––––––––––––––––––––––––––
Ronald Weigl
Institut für Psychologie
Abteilung für Allgemeine Psychologie und Kognitionsforschung
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
T: ++43(0)463/2700-1605 (Fr. Grimschitz)
F: ++43(0)463/2700-1697 (Fr. Grimschitz)
E: ronald.weigl@uni-klu.ac.at
W: www.uni-klu.ac.at/psy/cognition
Universitätsstraße 65-67
A 9020 Klagenfurt, Austria
––––––––––––––––––––––––––2.2 Vortrag in Salzburg:
Auch an der Universität Salzburg war von der "Gesellschaft für Psychologie" eine Veranstaltung angekündigt, deren Thema allerdings nur im Umfeld der Parapsychologie angesiedelt war:Von Schafen und von Ziegenböcken, und ihren kleinen bio-psychologischen Unterschieden
Univ.-Prof. Dr. Günter Schulter
Institut für Psychologie der Universität Graz, Arbeitsgruppe Biologische PsychologieEin Abstract steht unter <http://www.uni-salzburg.at/pls/portal/docs/1/363016.pdf> im Web.
Wenn der Referent in seinem Abstract auch die Astrologie unter paranormale Phänomen subsumiert, so spricht das entweder für ein krasses Manko an Sachinformation, oder für den Versuch im Stile Prokops, die Parapsychologie dadurch "anzupatzen", daß sie in die Nähe eines Glaubenssystems gerückt wird, oder aber – wie ich am ehesten meine – für eine gewisse Schludrigkeit, denn wie könnte sonst ein ganzes Lehrgebäude wie die Astrologie unter Phänomenen eingereiht werden. Gegen die im selben Satz genannten "guten und bösen Geister" habe ich, obwohl sich die Parapsychologie seit den Tagen eines Eduard v. Hartmann vom Geisterglauben emanzipiert hat, weniger einzuwenden, denn man kann diese Formulierung als einen Versuch ansehen, eine gewisse Pointe zu landen. Es geht in dem Vortrag also im wesentlich um Einstellungsfragen von "Gläubigen" und "Nicht-Gläubigen" und deren neurophysiologischen Korrelate – grundsätzlich eine interessante Fragestellung.
Aber erstens wäre es überaus interessant, dabei auch die "Negativ-Gläubigen" in die Untersuchung mit einzubeziehen, also diejenigen, die in einer fundamentalistischen Geisteshaltung von vornherein daran glauben, daß am Forschungsgegenstand der Parapsychologie "nichts dran ist" und sich weigern, ihren Standpunkt durch Auseinandersetzung mit der Evidenz zu gefährden. Menschen vom Schlage des Aristotelikers, der sich weigerte, durch Galileis Teleskop zu blicken, sind noch nicht ausgestorben (vgl. L. Fleck, Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache, Einführung in die Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv), und ein rezentes Beispiel dazu gibt es hier auf englisch zu hören: <http://www.sheldrake.org/realaudio/atkins_sheldrake.mp3>.
Zweitens wäre es ein schlimmer reduktionistischer Fehlschluß, wenn jemand meint, dadurch, daß der Glaube bestimmter Individuen an eine bestimmte Sache neurophysiologisch erklärt werden kann, wäre man der in Rede stehenden Sache selbst näher gekommen bzw. könnte man sie vielleicht als einen "bloßen Glauben" beiseite schieben.
Von diesen Vorbehalten, die sich aufdrängen, abgesehen, ist es von parapsychologischer Seite natürlich durchaus relevant, sich über die "belief systems" aktiver Forscher klar zu sein, weil diese zu einem bestimmten "bias" (Voreingenommenheit) führen können, während die Glaubensüberzeugungen von "Esoterikern" eher für die Soziologen als für die Parapsychologen interessant sein mögen.
Im übrigen hat der auf <http://www.uni-salzburg.at/portal/page?_pageid=138,457519&_dad=portal&_schema=PORTAL> für den 17. 01. 2007 angekündigte Vortrag verschoben werden müssen, ein neuer Termin ist zur Zeit noch nicht bekanntgegeben.
3. PARAPSYCHOLOGIE IN DEN NIEDERLANDEN:
Der bisher an der Universität Utrecht befindliche Lehrstuhl für Parapsychologie, den Dick Bierman innehat, ist nunmehr, ohne Änderung in der Person des Lehrstuhlinhabers, an die "Humanistic University in Utrecht" verlegt worden, die genaue Bezeichnung lautet jetzt "Heymans Chair of Extraordinary Experiences".
Gerard Heymans (1857-1930) war Psychologe und Philosoph <http://www.philosophenlexikon.de/heymans.htm> an der Universität Groningen (1909 Rektor) und Gründer der "Studienvereinigung für Parapsychologie". Insbesondere sind die Telepathie-Experimente von Brugmans und Heymans in Groningen erinnerlich, bei denen die Bewegung der Hand des Perzipienten sozusagen "ferngesteuert" werden sollte und die hochsignifikante Ergebnisse brachten.
4. TODESMELDUNGEN:
4.1 Ted Serios – bekannt durch Jule Eisenbuds Untersuchungen über seine "Psychophotos" – ist am 30. Dezember 2006 im Alter von 88 Jahren an einem Krebsleiden verstorben. Eisenbud war ihm bereits am 10. März 1999, 90 Jahre alt, im Tod vorausgegangen.
Übrigens beinhaltet auch das Buch "The Spirit of Dr. Bindelof" von Rosemarie Pilkington, auf das ich im letzten Newsletter hingewiesen habe, ein Kapitel über die Serios-Phänomenik. Die Verfasserin war mit Eisenbud befreundet. Eine Bemerkung von Bill Roll in einer Rezension dieses Buches im Journal for Scientific Exploration hat eine neue Welle der Diskussion um die Echtheit dieser Phänomene ausgelöst, wobei man wieder ein ganz typisches Ablaufmuster beobachten kann: je intensiver einzelne Untersucher die Details analysiert haben, desto überzeugter sind sie von der Echtheit.
In diesem Zusammenhang möchte ich auf Michael Prescott’s Blog zu diesem Thema hinweisen: <http://michaelprescott.typepad.com/michael_prescotts_blog/2006/08/lets_get_serios.html> (natürlich in englischer Sprache).
Es sei auch an die Fernsehdokumentation erinnert, die das ZDF im Mai 1967 mit Ted Serios u. a. im "Museum of Natural History" und anderswo in Denver, Colorado, aufgenommen hat und die Hans Bender bei Vorträgen in Wien gezeigt hat. Zuletzt war diese Doku in österreich im Jahr 1998 zu sehen, als Eberhard Bauer sie im Rahmen der Begleitvorträge zu der Ausstellung "Im Reich der Phantome. Fotografie des Unsichtbaren" in der Kunsthalle Krems vorgeführt hat, zu der auch ein ausführlicher Katalog <http://www.amazon.de/Im-Reich-Phantome-Fotografie-Unsichtbaren/dp/3893229426/sr=11-1/qid=1167743200/ref=sr_11_1/303-6376674-0156206> erschienen war.
4.2 Laurie A. Monroe, geb. 1951, ist ebenfalls im Dezember des Vorjahrs verstorben, sie war die Tochter von Robert A. Monroe (1915-1995), bekannt als Autor mehrerer populärer Bücher über Außerkörperliche Erfahrung und Gründer des Monroe-Instituts <http://www.monroeinstitute.com/> sowie von Hemi-Sync (einer bestimmten Trainingsmethode). Freilich ist dort längst die Forschung zugunsten kommerzieller Vermarktung in den Hintergrund getreten.
5. LITERATURHINWEIS:
Die avisierte ausführliche Besprechung vonFrank-Rutger Hausmann: HANS BENDER (1907-1991) UND DAS „INSTITUT FÜR PSYCHOLOGIE UND KLINISCHE PSYCHOLOGIE“ AN DER REICHSUNIVERSITÄT STRASSBURG 1941-1944
muß noch bis zum nächsten Newsletter warten und wird ihrer Ausführlichkeit wegen auf einer eigenen Seite ausgelagert sein.
Prof. Peter Mulacz
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Newsletter N° 27 - Wien, 23 12 2006
INHALT:
=======
1. Rückblick auf das Mesmer-Symposium
2. Literaturhinweise
3. Feiertagsgrüße
1. MESMER-SYMPOSIUM
Unser Symposium über Leben und Wirkung von Franz Anton Mesmer, abgehalten am 18. 11. 2006 im Festsaal von Schloß Rothmühle – gleichsam im ehemaligen Wohnzimmer der Familie Mesmer – war ein voller Erfolg. Die Teilnehmer waren alle gut informiert und sehr kompetent, einige davon sind extra aus dem Ausland angereist. Über die Feiertage werde ich ein paar Bilder auf die Website des Symposiums stellen. Die auf der Glasharmonika – Mesmers Lieblingsinstrument – vorgetragenen Musikstücke haben alle Anwesenden begeistert. Jedenfalls war das Echo überaus positiv und ich bin gefragt worden, ob die Vorträge als Buch erscheinen würden. Aufgrund dieses Interesses haben wir das nunmehr ins Auge gefaßt; ob sich der Plan realisieren läßt, hängt davon ab, ob wir eine entsprechende Subvention für die Herstellungskosten erhalten werden, denn anders läßt sich so ein Nischenprodukt nicht realisieren.
2. LITERATURHINWEISE
Bleiben wir gleich bei Büchern – die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ist vielleicht besonders als „Lesezeit“ prädestiniert … Freilich möchte ich betonen, daß ich das Folgende als Information anbiete und nicht als Werbung verstanden wissen möchte (weder unsere Gesellschaft noch ich erhalten dafür eine Provision ;-) ).
Von den Neuerscheinungen der letzten Zeit möchte die folgenden herausgreifen:2.1 Bücher in deutscher Sprache:
Annekatrin Puhle: DAS LEXIKON DER GEISTER. Über 1000 Stichwörter aus Mythologie, Volksweisheit, Religion und Wissenschaft.
Bereits 2004 erschienen (und von mir somit etwas vernachlässigt); ein Lexikon, das – etwa im Gegensatz zum „Bonin“ – die „Geister“ als Schwerpunkt hat, mit vielen S/W-Illustrationen und auch einigen Farbtafeln. Wenn es auch naturgemäß viele Überschneidungen mit anderen einschlägigen Werken gibt, so findet man hier auch vieles, was ich sonst so ausführlich nicht gefunden habe …
<http://www.amazon.de/Das-Lexikon-Geister-Annekatrin-Puhle/dp/3865330118/sr=11-
1/qid=1166975122/ref=sr_11_1/303-2576489-5972258>Brigitte Felderer und Ernst Strouhal: RARE KÜNSTE. Zur Kultur- und Mediengeschichte der Zauberkunst.
Ein opulent ausgestattetes, sehr informatives Werk mit Beiträgen vieler Autoren, darunter ein Kapitel über den Spiritismus. Wenn auch die „Zauberkunst“ kein Gegenstand der Parapsychologie ist, so sind Grundkenntnisse darin notwendig, wenn man gewisse (angebliche) Phänomene studieren bzw. beurteilen will.
<http://www.amazon.de/Rare-K%C3%BCnste-Kultur-Mediengeschichte-
Zauberkunst/dp/3211333851/sr=11-1/qid=1166975467/ref=sr_11_1/303-2576489-5972258>Last not least weise ich auf eine Neuerscheinung der letzten Tage hin:
Frank-Rutger Hausmann: HANS BENDER (1907-1991) UND DAS „INSTITUT FÜR PSYCHOLOGIE UND KLINISCHE PSYCHOLOGIE“ AN DER REICHSUNIVERSITÄT STRASSBURG 1941-1944
Dieses Buch habe ich gestern erhalten und, soviel ich gesehen habe, verdient es eine ausführliche Würdigung, keinen „Schnellschuß“, sodaß ich jeglichen Kommentar dazu auf meinen nächsten Newsletter vertagen muß.
<http://www.amazon.de/1907-1991-Psychologie-Klinische-Reichsuniversit%C3%A4t-Stra%C3%9
Fburg/dp/389913530X/sr=11-1/qid=1166975544/ref=sr_11_1/303-2576489-5972258>Übrigens, von dem Buch unseres Ehrenpräsidenten gibt es noch Restexemplare (z. B. über unsere Gesellschaft <http://parapsychologie.ac.at/buch/hofmbuch.htm> bzw. <http://parapsychologie.ac.at/feedback.htm>).
2.2 Bücher in englischer Sprache:
Nicht bloß ist die Sprache der Wissenschaft heute Englisch (wie sie bis Mitte des 19. Jhdts Latein gewesen ist), der angloamerikanische Sprachraum ist auch viel größer, daher verwundert es keinesfalls, daß auch auf „unserem“ Gebiet mehr relevante Werke in Englisch erscheinen als in Deutsch. Dennoch will ich mich in diesem Abschnitt kurz fassen.
Martyn Jolly: FACES OF THE LIVING DEAD. The Belief in Spirit Photography.
Der Titel sagt alles – ein weiteres (und hervorragend illustriertes) Buch, das sich mit der Photographie des Paranormalen im weitesten Sinne auseinandersetzt: „Geisterphotos“, Phantome, Séancen, Ektoplasma … <http://www.amazon.de/Faces-Living-Dead-Belief-Photography/
dp/0977282732/sr=1-2/qid=1166972288/ref=sr_1_2/303-2576489-5972258?ie=UTF8&s=books-intl-de>Deborah Blum: GHOST HUNTERS. William James and the Search for Scientific Proof of Life After Death.
Die Pulitzer-Preisträgerin Blum bringt hier keine neuen wissenschaftsgeschichtlichen Forschungsresultate, aber ein flüssig geschriebenes Buch, das vor allem jene interessieren wird, denen das Werk des Philosophen und Psychologen W. James wohlbekannt ist.
<http://www.amazon.de/Ghost-Hunters-William-Search-Scientific/dp/1594200904/sr=1-4/qid=
1166971764/ref=sr_1_4/303-2576489-5972258?ie=UTF8&s=books-intl-de> Auch als Taschenbuch.(Edited by) Lance Storm and Michael A. Thalbourne: Essays on the Possibility of Life after Death. THE SURVIVAL OF HUMAN CONSCIOUSNESS. Foreword by James Houran.
Wie der Titel sagt, eine Essay-Sammlung, und zwar mit Beiträgen von William Braud, David Fontana, William Roll, Stanley Krippner, Erlendur Haraldsson und vielen anderen.
<http://www.amazon.de/Survival-Human-Consciousness-Possibility-Possibilities/dp/0786427728/sr=1-1/
qid=1166972619/ref=sr_1_1/303-2576489-5972258?ie=UTF8&s=books-intl-de>Dean Radin: ENTANGLED MINDS. Extrasensory Perception in a Quantum Reality.
Ein leicht verständlicher Überblick mit Betonung auf der aktuellen experimentellen Parapsychologie und den aktuellen Theorieansätzen. Titel und Untertitel weisen schon darauf hin, daß innerhalb des Theorie-Kapitels der Schwerpunkt auf jenen Theorien liegt, die auf einem quantenphysikalischen Ansatz beruhen.
<http://www.amazon.de/Entangled-Minds-Extrasensory-Experiences-Quantum/dp/
1416516778/sr=11-1/qid=1166973187/ref=sr_11_1/303-2576489-5972258>Zu diesen quantenphysikalischen Ansätzen eine kurze Abschweifung: worum es dabei geht, wird sehr schön z.B. in einem Buchkapitel von Harald Walach (früher Freiburg i. Br., jetzt Northampton) dargestellt <http://www.anomalistik.de/Walach_WQT.pdf> (nota bene: in deutscher Sprache).
Als letztes Buch in englischer Sprache stelle ich vor:
Rosemarie Pilkington: THE SPIRIT OF DR. BINDELOF. The Enigma of Séance Phenomena.
Der erste Teil des Buches bringt sehr interessantes, bisher unpubliziertes Material von Gil Roller (dessen Mutter übrigens aus Wien stammt) über Sitzungen einer Gruppe von jungen Leuten (darunter auch der später sehr berühmt gewordene Montague Ullman), in deren Verlauf sich eine „Entität“ mit dem Namen „Dr. Bindelof“ geäußert hat. Der andere Teil des Buches bringt eine tour d’horizon über den Physikalischen Mediumismus vom 19. Jhdt. bis in unsere Gegenwart, wobei ich es für sehr wichtig erachte, daß dieses große Gebiet nicht angesichts der Fortschritte in anderen Bereichen (z.B. Ganzfeld, Presentiment, Metaanalyse, WQT) völlig in Vergessenheit gerät.
<http://www.amazon.de/Spirit-Dr-Bindelof-Enigma-Phenomena/dp/1933665130/sr=11-1/qid=1166975171/ref=sr_11_1/303-2576489-5972258>
3. ANLÄSSLICH DER KOMMENDEN FEIERTAGE …
Zum Schluß wünsche ich im Namen des Präsidenten und des Vorstandes unserer Gesellschaft allen Lesern dieses Newsletters ein frohes Weihnachtsfest und viel Glück im Neuen Jahr!Prof. Peter Mulacz
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Newsletter N° 26 - Wien, 08 10 2006
INHALT:
=======
1. Vortrags-/Veranstaltungsprogramm
2. "Phylogenic Memory" auf Radio Orange
3. Lehrgang Parapsychologie
4. Datenbank Reinkarnation
5. Literaturhinweise
6. On-line Experiment/Fragebogen
1. VORTRAGSPROGRAMM für das WINTERSEMESTER 2006/07
Unser Vortragsprogramm für das soeben begonnene Semester ist bereits online gestellt - wie immer auf <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> zugänglich - und wird gerade ausgesandt.
Statt wie sonst fünf Vorträge haben wir diesmal vier Vorträge und ein ganztägiges Symposium.
- 23. Oktober 2006
Erlendur Haraldsson: Parapsychologische Medien aus Island
- 13. November 2006
Alexander Batthyány: Vorahnungseffekte zukünftiger emotionaler Reaktionen auf positive und negative Stimuli
Die Wiener Replikationsstudie zur Präkognitiven Habituation
- 18. November 2006 (ganztags)
MESMER-Symposium
- 04. Dezember 2006
Alfred Pritz: Sigmund Freud und die Parapsychologie
- 22. Jänner 2007
Günther Fleck: Paranormale Menschenkenntnis?
Kritische Reflexion eines verblüffenden PhänomensDer unseren Mitgliedern und ständigen Gästen von mehreren früheren Vorträgen wohlbekannte isländische Parapsychologe Erlendur Haraldsson führt uns mit diesem Vortrag nicht nur in sein Heimatland, wir machen auch eine Zeitreise in die Epoche der "großen Medien" mit deren spektakulären Phänomenen.
Alexander Batthyány hat mit einer Gruppe seiner Studenten eine konzeptuelle Replikation von Daryl Bems Experimenten zum PH-Effekt unternommen - seit längerem wieder ein Vortrag über aktuelle parapsychologische Experimentalstudien.
MESMER-Symposium: dazu ist eine eigene Website <http://parapsychologie.ac.at/Mesmer-Symposium/symposium.htm> eingerichtet.
Das Referat von Alfred Pritz, Rektor (und Spiritus rector) der Sigmund Freud Privatuniversität, über Sigmund Freud und seine Einstellung zur Parapsychologie bildet für unsere Gesellschaft einen würdigen Abschluß des Freud-Jubiläumsjahres.
Unser Vorstandsmitglied Günther Fleck setzt sich in seinem Referat mit Barnum Statements, Cold Reading, Fishing und ähnlichen Techniken und deren für den Laien oft verblüffenden Resultaten auseinander.
Es sei abschließend noch darauf hingewiesen, daß unsere Vorträge in diesem Semester im Hörsaal III (Nachbarhörsaal des bisherigen) stattfinden und statt um 20h s.t. nunmehr um 20h c.t. beginnen werden.
2. "PHYLOGENIC MEMORY" auf RADIO ORANGE
Im letzten Newsletter habe ich auf die internationale Konferenz "Phylogenetisches Gedächtnis" mit dem Schwerpunkt zur Frage der Telepathie <http://homepage.univie.ac.at/Martin.Potschka/phylogenic-memory.htm> hingewiesen. Darüber gibt es in Kürze eine zusammenfassende Live-Rundfunksendung (im Gegensatz zum Workshop auf Deutsch), und zwar am Sa., 28. Oktober 2006, von 13:00 - 14:00 h auf Radio Orange <http://o94.at/>, zu empfangen im Raum Wien auf UKW 94.0, über Telekabel auf 92.7 und im Internet. Später sollen die Referate und Diskussionen des Workshops auch als ein Buch (wiederum in englischer Sprache) herausgegeben werden.
3. Zweisemestriger LEHRGANG PARAPSYCHOLOGIE
An der VHS Ottakring <http://ottakring.vhs.at/> beginnt am 10. Okt. 2006 ein für zwei Semester konzipierter "Lehrgang Parapsychologie" <http://ottakring.vhs.at/cgi-bin/TCgi.cgi?target=home&P_Txt=294>, den ich unter Beiziehung von Kollegen für die Darstellung von Spezialfragen (z. B. Josef Schwaiger zur Reinkarnation) abhalten werde. Wöchentlich Di., 19:30 – 21:00 h.
4. DATENBANK zur REINKARNATIONSFORSCHUNG
Dieter Hassler, der Betreiber der Website <http://reinkarnationsforschung.de>, untersucht Fälle von Spontanerinnerungen kleiner Kinder an ihre (anscheinenden) früheren Leben. Er steht mit dem bekannten Reinkarnationsforscher und Autor mehrerer einschlägiger Standardwerke, Ian Stevenson, in Verbindung und bringt die ihm mitgeteilten Fälle auch in Stevensons Datenbank an der University of Virginia ein.
5. LITERATURHINWEISE
Elektronische Kommunikation wird im heutigen Leben immer wichtiger.
Wenn von digitalisierten Druckwerken auf einem entsprechenden Datenträger (CD) die Rede ist, denkt man im Rahmen der Parapsychologie wohl zunächst an die zehn Jahrgänge des "International Journal of Parapsychology" (1959-1968), die es seit einiger Zeit auf CD <http://parapsychology.org/dynamic/070106.html> gibt.
Jetzt ist auch ein klassisches Werk als e-book erschienen, und zwar Sir Oliver Lodge's "Raymond or Life and Death" in einer komprimierten deutschen Übersetzung <http://www.b-r-verlag.de/4682.html>. Man mag zum Spiritismus stehen, wie man will, aber "Raymond" war zu seinem Erscheinungsdatum mitten im Ersten Weltkrieg ein Werk, das im Kontext der zahlreichen Kriegsgefallenen für die Ausbreitung des spiritistischen Gedankengutes instrumental war und daher auch heute noch Interesse beanspruchen darf.
Auch Myers' klassisches Werk "Human Personality and Ist Survival of Bodily Death" von 1903 gibt es auf CD, aber nicht alleine, sondern als Beigabe zu dem Band "Irreducible Mind: Toward a Psychology for the 21st Century" von Edward F. Kelly, Emily Williams Kelly, Adam Crabtree, Alan Gauld, Michael Grosso, and Bruce Greyson <http://www.rowmanlittlefield.com/Catalog/SingleBook.shtml?
command=Search&db=^DB/CATALOG.db&eqSKUdata=0742547922>.
Ein Randbemerkung:
zu Myers <http://en.wikipedia.org/wiki/Frederic_William_Henry_Myers> assoziiere ich natürlich seinen Begriff "subliminal self", eine Art Unbewußtes, und das bringt mich zu dem Philosophen Eduard von Hartmann <http://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_von_Hartmann>, dem Autor der "Philosophie des Unbewußten", dessen hundertsten Todestages wir heuer gedenken, was aber trotz unserer "Eventkultur" weitestgehend unbeachtet geblieben ist.
6. ON-LINE EXPERIMENTE / FRAGEBOGENUNTERSUCHUNGEN
In meinem letzten Newsletter ist die Kapitelüberschrift "On-line Experimente" irrtümlicherweise ohne hinzugefügten Text verblieben, ein Versehen, das allerdings nur ein einziger aufmerksamer Leser moniert hat, wofür ich aber trotzdem um Entschuldigung bitte.
Heute also dazu zwei Links, allerdings sind beides keine Experimente sensu stricto, sondern Umfragen; beide in englischer Sprache.
6.1 Fragebogen zur Einstellung zur Parapsychologie und über eventuelle eigene Erfahrungen:
<http://community.education.monash.edu.au/projects/paranormal/>
6.2 "Wasserkristalle" à la Emoto:
40 Bilder solcher Kristalle sollen beurteilt werden, wobei ein Teil von "behandeltem" und der andere Teil von unbehandeltem Wasser stammt.
<http://www.psiarcade.com/crystal/intro.html>
Es gibt bei den beiden Fragen jeweils eine Auswahl von sieben Antworten. Allerdings ist die Art und Weise, wie die Antworten in Listenfeldern dargeboten werden, nicht sehr glücklich gewählt …
Prof. Peter Mulacz
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Newsletter N° 25 - Wien, 19 09 2006
INHALT:
=======
1. Aktuelles – Workshop „Phylogenic Memory“
2. Vorschau zu Mesmer-Veranstaltungen
3. Zwei Nachrufe – John Beloff und Evan Harris Walker
4. Internationale Konferenzen – ein Rückblick
5. Literaturhinweise
6. On-line ExperimenteÜblicherweise ist der erste Punkt eines Newsletters, der um diese Jahreszeit versandt wird, unser Vortragsprogramm für das Herbstsemester. Diesmal sind jedoch noch ein paar Details offen, sodaß das Programm noch nicht finalisiert ist – dennoch kann ich mit dem Newsletter nicht zuwarten, weil ich auf eine ganz aktuelle Veranstaltung hinweisen möchte. Die Aussendung mit unserem Vortragsprogramm kommt daher extra, bis dahin muß ich um Geduld bitten.
1. AKTUELL: WORKSHOP „PHYLOGENIC MEMORY“
Einladung zu einer Konferenz
„Phylogenetisches Gedächtnis“ mit dem Schwerpunkt zur Frage der Telepathie
Ort und Zeit: Wien, IWK, 21.-24. Sept. 2006
Konferenzsprache: Englisch
Im Detail:
Das Workshop wird von Martin Potschka, Univ. Wien, organisiert und findet in den Räumen des Instituts für Wissenschaft und Kunst (IWK) <http://www.univie.ac.at/iwk/>, 1090 Wien, Berggasse 17 (gleich neben dem Sigmund Freud-Haus) statt, das heuer sein 60-jähriges Jubiläum feiert.
Zeitplan (unterschiedliche Zeiten an den einzelnen Tagen):
Thursday 21. Sept. 2006 from 18:00 to 21:00
Friday 22. Sept. 2006 from 17:00 to 21:00
Saturday 23. Sept. 2006 from 9:00 to 13:00 and from 15:00 to 18:00
Sunday 24. Sept. 2006 from 10:00 to 12:00 and from 14:00 to 17:30
Das genaue Programm mit Themen und Referenten findet sich auf <http://homepage.univie.ac.at/Martin.Potschka/phylogenic-memory.htm>
Es handelt sich übrigens um die Fortsetzung einer früheren Veranstaltung "Types of phylogenic memory" im Rahmen der 9th Conference of the International Society for the Study of European Ideas (ISSEI) “The Narrative of Modernity: - Co-Existence of Differences” in Pamplona (Spanien) im August 2004.
2. RUND UM FRANZ ANTON MESMER
Bereits im letzten Newsletter avisierte Veranstaltungen haben sich mittlerweile konkretisiert.2.1 Naturhistorisches Museum Wien:
Themenschwerpunkt zum Mozartjahr – Naturforscher um Mozart
25. 9. 2006, 19:00h: Festpremiere zum Schwerpunkt „Naturforscher um Mozart“: „EPISODEN ZUR GLASHARMONIKA“:
Die österreichischen Virtuosen Christa und Gerald Schönfeldinger werden diesem Instrument feinste Klangeffekte und Bearbeitungen großer Melodien entlocken.
Ein weiterer Höhepunkt ist der Start des flugfähigen Modells des ersten Heißluftballons der Brüder Montgolfier (1784), eine der größten wissenschaftlichen Leistungen zur Zeit Mozarts.
Anmeldung unter waswannwo@nhm-wien.ac.at.
27. 9. 2006, 19:00h: Vortrag FRANZ ANTON MESMER – Scharlatan oder Genie, ein Opfer überschießender Aufklärung?“ Referent: Reinhard Werner (deutschen Mediziner und Fachmann für Biomagnetismus und Magnetoresonanz)
Details im Monatsprogramm des NHM für September 2006 <http://www.nhm-wien.ac.at/d/Monatsprogramm/2006/Monatsprogramm%200609.pdf>.
2.2 MESMER-Symposium 18. 11. 2006, Schloß Rothmühle:
Gemeinsam mit der österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte führt unsere Gesellschaft dieses eintägige Symposium am seinerzeitigen Sommersitz der Familie Mesmer (wo auch Mozart einmal zu Besuch war) durch.
Sämtliche Details sind der für dieses Symposium eingerichteten Internetpräsenz zu entnehmen:
<http://wissenschaftsgeschichte.ac.at/files/tagungen/Mesmer-Symposium/symposium.htm>
bzw.
<http://parapsychologie.ac.at/Mesmer-Symposium/symposium.htm>
(Bis auf die Reihenfolge der Nennung der beiden veranstaltenden Gesellschaften sind diese Seiten identisch.)
3. ZWEI NACHRUFE
3.1 John BELOFF
<http://parapsychologie.ac.at/john_beloff.htm>
< http://parapsych.org/members/j_beloff.html>
Ich glaube, es ist nicht zu viel gesagt, John Beloff als „Doyen“ der europäischen Parapsychologie zu bezeichnen. Er hat durch Jahrzehnte hindurch Parapsychologie-Vorlesungen an der Universität Edinburgh gehalten, war Präsident der Society for Psychical Research (SPR) <http://www.spr.ac.uk/> und durch viele Jahre hindurch Herausgeber des „Journal“ dieser Gesellschaft. Schließlich war er auch einer der Testamentsvollstrecker des bekannten Schriftstellers Arthur Koestler (1905-1983, Altösterreicher aus Ungarn, in der Zwischenkriegszeit wegen seiner jüdischen Herkunft und seiner kommunistischen Überzeugung emigriert <http://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Koestler>) und als solcher war John Beloff instrumental bei der Gründung des Koestler-Lehrstuhls für Parapsychologie <http://www.koestler-parapsychology.psy.ed.ac.uk/> an der Universität Edinburgh und bei der Bestellung des ersten Lehrstuhlinhabers, Prof. Robert Morris (der tragischerweise noch vor ihm verstorben ist, kurz nach der Teilnahme an der Konferenz der Parapsychological Association in Wien 2004 <http://www.parapsych.org/members/r_morris_obit_hovelmann.html>). Aus diesem Koestler-Lehrstuhl sind mittlerweile, wie durch Zellteilung, parapsychologische Forschungseinrichtungen an mehreren britischen Universitäten entstanden.
John Beloff ist im 87. Lebensjahr nach einem längeren Krebsleiden sanft entschlafen – da war Zeit genug für uns Überlebende, sich auf den unvermeidlichen Abschied gefaßt zu machen. John selbst hat mit diesem schrittweisen Abschied begonnen – ich erinnere mich, wie er uns rund um seinen 80. Geburtstag (Bilder dazu auf <http://www.parapsychologie.ac.at/programm/ss2000/fleck/kpu/beloff/beloff.html>) an ein Fenster seines schönen, reich mit Kunstwerken eingerichteten Hauses geführt und ein wenig wehmütig gesagt hat, schaut, da unten steht mein Auto, irgendwann gibt es für alles ein Ende, und ich habe mich entschlossen, jetzt mit dem Autofahren aufzuhören. John war Mitglied einer der in Großbritannien populären Vereinigungen für Euthanasie, hat aber selbst (anders als Koestler) von der Möglichkeit dieses „Notausstiegs“ keinen Gebrauch gemacht. Er hat ein rationales Ende wollen und deshalb auch seinen Körper dem Anatomischen Institut seiner Universität vermacht.
Für uns alle lebt John in seinen Werken weiter, davon in deutscher Sprache erschienen:
die von ihm herausgegebene Anthologie „Neue Wege der Parapsychologie.“ Aus dem Engl. übers. von Klaus Kornwachs, mit Beiträgen von: Hans Bender, Charles Honorton, Arthur Koestler, John L. Randall, K. Ramakrishna Rao, William G. Roll, J. Gaither Pratt u. Helmut Schmidt. (Freiburg i. Br., 1980, 1983) sowie seine Beiträge in dem von Hans Peter Duerr herausgegebenen 2-bändigen Werk „Der Wissenschaftler und das Irrationale“ (Frankfurt a/M, 1981) und der von Eberhard Bauer und Walter v. Lucadou herausgegebenen Festschrift „Spektrum der Parspsychologie. Hans Bender zum 75. Geburtstag“ (Freiburg i. Br., 1983).
Sein vielleicht wichtiges Werk ist der gemeinsam mit J. R. Smythies 1989 herausgegebene Band „The Case for Dualism“ (Charlottesville, VA, University Press of Virginia)
In seiner 1993 erschienenen prägnanten Parapsychologie-Geschichte „Parapsychology: A Concise History” (London, Athlone bzw. New York, St. Martin's Press) hat er sich auch mit bedeutenden österreichischen Medien auseinandergesetzt.
Ich möchte auch auf einen (englischsprachigen) Sammelband hinweisen, der 2002 von Fiona Steinkamp herausgegeben worden ist und sich mit dem Lebenswerk John Beloffs auseinandersetzt: Parapsychology, Philosophy and the Mind. Essays honoring John Beloff (McFarland & Company, Jefferson, North Carolina, and London) auch mit bedeutenden österreichischen Medien auseinandergesetzt.
John Beloffs eigene, von seinem Sohn Bruno gestaltete Website ist nach wie vor im Internet verfügbar: <http://www.newdualism.org/sites/moebius.psy.ed.ac.uk-dualism/john/index.htm> und es ist zu hoffen, daß dies auch so bleibt.3.2 Evan Harris WALKER
<http://parapsych.org/members/e_h_walker.html>
<http://en.wikipedia.org/wiki/Evan_Harris_Walker>
Evan Harris Walker (1936-2006) ist aus einem nach wie vor tätigen Leben herausgerissen worden, sein Tod kam für die parapsychologische Gemeinschaft überraschend. EHW war ein US-amerikanischer Physiker, der als ein der ersten eine Beziehung zwischen Physik (genau gesagt: Quantenphysik) und Parapsychologie (im Rahmen von Bewußtseinsforschung) zu etablieren versucht hat (vgl. „Quantum Physics and Parapsychology”, Proceedings of the International Conference of the Parapsychology Foundatiuon, held in Geneva, Switzerland in 1974, edited by Laura Oteri, 1975) und somit einer der Exponenten der “Observational Theories” geworden ist.
EHW war ein sprühender Geist, ein origineller Denker und ein liebenswürdiger Kollege. Sein Buch „The Physics of Consciousness: The Quantum Mind and the Meaning of Life“ (Perseus Press: Boston, MA.) ist 2000 erschienen, im Folgejahr gab es auch eine Taschenbuchausgabe. Von Parapsychologie einmal abgesehen, war EHW Gründer und Leiter von „Walker Cancer Research“ <http://walkercri.org/>.
Seine wichtigsten Erkenntnisse faßt EHW selbst wie folgt zusammen (ich zitiere das im englischen Originaltext):
Proofs of Quantum Observer Theory and Quantum Consciousness Theory:
CONSCIOUSNESS THEORY
1. Synaptic cleft thickness.
2. Morphology of synapses.
3. Characteristic time.
4. Characteristic length.
5. Intersynaptic tunneling constraint.
6. Consciousness onset mechanism.
7. Consciousness data rate.
8. Sleep onset (16 hour constraints).
9. Melanin role in brain functioning.
10. Libet's 500 ms cortical stimulation delay.
SYNAPSE THEORY
11. Unified theory of synapse-ephapse junctions.
12. Cleft thickness of ephapse; conductivity of the ephapse.
13. Energy involved in spontaneous vesicle release in mammalian synapses.
14. Energy involved in spontaneous vesicle release in amphibian synapses.
15. Miniature end-plate potential (MEPP) frequency as a function of hyperpolarization and depolarization.
16. MEPP frequency variability.
17. Osmotic pressure effects.
18. Functional relationship between vesicle release probability and delay time.
19. Temperature effect on time delay for vesicle release.
THEORY OF PSI PHENOMENA
20. Telepathic coupling of observers.
21. Clairvoyance phenomena.
22. Precognition phenomena.
23. PK phenomena.
24. Stochastic character of psi phenomena.
25. Psi effect „penetration“ of Faraday shields.
26. Psi effect „penetration“ of magnetic field shields
27. Spatial independence in psi experiments.
28. Goal-directed character of psi phenomena.
29. Improvement in PK dice experimentswith increasing numbers of dice.
30. Distribution of psi ability in the population.
31. Forwald placement experiments.
32. Sheep-goat effect.
33. Magnetometer experiments at Stanford University.
34. Equivalence of ESP and PK.
PREDICTED RESULTS
35. Feedback not necessary.
36. Signal-to-noise ratio; RNG experiments.
37. Retro-PK.
38. Pseudo-RNG tests.
39. Future observer effects.
40. Decrease in scoring with increasing feedback rates.
41. Linear increase in scoring with increased time(repetition) of observation.
42. Measurement of psi channel data rate.
4. INTERNATIONALE KONFERENZEN – ein Rückblick
4.1 Die 6. BIAL Konferenz in Porto (Portugal), 29. März - 1. April 2006
<http://www.bial.com/gca/index.php?id=309>
Die Bial-Konferenzen haben es sich unter dem Motto „behind and beyond the brain“ zum Ziel gesetzt, eine Brücke zwischen Neurowissenschaften und Parapsychologie zu schlagen. So weit ist es freilich noch nicht, aber man hat einander interessiert zugehört. Zahlreiche Referenten waren aufgeboten, so hat z. B. Rupert Sheldrake (jetzt zum Professor berufen) über seine bekannten Experimente berichtet. Das umstrittenste Referat war das des US-amerikanischen Philosphieprofessors Stephen Braude, der (durchaus wittgensteinisch und recht provokant) dahingehend argumentiert hat, daß das Gedächtnis keine Speicherfunktion des Hirns sei.
4.2 Die 1. Sommer-Psi-Tage in Rheinfelden, 23. – 25. Juni 2006
<http://www.psi-tage.ch/rheinfelden/Index2.htm>
In der Art der bekannten Basler Psi Tage fand diesmal ein gleichartiger Publikumskongreß im Sommer statt, bei schönstem Wetter im Schweizerischen Rheinfelden.
Die Veranstaltung hatte trotz offizieller „Neutralität“ der Veranstalter eine deutliche spiritistische Schlagseite. Eberhard Bauer vom IGPP <http://www.igpp.de/german/welcome.htm> und ich haben versucht, eine kritische Alternative dazu einzubringen. Interessant war für mich die Begegnung mit Stewart Alexander, der als das „letzte Materialisationsmedium“ gilt. Ich habe in ihm einen über die Geschichte und Problemstellungen der Parapsychologie bestens informierten Gentleman kennengelernt. Freilich, eine Materialisationssitzung mit ihm habe ich umständehalber nicht besuchen können, und die Tranceséance, an der ich teilnehmen konnte, hat sich durchaus im Bereich des Üblichen bewegt.
4.3 Die 49. Jahreskonferenz der Parapsychology Foundation, Stockholm, 4. – 6. August 2006
<http://parapsychology.se/PA-stockholm/>
Die Konferenz war diesmal in jeder Hinsicht bescheidener als sonst, nur drei Tage statt, wie üblich, vier, und nur ca. 70 Teilnehmer. Dennoch ist – wie immer – ein sehr interessantes und vor allem vielseitiges Programm aus allen Bereicht der Parapsychologie geboten worden, dessen Abstracts unter <http://parapsych.org/pa_abstracts_2006.html> on-line verfügbar sind. Eine von mir organisierte Podiumsdiskussion „Importance of Survival Research“ (welche die Wichtigkeit des Themas analysierte, ohne jedoch irgendeine Stellungnahme „pro“ oder „contra“ zu beziehen) hat dazu geführt, daß Stanley Krippner eine Revision des seinerzeitigen Positionspapiers der PA ins Auge gefaßt hat, in welches diese Frage nicht aufgenommen gewesen war.
Merkwürdig hat berührt, daß diesmal kein einziger Vertreter des IGPP <http://www.igpp.de/german/welcome.htm> anwesend war, das üblicherweise bei den PA-Konferenzen besonders stark vertreten zu sein pflegt. Aus den USA waren auch relativ wenige Teilnehmer angereist, sodaß die britischen Kollegen zahlenmäßig dominiert haben. Außerdem war die Konferenz gekennzeichnet von dem mit einer gewissen Spannung erwarteten „ersten öffentlichen Auftreten“ des Inhabers des neuen Lehrstuhls in Lund, Schweden, Etzel Cardeña (den ich schon in Porto kennengelernt hatte). Wie üblich, sind – nicht zuletzt aufgrund persönlicher Bedingtheiten – die Meinungen darüber geteilt gewesen; ich kann nur für mich sprechen und mir haben seine Beiträge gut gefallen.
Ansonsten ist zu vermerken, daß wir mit dem Wetter Glück hatten (unübliche 29° C) und daß der Tagungsort Stockholm eine überraschend schöne Stadt ist, die mich sehr beeindruckt hat. Ich muß mich beherrschen, beim Thema „Parapsychologie“ zu bleiben und nicht ins Schwärmen über die Schönheiten des „Venedig des Nordens“ zu verfallen …
5. NEUE ERSCHIENENE LITERATUR
Für diesmal mag es bei dem Hinweis auf ein einziges Buch sein Bewenden haben, das sich mit Parapsychologie und Literatur befaßt:
Priska Pytlik, die schon 2005 den Band „Okkultismus und Moderne“ herausgebracht hatte, hat nunmehr den Band „Spiritismus und ästhetische Moderne - Berlin und München um 1900. Dokumente und Kommentare“ publiziert (Verlag Franke, 2006), einen Riesen-Wälzer von 723 Seiten, der zwar sehr viel interessantes Material bringt, sich aber aufgrund seines stolzen Preises wohl eher an wissenschaftliche Bibliotheken als an private Käufer wendet.
Prof. Peter Mulacz
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österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
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c/o Institut für Kultur- und Sozial-
anthropologie der Universität Wien
Neues Institutsgebäude
Universitätsstraße 7
1010 WIEN
=================================================
http://parapsychologie.ac.at/
office@parapsychologie.ac.at
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Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
mäßiger Folge und wird an derzeit ca. 700
Abonnenten versandt.
Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
Der Schutz personenbezogener Daten ist uns ein Anliegen:
E-mail-Adressen werden selbstverständlich
nicht an Dritte weitergegeben. Der Versand
des Newsletters erfolgt unter den Auflagen
des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005.
Weiters finden die Richtlinien der ARGE Daten Beachtung.
Die bisherigen Ausgaben des Newsletters sind unter
<http://www.parapsychologie.ac.at/newslttr/newslttr.htm>
nachzulesen.
Kommentare und Anregungen (oder auch
Abbestellungen) bitte an
newsletter@parapsychologie.ac.at
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Newsletter N° 24 - Wien, 18 03 2006
INHALT:
=======
1. Vortragsprogramm Sommersemester 2006
2. Mehr zu Mesmer
3. Rückblick und Vorschau …
4. Literaturhinweise
5. On-line Experimente und mehr
6. kleine Korrektur zum letzten Newsletter
7. anläßlich der Änderung des Telekommunikationsgesetzes …
8. ein Wort unseres Kassiers …
1. VORTRAGSPROGRAMM für das SOMMERSEMESTER 2006
Unser Vortragsprogramm für das kommende Semester ist bereits online gestellt – wie immer auf <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> zugänglich – und wird in den nächsten Tagen ausgesandt.
- 03. April 2006
Generalversammlung (nur für Mitglieder!)
anschließend (ca. 20:45h): Offene Diskussion über aktuelle Fragen der Parapsychologie (Gäste willkommen)
Diskussionsleitung: Peter Mulacz
- 24. April 2006
Michael Engel: Die Phänomenologie von Ayahuasca-Erfahrungen
Konstitution von Wirklichkeiten während Ayahuasca-Ritualen (Peru)
- 08. Mai 2006
Peter Mulacz: Mozart — Mesmer — Freud
Franz Anton Mesmer und seine Beziehungen zu den beiden "kulturellen Jahresregenten 2006"
- 22. Mai 2006
Friedrich Bestenreiner, München: Intelligent Design (ID) contra Zufall
Kreationismus und Darwinismus im Lichte parapsychologischer Versuchsergebnisse
- 12. Juni 2006
Heinrich Kusch, Graz: Vom Zufluchtsort zur Kultstätte
Die kulturgeschichtliche Bedeutung der Höhle in der Menschheitsgeschichte
(Mit Lichtbildern)Der erste Termin ist der vereinsrechtlich vorgeschriebenen, periodisch abzuhaltenden Generalversammlung vorbehalten, wobei wohl alle hoffen, daß diese zügig über die Bühne geht. Um den Abend über das Administrative hinaus sinnvoll zu gestalten, haben wir anschließend an die GV eine Diskussion geplant, ohne jedoch ein Thema fix vorzugeben.
Die Ausführungen von Michael Engel schließen thematisch an die beiden letzten Semester an (Rudolf Kapellner bzw. Stanley Krippner und José Sulla über Ayahuasca).
Mein Vortrag beleuchtet Mesmer – einen der Ahnherrn der Parapsychologie – einerseits in seinen persönlichen Beziehungen zur Familie Mozart, andererseits geht es mir um die Wirkungsgeschichte Mesmers <http://parapsychologie.info/wirkung.htm>, denn ohne ihn wäre auch Sigmund Freud (dessen Geburtstag wir mit diesem Datum gerade um zwei Tage verfehlen) nicht denkbar. Zu Mesmer weiter unten mehr.
Bekanntlich war es der Wiener Kardinal Schönborn, der mit je einem Gastkommentar in der New York Times bzw. in der International Herald Tribune "Finding Design in Nature" bzw. "... in Evolution" eine Diskussion losgetreten hat, welche Fragen neu aufrollt, die längst ausdiskutiert schienen. Friedrich Bestenreiner untersucht in seinem Vortrag, ob parapsychologische Gesichtspunkte in dieser Diskussion eine Rolle spielen könnten.
Der Prähistoriker Heinrich Kusch zeigt in seinem von zahllosen Bildern unterstützten Vortrag nicht nur kultische Elemente in Höhlen von der Vorzeit bis zur Gegenwart auf und stellt somit "die Höhle" in einen groß angelegten interdisziplinären Zusammenhang.
Auf jeden Fall haben wir, wie ich glaube, wieder ein vielseitiges und interessantes Programm zu bieten und ich hoffe auf zahlreichen Besuch.
2. MEHR ZU FRANZ ANTON MESMER
Auch auf Mesmer läßt sich Schillers viel zitiertes Wort "Von der Parteien Gunst und Haß verwirrt schwankt sein Charakterbild in der Geschichte" mit Fug und Recht anwenden. Daher sei von vornherein betont, daß keinerlei Mesmer-Hagiographie geplant ist. Für den Herbst sind zwei Veranstaltungen in Aussicht genommen, in welchen Mesmer eine Rolle spielt, einmal eine bloße Nebenrolle, einmal die Hauptrolle:
2.1 Das Naturhistorische Museum Wien <http://www.nhm-wien.ac.at/> – in dessen Kuppelsaal 2004 das Bankett anläßlich des Kongresses der Parapsychological Association <http://parapsychologie.ac.at/pa-2004/> stattgefunden hat – plant eine Ausstellung mit dem (Arbeits-)Titel "Naturforscher um Mozart". In diese Epoche fällt natürlich Mesmer, ebenso wie auch van Swieten, der Leibarzt der Kaiserin Maria Theresia, oder P. Maximilian Hell, der berühmte Astronom, hinein.
2.2 In Kooperation mit der österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte <http://wissenschaftsgeschichte.ac.at/> und vielleicht noch anderen Organisationen ist ein kleines Mesmer-Symposium mit Vorträgen und passender musikalischer Umrahmung <http://www.glasharmonika.at/> geplant, als dessen Veranstaltungsort das Schlößchen Rothmühle <http://www.rothmuehle.at/> in Schwechat bei Wien ins Auge gefaßt ist (die Rothmühle war seinerzeit im Besitz der Familie Mesmer, auch Vater und Sohn Mozart waren dort zu Gast).
3. RÜCKBLICK UND VORSCHAU …
3.1 Wieder einmal heißt es, von verdienten Parapsychologen Abschied zu nehmen – blicken wir kurz auf ihr erfülltes Leben zurück:
3.1.1 Am 12. Jänner 2006 ist Werner SCHIEBELER von uns gegangen.
Dr. Werner Schiebeler, am 17. März 1923 in Bremen geboren, war Physiker und in dieser Eigenschaft zunächst in der Industrie tätig, dann ab 1965 als Dozent, später Professor an der Fachhochschule Ravensburg-Weingarten, wo er auch Vorlesungen über "Parapsychologie und Parapsychophysik" gehalten hat. Schon vor Jahrzehnten, als der Computer noch nicht Einzug in jeden Haushalt genommen hatte, hat er (für einen Elektroniker naheliegend) einen "elektronischen Würfel" zur Herstellung von Zufallsfolgen konstruiert, welche in einem PK-Experiment beeinflußt werden können. Besonders interessant habe ich seine Anordnung zur experimentellen Untersuchung der bekannten "Hebeversuche" gefunden, bei denen vier Personen nach einem kurzen "Ritual" eine fünfte, auf einem Sessel sitzende, bloß mit je einem Finger hochheben können. Den Versuchsaufbau habe ich seinerzeit in seinem Labor an der FH sehen können, die Resultate sind in der Zeitschrift "Grenzgebiete der Wissenschaft", 20/21. Jg., 1971/72, unter dem Titel "Physikalische Untersuchungen bei Hebeversuchen" publiziert worden. Damit hat Schiebeler einen wichtigen Beitrag zur "Entzauberung" und Rationalisierung geleistet.
In derselben Zeitschrift findet sich später (47. Jg., 1998) ein weiterer Beitrag aus seiner Feder, den ich herausgreifen möchte, "Der Kampf um die Materialisationsphänomene" <http://www.menetekel.de/downloads/pdf/kampf.pdf>. Ich finde es außerordentlich wichtig, diesen (durchaus kontroversiellen) Bereich der Parapsychologie nicht so einfach unter den Tisch fallen zu lassen, denn sonst landen wir bei einer defizienten Parapsychologie – siehe auch weiter unten. Schließlich gehört zum Wissenschaftsbetrieb gleich welcher Disziplin nicht nur die Erforschung des Neuen, sondern auch die Bewahrung des Fundus.
Schiebeler hat stets einen Zweifronten-Krieg geführt: einerseits gegen die Gegner der Parapsychologie, anderseits gegen den übermächtigen Schatten des die Parapsychologie seiner Ära dominierenden Freiburger Psychologie-Ordinarius Hans Bender – wobei Schiebeler in dieser letzteren Auseinandersetzung von vornherein zum Scheitern verurteilt war, allein schon dann, wenn man das Prestige der angesehenen, jahrhundertealten Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit dem der FH Ravensburg vergleicht, von der charismatischen Persönlichkeit Hans Benders einmal ganz abgesehen. (Anmerkung: die Universität in Freiburg i. Br. – das damals zu "Vorderösterreich" gehörte – wurde 1457 gegründet, sie ist somit nach Wien [1365] die zweite Habsburgische Universität). Vor allem war dieser Antagonismus zwischen Schiebeler und Bender freilich von den gegensätzlichen Positionen im Rahmen der Parapsychologie geprägt, welche die beiden Kontrahenten vertraten. Schiebeler war ein Anhänger der spiritistischen Richtung, die er mit seiner christlichen Grundeinstellung verbunden hat, während Bender nicht müde wurde, immer wieder darauf hinzuweisen, daß man das Psychische empirisch nur in physischer Bindung kenne (und das war nicht nur zu Benders Zeiten so, daran hat sich auch bis jetzt nichts geändert).
Es ist auffallend, daß es vielfach Physiker und Techniker sind, die bei der Auseinandersetzung mit parapsychologischer Phänomenik im spiritistischen Lager landen – mir kommen da von berühmten Persönlichkeiten der Flugpionier Igo Etrich, Konstrukteur der legendären, später unter anderen Namen nachgebauten "Etrich-Taube" (den ich als Jugendlicher noch persönlich kennengelernt habe) <http://de.wikipedia.org/wiki/Igo_Etrich>, sowie der Raketenpionier und "Vater der Weltraumfahrt" Hermann Oberth <http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Oberth> in den Sinn – und Schiebeler ist da keine Ausnahme.
Was den in der Parapsychologie so notwendigen kritischen Zugang betrifft, so wird man Schiebeler immerhin zugute halten müssen, daß er seinerzeit in Camp Silver Belle (USA) betrügerische Medien mittels eines Nachtsichtgeräts entlarvt hat – also völlig unkritisch war er nicht. In der Diskussion um die philippinischen "Geistheiler" fanden sich Schiebeler und Bender wiederum in den gegensätzlichen Lagern; Schiebeler hat über diese Phänomene auch zwei Filme veröffentlicht.
Mit seinem christlich gefärbten Spiritismus hat sich Schiebeler besonders in interessierten Laienkreisen einer großen Beliebtheit erfreut und seine zahlreichen, teils im Selbstverlag erschienen Bücher werden gerne gelesen. Eine Liste seiner Bücher findet sich im Anhang zu einem Interview <http://www.weihenstephan.org/~lubitzlo/transwelten/Interviews_Schiebeler.htm>. Zahlreiche seiner Artikel stehen auch auf diversen download-Seiten zur Verfügung, z. B. <http://www.wegbegleiter.ch/wegbeg/wegbeg.htm#startpunkt> sowie <http://www.menetekel.de/schiebeler/schiebdl.htm>. In der Zeitschrift "Wegbegleiter" ist auch ein Nachruf erschienen <http://www.wegbegleiter.ch/wegbeg/schiebel.htm>, der ganz ähnlich vom Geist eines christlichen Spirit(ual)ismus getragen ist.
Schiebeler war – zumindest von dem Konstanzer Kongreß her – mit Gräfin Wassilko bekannt und hat auch gelegentlich über Eleonore Zugun publiziert. Ein besonderes Nahverhältnis hatte er zu Hans Gerloff, dessen Hauptinteresse in den Materialisationsphänomenen gelegen war (aber nicht, wie bei Schrenck-Notzing, von einem psychodynamisch-"animistischen" Ansatz ausgehend, sondern auf spiritistischer Basis). Überhaupt war Schiebeler in der älteren Parapsychologie, insbesondere, was den "physikalischen Mediumismus" betrifft, bestens informiert. Ich halte es, wie schon oben erwähnt, gerade in der Parapsychologie für ungeheuer wichtig, daß dieser Fundus von Wissen tradiert wird, auch wenn aufgrund der Seltenheit des Auftretens solcher Phänomene aktuell keine Versuchspersonen zur Verfügung stehen mögen. Andernfalls droht dieses Wissen, um es mit den Worten von Jules Eisenbud zu sagen, "zu verdampfen". Auch jetzt schon haben leider viele der in der PA zusammengeschlossenen Parapsychologen von den historischen Experimenten nicht viel Ahnung. Insofern hat Schiebeler in Wort und Schrift sehr viel geleistet, was auch dann sein bleibendes Verdienst ist, wenn man (so wie ich dies eingestandenermaßen tue) sein vom Geisterglauben bestimmtes Weltbild sehr in Frage stellt. Schiebeler ist der Einbau parapsychologischer Erkenntnisse in ein bestimmtes Weltbild bzw. in eine bestimmte Weltanschauung am Herzen gelegen, während ich glaube, daß die Priorität auf dem Fortschritt der positivistisch vorgehenden Einzelwissenschaft "Parapsychologie" liegen sollte, nicht zuletzt darum, um nicht all jene, die eventuell das eigene Weltbild nicht teilen, von vornherein abzustoßen. Zumindest sollten m. E. klare Grenzen gezogen sein.
Somit war meine Position gegenüber Schiebeler von einer starken Ambivalenz gekennzeichnet, die ich auch bei Worten des Gedenkens nicht unterschlagen will: die Literatur hat er bestens gekannt und in der experimentellen Forschung hat er sich innovativer Methodologie bedient – was hingegen seine Interpretation mediumistischer Phänomene betrifft, so haben sich unsere Wege notwendigerweise trennen müssen. Gewiß steht aber das Gemeinsame gegenüber dem Trennenden im Vordergrund.
Was mir aber im Rahmen eine solchen Würdigung noch weit wichtiger ist als all diese Fragen, seien sie fachwissenschaftlich oder fachübergreifend: persönlich habe ich Schiebeler als einen hoch anständigen, absolut verläßlichen und stets hilfsbereiten Menschen kennen gelernt, und in diesem Sinne werde ich ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.3.1.2 Am 11. Februar 2006 verstarb Martin EBON <http://en.wikipedia.org/wiki/Martin_Ebon> und <http://www.newpara.com/Martin_Ebon_biography.htm>.
Martin Ebon, im Mai 1917 in Hamburg geboren, ist 1938 in die USA emigriert.
Er war ein fruchtbarer Schriftsteller auf verschiedenen Gebieten, nicht zuletzt auf dem der Parapsychologie, wobei er auch durch zwölf Jahre als Sekretär der Parapsychology Foundation <http://parapsychology.org/> tätig gewesen ist – in dieser Eigenschaft habe ich ihn per Korrespondenz kennen gelernt. Sein besonderes Interesse galt der Sowjetunion, sowohl in politischer Hinsicht (einschließlich Studien über den KGB) wie auch in Hinsicht auf parapsychologische Forschung im Ostblock.
Ingo Swann sagt über ihn:"Martin Ebon is a well-known figure in parapsychology circles. From 1953 to 1965 he was administrative assistant of the Parapsychology Association in New York set up by the world-famous medium and clairvoyant, Eileen Garrett. While occupying this post, he had more than adequate opportunity to meet the outstanding personalities in psychical research and parapsychology. He traveled extensively on behalf of the Association's research endeavors. His lectures, reviews, research reports, articles in magazines, and his books (over sixty of them) all reflect serious treatment of the field. His expertise, historical and otherwise, of the official and unofficial aspects of the field is enormous."
Und weiters
"In my long-term experience of him, Martin has never been pro or con political enthusiast of any kind. He has always been a non-emotional documentarian of the first water, aided by a dignified, penetrating mind and vast experience in world, European and East European affairs".
Vgl. auch den Nachruf der PF <http://parapsychology.org/dynamic/050100.html#Ebon>.
Ebon war Mitglied der AAAS und der ASPR. Einige seiner Buchtitel, die in deutscher Übersetzung vorliegen:
"Die Titanic wird untergehen und Kennedy getötet werden …"
"Erfahrungen mit dem Leben nach dem Tod. Schon-einmal-tot-Gewesene berichten über ihre Erfahrungen mit dem eigenen Sterben und Totsein"
"Können wir in die Zukunft sehen? Prophezeiungen wurden wahr"
"Neue Beweise der ASW Forschung"
"PSI in der UdSSR - Religion ohne Kreuz. PSI-Forschung und ihre Anwendung in der UdSSR in Augenzeugenberichten"
Alle anderen liegen nur auf Englisch vor, darunter besonders erwähnenswert "Psychic Warfare: Threat or Illusion" und "Reincarnation in the Twentieth Century".
Persönlich habe ich Martin Ebon nie kennengelernt, aber bei Gelegenheit eines Aufenthaltes in New York habe ich 1990 ein stundenlanges Telephonat mit ihm geführt (er war gerade wegen der Rekonvaleszenz seiner Frau an einem Treffen verhindert), das ich bis heute nicht vergessen habe, so hat mich seine Freundlichkeit, sein Entgegenkommen, aber auch sein Interesse an der Situation der Parapsychologie in österreich beeindruckt.3.2 Werfen wir aber auch den Blick voraus auf eine fröhliche Geburtstagsfeier:
Am 3. April feiert Mrs. Eileen Coly, seit 1970 die Präsidentin der Parapsychology Foundation <http://parapsychology.org/> in New York City und Tochter deren Gründerin Eileen Garrett, ihren 90. Geburtstag. Mögen ihr noch viele gute Jahre beschieden sein! Ein paar Ansichtskarten aus aller Welt würden die Jubilarin sicher freuen ;-) Die PF veranstaltet dazu einen "Card blitz" … mehr dazu auf der Website unter <http://parapsychology.org/dynamic/050100.html#MrsC>.
(Übrigens ist der 3. April auch der Geburtstag von Carl du Prel <http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_du_Prel> sowie <http://parapsychologie.ac.at/programm/ws199900/sommer-1/du_prel.htm> und von Rudolf Tischner <http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Tischner>.)
4. LITERATURHINWEISE
Diesmal nichts Gedrucktes, sondern über Quellen im Web:
Auf LexScien <http://www.lexscien.org/lexscien/>, einer Initiative des "Centre for Fundamental and Anomalies Research (C-FAR) <http://www.c-far.org/>" (David and Julie Rousseau) sind die wichtigsten internationalen Zeitschriften (in englischer Sprache) on-line abrufbar. Dieser Service ist kostenpflichtig, aber für Mitglieder der wichtigsten internationalen Gesellschaften gibt es eine stark ermäßigte "Affiliate Subscription". Für alle, die sich registrieren lassen, gibt es eine einwöchige kostenlose "Trial Subscription".
In meinem Newsletter N° 12 hatte ich bereits auf die Möglichkeit hingewiesen, on-line auf Bestände der Bibliothek der SPR zuzugreifen <http://www.spr.ac.uk/index.php3?page=onlinelibrary>, und in N° 22 auf die Digitalisierung von Beständen des IGPP <http://www.ub.uni-freiburg.de/dipro/igpp/>.
LexScien erweitert diese Möglichkeiten nun abermals beträchtlich!
5. ON-LINE EXPERIMENTE UND MEHR
5.1 Auf der Seite "GotPsi On-line Psi Tests" <http://www.gotpsi.org/bi/gotpsi.htm> des Boundary-Instituts <http://www.boundary.org/> gibt es eine Reihe von On-line Experimenten (in englischer Sprache). Vor der Teilnahme muß man sich registrieren.
5.2 Ferner möchte ich auf zwei Internetpräsenzen hinweisen, die zwar keineswegs als parapsychologisch relevant zu bezeichnen sind, aber dennoch vielleicht in weiterem Sinne ein gewisses Interesse beanspruchen mögen (beide in englischer Sprache): "European Society for the Study of Western Esotericism" <http://www.esswe.org/> und "The Association for the Study of Esotericism" <http://www.aseweb.org/>.
6. KORREKTUR
In meinem letzten Newsletter habe ich, als von der Besetzung eines Lehrstuhls in Schweden die Rede war, den Stifter, Paul Thorsen, im "Eifer des Gefechts" wider besseres Wissen auch gleich zu einem Schweden gemacht. Das war freilich falsch, Thorsen war Däne, er besaß in Kopenhagen eine Margarinefabrik. Zwei aufmerksame Abonnenten dieses Newsletters (aus Island bzw. aus den USA) haben meinen Fehler gleich moniert, ich habe ihnen versprochen, selbstverständlich eine Richtigstellung anzubringen, was hiermit geschehen ist.
Ich komme gerne auf Thorsen zurück, weil es mir erlaubt, angesichts der nicht so günstigen ökonomischen Lage der Parapsychologie den Gedanken zu ventilieren, ob sich nicht auch in unseren Tagen Mäzene finden ließen …
7. DIE ÄNDERUNG DES TELEKOMMUNIKATIONSGESETZES
Es ist derzeit in aller Munde, daß der § 107 des TKG geändert worden ist, um die Flut von Spam zu bekämpfen. Für diesen Newsletter ändert sich dadurch nichts, denn auch bisher ist er nur an Personen ausgesandt worden, die entweder unsere Mitglieder sind, oder sich ausdrücklich für das Abonnement des Newsletters eingetragen haben oder in sonstiger Form (elektronisch) mit uns Verbindung aufgenommen haben (z. B. Buchbestellung <http://parapsychologie.ac.at/feedback.htm>). Die Aussendung erfolgte also schon bisher so, wie es jetzt die Änderung des TKG vorschreibt. Dennoch sei aus diesem aktuellem Anlaß darauf hingewiesen, daß Sie sich, wie es auch jedes Mal im Signaturblock verlautbart wird, jederzeit vom Bezug dieses Newsletters abmelden können, wenn Sie ihn nicht mehr erhalten wollen – eine Rücksendung mit "Nein" in der Betreffzeile genügt. Wenn keine Abmeldung erfolgt, erachten wir dies als eine Zustimmung zum weiteren Bezug und freuen uns über Ihr Interesse.
8. EIN WORT UNSERES KASSIERS …
An unsere Mitglieder – als eine Ermahnung wegen der schlechten Zahlungsmoral eines Teils derselben – richtet unser Kassier die folgenden Zeilen:
"Der laufende Betrieb unserer Gesellschaft verursacht eine Reihe beträchtlicher Kosten (Hörsaalkosten, Vortragsspesen, Bibliothek, nicht zuletzt die postalischen Aussendungen etc.), die in erster Linie aus den Mitgliedsbeiträgen gedeckt werden müssen.
Mit Bezahlung des Jahresbeitrages von dzt. EUR 20,00, dessen Höhe seit langem unverändert geblieben ist, können Sie das reiche Vortragsangebot sowie die umfangreiche Bibliothek der Gesellschaft nutzen. Im Vergleich zu anderen wissenschaftlichen Gesellschaften ist der derzeitige Mitgliedsbeitrag sehr niedrig angesetzt und es ist auch nicht daran gedacht, in absehbarer Zeit eine Erhöhung vorzunehmen, sofern uns nicht unerwartete Kostensteigerungen treffen.
In diesem Sinne ersuchen wir um Bezahlung des Mitgliedsbeitrages sowie etwaiger Rückstände, die auf dem unserer Postaussendung beiliegenden Zahlschein ausgewiesen sind, bis zum Beginn unserer Veranstaltungen.
Nehmen Sie den Einzahlungsbeleg bitte zu den Vorträgen mit, da bei offenen Beitragszahlungen für den Besuch der Vorträge der Kauf einer Hörerkarte an der Abendkassa erforderlich wäre. (Über Beitragszahlungen mittels Telebanking ist man an der Abendkassa informiert.)
Bei Fragen zu offenen Mitgliedsbeiträgen bzw. Rückständen setzen Sie sich bitte direkt mit Mag. Gerhard Holischka (e-mail: <g-h@chello.at>) in Verbindung."
Vielleicht mögen diese ökonomischen Überlegungen hinsichtlich der Notwendigkeit, den laufenden Aufwand abzudecken, auch manche unserer Interessenten veranlassen, unserer Gesellschaft als Mitglieder beizutreten …
Prof. Peter Mulacz
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Newsletter N° 23 - Wien, 23 12 2005
INHALT:
=======1. Parapsychologische Lehrstühle in Europa
2. Parapsychologische Beratungsstelle an der SFU
3. PEAR DVD/CD-Set
4. Katalog "The Perfect Medium" zur Ausstellung am Metropolitan Museum of Art
5. Feiertagsgrüße
1. PARAPSYCHOLOGISCHE LEHRSTÜHLE IN EUROPA
Derzeit sorgt die erfolgte bzw. noch nicht erfolgte Neubesetzung zweier Lehrstühle für Aufregung in der Welt der Parapsychologie.
An der Universität von Lund (Schweden) wurde Etzel Cardeña auf den Lehrstuhl berufen, der szt. von Paul Thorsen (+ 1962) geplant worden ist; gegen diese Berufung ist ein Einspruch erhoben worden.
Paul Thorsen, mit der Gründerin unserer Gesellschaft, Gräfin Wassilko, sehr befreundet (ich besitze einige Briefe aus der Korrespondenz der beiden in meinem Archiv) war ein reicher schwedischer Geschäftsmann, Hobby-Hypnotiseur und sehr an Parapsychologie interessiert. Gemäß seinem Testament soll dieser erst jetzt realisierte Stiftungslehrstuhl "a professorship in parapsychology committed to the teaching of hypnology" (vgl. "Conflict of Wills" <http://www.psy.gu.se/PDF/WillsAP.pdf>) sein.
Etzel Cardeña ist vor allem durch die Anthologie "Varieties of Anomalous Experience: Examining the Scientific Evidence" bekannt geworden, die er im Jahre 2000 gemeinsam mit Stanley Krippner u. a. herausgegeben hat.
Die sehr vehement geführte Diskussion geht nun vor allem darum, wie weit der Begriff der "Anomalen Erfahrungen" mit parapsychologischen Phänomenen parallel läuft oder nicht und ob es durch die Person des Lehrstuhlinhabers nicht zu einer "Verwässerung" der Parapsychologie einerseits und andererseits zu einer Minderbeachtung moderner experimenteller Methoden wie Ganzfeld kommt. Man wird sehen, wie der Rekurs des Mitbewerbers ausgeht.
Wie erinnerlich ist der Inhaber des Koestler-Lehrstuhls für Parapsychologie an der Universität Edinburg <http://www.koestler-parapsychology.psy.ed.ac.uk/>, Robert ("Bob") Morris <http://www.parapsychologie.ac.at/pa-2004/pictures/gallery/morris/morris_reception-800x600.jpg>, kurz nach seiner Rückkehr von der in Wien im August 2004 abgehaltenen PA-Convention plötzlich verstorben. Der Lehrstuhl ist bis heute nicht nachbesetzt, wobei die Posse zunächst damit beginnt, daß der "Koestler Chair of Parapsychology zum Andenken an seinen ersten Inhaber in "Robert Morris Chair of Parapsychology" umbenannt worden ist, während nach einer anderen Lesart dieser "Morris Chair" <http://www.aaps.ed.ac.uk/Committees/APC/Meetings/2004-05/Vacation/V3RobertMorrisChairParapsych.pdf> eine neu geschaffene Position darstellt, sodaß dann an der Universität von Edinburgh zwei (allerdings geringer-wertige) Posten nebeneinander bestünden. Die Mittel für den Morris Chair würden für die ersten beiden Jahre von einem portugiesischen Sponsor aufgebracht, dann sollte wieder auf den Koestler-Nachlaß zurückgegriffen werden. Jedenfalls hat sich die Berufungskommission auf keinen der vier in die engere Wahl kommenden Kandidaten einigen können, sodaß es fraglich ist, ob dieser Robert Morris-Lehrstuhl überhaupt zustande kommt.
Das ist alles sehr, sehr verworren und unübersichtlich.
Wenn Postenrangeleien eines der Kriterien einer etablierten Wissenschaft sind, dann hat demnach die Parapsychologie in diesem Punkt ihr Soll erfüllt ;-).
Den österreichischen Lesern dieses Newsletters wird die Situation nicht unbekannt vorkommen, erleben wir doch gerade jetzt eine ähnliche Posse hinsichtlich der Neubesetzung des Direktors des Heeresgeschichtlichen Museums, wobei die fachlich nicht qualifizierte, jedoch erst-gereihte Kandidatin dann auf öffentlichen Druck ihre Bewerbung zurückgezogen hat, während der fachlich bestqualifizierte Bewerber politisch minder willkommen ist und nunmehr eine Ausflucht in einer Umbenennung des Museums mit nachfolgender Neuausschreibung des vakanten Postens angedacht ist …
2. PARAPSYCHOLOGISCHE BERATUNGSSTELLE AN DER SFU
Seit in österreich Privatuniversitäten zugelassen sind, ist es zu mehreren Neugründungen gekommen. Die jüngst akkreditierte davon ist die "Sigmund Freud PrivatUniversität" für Psychotherapiewissenschaft (SFU) <http://www.sfu.ac.at/> sowie <http://sfu.at/> in Wien. Es besteht die Absicht, im Rahmen der an der SFU aufzubauenden psychotherapeutischen Ambulanz auch eine "Parapsychologische Beratungsstelle" nach dem Muster der beiden Institutionen in Freiburg aufzubauen ("Parapsychologische Beratungsstelle der WGFP" <http://parapsychologische-beratungsstelle.de/> bzw. Servicebereich "Information und Beratung für Menschen mit außergewöhnlichen Erfahrungen" des IGPP <http://www.igpp.de/german/counsel/info.htm>). Mit der Einrichtung einer solchen Beratungsstelle wird in Wien eine wichtige Lücke geschlossen werden, denn bisher haben Menschen, welche paranormalen oder auch nur scheinbar paranormalen Phänomen desorientiert und hilfesuchend gegenüberstehen, keine kompetente Anlaufstelle - unsere Gesellschaft kann diese Leistung aus personellen und organisatorischen Gründen nicht erbringen. Im übrigen bin ich schon vor mehr als zehn Jahren an den Psychosozialen Dienst der Stadt Wien mit dem Vorschlag herangetreten, in Wien eine den Freiburger Institutionen analoge Einrichtung zu schaffen, habe aber auf wiederholte Anschreiben nicht einmal eine Antwort erhalten. Die nunmehrige Absichtserklärung des Rektors der SFU, Hon.-Prof. Pritz, der gleichzeitig auch der Leiter der Abteilung Universitätsambulanz ist, bedeutet demnach einen großen Durchbruch. Allerdings wird der Aufbau dieser Beratungsstelle noch etwas dauern, weil er erst erfolgen soll, sobald die Ambulanz den vollen Betrieb aufgenommen hat.
3. DVD/CD-Set des PEAR-Labors
Wie bereits im letzten Newsletter erwähnt, wird PEAR <http://www.princeton.edu/~pear/> in Kürze seine Aktivitäten einstellen. Um dennoch eine gewisse Kontinuität zu wahren, ist bereits vor einige Zeit die Organisation "International Consciousness Research Laboratories" <http://www.icrl.org/> gegründet worden, über welche ein DVD/CD-Set, "The PEAR Proposition" bestellt werden kann (<http://www.icrl.org/contributions.php>). Dieses Set stellt gleichsam das Legat von PEAR dar. Da seine Sprache natürlich Englisch ist, füge ich hier die Beschreibung als Originaltext ein, ohne sie zu übersetzen:
- - - Zitat (Brenda Dunne) Anfang - - -
As for the DVD/CD set, we had that made as part of PEAR's archiving enterprise. Since we will be closing our facilities at the university in a year or so, we felt it was of the highest importance to create a comprehensive archive of our accomplishments over the past quarter century. To that end we have been scanning old publications and technical reports to create electronic copies; converting old data disks to CDs and DVDs; etc. But none of that technical documentation captured the living essence of the PEAR laboratory, as experienced by the many hundreds of people who have visited us over the years and commented so favorably on its warmth and friendliness. So we decided to create a virtual visit to PEAR for those who will not have the option of visiting in person after we close. Consistent with ICRL's stated purpose of advancing anomalies research and encouraging the interest and involvement of a new generation of scholars, we prepared this educational DVD/CD set to give people a sense of the spirit and substance of the PEAR program. As our letter indicated, the package contains a wide range of PEAR-related material, some of it formal, some informal, to give the viewer the sense of who we are, what we do, and how we do it. The two DVDs contain a synopsis of the program's history; an extensive tour of the laboratory; four lectures by Bob Jahn to an undergraduate class; a lecture by York Dobyns to the SSE; informal commentaries by staff members, interns, operators, and friends; an assortment of archival publications; and sundry interstitial material, such as a selection of PEAR publications, PowerPoint images, and a photo album. The CD records a conversation between Bob and myself, in which we talk about the interpersonal dynamics that have characterized the program, and share our perspectives on the interpretations and implications of the research results.
- - - Zitat Ende - - -Eine große Anzahl von PEAR-Publikationen steht übrigens auf der Internetpräsenz von PEAR zum Download zur Verfügung: <http://www.princeton.edu/~pear/5.html>.
4. AUSSTELLUNGSKATALOG "THE PERFECT MEDIUM"
Ebenfalls bereits im letzten Newsletter habe ich auf die Ausstellung parapsychologisch relevanter Photographie im New Yorker "Metropolitan Museum of Art" hingewiesen: <http://www.metmuseum.org/special/se_event.asp?OccurrenceId={B927CD20-71AD-4986-B346-66AE99B96BA4}>. Dazu kann ich mittlerweile den Hinweis nachtragen, daß der zwar wunderschöne, aber doch sündteure Katalog wesentlich günstiger über amazon zu beiziehen ist: <http://www.amazon.com/gp/product/0300111363/qid=1134600137/sr=8-1/ref=pd_bbs_1/002-5649031-0324047?n=507846&s=books&v=glance>, wobei man sich ausrechnen muß, ob dies mit Versand und Zoll günstiger kommt als amazon.de <http://www.amazon.de/exec/obidos/search-handle-form/ref=sr_sp_go_qs/028-4438796-3133336>.
Und zum Thema Photographie in unserem Kontext noch ein Hinweis auf eine reichhaltige Website mit vielen Bildern und weiterführenden Links: <http://www.spirithistory.com/photos.html>.
Und zum Thema Bücher noch ein "ceterum censeo": wir haben noch eine Reihe von Exemplaren des Buches "Psi – die "andere Wirklichkeit" aus der Feder unseres Ehrenpräsidenten, Prof. Hofmann, vorrätig, ein Buch, das vielleicht auch nach den Feiertagen als Geschenk bzw. als Lesestoff willkommen sein dürfte …
<http://parapsychologie.info/buch/hofmbuch.htm> bzw. <http://vabene.at/collect/parapsy/111_2.htm>.
5. ANLÄßLICH DER KOMMENDEN FEIERTAGE …
Zum Schluß wünsche ich im Namen des Präsidenten und des Vorstandes unserer Gesellschaft allen Lesern dieses Newsletters ein frohes Weihnachtsfest und viel Glück im Neuen Jahr!
Prof. Peter Mulacz
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Newsletter N° 22 - Wien, 28 09 2005
INHALT:
=======1. Vortragsprogramm Wintersemester 2005/06
2. TV-Nachlese "Mystery"
3. Nachruf auf Piero Cassoli
4. PEAR wird 2006 enden
5. Ausstellung am Metropolitan Museum of Art, New York
6. Digitalisierung älterer Zeitschriften am IGPP
7. Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt
1. VORTRAGSPROGRAMM für das WINTERSEMESTER 2005/06Unser Vortragsprogramm für das kommende Semester ist ausgesandt bzw. online gestellt – wie immer auf <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> zugänglich.
- 03. Oktober 2005
R. Kapellner: Psychoaktive Pflanzen und heilige Rauschmittel
Über Gebrauch, Rituale und Erleben mit pflanzlichen psychoaktiven Substanzen- 07. November 2005
P. Mulacz: Neuere Spukfälle aus österreich- 21. November 2005
Ch. Tuczay: Das magnetische Zeitalter
Mesmerismus in der Literatur der Romantik und darüber hinaus- 12. Dezember 2005
A. Hergovich: Illusionen in Magie und Parapsychologie
Zur möglichen Erklärung von Wundern- 23. Jänner 2006 (ausnahmsweise im Hörsaal III)
J. Schwaiger: Reinkarnation - eine "Marmeladenhypothese"?
Die Reinkarnationshypothese als Herausforderung der naturalistischen Sicht des TodesDie Ausführungen von Rudolf Kapellner <http://focus.at/> schließen thematisch an die letzte Veranstaltung im Wintersemester an, wo Stanley Krippner und José Sulla über Ayahuasca referiert haben.
Meinem eigenen Vortrag über Spukfälle liegt das Material zugrunde, das mir während des letzten Jahres oder so zugetragen worden ist. Wenn eine Zusage, welche mir gemacht worden ist, hält, kann ich zu diesem Thema auch Videomaterial zeigen.
Christa Tuczay, die ebenfalls schon öfters in unserer Gesellschaft referiert hat, Autorin von "Magie und Magier im Mittelalter", wird hier über einen anderen Schwerpunkte ihrer literarischen Forschungen – das 19. Jahrhundert – sprechen; sie ist auch Vizepräsidenten der Hebbel-Gesellschaft <http://hebbel.at/hebbel-gesellschaft.htm>.
Andreas Hergovich, der übrigens kürzlich ein Buch zur Psychologie der Astrologie publiziert hat, ist für das Thema der Illusionen in Magie und Parapsychologie besonders prädestiniert, als er selbst auch Amateurmagier ist.
Der Jänner-Vortrag, Josef Schwaiger über Reinkarnation, wird besonders spannend, denn der Referent ist nicht nur ein ausgezeichneter Kenner der Reinkarnationskasuistik und -problematik, sondern er verfolgt auch einen neuartigen und interessanten theoretischen Ansatz.Auf jeden Fall haben wir wieder ein vielseitiges und interessantes Programm zu bieten und ich hoffe auf zahlreichen Besuch.
2. NACHLESE ZUR ORF-SERIE "MYSTERY"
Der Ausstrahlung der ersten Folge war ein Interview mit mir in der Sendung "Willkommen österreich" <http://tv.orf.at/program/orf2/20050909/349328101/218362/> vorgestaffelt. Nun ja, "Willkommen österreich" ist ein Potpourri, wo halt auch einmal die Parapsychologie zu Wort hat kommen dürfen …
2.1 Der Zugun-Beitrag – die erste Episode der ersten Folge
Hinsichtlich dieses Films bin ich natürlich parteiisch. Dennoch möchte ich zum Ausdruck bringen, daß ich die hier realisierte Lösung, die im Fernsehen offenbar unvermeidliche Dramatisierung formal deutlich zu machen (schwarz-weiß-Aufnahmen etc.) als recht brauchbar empfunden habe. Bedauerlich ist, daß der kurze zeitliche Rahmen es nicht erlaubt hat, den Widerspruch zwischen der Darstellung der Ursprungslegende von 1925 (Fund der Münze, "Teufelsgeld", Streit der Mädchen, Fluch der Großmutter mit den Folgen Internalisierung des Teufelskomplexes und Selbstbestrafungstendenz) und der Darstellung des Neffen Marcel Zugun (Perlenkette der Großmutter, welche nicht hat sterben können, Steine, die sich am Weg bewegt haben, etc.) zu analysieren. Insbesondere wäre dabei auf den Teufelsglauben der Landbevölkerung einzugehen, welcher jedes bloße Erwähnen des "Gottseibeiuns" zu vermeiden trachtet und daher vermutlich die Ursache für die Mutation der Ursprungslegende darstellt.Mehr dazu auf der Zugun-Website <http://zugun.parapsychologie.info/>.
2.2 Die weiteren Episoden der ersten FolgeDer zweite Beitrag ist in zwei inhaltlich völlig heterogene Teile zerfallen, nämlich einen Bericht über Experimente an der TU Graz, einen Roboter mittels (verstärkter und per Funk übertragener) Gehirnströme zu steuern, und ein (gestelltes) Ganzfeld-Experiment an der Universität Klagenfurt.
Der erste Teil hat nichts, aber auch gar nichts mit Parapsychologie zu tun; anzumerken ist übrigens, daß die Absicht, die von Hans Berger entdeckten Gehirnströme für Steuerungen zu benutzen, bereits gegen Ende des 2. Weltkriegs verfolgt worden ist, wobei es um schnelle Jagdflugzeuge ging (natürlich konnte dies damals technisch nicht realisiert werden). Die abschließenden Bemerkungen von Hermann Maurer über "die Gesellschaft für Parapsychologie in Berlin" etc. waren inkorrekt; offensichtlich war die GWUP gemeint, diese hat aber ihren Sitz in Roßdorf bei Darmstadt und ist keine parapsychologische Organisation, sondern eine der Parapsychologie-Gegner. Mehr darüber auf <http://www.gwup.org/> sowie auf <http://www.skeptizismus.de/>. Und der von Randi <http://www.randi.org/> (und nicht von der GWUP oder dem IGPP) ausgelobte Preis kann schlicht und einfach gar nicht gewonnen werden, weil die vorgeschriebenen Bedingungen inadäquat sind.Was das Ganzfeld-Experiment an der Universität Klagenfurt im zweiten Teil betrifft, so waren dies gestellte Szenen, weil sich das Experiment noch im Vorbereitungsstadium betrifft. Ronald Weigl, ein Absolvent des "Summer Study Program" des RRC (= Rhine Research Center), der darüber auch einmal im Rahmen unserer Gesellschaft referiert hat <http://parapsychologie.ac.at/programm/ws200203/weigl/rrc.htm>, hat mir folgendes Exposé über sein geplantes Experiment zur Verfügung gestellt:
"Bei dem erst in diesem Wintersemester an der Universität Klagenfurt anlaufenden Versuch geht es um eine Korrelation von dichotomen Ergebnissen eines gemischten Ganzfeld-Remote Staring-Experimentes mit den Zahlwerten eines in Freiburg entwickelten Fragebogens zur Einschätzung der Beziehungsnähe zweier Menschen. Die Hypothese ist eine erhöhte Trefferquote, je "näher" (laut Ergebnis des Fragebogens) sich zwei Versuchspersonen sind. Das Setting dieses Experiments ist analog zu dem eines klassischen Ganzfeld-Experimentes, doch statt Bilder zu senden lautet die Aufgabe des Senders den Empfänger entweder zu kontaktieren bzw. zu aktivieren (zur Unterstützung dieses Effektes kann der Sender den Empfänger per Video beobachten), oder ihn bewusst nicht "anzusprechen". Der Ablauf ist vergleichbar den Remote Staring-Experimenten von Rupert Sheldrake, somit ist die Zufallserwartung eine 50-prozentige Trefferquote, gesucht wird nach einer Erhöhung dieser Trefferquote in Korrelation mit der Nähe der Probanden."
(Diplomarbeitsbetreuer: Ass.-Prof. Dr. Süssenbacher)Schließlich zur Selbstdarstellung des "Mediums" Frau Wohlgemuth: solche unüberprüften Aussagen sind immer dubios, nicht zuletzt auch, weil sie bei den "Gläubigen" Hoffnungen erwecken, welche in der Regel nicht erfüllt werden können.
Der dritte Beitrag hat den vermeintlichen "Fluch des ötzi" zum Gegenstand gehabt und war bestenfalls low-level Boulevard … Daher weiter kein Kommentar dazu.
Die TV-Rezensionen in den Printmedien gingen m. E. am Thema vorbei.
Zur Rezension ("'Mystery' Holterdipolter: Geisterstunde!") in der online-Version der Zeitung "Die Presse" (Ausgabe vom 09. 09. 2005) <http://www.diepresse.at/Artikel.aspx?channel=c&ressort=uk&id=505138> ist zu sagen:
Isabella Wallnöfer schreibt zunächst von "kaum nachprüfbarer Historie (Eleonore ist tot und die Rumänen neigen zu Schauermärchen)" was in dieser Form wohl nicht unwidersprochen stehen gelassen werden kann.
Wieso soll Historie nicht nachprüfbar sein - diese globale Feststellung rüttelt am Fundament aller historischer Methodik, und wenn gleichsam als Erklärung in der Klammer hinzugefügt wird, daß die Hauptperson tot ist, so sagt deren Ableben ja wohl nichts über die Quellenlage aus. Sich darüber zu informieren, welches historische Material über den Fall Zugun vorhanden ist (z. B. auf <http://zugun.parapsychologie.info>), scheint der Rezensentin nicht notwendig gewesen zu sein, ihr Urteil stand ja schon fest. Über zahlreiche geschichtliche Persönlichkeiten erscheinen Jahr für Jahr wissenschaftliche Abhandlungen, obwohl diese auch bereits tot sind, und vielfach weit länger tot sind als Eleonore! Der zweite Satz, "die Rumänen neigen zu Schauermärchen" disqualifiziert sich ob seines klischeehaften Pauschalurteils über ein ganzes Volk wohl selbst und ist einer Qualitätszeitung wie der "Presse" einfach nicht würdig.
Weiters schreibt die Rezensentin "Doch bei 'Mystery' stehen die TU-Experten gleichwertig neben den Parapsychologen" womit offenbar insinuiert ist, daß diese "Gleichwertigkeit" nicht gegeben sei. Vielleicht ist die Rezensentin dem weit verbreiteten Irrtum anheim gefallen, wissenschaftlich tätige Parapsychologen mit Medien, Hellsehern und Wahrsagern zu verwechseln, welche vielfach das Wort "Parapsychologie" für ihre fragwürdigen Dienstleistungen usurpiert haben. Jedenfalls ist nicht einzusehen, oder zumindest hat die Rezensentin ihre Meinung dazu nicht im geringsten zu begründen versucht, was etwa an der Qualifikation der in der "Parapsychological Association" <http://parapsych.org/>, der internationalen Berufsvereinigung der wissenschaftlich tätigen Parapsychologen (welcher z. B. auch ich angehöre) den "TU-Experten" nicht "gleichwertig" sein sollte, listet doch der Member-Index Angehörige zahlreicher Universitäten auf. Aber vielleicht sind für die Rezensentin Universitäten inferior zur TU? Der Parapsychologe Ronald Weigl, wie erwähnt ein Absolvent des "Summe Study Program" des Rhine Research Center in Durham, NC, USA, führt sein Experiment an einer Universität (Klagenfurt) aus – dennoch sind pauschaliter die Parapsychologen in der Sichtweise der Rezensentin den "TU-Experten" offenbar nicht "gleichwertig".Wie doch Vorurteile die Wahrnehmung verzerren können!
Auch der "Standard" hat eine online Rezension gebracht: <http://derstandard.at/?url=/?id=2166799>.
2.3 Die weiteren FolgenDie Inhalte der zweiten und dritten Folge waren:
- Mediale Kommunikation einschließlich Tonbandstimmen und Bildern aus dem "Jenseits"
- Todesnäheerfahrung
- Astrologie
- Geister und Spuk
- Schauberger
- Reinkarnation bzw. "Rückführungen"
Davon sind nur einige Aspekte für die Parapsychologie von Relevanz.
Folge zwei siehe <http://tv.orf.at/program/orf2/20050916/355622901/218503/> bzw. Folge drei <http://kundendienst.orf.at/sendungsinfos/sendungsprofile/orf2/mystery.html>.Das Problem eines Kontakts mit dem "Jenseits" ist, vielleicht auch aus Zeitmangel, nicht analysiert worden, es blieb im wesentlichen bei einer Selbstdarstellung eines spiritistischen Mediums. Die Trauerarbeit der Hinterbliebenen ist ein wichtiger Punkt, aber wie weit der im Glauben an einen Jenseitskontakt gesuchte und vielleicht auch gefundene Trost nicht auf einer großen Illusion beruht, ist nicht angesprochen worden. Die Berichte über die Tonbandstimmen (Ernst Knrischnig, der darüber auch ein Buch <http://www.guthmann-peterson.de/verlag-liber-libri-wien/verzeichnis-buch-verlag-liber-libri-wien/knirsching.html> verfaßt und eine CD mit Stimmenbeispielen herausgebracht hat) sowie die Bilder, welche Christian Reiterer produziert, waren eher einfach gestrickt. Allgemeines zur psychologischen Problematik der Interpretation von "Jenseitskontakten" auf der Basis elektronischer Geräte ==> <http://parapsychologie.ac.at/programm/ss2000/leutner/camel.htm>.
Zur Darstellung der Todesnäheerfahrungen im nächsten Beitrag ist nicht viel zu sagen; Schröter-Kunhardt ist sicherlich einer der ersten Experten dafür im deutschen Sprachraum, der übrigens auch einmal in Wien (allerdings nicht in unserer Gesellschaft) über dieses Thema referiert hat. Freilich wurden die parapsychologisch speziell interessanten Aspekte nicht angesprochen, nämlich einerseits Gewinn verifizierbarer Information und andererseits die möglichen Interpretationen der Außerkörperlichen Erfahrung und deren Bedeutung für die philosophische Anthropologie.
Der dritte Beitrag war über Astrologie und fällt somit außerhalb unseres Gegenstandes.
Der erste Beitrag der dritten Folge, über eine Frau Köstinger, welche sich mit "Baumgeistern" ebenso auseinandersetzt, wie mit den "Spuk" verursachenden "Geistern" von Verstorbenen, war zwar eine gute Reportage, was die die Aktivitäten und Meinungen der betreffenden Dame betrifft, welche alle möglichen Stereotype und Klischees der "Esoterik" und Vulgär-Parapsychologie bedient, hat aber keinerlei alternative Interpretationen zu analysieren versucht (vielleicht wiederum aus Zeitmangel – es fragt sich demnach, ob Gegenstände der Parapsychologie überhaupt im Rahmen von Sendungen des Hauptabendprogramms sinnvoll sind oder nicht im Nischenprogramm der Wissenschaftssendungen besser aufgehoben wären).
Was den Beitrag über Schauberger betrifft, so könnte ich es mir einfach machen mit dem Hinweis, dies hat nichts mit Parapsychologie zu tun. Nachdem unsere Gesellschaft jedoch seit einigen Jahren den "Untertitel" "Grenzbereiche der Wissenschaften" trägt, sind ein paar Worte vielleicht doch angebracht. Ich habe den mittlerweile verstorbenen Dipl.-Ing. Walter Schauberger, den Sohn des legendären Viktor Schauberger, mitte der 70er-Jahre kennengelernt und war in der Folge mehrmals in Engleiten, um mir ein eigenes Bild von der Sache zu verschaffen – und bin kläglich gescheitert. Mein Eindruck ist, daß Viktor Schauberger ein genialer Naturbeobachter war, und seine Holzschwemmanlagen waren in der Tat ein großer Wurf. Was die weitere Anwendung seiner Prinzipien betrifft, wird alles mehr und mehr legendenhaft – wie die "Repulsine", welche sich aus ihrer Halterung losgerissen habe und durch das Dach der Baracke der Firma Kertl in Wien IV hindurch geflogen sei … Auch ob die im Beitrag berichtete persönliche Begegnung Viktor Schaubergers mit Hitler tatsächlich stattgefunden hat, ist alles andere als historisch einwandfrei dokumentiert und scheint mir recht zweifelhaft, freilich ein "Tüpfelchen auf dem i" des Schauberger-Mythos, das sich auch auf der Schauberger-Website <http://members.aon.at/pks.or.at/> findet. Jedenfalls finden sich zum Aspekt "Nazi-UFOs" zahlreiche Seiten im Internet, teils wüstestes Material, von der "Jenseitsflugmaschine" über "Haunebu" bis "Aldebaran" und was der Legendebildung im Rahmen politisch rechtslastiger bzw. reaktionären "Esoterik" noch mehr ist … Was mich gegenüber Schaubergers prinzipiellen Überlegungen doch eher skeptisch macht, ist die Stagnation – die Versuchsapparaturen sind für eine permanente Ausstellung aufgestellt, aber es wird keinerlei Fortschritt vermeldet, weder Resultate im experimentellen Bereich noch in der theoretischen Durcharbeitung. Vielleicht paßt es am besten, zu sagen, daß Jörg Schauberger, der Enkel Viktors, den Nachlaß hütet und verwaltet …
Der Beitrag über Reinkarnation ist schließlich völlig an der Oberfläche geblieben und hat bloß auf die (recht problematischen) "Rückführungen" fokussiert – als ob es nicht auch spontane "Rückerinnerungen" Erwachsener gäbe und vor allem ein weites Forschungsgebiet von Kindern, die behaupten, sich an "frühere Leben" zu erinnern. Wie weit all diese "Erinnerungen" geeignet sind, eine argumentative Stütze für die Reinkarnationshypothese zu bilden und welche Voraussetzungen diese impliziert ist natürlich in dieser Sendung auch nicht angesprochen worden.
Summa summarum war diese Mystery-Serie nicht allzu erhellend – und das Arrangement der Moderation hat eher zum Genre "Mystery" im Sinn der englischen Sprache (nämlich = Krimi) gepaßt. Die seriöse Forschung auf Grenzgebieten ist jedenfalls im Verhältnis zum Klischeehaften und zum Sensationellen deutlich zu kurz gekommen – was aber auch nicht anders zu erwarten war.
3. PIERO CASSOLI 1918 – 2005 +Dr. med. P. Cassoli, geb. 25. Juli 1918, Arzt und Psychotherapeut, war seit den späten 40er-Jahren an Fragen der Parapsychologie interessiert und hat in der Folge Beiträge zu verschiedenen Gebieten verfaßt. Er war noch mit Ferdinando Cazzamalli und William MacKenzie bekannt, mit Emilio Servadio – seinem Lehrer – verband ihn eine lebenslange Freundschaft. Er nahm an zwei Konferenzen der Parapsychology Foundation (PF) teil und war seit 1965 ein Vollmitglied der Parapsychological Association (PA). Ich habe ihn bei dem von Zdenek Rejdak (CSR, mittlerweile, wie erst kürzlich bekannt wurde, auch verstorben) und Stanley Krippner organisierten 2. Internationalen Kongreß für psychotronische Forschung in Monte Carlo kennen gelernt, wo damals Vertreter von 30 Nationen anwesend waren.
In Italien war Cassoli einer der Mitbegründer des CSP (Centro Studi Parapsichologici, Center of Parapsychological Studies of Bologna, seit 1953/54) <http://digilander.libero.it/cspbologna/> bzw. auf Englisch <http://digilander.libero.it/cspbologna/csp-new1/English/english.htm>. Im Rahmen dieser Organisation, welche auch zahlreiche Symposien veranstaltet hat, hat er viel zur Entwicklung der Parapsychologie in Italien beigetragen. Das CSP gibt die Zeitschrift "Quaderni di Parapsicologia" heraus, in der Cassoli u. a. auch über Metaanalye und Ganzfeld publiziert hat (Abstracts sind auf der o. a. Website). Weiters ist er der Autor der Bücher "Il Guaritore" (= Der Heiler, 1979, Neuauflage 1985) und, gemeinsam mit Giovanni Iannuzzo, "Ricerche sulla Pranoterapia e sui Guaritori" (= Untersuchungen über Pranotherapie und Pranotherapeuten, 1983). Mit Mitarbeitern hat Cassoli zahlreiche experimentelle Untersuchungen an Sensitiven durchgeführt, die in der Zeitschrift "Metapsichica" und in anderen italienischen Journalen publiziert worden sind. Er hat auch die medianime Malerei von Giuseppe Lanzillo studiert und die kontroversiellen "Psi-Performer" Uri Geller und Gustavo Adolfo Rol beobachtet. Ferner war er an Feuerlaufen interessiert und ganz besonders an NDE (= Near Death Experiences, Todesnäheerfahrungen). Untersuchungen von außergewöhnlichen Phänomenen der typisch italienischen Religiosität – wundertätige Kruzifixe, weinende Madonnen – runden das Bild ab.
Cassoli ist auch der Verfasser des Artikels über Parapsychologie in der "Enciclopedia Medica Italiana" (1983). Gleichzeitig war Cassoli auch sehr aktiv in der öffentlichkeitsarbeit, sowohl in Rundfunk und Fernsehen wie auch in populären Zeitschriften, wobei er 1972 auch einen (informellen) ASE-Test über den Rundfunk versucht hat, der 7200 Rückmeldungen erbracht hat.
Seine Frau Brunilde, selbst auch ein Mitglied der PA, war seine Mitarbeiterin und Begleiterin auf seinem "parapsychologischen Lebensweg". In Anerkennung seines Lebenswerks erhielt er im Jahr 2000 den "Outstanding Career Award" der PA. Am 29. August 2005 ist er in Bologna verstorben.
Weitere biographische Details und Bibliographie im Nachruf der PA: <http://www.parapsych.org/members/p_cassoli_obituary.html>.
4. "PEAR" SPERRT BALD ZUDas PEAR Laboratory <http://www.princeton.edu/~pear/> hat angekündigt, im Jahr 2006 seine Pforten schließen zu wollen.
Der Grund dafür ist das Alter der Protagonisten, die Emeritierung von Bob Jahn und die Tatsache, daß man die Kontinuität dieser Forschung bzw. der Institutslinie beim Übergang in andere Hände nicht mehr gegeben sähe.
Es ist bedauerlich, daß noch immer zahlreiche parapsychologische Forschungsinstitute sehr stark personalisiert sind und beim Abtreten der jeweils beherrschenden Persönlichkeit zu existieren aufhören – wie es in Europa z. B. beim "Parapsychologisch Instituut" von W. H. C. Tenhaeff in Utrecht der Fall war, das nach seinem Tod 1981 aufgelöst worden ist (und später in anderer Form neu gegründet werden hat müssen). Das IGPP <http://www.igpp.de/> in Freiburg ist hier eine rühmliche Ausnahme.
Vgl. auch den seinerzeitigen Vortrag von Robert Pucher in unserer Gesellschaft <http://parapsychologie.ac.at/programm/ws200001/pucher/pucher.htm> sowie die wichtigste, auch in Deutsch vorliegende Publikation von PEAR <http://parapsychologie.ac.at/programm/ws200001/pucher/pucher.htm#lit>: Robert G. Jahn & Brenda J. Dunne, "An den Rändern des Realen. Über die Rolle des Bewußtseins in der Physikalischen Welt", mit Beiträgen von Harald Atmanspacher und Eberhard Bauer. Verlag Zweitausendundeins, Ffm. 1999, ISBN: 3-86150-224-0.
5. "THE PERFECT MEDIUM: PHOTOGRAPHY AND THE OCCULT"
Ausstellung im Metropolitan Museum of Art, New York, 27. Sept. – 31. Dez. 2005Ich zitiere die Ankündigung zu dieser Sonderausstellung im Original:
A unique characteristic of photography has always been its ability to record the visible, material world with truth and accuracy. Interestingly, advocates of spiritism at the turn of the last century enlisted photography to provide manifest proof of the immaterial: emanations and auras; thoughts, hallucinations, and dreams; or the spirits of the deceased. Closer to the scientific revelations of the X-ray (discovered in 1896) than to the double-exposure parlor tricks of 1850s ghost photographs, the more than 120 stunning and surprising works in this exhibition reflect an attempt to reconcile the physical and spiritual worlds.
Die Ausstellung ist ähnlich jener (aber offenbar nicht identisch mit ihr), welche vor sieben Jahren in der Kunsthalle Krems zu sehen war (sowie Schirn Kunsthalle Frankfurt, Museum Abteiberg Mönchengladbach, Fotomuseum Winterthur): "Im Reich der Phantome. Fotografie des Unsichtbaren"; auch diesmal hat Andreas Fischer mitgearbeitet.
Zur Ausstellung gibt es auch einen Katalog.
Mehr auf <http://www.metmuseum.org/special/se_event.asp?OccurrenceId={B927CD20-71AD-4986-B346-66AE99B96BA4}>.
Eine "Kostprobe" gibt’s in der New York Times <http://www.nytimes.com/slideshow/2005/08/31/arts/20050904_KENN_SLIDESHOW_1.html> (das letzte Bild dabei irreführend beschriftet).
6. DIGITALISIERUNG AUSGEWÄHLTER IGPP-ZEITSCHRIFTENBESTÄNDEGemäß <http://www.igpp.de/german/libarch/info.htm> hat das IGPP damit begonnen, ausgewählte Teile seines Zeitschriftenbestandes zu digitalisieren und diese in Zusammenarbeit mit der UB Freiburg über das Internet zur Verfügung zu stellen. Die digitalisierten Zeitschriften fallen inhaltlich in das von der DFG geförderte Sammlungsprofil des Instituts. Bei ihrer Auswahl spielen Aspekte der Bestandserhaltung (Bedrohung durch Papierzerfall) sowie ihr historischer Quellenwert für die Kultur-, Sozial- und Wissenschaftsgeschichte von Spiritismus, Okkultismus, Psychischer Forschung (Psychical Research) und Parapsychologie eine wesentliche Rolle. Bisher wurden die Bände der theosophischen Zeitschrift Sphinx (1886-1896) einschließlich der gleichnamigen einbändigen Zeitschrift (1919/1920) online veröffentlicht (http://www.ub.uni-freiburg.de/dipro/igpp/).
Zur Digitalisierung derzeit weiters vorgesehen: "Psychische Studien. Monatliche Zeitschrift, der Untersuchung der wenig gekannten Phänomene des Seelenlebens gewidmet".
7. Neuerscheinungen am Büchermarkt:7.1 In unserem Newsletter N° 18 vom 22. 12. 2004 habe ich auf die deutsche Übersetzung eines klassischen Werks von Nandor Fodor hingewiesen, "’Diese Mysteriösen Leute’. Skurriles, Amüsantes und Unerklärliches aus der Glanzzeit spiritistischer Medien des 19. und 20. Jahrhunderts". Dieses Buch ist nunmehr in einer zweiten, überarbeiteten und erweiterten Auflage erschienen, wiederum in der Reihe "BRV Spirit Classics" im BRV - Benjawan Reichmann Verlag, Bensheim. Ein wesentlicher Vorteil der neuen Auflage ist die Tatsache, daß das Buch nunmehr illustriert ist, es enthält 60 Abbildungen, allerdings die meisten davon nur briefmarkengroß. Dennoch ist eine deutliche Verbesserung gegenüber der ersten Auflage gegeben.
Ohne daß ich alles, was Fodor aus der alten Zeit zusammenträgt (und Reichmann kommentiert) unterschreiben würde, so halte ich die Auseinandersetzung mit einer Phänomenik, welche heute in den Hintergrund getreten ist, für essentiell notwendig, wollen wir nicht Gefahr laufen, ein defizientes Bild des Paranormalen zu zeichnen. Insofern kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen. ISBN 3-938219-00-9.
7.2 Wie bis ins frühe 19. Jh. hinein die Sprache der Wissenschaft Latein war, so ist sie heute englisch. Daher weise ich auch auf wichtige Neuerscheinungen von Büchern in englischer Sprache hin:7.2.1 Lange erwartet, ist jetzt das Buch von Mary Rose Barrington u. a. über den polnischen Sensitiven St. Ossowiecki erschienen:
A World In A Grain Of Sand: The Clairvoyance Of Stefan Ossowiecki
by Mary Rose Barrington, Ian Stevenson, Zofia Weaver
McFarland & Company
ISBN 0786421126
Dazu zitiere ich aus der Verlagsankündigung:Ossowiecki (1877–1944) is perhaps the most gifted psychic ever to come under the scrutiny of researchers. He demonstrated a range and quality of clairvoyance that no one has exceeded, at least under experimental controls. Equally important, he was eager to learn more about his talent and allowed a variety of researchers to use him in experiments. Anecdotal accounts of his talent abounded, but it was the controlled observations of investigators in experiments conducted in Paris and Warsaw that confirmed his gift. For the first time, this book brings to English-speaking researchers and the public detailed accounts of the crucial experiments carried out with Ossowiecki, which produced compelling evidence of paranormal cognition.
Mary Rose Barrington, die Hauptautorin, hat auch einmal in unserer Gesellschaft referiert <http://parapsychologie.ac.at/programm/ss1999/barringt/maryrose.htm> – auch damals hat Ossowiecki unter den von ihr gebrachten Beispielen nicht fehlen dürfen; aufgrund ihrer ausgezeichneten Sprachkenntnisse ist es ihr leicht gefallen, vor allem auch die französische Literatur (Révue Métapsychique) über Ossowiecki auszuwerten. Zofia Weaver, die frühere Herausgeberin des JSPR, ist in Polen geboren und hat den biographischen Teil beigesteuert.
Zwei Wünsche kommen anläßlich dieser Neuerscheinung auf:
- daß das Buch auch eine deutsche Übersetzung finden möge, um es noch weiteren Kreisen zugänglich zu machen,
- und daß sich das Autorenduo Barrington-Weaver als nächstes des polnischen Mediums Kluski annehmen möge, damit einem Vertreter der mentalen Phänomene ein solcher der physikalischen Phänomene gegenübergestellt wird.
7.2.2 Ein moderner Klassiker, ursprünglich 1978 erschienen, ist in der von Russell Targ herausgegebenen Reihe "Studies in Consciousness" <http://www.hamptonroadspub.com/bookstore/index.php?cPath=70_96> neu aufgelegt worden:
The Secret Vaults Of Time: Psychic Archaeology And The Quest For Man's Beginnings
by Stephan A. Schwartz
Hampton Roads Publishing Company
ISBN 1571744312
<http://www.hamptonroadspub.com/bookstore/product_info.php?products_id=394>
7.2.3 Life Before Life: A Scientific Investigation of Children's Memories of Previous Lives
by Jim Tucker
St. Martin's Press
ISBN 0312321376
Abschließend ein Wort in eigener Sache:
aufgrund einer – wie ich hoffe entschuldbaren – Fehlleistung habe ich den letzten Newsletter nicht, wie sonst, als "BCC" gesandt, was von zwei Personen zwar bona fide, dennoch illegal, für deren Aussendungen verwendet worden ist. Ich versuche diesmal ein neues bulk mail Programm, welches jedem Empfänger nur seine eigene Adresse sichtbar macht.
Prof. Peter Mulacz
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wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
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Newsletter N° 21 - Wien, 08 09 2005
INHALT:
=======1. Eleonore Zugun und ORF-Serie "Mystery"
2. Piero Cassoli +
1. DER SPUKFALL ELEONORE ZUGUN und die ORF-SERIE "MYSTERY"
Bekanntlich steht der Spukfall Eleonore Zugun, auch als der "Spuk von Talpa" bekannt, am Anfang der Geschichte unserer Gesellschaft, ist diese doch aus dem Zugun-Studienkreis rund um die Gräfin Wassilko hervorgegangen (Dezember 1927).
Wie bereits im letzten Newsletter avisiert, wird dieser Fall auch in der ORF-Serie "Mystery" figurieren, und zwar gleich als erste Story der ersten Folge, welche morgen, 09. September 2005, um 21:20 h auf ORF 2 zur Ausstrahlung kommt. (Die Sendung wird am Tag darauf um 0.40 h wiederholt.
<http://kundendienst.orf.at/sendungsinfos/sendungsprofile/orf2/mystery.html>
<http://tv.orf.at/program/orf2/20050909/351963901/218175/>Ich war im Juli mit dem ORF-Team am Schauplatz des ersten Auftretens der Phänomene, in Talpa und Gorowei (Rumänien), wo wir mit Angehörigen der Eleonore und sonstigen Zeugen bzw. Auskunftspersonen Interviews führen konnten. Es war interessant, zu beobachten, wie einerseits die Erinnerung an die anfänglich doch äußert massiven unerklärlichen Erscheinungen dort heute noch fortlebt, wie aber andererseits die ins Erzählgut übergegangenen Berichte gewisse Umgestaltungen erfahren haben, wenn man sie den damals (= 1925) frisch erhobenen Zeugenaussagen gegenüberhält. Auch die völlige Ausblendung des Teufelskomplexes bei der abergläubischen Landbevölkerung fällt auf, wie auch die Tatsache, daß die Berichte im Rahmen der Familientradition neuerdings mit Inhalten verschmolzen werden, welche die junge Generation aus dem Internet bezogen hat.
Was nun die Darstellung des Falles in der Serie "Mystery" betrifft, habe ich auf die Gestaltung keinerlei Einfluß gehabt. Soweit ich Einblick habe, handelt es sich um einen Mix aus Dokumentation und nachgestellten Szenen, um ein "Dokudrama", wobei natürlich insofern nichts dagegen eingewendet werden kann, als ja auch keinesfalls der Anspruch einer wissenschaftlichen Dokumentation erhoben wird. So ist die Episode mit der ins Wasser geworfenen Kette des Großmutter gewiß völlig unauthentisch (verglichen mit den Originalberichten aus 1925), anderseits spielt diese Geschichte in den heutigen Berichten der von uns befragten Personen eine große Rolle und insofern mag man es als gerechtfertigt ansehen, die Geschichte zu bringen. Ähnliches gilt für die isoliert dastehende Geschichte von der Puppe, die uns Frau Blentes erzählt hat, wobei mir die Details derart unklar geblieben sind, daß auf jegliche Interpretation verzichtet werden muß. Es ist nur zu hoffen, daß es in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit gelingt, zu differenzieren, welche Inhalte ursprünglich, verläßlich und authentisch sind und welche hingegen späteres Bewerk bzw. Umgestaltungen sowie sonst fragwürdig sind.
Ich habe aufgrund des neu aufgeflammten Interesses eine eigene Website bzw. Subdomain für den Fall Zugun eingerichtet, bin allerdings damit, was die Eindrücke von der Rumänienreise und eine kritische Analyse der Zeugenaussagen betrifft, noch nicht fertig geworden und werde auch bis morgen abends damit keinesfalls fertig. Aber immerhin ist ein Anfang gemacht.
Die Web-Adresse lautet: <http://zugun.parapsychologie.info>
Es geht mir dabei darum, gleichsam ein Informationszentrum für diesen Fall, an dem ich viel gearbeitet habe, zu schaffen, einschließlich Literaturlisten und zahlreichen Links. Neu dazu gekommen ist, wie erwähnt, die Rumänien-2005-Seite, die jetzt schon den umfangreichsten Teil darstellt und noch ausgebaut werden wird, ebenso wird es viel mehr Bilder geben. Ich darf Sie einladen, dieser Seite in der nächsten Zeit häufige Besuche abzustatten, es wird immer etwas Neues geben!
2. PIERO CASSOLI KÜRZLICH VERSTORBEN
Der italienische Parapsychologe Piero Cassoli, den ich auch persönlich gekannt habe, ist kürzlich verstorben. Ich beabsichtige, im nächsten Newsletter eine kurze Würdigung seines Wirkens zu bringen. Der nächste Newsletter erscheint ohnehin in Kürze, nämlich dann, wenn alle Vortragstermine für das kommende Semester endgültig fixiert sind.
Prof. Peter Mulacz
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